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Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004

Castor rollt noch nicht, aber die Protest-Welle

Atom-Gegner laden zu Spaziergang in Rossendorf ein

von Jens Fritzsche

Der geplante Castor-Transport der ausrangierten Atom-Brennstäbe aus dem einstigen Forschungsreaktor Rossendorf ins nordrhein-westfälische Ahaus wird schon am Sonntag zu ersten Protesten führen. Ab 15 Uhr werden Atom-Gegner mit einem Sonntagsspaziergang ihrem Ärger Luft machen.

Die Meinungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Das Bundesumweltministerium findet, dass sämtlicher deutscher Atommüll zentral gelagert werden müsse. Also sollen auch die Brennstäbe des Ex-Forschungsreaktors Rossendorf auf die Reise ins Zwischenlager Ahaus gehen. Noch in diesem Jahr "vermutlich sogar bis zum Sommer" soll der Castor-Transport in Rossendorf starten. Atomkraft-Gegner, wie zum Beispiel die Grüne Liga in Dresden, sehen das Thema hingegen gänzlich anders: Der Atommüll solle bitteschön dort bleiben, wo er produziert worden ist. "Was können denn die Leute in Ahaus dafür, dass wir in Rossendorf Brennstäbe haben?", fragt Uta Knieschewski von der Grünen Liga. Und: "Umgedreht wären die Rossendorfer ja wohl auch nicht begeistert, wenn Atommüll von außerhalb hierher gebracht werden würde." Und so organisiert die Grüne Liga am Sonntagnachmittag in Rossendorf einen Spaziergang, bei dem es nicht um die schöne Landschaft gehen wird, sondern darum, zu protestieren. Um 15 Uhr treffen sich die Atomtransport-Gegner an der Haltestelle Siedlung Rossendorf. Dort beginnt "der gemütliche Protestzug mit Kaffee und Kuchen". Eingeladen sind dazu auch Vertreter der Bürgerinitiative in Ahaus, "die uns erzählen werden, wie und warum sie sich gegen das Zwischenlager in ihrem Heimatort wehren", sagt Uta Knieschewski.

Angst vor Ausschreitungen brauche übrigens in Rossendorf niemand zu haben, versichert die Grüne Liga. Es gehe nur darum, spazieren zu gehen und zu zeigen, dass man da sei, beschreibt Uta Knieschewski das, was für Sonntag geplant ist. "Wir haben das 1999 schon gemacht, damals sollten die Castoren in Rossendorf ja auch schon auf die Reise gehen." Bundesumweltminister Jürgen Trittin habe die Sache dann aber abgeblasen. "Ob das mit den Protesten zu tun hatte, weiß ich nicht", so Uta Knieschewski. Im Sächsischen Umweltministerium sieht man jedenfalls zu den Transporten keine Alternative. "Die Brennstäbe müssen in ein genehmigtes Zwischenlager, das ist Rossendorf nicht", stellt Irina Düvel vom Ministerium klar. Im Radeberger Rathaus hält man sich noch zurück mit Bewertungen. "Derzeit sind wir als Stadt einfach viel zu wenig informiert", sagt Bürgermeister Gerhard Lemm (SPD). Kommenden Dienstag sei er aber ins Sächsische Umweltministerium eingeladen. "Dort werden wir dann wohl Genaueres erfahren", hofft er.


Sächsische Zeitung, 23. Februar 2004

Rossendorf zum Zwischenlager

Rund 150 Gegner des geplanten Castor-Transports nach Ahaus demonstrierten gestern friedlich in Rossendorf

von Jens Fritzsche

Rund 150 Demonstranten waren gestern Nachmittag dem Aufruf des Aktionsbündnisses Castor-Stopp gefolgt, um vor den Toren des Kernforschungsinstituts Rossendorf gegen den geplanten Abtransport von 951 ausrangierten Brennstäben des einstigen Rossendorfer Forschungsreaktors friedlich zu demonstrieren.


Über 150 AtomkraftgegnerInnen blockierten beim Sonntagsspaziergang am 22. Februar die Rossendorfer Atomanlage

Rossendorf. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) werden gestern Nachmittag im fernen Berlin die Ohren geklungen haben. Denn in Rossendorf spielte er gestern eine wichtige Rolle. Aber Nettigkeiten waren es eher nicht, die die gut 150 Demonstranten vor den Toren des Rossendorfer Kernforschungs-Zentrums über den Umweltminister zu berichten wussten. Denn ausgerechnet der Umweltminister der Grünen macht sich für den Transport der hier lagernden 951 Brennstäbe des abgeschalteten Forschungsreaktors in Richtung Ahaus im Münsterland stark. Noch im Frühjahr, so war zu hören, solle der Transport starten.

