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Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Widerstand gegen Atomanlagen (WIGA) Münster, 01. Februar 2004
Offener Brief an die NRW-Landesregierung
CASTOR-Transporte nach Ahaus verhindern!
Ahaus, Wettringen, Münster, 1. Februar 2004
Sehr geehrte Frau Höhn, sehr geehrter Herr Horstmann,
in den letzten zwei Monaten hat es viele Berichte gegeben über den geplanten Transport von 18 CASTOR-Behältern aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden in das so genannte Transportbehälterlager (TBL) Ahaus. Viele Menschen in Ahaus und der Region sind empört über das Verhalten der NRW-Landesregierung. Wir erleben durch den massiven Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau sowie durch die neuen Einlagerungspläne für das Atommüll-Lager in Ahaus das genaue Gegenteil vom öffentlich propagierten Atomausstieg. Wir fragen deshalb die nordrhein-westfälische Landesregierung:
Warum täuscht die Landesregierung die Bevölkerung, indem sie uns einen Atomausstieg aus der Atomenergie nur vorgaukelt? Wir fordern, dass die Landesregierung die geplanten Atomtransporte nach Ahaus verhindert. Es darf keine weitere Einlagerung von Atommüll in Ahaus geben. Die UAA in Gronau muss aufgrund ihrer militärischen Dimension umgehend geschlossen werden.
Im Einzelnen fragen wir die Landesregierung:
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1. Die Bundesregierung, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die NRW-Landesregierung haben oftmals gesagt, dass CASTOR-Transporte vermieden werden sollen. Warum toleriert die Landesregierung jetzt gemeinsam mit den obigen Ministerien und Behörden die Genehmigung neuer Atomtransporte nach Ahaus? Wir sagen, jeder Atomtransport ist ein Transport zu viel, da von jedem Transport unkalkulierbare Gefahren für die Bevölkerung ausgehen. Für Rot-Grün bestand Übereinstimmung, dass der Atommüll am Entstehungsort bis zur Endlagerung aufbewahrt wird und Transporte vermieden werden. Haben Sie diese Position aufgegeben?
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2. Über die Medien wird behauptet, der Atommüll dürfe nicht in Rossendorf bleiben, weil es dort kein Zwischenlager gebe. Diese Auffassung ist falsch. Es gibt in Rossendorf zwei Zwischenlager und eine nur für diesen Zweck neu errichtete Halle, die in etwa baugleich zu der in Ahaus ist. Der Atommüll lagert am Entstehungsort genau so sicher oder unsicher wie in Ahaus. Für Rossendorf gibt es derzeit zudem eine unbefristete Umgangsgenehmigung für den Atommüll!
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3. Es geht hier nicht um ein technisches Problem, sondern allein um ein politisches. Ein Mietvertrag mit dem BZA bedingt noch keinen Rechtsanspruch für die Einlagerungsgenehmigung. Deshalb fordern die sächsischen Landesgrünen und die Grüne Liga Dresden (ein Zusammenschlus von Umweltverbänden) den Verbleib des Atommülls in Rossendorf, bis ein Endlager gefunden ist. Wie steht die NRW-Landesregierung zu dieser Position?
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4. Die sächsische Landesregierung behauptet, in Rossendorf eine "grüne Wiese" anzustreben. Nach Auskunft sächsischer Umweltinitiativen ist dies nicht der Fall, weil in Rossendorf noch zahlreiche ungeklärte Hinterlassenschaften aus DDR-Zeiten lagern. Im Übrigen müssten im Schadensfall die Castor-Behälter zur Reparatur zurück nach Rossendorf geschickt werden. Warum ist die NRW-Landesregierung gegen eine grüne Wiese in Ahaus und fördert einen Transport, der in Sachsen auf absehbare Zeit ebenfalls nicht zu einer grünen Wiese wird?
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5. Das BfS teilte der BI Ahaus mit, dass die vorgesehenen CASTOR MTR-2 Behälter schon erhebliche Korrosionsprobleme hatten. Bereits im Jahr 2000 wurde der Transport dieser Behälter abgesagt, weil die Antragsteller nur einen Sicherheitsnachweis für 15 Jahre (statt 40) erbringen konnten. Wie gedenkt die NRW-Landesregierung mit dieser brisanten Problematik umzugehen?
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6. Die Regierung des Landes Sachsen spricht als Betreiber von Rossendorf selbst davon, dass man durch den Abtransport des Atommülls potentiellen Gefährdungen auf die konsequenteste mögliche Weise begegnet werden soll. Das heißt im Klartext, die Gefahrenpotentiale sollen auf die Bevölkerung von Ahaus und dem Münsterland abgewälzt werden. Stimmt die nordrhein-westfälische Landesregierung der sächsischen Landesregierung zu?
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7. Die sächsische Landesregierung will durch den Abtransport des hochradioaktiven Atommülls "das Standortimage für das Forsschungszentrum Rossendorf verbessern". Verbessern Sie das Image der Ferienregion Münsterland durch die weitere Einlagerung von Atommüll in Ahaus?
