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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 20. April '00

"Keine Castoren vor Oktober"

Philippsburg will "frühest möglichen Abtransport"

von Stefan Grothues

Ahaus. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hat gestern Agenturmeldungen widersprochen, dass der August dieses Jahres "frühestmöglicher Termin" für einen Castortransport nach Ahaus sei.

Auf Anfrage der Münsterland Zeitung erklärte Ministeriumssprecher Ulrich Runwerth, ein Transport könne frühestens ein halbes Jahr nach einer konkreten Terminabsprache mit dem nordrhein-westfälischen Innenministerium erfolgen. Diese Absprache gebe es noch nicht. Rungerth: "Wir haben noch nicht einmal angefangen, darüber nachzudenken, wann wir miteinander über einen möglichen Transporttermin sprechen. Es ist überhaupt noch nichts passiert, und es wird in absehbarer Zeit auch nichts passieren."

Rungwerth wies auf die Fußballeuropameisterschaft und die Weltausstellung EXPO in Hannover hin. Bis Ende Oktober könne Düsseldorf kein ausreichend großes Polizeiaufgebot zum Schutz des Castortransportes zur Verfügung stellen. Darüber hinaus, so erklärte der Ministeriumssprecher, baue das Innenministerium auf die laufenden Konsensgespräche zum Ausstieg aus der Atomkraft, die möglicherweise einen grundsätzlichen Wandel der Transportbedürfnisse durch den Bau dezentraler Zwischenlager an den Kraftwerksstandorten mit sich brächten.

Die EnBW Kraftwerke AG als Betreiber des Atomkraftwerks in Philippsburg hat gestern mitgeteilt, dass dort sechs Castorbehälter ab Mai mit abgebrannten Brennelementen beladen und für den Transport nach Ahaus bereitgestellt werden können. die Genehmigung habe das baden-württembergische Innenministerium jetzt erteilt. Der Energieversorger plant nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur einen "frühestmöglichen Abtransport".

Auch in den Atomkraftwerken Biblis und Neckarwestheim werden zurzeit je sechs Castorbehälter beladen. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte im Januar die grundsätzliche Transportgenehmigung erteilt.


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