Dabei kommt gerade von Sachsens Grünen massiver Gegenwind. Und das nicht nur, weil die Kernkraft-Gegner im Moment keinen wirklichen Sicherheitsgewinn sehen, wenn die Brennstäbe statt in Rossendorf dann in Ahaus lagern. "Alleine der Umstand, dass die Castor-Behälter per Lkw auf den Autobahnen mitten durch den Berufsverkehr gekarrt werden sollen, lässt uns die Haare zu Berge stehen", schüttelt Stephan Kühn den Kopf. Er ist Sprecher des Dresdner Stadtverbandes der Grünen und hat die Demonstration in Rossendorf angemeldet. Und auch er will, dass die Brennstäbe vorerst bleiben wo sie sind. "Wir können doch im Moment gar nicht abwägen, ob die Behälter in Ahaus wirklich sicherer lagern", sagt er. Sachsens Umweltministerium hat dies in den letzten Tagen zwar immer wieder beteuert, "aber glauben kann man das erst, wenn ein Gutachten vorliegt", findet Kühn. Und ein solches Gutachten könne zum Beispiel über ein Genehmigungsverfahren erreicht werden, bei dem Rossendorf selbst zum Zwischenlager werden könnte. "Und erst wenn in diesem Verfahren klar wird, dass die Sicherheit hier tatsächlich nicht ausreicht, darf über einen Transport nachgedacht werden", sagt Stephan Kühn. Und: "Wenn es aber keine höhere Sicherheit in Ahaus gebe, könnten die Castoren auch hier bleiben." Aber das wird von der Staatsregierung bisher abgelehnt.

Zweifel an mehr Sicherheit in Ahaus

"Die Halle in Ahaus ist fast baugleich mit der hier in Rossendorf", weiß zum Beispiel Willi Hesters zu berichten. Er war gestern extra aus der Region Ahaus nach Rossendorf gereist, um seinem Unmut Luft zu machen, "dass es in Deutschland kein vernünftiges Konzept gibt, was mit dem Atommüll passieren soll!" Stattdessen glaube man, das Problem mit Hilfe von zentralen Zwischenlagern vertagen zu können, ärgert sich Hesters. "Aber wir können unseren Enkeln nicht ein solches Erbe hinterlassen." Ein Endlager müsse schnellstens gefunden werden. Und überhaupt kann Willi Hesters nicht verstehen, "warum wir nicht endlich alle Atomkraftwerke stilllegen." Niemand wisse wohin mit dem Atom-Müll, aber täglich werde neuer produziert. Auch das Argument, dass bei einem sofortigen Abschalten der Atomkraftwerke in Deutschland das Licht ausgehen würde, lässt er nicht gelten: "In Deutschland werden 130 Prozent des für die Versorgung notwendigen Stroms produziert." Atom-Strom mache davon 30 Prozent aus. "Es geht auch ohne", sagt Hesters mit Blick auf diese Zahlen.

Nur Druck zwingt zum Nachdenken

Ein dickes Dankeschön will Matthias Eickhoff loswerden. Auch er ist aus dem Münsterland angereist. "Es ist schön, dass sich die Leute hier in Rossendorf dafür stark machen, dass der Atom-Müll nicht zu uns kommt!" Denn nur durch diesen Druck werde die Regierung gezwungen, sich endlich ein vernünftiges Entsorgungs-Konzept einfallen zu lassen, glaubt er. Jeden dritten Sonntag im Monat werden sich die Castor-Gegner nun in Rossendorf treffen. "So lange, bis wir erreicht haben, dass der Müll hier bleibt", gibt sich Demo-Organisator Stephan Kühn kämpferisch.


Pressespiegel Castor Rossendorf-Ahaus

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x3.

Kath. Frauengemeinschaft Deutschland, Ahaus, 06. Juni 2005
Mahner in der Stadt

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x2.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf x1.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf vorlauf x1.

Münsterland-Zeitung, 25. Mai 2005
"Ruhe in der Innenstadt"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 23. Mai 2005
NRW-Landesregierung hat kein politisches Mandat mehr für Castoren

Münsterland-Zeitung, 11. Mai 2005
Castor: Transporttermin noch im Nebel

Münsterland-Zeitung, 03. Mai 2005
600 Kilometer für Protest

Die Tageszeitung, 28. April 2005
Anti-Atom spaltet die Bewegung

Münsterland-Zeitung, 19. April 2005
Circus contra Castor am Zwischenlager

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung 05. April 2005
Atomkraftgegner demonstrieren direkt vor Zwischenlager Ahaus

Münsterland-Zeitung, 30. März 2005
BI meldet Proteste an

Münsterland-Zeitung, 15. März 2005
Stört Castor Kirchenchöre?

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. März 2005
Am 4. Juni soll zweiter Castor-Transport nach Ahaus rollen

Die Tageszeitung, 10. März 2005
Störfall in Ahauser Atomlager

Die Tageszeitung, 28. Februar 2005
Grüne im Schnellwaschgang

Münsterland-Zeitung, 24. Februar 2005
Rollen Castoren durch Heek?