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8. Die Betreiber des Zwischenlagers Ahaus geben zu, in Sicherheitsfragen noch Nachrüstprobleme zu haben. Es gehe dabei um die Auswirkungen des 11. Septembers. Nähere Angaben wolle man zu Sicherungsfragen nicht machen. Wir teilen diese Geheimniskrämerei nicht und fordern, dass die NRW-Landesregierung mögliche Bedrohungsszenarien für das Zwischenlager Ahaus und die UAA Gronau offenlegt. Nur aufgrund dieser Szenarien kann die Bevölkerung informiert entscheiden, ob sie eine solche Anlage akzeptiert oder nicht. Welche Sicherungsmaßnahmen werden also derzeit am BZA Ahaus durchgeführt? Mit welchen Bedrohungen rechnet die NRW-Landesregierung? Kann die NRW-Landesregierung ausschließen, dass gezielte Flugzeugabstürze nicht zu einer atomaren Katastrophe führen? Für das Zwischenlager Lingen sind z. B. 1,5-2 m Wandstärke als Sicherheit gegen terroristische Übergriffe und gegen Flugzeugabstürze vorgesehen. Das BZA erfüllt diese Sicherheitsbedingung keinesfalls. Teilt die NRW-Landesregierung die Auffassung, dass die Sicherheit des TBL Ahaus erhebliche Mängel aufweist?
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9. Das Bundesumweltministerium teilte der BI Ahaus im November 2003 mit, dass für den CASTOR- Transport wahrscheinlich der Straßenweg gewählt werde, und zwar "aus Kostengründen". Wir erinnern daran, dass Ende der 80er Jahre die CASTOR-Transporte auf die Schiene verlagert wurden, und zwar "aus Sicherheitsgründen". Geht die NRW-Landesregierung auch von einem Straßentransport aus und wie schätzt die Landesregierung die Gefahren und Risiken eines solchen Transportes ein? Hat die NRW-Landesregierung schon vorab Maßnahmen für die polizeiliche Bewachung des geplanten Transportes getroffen?
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Wie Sie sehen, gibt es viele ungeklärte Fragen zu diesen Transporten. Wir halten die Transporte für überflüssig und gefährlich. Sie zeigen, dass das Entsorgungskonzept für Atommüll völlig planlos ist. Es macht keinen Sinn, den Atommüll quer durch die Republik in eine nahezu baugleiche Leichtbauhalle zu fahren, um den Atommüll dann einiges Tages wieder - in ein noch längst nicht existierendes Endlager - zu transportieren. Wir sehen daher ernsthaft die Gefahr, dass mit jedem zusätzlichen Transport von Atommüll nach Ahaus ein Endlager entsteht.
Wir fordern Sie daher auf, für die NRW-Landesregierung klar gegen die geplanten Atomtransporte von Rossendorf nach Ahaus Stellung zu beziehen und diese Transporte zu verhindern.
Aufgrund der Dringlichkeit des Problems erwarten wir eine rasche Beantwortung unserer Fragen, bzw. dass bis zur Beantwortung keine Entscheidungen getroffen werden, die unserem Anliegen widersprechen.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Felix Ruwe (Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
Willi Hesters (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen)
Matthias Eickhoff (Widerstand gegen Atomanlagen Münster)

Pressespiegel Castor Rossendorf-Ahaus
>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x3.
Kath. Frauengemeinschaft Deutschland, Ahaus, 06. Juni 2005
Mahner in der Stadt
>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x2.
>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf x1.
>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf vorlauf x1.
Münsterland-Zeitung, 25. Mai 2005
"Ruhe in der Innenstadt"
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 23. Mai 2005
NRW-Landesregierung hat kein politisches Mandat mehr für Castoren
Münsterland-Zeitung, 11. Mai 2005
Castor: Transporttermin noch im Nebel
Münsterland-Zeitung, 03. Mai 2005
600 Kilometer für Protest
Die Tageszeitung, 28. April 2005
Anti-Atom spaltet die Bewegung
Münsterland-Zeitung, 19. April 2005
Circus contra Castor am Zwischenlager
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung 05. April 2005
Atomkraftgegner demonstrieren direkt vor Zwischenlager Ahaus
Münsterland-Zeitung, 30. März 2005
BI meldet Proteste an
Münsterland-Zeitung, 15. März 2005
Stört Castor Kirchenchöre?
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. März 2005
Am 4. Juni soll zweiter Castor-Transport nach Ahaus rollen
Die Tageszeitung, 10. März 2005
Störfall in Ahauser Atomlager
Die Tageszeitung, 28. Februar 2005
Grüne im Schnellwaschgang
Münsterland-Zeitung, 24. Februar 2005
Rollen Castoren durch Heek?
