
 Ulf Kemper
19 Jahre, ledig
Zivildienstleistender
Kandidat der UWGjugend Ahaus
Politischer Schwerpunkt: Jugend, Schule und Kultur, Atom-, Ausländer- und
Wirtschaftspolitik
Wahlbezirk 9 - Ahaus, Anne-Frank-Realschule
kemper@uwg-ahaus.de
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Als Kandidat der UWG Ahaus möchte ich mich Ihnen heute kurz vorstellen.
Im Sommer habe ich erfolgreich mein Abitur am Alexander-Hegius-Gymnasium abgelegt; seit
dem 1. August verrichte ich meinen Zivildienst an einer Sonderschule in Stadtlohn.
Bereits vor vier Jahren bin ich in die UWG-Jugend Ahaus eingetreten, da
ich das Atommüll-Lager als eine unzumutbare und unnötige Bedrohung empfinde. Ich trete
daher für den Ausstieg aus der Risiko- und Sackgassentechnologie Atomkraft ein. Im
Ahauser Stadtrat möchte ich mich für eine Kommunalpolitik einsetzen, die sich an den
Interessen der Bürger orientiert. Die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Bekämpfung
der Jugendarbeitslosigkeit wird ein wichtiger Aspekt der UWG-Politik sein, wofür wir uns
mit Nachdruck einsetzen werden.
Damit die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen zukünftig mehr
Berücksichtigung finden, trete ich für die Schaffung eines Jugendparlamentes ein. Hier
sollen nicht erwachsene Kommunalpolitiker über Jugendliche entscheiden, sondern die
Jugendlichen sollen selbstbestimmt und souverän Entscheidungen über ihre Anliegen
fällen.
Ich kandidiere in Ihrem Wahlkreis, weil ich hier aufgewachsen bin und mir
die Situation und Probleme vertraut sind. Auch bestehen hier bis heute viele Beziehungen
und Kontakte zu Freunden und Bekannten.
Ihr Ulf Kemper

Interview Sommer '99
blickpunkt. Stellen Sie sich doch erst einmal kurz vor.
Ulf Kemper: Meine Name ist Ulf Kemper. Ich bin neunzehn Jahre alt
und wohne seit meiner Geburt in Ahaus. Meine Schullaufbahn habe ich im Frühsommer diesen
Jahres mit dem Abitur am Alexander-Hegius-Gymnasium beendet. Zur Zeit arbeite ich als
Zivildienstleistender an einer Sonderschule in Stadtlohn, außerdem bin ich als Gasthörer
an der Fernuniversität Hagen eingeschrieben. Als jüngster Kandidat der UWG Ahaus trete
ich in diesem Jahr bei den Kommunalwahlen an. Meine Freizeit verbringe ich mit Freunden
oder ich treibe Sport.
blickpunkt. Was waren Ihre Motive in die Politik zu gehen?
Ulf Kemper: Neben dem Mißmut über unsoziale Politikansätze
gehörte der Widerstand gegen das Atommüllager Ahaus und die Atomkraft zu den leitenden
Motiven, warum ich mich bereits vor vier Jahren entschloß, in die UWGjugend und später
dann auch in die UWG einzutreten. Außerdem gefiel mir die Ahauser Jugendpolitik nicht
sehr gut - zu wenig Freizeitangebote und zu wenig Gestaltungsbefugnisse für Jugendliche.
Als liberal gesinnter Mensch entschloß ich mich zudem, in der Politik für eine
weltoffene, tolerante und einwohnernahe Gesellschaftspolitik zu streiten.
blickpunkt. Was ist Ihr politisches Ziel bei der Kommunalwahl?
Ulf Kemper: Ich möchte in den Stadtrat einziehen, um dort die
Interessen der Jugendlichen zu vertreten und mich für eine unabhängige Politik
einzusetzen. Mein größter Wunsch ist es, dabei nicht die Oppositionbank drücken zu
müssen. Ahaus braucht nach über 50 Jahren CDU-Alleinherrschaft die Grundvoraussetzung
für eine lebendige Demokratie: Wechselnde Mehrheiten. Gemeinsam mit der SPD muß die UWG
nach dem 12.September im Rathaus die Verantwortung übernehmen. Innerhalb der UWG-Fraktion
möchte ich mich dann dafür einsetzen, daß im Ahauser Stadtrat künftig frei von
politischem Filz und ideologischer Dickköpfigkeit entschieden wird. Ich denke, die
Grundvoraussetzung, um dieses Vorhaben umzusetzen, ist gerade bei der UWG gegeben: Als
Unabhängige können wir es uns erlauben, auch einmal quer zu denken und über
verschiedene Lösungsansätze zu unterschiedlichen Themen sachbezogen zu diskutieren und
zu entscheiden - denn wir sind nur gegenüber unserem Gewissen und den Bürgern
verantworlich, nicht jedoch gegenüber landes- und bundespolitischen Parteizentralen.
blickpunkt. Was sind die konkreten programmatischen Forderungen
der UWG?
