
 Otger
Busche
46 Jahre, 2 Kinder
Tankstellenkaufmann
Politischer Schwerpunkt: Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik, Sportpolitik
Wahlbezirk 3 - Ahaus, Aabachschule
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
seit 25 Jahren bin ich in Ahaus als Tankstellenkaufmann tätig, seit 13
Jahren bin ich Mitglied in der UWG Ahaus. Die Interessen meiner Wählerinnen und Wähler
vertrete ich seit einigen Jahren im Rat der Stadt Ahaus sowie im Sport und
Umweltausschuss.
Meine zukünftigen Aufgaben sehe ich in der Entwicklung eines besseren
Verkehrskonzeptes zur Entlastung der Innenstadt und insbesondere der Wohngebiete, die
Förderung alternativer Energieformen und, dadurch bedingt, die Schaffung
zukunftsfähiger, sicherer Arbeitsplätze sowie die Verhinderung weiterer
Castor-Transporte mit allen bekannten Gefahren.
Dies ist jedoch nur mit eindeutigen, neuen Mehrheiten zu machen. Die
bisherige Mehrheitspartei dreht sich nur noch im Kreis, handelt, als drehe sich alles nur
ums sie kurz: sie ist ausgebrannt. Dem Klüngel ist ein Ende zu machen, damit es
für Ahaus wieder Perspektiven gibt.
Ihr Otger Busche

Interview Sommer '99
blickpunkt. Herr Busche, was bewegte Sie, vor
nunmehr 13 Jahren in die UWG einzutreten?
Otger Busche: Vor 13 Jahren, das war 1986, und damit beantwortet
sich die Frage von ganz allein. Es war das Jahr der Tschernobyl-Katastrophe. Diese
Jahrhundertkatastrophe hat viele Menschen wachgerüttelt und die Unverantwortlichkeit
einer menschenverachtenden Technologie aufgezeigt. Der Super-Gau unterscheidet sich vom
Untergang der Titanic (1912), der Giftgaskatastrophe von Bhopal (1984) sowie vielen
anderen verheerenden Ereignissen, ganz erheblich. Nicht in der Zahl der Opfer, darüber
ließe sich streiten. Die Einmaligkeit des Tschernobyl-Desasters liegt in seiner sowohl
räumlichen als auch zeitlichen Nicht-Eingrenzbarkeit.
Die Strahlenwolke überwand Staats- und Blockgrenzen, setzte Hunderte
Millionen Menschen auch außerhalb der Sowjetunion zusätzlicher radioaktiver Strahlung
aus und tut dies bis heute. Am Ende des 20. Jahrhunderts werden noch nicht alle Opfer des
GAUs geboren sein. Auch vor Generationsgrenzen macht diese Katastrophe nicht halt.
Sie hat kein Ende.
Nur in einer, nicht an Anweisungen von oben gebundenen, überparteilichen
Organisation wie der UWG ist es möglich, auf politischem Wege gegen die Nutzung der
Kernenergie vorzugehen. Bei einem ähnlichen, niemals auszuschließenden Unfall in
Deutschland oder Europa wären die Folgen durch die Besiedlungsdichte unvorstellbar
verheerender.
Der Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in eine menschen- und
umweltgerechte Energiewende schafft nicht nur enorme Arbeitsplatzpotentiale, sondern
würde den Menschen endlich den krankmachenden psychischen Druck der ständigen atomaren
Bedrohung nehmen. Aus Verantwortung für zukünftige Generationen kann es keinen anderen
Weg mehr geben.
blickpunkt. Auf kommunaler Ebene gibt es aber doch noch viele
andere Aufgaben, die den Menschen auf den Nägeln brennen.