WDR, 20. Februar 2005
Atomkraftgegner machen mobil

Münsterland-Zeitung, 10. Februar 2005
"Enttäuschte Freundschaft"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. Januar 2005
Atomtransporte von Dresden nach Ahaus direkt nach Landtagswahl

Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2004
1000 Kerzen

Münsterland-Zeitung, 15. Dezember 2004
Konkrete Schritte mit keiner Silbe erwähnt

Freie Presse Sachsen, 11. November 2004
Castor-Stopp - Atommüll bleibt vorerst in Rossendorf

Die Tageszeitung, 09. November 2004
Der Tod ist kein Hindernis

Münsterland-Zeitung, 28. Oktober 2004
Castor: Appell an die Politik

WDR, 21. Oktober 2004
Castor-Transporte oder die Frage nach dem Schnee

Leipziger Volkszeitung, 13. Oktober 2004
Wortgefechte um Castoren

Münsterland-Zeitung Ahaus 12. Oktober 2004
Grünes Licht für den Castor

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 06. Oktober 2004
CASTOR-Proteste vor Ahauser Amtsgericht

Sächsische Zeitung, 28. September 2004
Sachsen hält an Castor-Transporten in diesem Jahr fest

Münsterland-Zeitung, 28. September 2004
Proteste gegen Castortransporte

ahaus-online.de, 11. September 2004
Homann und BI-Mitglieder trafen Bärbel Höhn

WDR, 01. September 2004
Kein Atommüll nach Ahaus? Kläger bezweifeln Sicherheit des Zwischenlagers

Westfälische Nachrichten, 20. August 2004
Castoren kommen nicht vor dem Herbst

BI "Kein Atommüll in Ahaus", WigA Münster, Pressemitteilung, 06. August 2004
Atommüll - Entscheidungen in Kürze vor Gerichten

WDR, 06. August 2004
Castor-Schlappe für NRW-Regierung

Münsterland-Zeitung, 17. Juli 2004
Trotz Klage: NRW-Castor rollte per LKW

Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004
Höhn: Ich bin zuversichtlich

DDP-Agenturmeldung, 02. Juli 2004
Streit um Castoren - Bundesverwaltungsgericht weist NRW-Klage nach Braunschweig zurück

Münsterland-Zeitung, 24. Juni 2004
Neue Halterungen für Castoren

WDR, 08. Juni 2004
Neue Runde im Castor-Streit

Sächsische Zeitung, 13. Mai 2004
Castoren rollen erst später

Münsterland-Zeitung, 19. April 2004
NRW will Klage gegen Castor

Münsterland-Zeitung, 02. April 2004
Castor spaltet Rat

Münsterland-Zeitung, 31. März 2004
Atomtransport genehmigt

Münsterland-Zeitung, 24. März 2004
Landtag debattiert heute über Castortransport

Die Tageszeitung, 18. März 2004
Ahaus und Gronau müssen endlich stillgelegt werden

Münsterland-Zeitung, 13. März 2004
Protest schlägt Zelte auf

Westline, 10. März 2004
Betreibergesellschaft übt Kritik

Münsterland-Zeitung, 10. März 2004
Kabinett will Castortransport verhindern

Neue Ruhr-Zeitung, 06. März 2004
Atom spaltet Höhn und Trittin

Münsterland Zeitung, 04. März 2004
kfd gegen Castortransporte

Münsterland Zeitung, 03. März 2004
Pax Christi gegen Castortransporte

Sächsische Zeitung, 01. März 2004
Castor-Proteste an den Autobahnen

Die Tageszeitung u.a., 20. Februar 2004
Sachsen soll Castoren behalten

Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004
Castor rollt noch nicht, aber die Protest-Welle

Münsterland-Zeitung, 17. Februar 2004
Minister: Transport unnötig

Leipziger Volkszeitung, 07. Februar 2004
Minister: Castor-Transport im Frühjahr möglich

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 02. Februar 2004
CASTOR-Transport nach Ahaus aus Angst vor Protesten vorverlegt

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 01. Februar 2004
Offener Brief an die NRW-Landesregierung

BI "Kein Atommüll in Ahaus", 20. Januar 2004
Bald Genehmigung für CASTOREN? - Wir stellen uns quer!

Münsterland Zeitung, 15. Januar 2004
Spontane Demo am Zwischenlager

Die Tageszeitung, 11. Januar 2004
Ahaus wird grüner Super-GAU

Münsterland Zeitung, 19. Dezember 2003
Breiten Protest gegen Castor angekündigt

Die Tageszeitung, 19. Dezember 2003
Im Münsterland wächst der Widerstand

Westfälische Nachrichten, 19. Dezember 2003
Können und wollen nicht tatenlos zusehen

Münsterland Zeitung, 18. Dezember 2003
Protest am frühen Morgen

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen u.a., 17. Dezember 2003
Atommüllager Ahaus blockiert

Münsterland Zeitung, 02. Dezember 2003
Castortransport nach Ahaus im Jahr 2004?

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/Grüne Liga Sachsen
Rossendorf: 34 Jahre Reaktorbetrieb ohne Entsorgungskonzept


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