Ulf Kemper: Die UWG setzt sich für ein maßvolles Wachsen der
Stadt ein, möchte eine erhöhte Transparenz und Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung und
eine Verkehrspolitik, die sich an den schwachen Verkehrsteilnehmern orientiert. Die UWG
strebt die Gleichberechtigung und den bestmöglichen Schutz der Frauen an; finanziell soll
bei Wünschen in dieser Hinsicht auf keinen Fall gespart werden. Die Ahauser Schulen
sollen gefördert werden, das Zwischenlager, Atomtransporte nach Ahaus und die Nutzung der
Atomenergie werden weiterhin vehement abgelehnt. Die kleinen und mittleren Betriebe wollen
wir, falls nötig und/oder erwünscht, unterstützen. Eine ausgrenzende und
diskriminierende Flüchtlingspolitik, wie sie seitens der CDU momentan betrieben wird,
lehnen wir ab.
blickpunkt. In welchen Politikbereichen werden Sie aktiv werden,
wenn Sie in den Rat der Stadt einziehen? Was werden Sie dort umzusetzen versuchen?
Ulf Kemper: Wenn ich in den Rat einziehe, werde ich in der
Jugend- und Schulpolitik aktiv sein. Außerdem werde ich die Ansichten der UWGjugend im
Rat der Stadt vertreten. Dies gilt besonders für die Atom- und Ausländerpolitik. Die
UWGjugend setzt sich hier für die Unterstützung des gewaltfreien Castorwiderstandes auch
auf Schienen und Straßen und für einen Umgang mit Ausländern ein, der die
Menschenwürde nicht außer Acht läßt. Ein konkretes Projekt, für das ich mich im Falle
meiner Wahl einsetzen werde, ist die Einrichtung eines Jugendparlamentes in Ahaus. In
diesem Jugendparlament sollen Jugendliche unabhängig vom Einfluß des Stadtrat darüber
entscheiden, wie ihre Interessen am besten vertreten und umgesetzt werden.
blickpunkt. Wie groß sind überhaupt Ihre Chancen, in den
Stadtrat einzuziehen?
Ulf Kemper: Ich bin an Nummer sechs der Kandidatenliste der UWG
gesetzt. Damit stehen meine Chancen nicht schlecht. Im momentan noch aktiven Stadtrat
sitzen acht Abgeordnete der UWG. Wir hoffen, aufgrund unserer erfolgreichen Arbeit in der
Vergangenheit dieses mal mehr Mandate zu erhalten.
blickpunkt. Warum kandidieren Sie in diesem Wahlkreis?
Ulf Kemper: Ich wohne zur Zeit nicht in diesem Wahlkreis. Aber
die Situation vor Ort ist mir aus eigener Erfahrung bekannt. Ich habe meine Kindheit hier
verbracht, meine Familie hat hier jahrelang gelebt und bis heute verbinden mich
persönliche Freundschaften mit Wählern aus diesem Wahlkreis. Viele Leute kenne ich hier
besser als am Bussardweg, wo ich jetzt wohne.
blickpunkt. Bitte ein Kommentar zur Listenaufstellung der UWG!
Ulf Kemper: Die UWG stellt ein Team zur Kommunalwahl auf. Es gibt
mit Annette Lange und Ute Lainck-Kuse zwei Frauen auf den ersten acht Listenplätzen, die
Ortsteile sind mit aussichtsreichen Kandidaten berücksichtigt und die Politikbereiche
sind nach beruflichen Fähigkeiten aufgeteilt. Ich persönlich bin als Jugendlicher
vertreten. Insgesamt halte ich die Listenaufstellung der UWG als ausgewogen. Die
Kandidaten sind meiner Einschätzung nach fähiger als die der CDU und SPD. Hiervon
können sich die Wählerinnen und Wähler selbst überzeugen, wenn sie einen Blick in das
Kandidatenflugblatt der UWG werfen.
blickpunkt. Wofür setzen Sie sich in diesem Wahlbezirk ein?
Ulf Kemper: In meinem Wahlbezirk möchte ich Ansprechpartner
sein, offen für Wünsche, Anregungen und Sorgen der Bewohner. Falls sie Fragen haben, bin
ich in meinem Elternhaus für sie erreichbar.
blickpunkt. Ein Schlußwort...
Ulf Kemper: Ich bin der Überzeugung, Politik sollte sich an den
Bedürfnissen derjenigen orientieren, die von den Entscheidungen betroffen sind. Damit
dies auch funktioniert, sollen die Betroffenen auch bei den Entscheidungen mitreden.
Politik vom Bürger, für den Bürger - dafür tritt die UWG ein, dafür trete ich ein. Am
12. September gibt es die Wahl zwischen Erneuerung und Stillstand. Die CDU ist in Ahaus
mittlerweile abgenutzt, darum hoffe ich auf viele Stimmen für die UWG und für mich, für
Leistung und Bürgernähe!
blickpunkt. Herr Kemper, wir bedanken uns für dieses
interessante Gespräch und wünschen Ihnen für die Kommunalwahl viel Erfolg!
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