Otger Busche: Sicher, unzählige Anträge im Rat und viele
richtungsweisende Entscheidungen wurden durch die UWG gestellt bzw. mitgetragen. Vieles
konnte wegen des Widerstandes der bisherigen Mehrheitspartei aber noch nicht realisiert
werden. In der zukünftigen Legislaturperiode erwarten wir den Wechsel, damit Ahaus wieder
zu einer lebendigen, lebenswerten Stadt wird. Die bisherige Mehrheitspartei dreht sich nur
noch im Kreis, liefert keine neuen Impulse mehr. Klüngelei und Entscheidungen gegen die
Interessen der Bürger sind richtungsbestimmend geworden.
blickpunkt. Warum glauben Sie, dass es bei einem
"Regierungswechsel" im Rathaus besser werden wird?
Otger Busche: Wir haben schon vor Jahren den abgelehnten Antrag
gestellt, sogenannte Bezirksausschüsse zu bilden. In diesen sollen die Bürger von Stadt-
und Ortsteilen direkt in die Entscheidungen und Entscheidungsfindungen einbezogen werden.
Wir wollen nicht gegen den Willen und die Interessen der Bürger die Stadt verwalten,
sondern aktiv dort ansetzen, wo Bürger Handlungsbedarf sehen. Nur so kann unserem
Anspruch "Mit dem Bürger, für den Bürger" Leben eingehaucht werden.
blickpunkt. Als einen Ihrer politischen Schwerpunkte möchten Sie
die Entwicklung eines besseren Verkehrskonzeptes. Wie stellen Sie sich dieses vor?
Otger Busche: Der Schwerlastverkehr gehört durch konsequente
Richtungsausschilderung auf die vorhandenen und noch zu bauenden Umgehungsstraßen.
Rückbau der B 70 nicht nur in Wüllen - zu prüfen wäre eine -Einbahnstraßenregelung
für die Bahnhofstraße und zu realisieren wäre ein Spielstraßenkonzept für
Wohngebiete, damit nicht nur die direkten Bewohner aus Sorge um ihre Kinder, sondern auch
fremde Nutzer angemessen langsam fahren müssen. Ampelschaltungen auf "Grüne
Welle"-Basis bei langsamer Fahrt, sichtbare Geschwindigkeitsanzeigen am Straßenrand,
damit jedem das gefahrene Tempo bewußt gemacht wird, sind weitere Ansatzpunkte für mehr
Verkehrssicherheit.
blickpunkt. Herr Busche, Sie sind auch im Sportausschuß. Die
Einrichtung und Unterhaltung von Sportstätten kostet sehr viel Geld. Ist das vor dem
Hintergrund schrumpfender Stadtsäckel noch zu verantworten?
Otger Busche: Unbedingt! Tausende von Menschen in Ahaus üben
einen Sport aus, regenerieren sich, halten sich fit und unzählige junge Menschen
gestalten ihre Freizeit sinnvoll, finden Freunde und Bestätigung. Krankenkosten und
vieles mehr werden gesenkt. Es gibt keine bessere Sozialarbeit als die, die nie in
Anspruch genommen werden muß. Hier leisten die Sportvereine und die unzähligen
Übungsleiter eine nicht hoch genug einzuschätzende Arbeit, die jede Unterstützung
gerechtfertigt.
blickpunkt. Welche Dinge betreffen Ihren Wahlkreis direkt?
Otger Busche: Der Wahlkreis 3 beinhaltet eines der ältesten
Wohngebiete der Stadt. Einige Straßen sind in einem katastrophalen Zustand und müßten
von Grund auf, entsprechend den Anregungen zum Verkehrskonzept, erneuert werden. Die
Maßnahme zur Verlängerung der Parallelstraße wird eine enorme verkehrliche
Mehrbelastung nach dem vorliegenden Konzept bringen. Es ist sicherlich noch nachzubessern
und hier alle betroffenen Bürger mit einzubeziehen wäre ein Beispiel für die Tätigkeit
eines Bezirksausschusses. Die Hindenburgallee und die Straße Zum Rotering können durch
Nutzung des Schumacherringes entlastet werden. Ähnliches gilt für die Coesfelder
Straße.
blickpunkt. Herr Busche, wir bedanken uns für dieses Interview
und wünschen viel Erfolg bei den Kommunalwahlen.
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