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Bundesweite Großdemo gegen den bevorstehenden Castor-Transport

Treffpunkt: Sonntag, 18. Februar, 14 Uhr, Rathaus, Ahaus


Auftaktkundgebung war am 18. Februar um 14 Uhr am Rathaus/Rathausplatz in Ahaus, die Demonstration zog dann zum Atommüllager in Ammeln.

Süddeutsche Zeitung, 19. Februar 2001

Auftakt der Proteste gegen geplante Castor-Transporte

1400 bei Sonntagsspaziergang

Ahaus/Hannover. Mit einer Demonstration am Brennelemente-Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus sind am Sonntag die Proteste gegen den für Ende März geplanten Castor-Transport aus Frankreich ins niedersächsische Gorleben angelaufen. Eine Demonstration von etwa 1400 Atomkraftgegnern endete am späten Nachmittag nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. Sprecher von Bürgerinitativen warfen der Bundesregierung vor, der vereinbarte Atom-Ausstieg sei in Wirklichkeit eine Bestandsgarantie für Kernkraftwerke. Bundesregierung und Grüne verurteilten einen Anschlag, den Unbekannte auf die Bahnstrecke nach Gorleben verübt hatten.


(c) arbeiterfotografie.com
Fahrraddemo für die Stillegung der Urananreicherungs- anlage Gronau am 17. Februar
Die friedlich verlaufene Kundgebung endete nach den Worten von Polizeisprecher Michael Borghorst am späten Nachmittag vor dem Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Der Sprecher führte das Ausbleiben von Zwischenfällen auf die gute Zusammenarbeit mit den Veranstaltern zurück.

Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis von über 50 Organisationen aufgerufen, darunter auch französische Initiativen. Zu Beginn der Veranstaltung in der Innenstadt zeigten die Teilnehmer Transparente mit der Aufschrift "Tag X wir stellen uns quer".

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Edelgard Gräfer, attackierte auf der Kundgebung insbesondere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Trittin meine, es gebe gute und schlechte Atommülltransporte. "Aber nicht mit uns", sagte die Sprecherin. Der Atom-Konsens diene nur der Sicherung der bestehenden Atomkraftwerke. Sie erntete Jubel für die Erwähnung des Anschlags auf die Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), das Umweltministerium und Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch verurteilten den Anschlag auf die Bahnstrecke, auf der im März der erste Castor-Transport seit 1998 rollen soll. Schily sagte im ZDF, gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr müssten von Polizei und Justiz mit der gebotenen Härte verfolgt werden. Eine Sprecherin des Umweltministeriums sagte in Berlin, der Anschlag sei geeignet, den friedlichen Widerstand der Menschen im Wendland gegen das Endlager in Verruf zu bringen. Die Rücknahme des Atommülls aus Frankreich sei notwendig. Dagegen dürfe gewaltfrei demonstriert werden. (c) arbeiterfotografie.com
in Ammeln

Die unbekannten Täter hatten nach Polizeiangaben zwei zweieinhalb Meter lange Schienenstücke herausgesägt und in Form eines X auf Gleise gelegt. Das lasse den möglichen Rückschluss zu, es könnte sich um Atomkraftgegner gehandelt haben. Ob es konkrete Hinweise auf den oder die Täter gebe, wollte Grenzschutz-Sprecher Carsten Mathiak nicht sagen. Ein mit einem Reisenden und mehreren Grenzschutzbeamten besetzter Personenzug habe noch rechtzeitig stoppen können. Der Bahnverkehr sei unterbrochen. Auch vor früheren Atommülltransporten nach Gorleben hatte es mehrfach Anschläge auf Bahnstrecken gegeben.


(c) arbeiterfotografie.com
Sonntagsspaziergang in Ahaus am 18. Februar
Umweltverbände und Atomkraftgegner hatten vergangene Woche gemeinsam zu friedlichen Protesten gegen den Transport nach Gorleben aufgerufen und ein Gesprächangebot von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ausgeschlagen. Der Minister traf zuvor mit seinem Rat, auf Proteste zu verzichten, auch auf Kritik in der eigenen Partei. Der auch innerhalb der Grünen umstrittene Transport nach Gorleben wäre der erste Atommüll-Transport unter der rot-grünen Bundesregierung. Im 1998 hatte die damalige Umweltministerin Angela Merkel (CDU) alle Atomtransporte wegen überhöhter Strahlung an den Castor-Behältern gestoppt.

