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01. |
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Kopflos wie ein BrennelementEine Woche "Normalbetrieb" im Atomkraftwerk Biblis
Biblis meldet defekte SchweißnahtBiblis (dpa). Ein Leck in einer Schweißnaht hat das Kernkraftwerk Biblis dem Hessischen Umweltministerium gemeldet. Der Fehler sei bei einer Routinekontrolle am Samstag festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Die defekte Leitung gehöre zum nicht radioaktiven Dampfkreislauf und werde im Normalbetrieb nicht benötigt. Die Naht sei bereits geschweißt worden. Zuletzt hatte das Atomkraftwerk Mitte Juni ein Leck in einem Umluftkühler gemeldet. In Biblis stehen unterdessen sechs Castor-Behälter zum Abtransport ins Zwischenlager Ahaus bereit. Die Kontrollmessungen hätten keine erhöhte Strahlung ergeben, teilte der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) mit. Die Transportgenehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz liege vor und sei bis zum 25. Januar 2002 befristet. Der genaue Termin für den Transport müsse von den Innenministerien in Hessen und Nordrhein-Westfalen festgelegt werden. Dietzel forderte die Behörden auf, dem Transport zuzustimmen. Dietzel kritisierte erneut das Konzept der Bundesregierung, die abgebrannten Brennelemente in Zukunft in Zwischenlagern bei den Kraftwerken zu lagern. Die Lagerplätze in Ahaus und Gorleben reichten aus, um auf den Bau von Zwischenlagern an den Kernkraftwerken verzichten zu können.
Störfall im Reaktor Biblis Bvon Klaus-Peter KlingelschmittDer Kopf eines hochradioaktiven Brennelements reisst beim Umladen in Transportbehälter ab. Laut hessischem Ministerium wird keine erhöhte Strahlung frei. Störfall auch in Biblis A, Notstandswarte muss aber nicht mehr gebaut werden. Frankfurt am Main. Die RWE Power AG hat ein Brennelement fallen gelassen: im AKW Biblis Block B. Der "E-Zwischenfall" (E steht für "Eilt") ereignete sich am späten Montagnachmittag im Abklingbecken des AKW beim Umladen des hochradioaktiven abgebrannten Brennelements in einen Transportbehälter. Der Kopf des Brennelements sei dabei am "Greifer" hängen geblieben, teilte das hessische Umweltministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Das Element sei dann 50 Zentimeter nach unten gestürzt und an der Oberkante des Lagergestells hängen geblieben. Es stehe nun "schräg angelehnt" am daneben stehenden Transportbehälter. Wie die taz erfuhr, ist der Kopf des Brennelementes sogar abgerissen. Die in dem Element zusammengefassten stahlummantelten Brennstäbe mit den stark strahlenden Urantabletten sind anscheinend aber noch dicht: Wie das Umweltministerium weiter mitteilte, hätten Messungen ergeben, dass bei dem "Vorkommnis" keine Radioaktivität freigesetzt worden sei. "Daraus ist zu schließen, dass die Brennstäbe nicht beschädigt sind", heißt es in der Erklärung weiter. Die Betreibergesellschaft RWE Power AG hat offenbar kein Szenario zur Bewältigung solcher Störfälle entwickelt. Zurzeit werde das Brennelement lediglich "gegen Umfallen abgesichert", so die Atomaufsicht im hessischen Umweltministerium. Ein Konzept zu seiner Bergung müsse erst "erarbeitet" werden. Vertreter der Aufsichtsbehörde und des TÜV Süddeutschland seien vor Ort im Einsatz. Der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) und RWE würden dem Störfall "ziemlich hilflos" gegenüberstehen, monierte gestern denn auch die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der hessischen Grünen, Ursula Hammann. Im Februar sei es in Block B schon einmal zu einem "Handhabungsfehler" beim Umsetzen bestrahlter Brennelemente gekommen, so Hammann weiter. Daraus seien offenbar keine Konsequenzen gezogen worden. Auch im "Schrottreaktor" (Grüne) Biblis Block A kam es erst vor wenigen Tagen zu einem Störfall. Aus einer Schweißnaht im Maschinenhaus war am Sonnabend Dampf ausgetreten. Das Teildampfsystem diene der Versorgung der Notspeisewasserpumpe mit Antriebsdampf und werde für den Normalbetrieb der Anlage nicht benötigt, teilte RWE dazu mit. Ende Juli hatte Umweltminister Dietzel angekündigt, der RWE Power 25 Genehmigungen für "sicherheitserhöhende Nachrüstungsmaßnahmen" an diesem zweitältesten AKW der Republik zu erteilen. Offenbar nicht mehr bauen muss RWE die schon vor mehr als zehn Jahren vom damaligen Umweltminister Karlheinz Weimar (CDU) für "unverzichtbar" erachtete Notstandswarte, aus der heraus die Blöcke A und B nach einem gravierenden Störfall noch abgeschaltet werden könnten. RWE scheut diese teure Investition, denn 2008 soll Block A nach dem Atomkonsens vom Netz gehen. Bereits vorhandene Notstandseinrichtungen würden jetzt "ergänzt und verbessert", so Dietzel.
