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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 16. Dezember '99

Heimkinder bereiten Sorgen

Jugendhilfeausschuß beschließt den Haushalt für das Jahr 2000

von Stefan Grothues

Ahaus. Fast 15 Millionen Mark wird die Stadt Ahaus im kommenden Jahr im Bereich Jugendhilfe ausgeben.

Einstimmig bei einer Enthaltung beschloss am Dienstagabend der Jugendhilfeausschuss den Etat für das Jahr 2000. Die Ausgaben im Jugendhilfeetat sind zu rund 43 Prozent durch Einnahmen gedeckt. Fast zwei Drittel der Ausgaben entfallen auf die Finanzierung der Ahauser Kindergärten. Einen sprunghaften Kostenanstieg hat es seit 1996 gegeben, nachdem das Land die Kindergartenplatzgarantie gesetzlich verankert hatte und auch in Ahaus neue Kindergärten gebaut wurden.

Mit über drei Mio. DM ist die Kostenstelle Heimunterbringung und Familienpflege der zweitgrößte Ausgabenblock. In nur fünf Jahren haben sich die Ausgaben in diesem Bereich verdreifacht. "Das macht uns große Sorgen - nicht nur wegen der finanziellen Belastungen für die Stadt, sondern vor allem auch wegen der menschlichen Schicksale", erklärte Jugenddezernent Hermann Kühlkamp vor dem Ausschuss. Die Stadt Ahaus kommt zurzeit für die Heimunterbringung von 25 Kindern auf, die monatlich pro Kind bis zu 10 000 Mark kostet. Für etwa die Hälfte der Kinder sei die Stadt erst durch Zuzug der Eltern in den letzten Jahren zuständig geworden. Hintergrund der Zuzüge, so Kühlkamp, sei die günstige Wohnungssituation in Ahaus. Fast eine Million Mark hat die Stadt für ambulante Maßnahmen ausgegeben, die helfen sollen, eine Heimunterbringung zu vermeiden. Ohne diese Prävention wäre die Zahl der Heimkinder noch höher, so Kühlkamp. Künftig solle die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern noch weiter ausgebaut werden. Alfons Gehrick (SPD) bedauerte, "dass 20 bis 30 Probelmfälle einen Großteil des Jugendhilfeetats kosten" und für die anderen Tausend Jugendlichen nur ein kleiner Betrag bleibe.

Die Zuschüsse für Ferienfreizeiten und -spiele steigen im Etat 2000 um 10 000 auf 150 000 Mark. Die Zuschüsse für die kirchlichen Jugendhiem belaufen sich auf 230 000 Mark. Für das Haus der Jugend an der van-Delden-Strße sind knapp 38 000 Mark und für das Jugendkulturcafé Logo 48 000 Mark an Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten eingeplant.


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