Reuters-Agenturmeldung, 18. Februar 2001

Auftakt der Proteste gegen geplante Castor-Transporte

Mit einer Demonstration am Brennelemente-Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus sind am Sonntagnachmittag die Proteste gegen den für Ende März geplanten Castor-Transport aus Frankreich ins niedersächsische Gorleben angelaufen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Nachmittag auf dem Rathausplatz in Ahaus etwa 800 Demonstranten. In der Nacht verübten Unbekannte nach einen Anschlag auf die Bahnstrecke zum Atommülllager Gorleben und sägten Schienenstücke heraus. Polizei und Bundesgrenzschutz (BGS) schlossen nicht aus, dass es sich bei den Tätern um Atomkraftgener handeln könne. Auf der Strecke soll Ende März erstmals nach vier Jahren wieder Atommüll nach Gorleben rollen.


(c) arbeiterfotografie.com
Auftaktkundgebung auf dem Rathausplatz in Ahaus
"Wir erwarten eine ruhige Veranstaltung", sagte Polizeisprecher Michael Borghorst in Ahaus. Zur Kundgebung hatte ein Bündnis von über 50 Organisationen aufgerufen. Die Demonstranten trugen Transparente mit der Aufschrift "Tag X wir stellen uns quer". Der Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", Burkhard Helling, sagte, die Kundgebung solle auch den Widerstand gegen Transporte nach Gorleben stützen.

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace hatten einen knallgelben metallenen Castor-Behälternachbau aufgebaut. Auf dem Behälter prangte ein Plakat. Es zeigte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne). Beide Politiker prosteten sich mit einem Sektglas zu. Darunter stand der Schriftzug "Ehrenwort - wir wollen weg von der Atomenergie".

Beim dem Anschlag auf die Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg habe ein Personenzug mit einem Reisenden und mehreren Bundesgrenzschutzbeamten am Morgen noch rechtzeitig anhalten können, sagte ein Polizeisprecher. Der Bahnverkehr sei unterbrochen. Ob es konkrete Hinweise auf den oder die Täter gebe, wollte BGS-Sprecher Carsten Mathiak nicht sagen. Die beiden zweieinhalb Meter langen herausgeschnittenen Schienenstücke seien in Form eines "X" auf die Gleise gelegt worden. Dies lasse den möglichen Rückschluss zu, es könnte sich um Atomkraftgegner gehandelt haben, sagte Mathiak weiter. Auch vor früheren Atommülltransporten nach Gorleben hatte es mehrfach Anschläge auf Bahnstrecken gegeben. "Die Schienen wurden mit einem autogenen Schneidbrenner fachmännisch herausgetrennt", sagte Mathiak. Zur Warnung für den Bahnverkehr sei ein rot-weißes Band über die Gleise gespannt worden.

In der Nacht sei gegen fünf Uhr Morgens im Kreiskrankenhaus Dannenberg ein anonymer Anruf eingegangen, es sei ein Anschlag verübt worden, sagte Mathiak. Daraufhin seien sämtliche Zugführer in der Region gewarnt worden.
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Abschlußkundgebung des Aktionswochenendes am Atommüllager in Ammeln

Umweltverbände und Atomkraftgegner hatten vergangene Woche gemeinsam zu friedlichen Protesten gegen den Transport nach Gorleben aufgerufen und ein Gesprächangebot von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ausgeschlagen. Trittin traf zuvor mit seinem Rat, auf Proteste zu verzichten, auch auf Kritik in der eigenen Partei.


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an der UAA Gronau
Der auch innerhalb der Grünen umstrittene Transport nach Gorleben wäre der erste Atommüll-Transport unter der rot- grünen Bundesregierung. Im Mai 1998 hatte die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) alle Atomtransporte wegen überhöhter Strahlung an den Behältern gestoppt.

Der Transport deutschen Atommülls aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben gilt in der rot-grünen Bundesregierung als notwendig.

Verträge zwischen Deutschland und Frankreich verlangten die Rücknahme. Zudem sei der Transport ein Bestandteil der Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft zum Ausstieg aus der Atomenergie.

Mit Wut und Witz gegen jeden Castortransport!


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