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Burkhard Helling

Burkhard Helling

47 Jahre, verheiratet, 3 Kinder
Realschullehrer
Vorsitzender der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
Politischer Schwerpunkt: Umweltpolitik, Atompolitik, Schulpolitik
Wahlbezirk 4 - Ahaus, Franziskusschule

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ich bin gebürtiger Ahauser und unterrichte seit 1978 an der Anne-Frank-Realschule die Fächer Deutsch, Kunst, Erdkunde und Politik. Seit rund 20 Jahren bin ich hier auch Mitglied der Schulkonferenz, zeitweise auch als Elternvertreter am Alexander-Hegius-Gymnasium.

1982/1983 war ich mitverantwortlich für die Verkehrsberuhigung im Kreuzkamp: einer der Anliegen meiner politischen Arbeit ist auch heute eine Verkehrspolitik, die dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer (Kinder, Senioren, ...) Rechnung trägt.

Seit 1996 engagiere ich mich in besonderer Weise in der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" und bin seit 1998 deren 1. Vorsitzender. Damit engagiere ich mich für eine Umkehr in der Energiepolitik, damit wir auch unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Umwelt erhalten.

Ihr Burkhard Helling

 


Interview Sommer '99

blickpunkt. Herr Helling, Sie sind 47 Jahre alt, gebürtiger Ahauser, verheiratet und haben 3 Kinder im Alter von 19, 16 und 15 Jahren. Was hat für Sie den Ausschlag gegeben, für die UWG im Wahlbezirk 4 anzutreten?

Burkhard Helling: Ich meine, dass es in Ahaus Zeit wird, Politik ohne BZA-Gelder und ohne Strukturhilfen für weitere Atommüllhallen zu machen. Außerdem möchte ich alles in meiner Macht stehende tun, um die "Atompolitik" meiner Heimatstadt transparenter zu machen und um unnötige Castor-Transporte zu verhindern.

blickpunkt. Hat Ahaus überhaupt eine Chance ohne Strukturhilfen und BZA-Gelder? Schließlich hat sich Ahaus – so argumentieren viele – toll entwickelt ...

Burkhard Helling: Die absolute Mehrheit für UWG und SPD vorausgesetzt haben wir sicherlich die Chance, uns auch kommunalpolitisch "querzustellen". Ich sehe absolut nicht ein, dass Ahaus trotz aller Wortbrüche in den letzten Jahren immer wieder an die gesamtstaatliche Verantwortung erinnert wird, um Transporte nach hierhin zu rechtfertigen. In Ahaus lagert der Atommüll aus NRW. Die Atom-Hinterlassenschaft der DDR sollte – und da sind wir uns mit der dortigen Bürgerinitiative einig – in Rossendorf bleiben. Atommüll aus der Wiederaufbereitung sollte gemäß der Ahauser Erklärung nach dem Verursacherprinzip zu den Atomkraftwerken zurückgefahren werden, damit diese wirklich abschalten müssen.

Im übrigen hätte sich die Stadt Ahaus so entwickelt wie die anderen Städte im Kreisgebiet auch. Und denen geht es doch nicht schlecht, oder?

blickpunkt. Wie sehen Sie Ihre Arbeit als Vorsitzender der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"?

Burkhard Helling: Ich habe von Anfang an großen Wert darauf gelegt, dass wir AhauserInnen im Widerstand nicht alleine stehen. Deshalb war es für mich wichtig, ein breites Bündnis von Widerstandsgruppen mitaufzubauen, von kirchlichen Gruppen, den Gruppen des Ahauser Delegiertentreffens bis hin zu den Landwirten. Anfang dieses Jahres habe ich das Aktionsbündnis Westliches Münsterland (Zusammenschluß aller Bürgerinitiativen aus den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt) initiiert. Außerdem bin ich neben Hartmut Liebermann Hauptansprechpartner für Medien und Politiker.

blickpunkt. Muss man da als Wähler nicht befürchten, dass Sie sich nur für diesen einen Punkt interessieren?

Burkhard Helling: Sicherlich nicht! Ich unterrichte seit über 20 Jahren an der Anne-Frank-Realschule die Fächer Deutsch, Kunst, Erdkunde und Politik, habe mich fast während der gesamten Zeit in der Schulkonferenz für die Belange unserer Schule eingesetzt und war zeitweilig auch als Elternvertreter in der Schulkonferenz des Alexander-Hegius-Gymnasiums.

Außerdem habe ich mich schon 1983 in der neugegründeten Nachbarschaft Kreuzkamp für die jetzige Verkehrsberuhigung eingesetzt.

blickpunkt. Einmal eine ganz andere Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Burkhard Helling: Leider ist die durch meine "Nebentätigkeit" als Vorsitzender der Bürgerinitiative mächtig eingeschränkt. Ich filme viel, privat, für die Schule und für die Bürgerinitiative, male gerne, lese historische Romane und fahre häufig mit dem Rad durch Ahaus und die Ortsteile.

Außerdem betreibe ich gerne Sport, allerdings bei weitem nicht mehr so viel wie in alten VFL-Zeiten, leider.

blickpunkt. Was wünschen Sie sich noch für 1999?

Burkhard Helling: Den Verlust der absoluten CDU-Mehrheit in Ahaus und ein schlüssiges Ausstiegskonzept, das das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben höher ansiedelt als das Recht der Atomlobby auf Gewinnmaximierung.

blickpunkt. Herr Helling, wir bedanken uns für das interessante Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Kommunalwahl!

 

 

 

 

update
08.11.2009

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