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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 17. August 99 LeserbriefParteisüppchen statt Konsensvon Ute Laick-KuseAhaus. In dem Bericht über die Podiumsdiskussion der vier Bürgermeisterkandidaten wurde ein aufschlussreiches Ereignis am Rande nicht erwähnt. Als der Vorsitzende der Bürgerinitiatve "Kein Atommüll in Ahaus", Burkhard Helling, am Schluss der Veranstaltung über den nächsten Sonntagsspaziergang informierte, verließ eine Gruppe von CDU-Mitgliedern vorzeitig und demonstrativ den Saal. Ein groteske Situation - war sie sich offenbar nicht bewußt, daß sie damit ihrem Bürgermeister in den Rücken fiel. Dieser hatte sich den ganzen Abend bemüht, die Feindseligkeiten in der Auseinadersetzung um die Atomenergie der Vergangenheit angehören zu lassen und dafür plädiert, in Zukunft einen überparteilichen Konsens anzustreben gegen Castortransporte nach Ahaus und für den Ausstieg aus der Atomenergie, um gemeinsam die Interessen der Ahauser Bürger den übergeordneten Behörden gegeüber - gleich welcher Couleur - effektiv vertreten zu können. Einen Konsens gegen Castortransporte und für den Atomausstieg - just die Inhalte, für die die überparteiliche Bürgerinitiative mit ihren Sonntagsspaziergängen eintritt. Aber offensichtlich ziehen es etliche CDU-Mitglieder vor, weiterhin ihr Parteisüppchen zu kochen, als über den Tellerrand zu schauen. Also Vorsicht vor den christdemokratischen Wölfen im Schafspelz, die sich zwar verbal langsam dem Atomausstieg nähern, hören sie aber vom Sonntagssapziergang, diesen nach wie vor als Reizwort empfinden und das Weite suchen! Die CDU hat offensichtlich noch einen weiten Weg vor sich bevor sie erst einmal in ihren eigenen Reihen zu einem Konsens in Sachen Atomenrgie findet.
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