
 Dieter Homann
36 Jahre, ledig
Diplom-Sozialpädagoge
Vorsitzender der UWG Ahaus
UWG-Fraktionsvorsitzender
Politischer Schwerpunkt: Familien-, Jugend- und Sozialpolitik
Wahlbezirk 8 - Ahaus, Josefschule
homann@uwg-ahaus.de
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Seit zehn Jahren vertrete ich Ihre Interessen im Ahauser Stadtrat und in
zahlreichen Ausschüssen. Bei der Kommunalwahl am 12. September 1999 kandidiere ich nun
zum dritten Mal in Ihrem Wahlkreis für die UWG und hoffe auf Ihre Unterstützung.
Im vergangenen Jahr kam Ahaus mit dem Castor-Transport und immer wieder
mit erhöhten Strahlenwerten in ganz Deutschland in die Schlagzeilen. Diese Ereignisse
haben tiefe Gräben in der Ahauser Bevölkerung gerissen. Das darf sich nicht wiederholen!
Nun gilt es, diesem Negativ-Image eine Politik entgegenzusetzen, die ihren Schwerpunkt auf
den Erhalt einer lebenswerten Umwelt für uns und nachfolgende Generationen setzt.
Als Schwerpunkte meiner Politik sehe ich die Stärkung von
Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger, sichere Verkehrswege insbesondere für die
schwächsten Verkehrsteilnehmer (Kinder und Senioren) wie beispielsweise die Entlastung
der Fuistingstraße, die Schaffung sicherer Arbeitsplätze und die Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit, die intensive Förderung alternativer Energieformen sowie den
Einsatz für die Kinder- und Jugendarbeit und die sozial Schwachen unserer Stadt.
Demokratie lebt vom Wechsel, 50 Jahre CDU sind genug: Wir brauchen neue
Wege in der Ahauser Politik!
Ihr Dieter Homann

Interview Sommer '99
blickpunkt. Herr Homann, stellen Sie sich doch erst einmal kurz
persönlich vor!
Dieter Homann: Ich bin gebürtiger Ahauser, noch einige Monate 36
Jahre jung, vermutlich noch einige Monate länger ledig und von Beruf
Diplom-Sozialpädagoge. Nachdem ich fast dreizehn Jahre in der Jugendwohngemeinschaft des
Kinderwohnheimes Dülmen gearbeitet habe, bin ich seit einigen Wochen in einer Ahauser
Erziehungsberatungsstelle tätig. Nebenberuflich habe ich von 1991 bis 1994 an der
Fachschule für Sozialpädagogik des Berufskollegs Canisiusstift Ahaus angehende
Erzieherinnen unterrichtet.
In meiner Freizeit treffe ich mich gern mit Freunden, gehe gerade in
dieser Jahreszeit zu Harpering in den Biergarten oder entspanne mich bei einem guten
Krimi. Auch die Fußball-Bundesliga verfolge ich mit Spannung, auch wenn ich mich als Fan
von Borussia Mönchengladbach nun erst einmal mit der Zweitklassigkeit abfinden muß.
blickpunkt. ... und Ihr politischer Werdegang?
Dieter Homann: Im Jahre 1984 bin ich in die Unabhängige
Wählergruppe Ahaus eingetreten und war von 1985 bis 1991 zweiter Vorsitzender der UWG
Ahaus. Seitdem Ahaus 1985 ein eigenes Jugendamt bekam, begleite ich dessen Wirken im
damaligen Jugendwohlfahrts- und heutigen Jugendhilfeausschuß. 1989 wurde ich als
seinerzeit jüngstes Mitglied in den Ahauser Stadtrat gewählt, dem ich seither angehöre.
1994 wurde ich stellvertretender Fraktionssprecher der UWG und 1995 trat ich die Nachfolge
von Manfred Lück als Vorsitzender der UWG an.
Auch bin ich seit 1990 Mitglied des Jugendhilfeausschusses des Kreises
Borken und nach vier Jahren als Jugendschöffe am Amtsgericht Ahaus bin ich seit 1997 als
Schöffe am Landgericht Münster tätig.
blickpunkt. Wo lagen Ihre Motive, politisch tätig zu werden?