Erneuter Zwischenfall im Atomkraftwerk BiblisBiblis (ddp). Im südhessischen Atomkraftwerk Biblis ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Im Block A des Reaktors wurde bereits am Samstag ein Leck an einem Rohr im Zwischenkühlsystem festgestellt, wie das hessische Umweltministerium am Montag in Wiesbaden mitteilte. Da die undichte Stelle jedoch klein sei, habe das ausgetretene Wasser die Kühlfunktion der Anlage nicht beeinträchtigt. Zudem sei weder Radioaktivität freigesetzt worden noch habe eine Gefahr für Personal, Umwelt oder die Anlage bestanden. Der Vorfall wurde von den zuständigen Behörden der Stufe Null auf der Internationalen Bewertungsskala zur Bewertung von Vorkommnissen (keine sicherheitstechnische Bedeutung) zugeordnet. Unterdessen zieht sich die Bergung des in der vergangenen Woche beim Umladen abgestürzten Brennelementes in Block B des Bibliser Reaktors weiter in die Länge. Nach Aussagen eines Ministeriumssprechers soll sie aber noch in dieser Woche abgeschlossen werden.
Bergung beschädigten Brennelementes in Biblis hat begonnenBiblis (dpa) - Im Atomkraftwerk Biblis hat die Bergung des beschädigten Brennelementes begonnen. Laut Hessens Umweltministerium verlief ein Test der extra gefertigten Berge-Vorrichtung beim Hersteller in Erlangen erfolgreich. Mit dem käfigartigen Geschirr soll das Element umschlossen und auf den Boden des Abklingbeckens gehoben werden. Das Brennelement war am Montag vergangener Woche beim Verladen abgebrochen. Es steht noch auf der Kante des Lagergestells, angelehnt an einen französischen Transportbehälter.
Unterwasserkamera gegen UnfälleWiesbaden. Mit dem Einbau einer Unterwasserkamera und akustischer Warnanlagen am Brennstab-Kran sollen Unfälle beim Verladen atomarer Brennstäbe künftig vermieden werden. Das kündigte Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) am Donnerstag im Landtags-Umweltausschuss an. Laut Dietzel ist der vergangene Woche um einen halben Meter abgestürzte Brennstab im Reaktor Biblis B inzwischen "in einer gesicherten Position" am Fuße des Abklingbeckens im Reaktor. Dietzel führte den Unfall, bei dem der Kopf des Brennstabs im Becken abgebrochen war, auf menschliches Versagen zurück: "Hundertprozentige Sicherheit ist nicht zu machen, wenn Menschen dabei sind." Die Grünen- Abgeordnete Ursula Hammann sah dagegen auch einen "Systemfehler": Es hätte Vorrichtungen geben müssen, um einen kompletten Abriss des Brennelements vom Kran zu verhindern. Norbert Schmitt (SPD) äußerte Zweifel an der Zuverlässigkeit des Biblis- Betreibers RWE. Die Firma sei offenbar auf den Unfall nicht vorbereitet gewesen und habe eine volle Woche gebraucht, bis das radioaktiv strahlende Element wenigstens im Becken gesichert gewesen sei: "Man hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass RWE genauso kopflos ist wie das Brennelement", sagte Schmitt. Der Umweltverband BBU forderte, alle 18 deutschen Atomkraftwerke gegen solche Unfälle zu sichern.
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