WDR, 20. Februar 2005
Atomkraftgegner machen mobil
Münsterland-Zeitung, 10. Februar 2005
"Enttäuschte Freundschaft"
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. Januar 2005
Atomtransporte von Dresden nach Ahaus direkt nach Landtagswahl
Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2004
1000 Kerzen
Münsterland-Zeitung, 15. Dezember 2004
Konkrete Schritte mit keiner Silbe erwähnt
Freie Presse Sachsen, 11. November 2004
Castor-Stopp - Atommüll bleibt vorerst in Rossendorf
Die Tageszeitung, 09. November 2004
Der Tod ist kein Hindernis
Münsterland-Zeitung, 28. Oktober 2004
Castor: Appell an die Politik
WDR, 21. Oktober 2004
Castor-Transporte oder die Frage nach dem Schnee
Leipziger Volkszeitung, 13. Oktober 2004
Wortgefechte um Castoren
Münsterland-Zeitung Ahaus 12. Oktober 2004
Grünes Licht für den Castor
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 06. Oktober 2004
CASTOR-Proteste vor Ahauser Amtsgericht
Sächsische Zeitung, 28. September 2004
Sachsen hält an Castor-Transporten in diesem Jahr fest
Münsterland-Zeitung, 28. September 2004
Proteste gegen Castortransporte
ahaus-online.de, 11. September 2004
Homann und BI-Mitglieder trafen Bärbel Höhn
WDR, 01. September 2004
Kein Atommüll nach Ahaus? Kläger bezweifeln Sicherheit des Zwischenlagers
Westfälische Nachrichten, 20. August 2004
Castoren kommen nicht vor dem Herbst
BI "Kein Atommüll in Ahaus", WigA Münster, Pressemitteilung, 06. August 2004
Atommüll - Entscheidungen in Kürze vor Gerichten
WDR, 06. August 2004
Castor-Schlappe für NRW-Regierung
Münsterland-Zeitung, 17. Juli 2004
Trotz Klage: NRW-Castor rollte per LKW
Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004
Höhn: Ich bin zuversichtlich
DDP-Agenturmeldung, 02. Juli 2004
Streit um Castoren - Bundesverwaltungsgericht weist NRW-Klage nach Braunschweig zurück
Münsterland-Zeitung, 24. Juni 2004
Neue Halterungen für Castoren
WDR, 08. Juni 2004
Neue Runde im Castor-Streit
Sächsische Zeitung, 13. Mai 2004
Castoren rollen erst später
Münsterland-Zeitung, 19. April 2004
NRW will Klage gegen Castor
Münsterland-Zeitung, 02. April 2004
Castor spaltet Rat
Münsterland-Zeitung, 31. März 2004
Atomtransport genehmigt
Münsterland-Zeitung, 24. März 2004
Landtag debattiert heute über Castortransport
Die Tageszeitung, 18. März 2004
Ahaus und Gronau müssen endlich stillgelegt werden
Münsterland-Zeitung, 13. März 2004
Protest schlägt Zelte auf
Westline, 10. März 2004
Betreibergesellschaft übt Kritik
Münsterland-Zeitung, 10. März 2004
Kabinett will Castortransport verhindern
Neue Ruhr-Zeitung, 06. März 2004
Atom spaltet Höhn und Trittin
Münsterland Zeitung, 04. März 2004
kfd gegen Castortransporte
Münsterland Zeitung, 03. März 2004
Pax Christi gegen Castortransporte
Sächsische Zeitung, 01. März 2004
Castor-Proteste an den Autobahnen
Die Tageszeitung u.a., 20. Februar 2004
Sachsen soll Castoren behalten
Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004
Castor rollt noch nicht, aber die Protest-Welle
Münsterland-Zeitung, 17. Februar 2004
Minister: Transport unnötig
Leipziger Volkszeitung, 07. Februar 2004
Minister: Castor-Transport im Frühjahr möglich
BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 02. Februar 2004
CASTOR-Transport nach Ahaus aus Angst vor Protesten vorverlegt
BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 01. Februar 2004
Offener Brief an die NRW-Landesregierung
BI "Kein Atommüll in Ahaus", 20. Januar 2004
Bald Genehmigung für CASTOREN? - Wir stellen uns quer!
Münsterland Zeitung, 15. Januar 2004
Spontane Demo am Zwischenlager
Die Tageszeitung, 11. Januar 2004
Ahaus wird grüner Super-GAU
Münsterland Zeitung, 19. Dezember 2003
Breiten Protest gegen Castor angekündigt
Die Tageszeitung, 19. Dezember 2003
Im Münsterland wächst der Widerstand
Westfälische Nachrichten, 19. Dezember 2003
Können und wollen nicht tatenlos zusehen
Münsterland Zeitung, 18. Dezember 2003
Protest am frühen Morgen
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen u.a., 17. Dezember 2003
Atommüllager Ahaus blockiert
Münsterland Zeitung, 02. Dezember 2003
Castortransport nach Ahaus im Jahr 2004?
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/Grüne Liga Sachsen
Rossendorf: 34 Jahre Reaktorbetrieb ohne Entsorgungskonzept

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