Dieter Homann: Meine Wurzeln liegen hier in der kirchlichen
Jugendarbeit, in der ich mich Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in Ahaus als Gruppen-
und auch Stadtgruppenleiter engagiert habe. Mir lag die verbandliche, aber auch die offene
Jugendarbeit sehr am Herzen, doch habe ich erlebt, dass von der Stadt für offene
Jugendarbeit nur sehr wenig Unterstützung zu erwarten war. Damals, noch parteilich
ungebunden, habe ich mich mit vielen Mitstreitern, insbesondere auch von der UWG, für ein
Jugendzentrum stark gemacht. Gemeinsam mit der UWG haben wir es geschafft, der
Jugendarbeit in Ahaus den Stellenwert einzuräumen, der es gebührt und der in diesem Jahr
in den Neubau des Jugendkulturcafés LOGO mündet. Ich halte das für eine sehr gute
Entwicklung.
blickpunkt. Doch sind Sie für Jugendarbeit nicht ...
Dieter Homann: ... schon zu alt? Gut, meine ersten grauen Haare
kann ich kaum verheimlichen. Und so freue ich mich auch gerade darüber, dass es in Ahaus
eine sehr aktive UWGjugend gibt, die sich insbesondere auch der Jugendpolitik annimmt. Ich
finde es ein sehr positives Zeichen, dass die UWGjugend den Dialog mit den anderen
politischen Gruppierungen sucht, um in Ahaus ein Jugendparlament einzurichten. Gerade in
Zeiten der "Politiker"- und Parteienverdrossenheit sehe ich in diesem Ziel das
richtige Signal, um mit Jugendlichen und nicht über die Interessen der Jugendlichen
hinweg Zukunft zu gestalten.
blickpunkt. Wo liegen denn heute Ihre politischen Schwerpunkte?
Dieter Homann: Schon aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen sehe
ich einen wichtigen Schwerpunkt in der Familien- und Sozialpolitik. Gerade die sozialen
Randgruppen erleben in Ahaus auch ein Klima der sozialen Kälte, obwohl gerade diese auf
Unterstützung und Hilfestellung angewiesen sind. Sozialhilfeempfänger dürfen sich nicht
länger als "Bittsteller" fühlen müssen und bei jenen Menschen, die vom Los
der Arbeitslosigkeit hart genug bestraft sind, ist alles menschenmögliche zu tun, um
diese wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Es gilt, Anreize für sichere
Arbeitsplätze zu schaffen und mit allem Engagement das Problem der Jugendarbeitslosigkeit
zu bekämpfen. Flüchtlinge in Ahaus dürfen nicht länger den Stellenwert von
"Schmarotzern" zugewiesen bekommen und da ist es mir ein besonderes Anliegen,
mich für menschenwürdige Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten einzusetzen.
blickpunkt. Wo sehen Sie besondere Probleme in Ihrem Wahlkreis?
Dieter Homann: Wenn ich an die letzte Kommunalwahl zurückdenke,
so sehe ich mich bestätigt in meinem Einsatz gegen den geplanten Supermarkt auf der
Fuistingstraße, dort, wo jetzt das Seniorenwohnheim steht. Damit ist ein Projekt
gelungen, dass sich sehr gut in das Wohnumfeld eingliedert und nicht noch mehr
Verkehrsprobleme mit sich bringt.
Dennoch zeigt sich auf der Fuistingstraße durch ein enorm hohes
Verkehrsaufkommen immer wieder, dass es hier zu sehr gefährlichen Verkehrssituationen und
auch Unfällen kommt. Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen, z. B. durch Querungshilfen in
Höhe des Gymnasiums und auch durch eine Entlastung der Fuistingstraße durch konsequente
Umleitung des Durchgangsverkehrs. Da diese Straße insbesondere durch die schwächsten
Verkehrsteilnehmer (Kindergarten- und Schulkinder, Senioren) genutzt wird, muss dieses
Problem umgehend in Angriff genommen werden.
blickpunkt. Ist es nur die Fuistingstraße?
Dieter Homann: Leider nein, es sind auch die Wohngebiete in
diesem Wahlbezirk, in denen häufig zu schnell gefahren wird und es zu kritischen
Situationen kommt. Es gilt auch hier, unnötigen Verkehr abzuleiten und den nötigen
Verkehr in der Weise zu drosseln, dass er für die Kinder keine Gefahr darstellt.
blickpunkt. Seit 10 Jahren sitzen Sie für die UWG und damit in
der Oppositionsrolle im Ahauser Stadtrat. Ist es für Sie nicht frustrierend, nichts zu
erreichen?
Dieter Homann: Wenn es so wäre, dass wir nichts erreicht
hätten, wäre das vielleicht frustrierend gewesen. Doch so ist es nicht! Zahlreiche
Anregungen und Anträge der UWG, der Einsatz für Bürgeranliegen in den
unterschiedlichsten Bereichen, haben Bewegung in die Ahauser Politik gebracht und so
können wir auch nach 10 Jahren in der Opposition auf zahlreiche Erfolge zurückblicken.
Dafür danke ich insbesondere den Ahauser BürgerInnen, die sich mit ihren Anliegen immer
wieder auch an mich gewandt haben. Ich konnte zwar nicht alle Wünsche erfüllen, doch
habe ich gemeinsam mit den Bürgern einige Ziele erreicht.
blickpunkt. In Bonn regiert rotgrün. Ist damit der Einsatz der
UWG für den Atomausstieg und gegen weitere Castor-Transporte nicht überflüssig
geworden?
Dieter Homann: Die aktuellen "Konsensgespräche" machen
sehr deutlich, dass der Widerstand gegen die Castor-Transporte wichtiger denn je sind.
Seit Jahren wende ich mich an den damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau, den
derzeitigen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement, die Bundesumweltminister Angela Merkel
und Jürgen Trittin, um mich für den Ausstieg aus der menschenverachtenden
Atomtechnologie und für eine Energiewende einzusetzen. Spätestens seit der Katastrophe
von Tschernobyl, allerspätestens seit den Ereignissen um den Castor-Transport nach Ahaus
und den skandalösen Strahlenwerten sollten wir uns darauf besinnen, für die Bewahrung
der Schöpfung eine Politik zu gestalten, die unsere Welt auch für unsere Kinder und
Kindeskinder noch lebenswert macht!
blickpunkt. Es ist aber doch höchst unwahrscheinlich, dass die
UWG die Verhältnisse im Ahauser Rat kippt und für neue Mehrheiten sorgt.
Dieter Homann: Nun gut, die UWG alleine wird es sicherlich nicht
schaffen. Doch da sich die SPD im Ahauser Stadtrat in den letzten Jahren zu einer Partei
gewandelt hat, die die Forderungen der UWG nach einem Atom-Ausstieg unterstützt und sich
auch für einen Wechsel in den verkrusteten Strukturen nach 50 Jahren Alleinherrschaft der
CDU im Ahauser Rathaus ausspricht, bin ich der Meinung, dass wir es gemeinsam schaffen
werden, die Mehrheitsverhältnisse zu verändern und für ein attraktives Leben in Ahaus
einzutreten.
blickpunkt. Als Gegenkandidat hat die CDU in Ihrem Wahlbezirk den
18-jährigen Jens Spahn aus Ottenstein nominiert. Wie denken Sie darüber?
Dieter Homann: Nachdem die UWG vor fünf Jahren mit Bela
Lainck-Kuse das jüngste Ratsmitglied im Münsterland präsentieren konnte, finde ich es
bemerkenswert, das nun auch die CDU einen Generationswechsel vollzieht. Zu Jens Spahn
möchte ich nur sagen: Er hat in diesem Sommer ein sehr gutes Abitur abgelegt, er wird
sicher bald ein gutes Studium absolvieren.
blickpunkt. Sie meinen also, dass Jens Spahn Ahaus bald den
Rücken kehren wird?
Dieter Homann: Davon bin ich überzeugt! Ich bin zudem der
Auffassung, dass die Interessen im Wahlbezirk 8 nicht von einem Ottensteiner, sondern von
einem Ratsmitglied, das hier wohnt, vertreten werden sollte.
blickpunkt. Und das ist bei Ihnen der Fall?
Dieter Homann: Da mein Elternhaus auf der Dr.-Helming-Straße
steht, ich lange Jahre auf dem Hessenweg gewohnt habe, bevor ich vor zweieinhalb Jahren
zur Schmalenstrothstraße gezogen bin, ist diese Voraussetzung wohl bei keinem anderen
Kandidaten in dieser Weise gegeben wie bei mir.
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