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Gießener
Anzeiger, 23. Januar 2001Professor Schlich: Castoren einfach nicht dicht zu kriegenGießener Behälter-Kritiker widerspricht Minister TrittinGießen (ae). Der Gießener Professor Dr. Elmar Schlich hat der Behauptung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis90/Die Grünen) widersprochen, die Gründe für Proteste gegen Atommüll- Transporte seien entfallen. Für März wurden solche Transporte genehmigt. Es geht dabei einerseits um Rücktransporte aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in LaHague nach Gorleben, andererseits um einen Transport vom Kraftwerk Neckarwestheim in das Zwischenlager Ahaus. Trittin hatte nach Agentur-Meldungen festgestellt, der Betreiber Energie Baden-Württemberg habe ,ein Recht auf die Fahrt". Schlich hält dem entgegen, dass dazu noch eine Entscheidung über eine einstweilige Verfügung in einem Rechtsstreit aussteht, bei dem ein Landwirt als Anlieger der Anlage in Ahaus Kläger ist: Der Klage nach sei die Transportgenehmigung unter der fälschlichen Annahme gegebener Sicherheit erteilt worden. Neckerwestheim ist nach Schlichs Angaben kein Einzelfall. Weitere Behälter warteten in Biblis und Philippsburg auf die Fahrt nach Ahaus. Dass dort keine Rücktransporte aus Frankreich ankommen dürfen sei aber vertraglich geregelt. Für in Aussicht genommene Transporte von Biblis nach Ahaus gelte, dass Hessens Landesregierung noch im Mai 2000 Probleme mit der Dichtigkeit der Transportbehälter veröffentlicht habe. Schlich hatte von 1977 bis 1983 bei der Nukem GmbH in Hanau an der Castor-Entwicklung mitgearbeitet. Der Verfahrenstechniker wechselte 1983 an die Fachhochschule Trier und nahm nach der Tätigkeit für das Öko-Institut 1993 einen Ruf an die Uni Gießen an, wo er am Fachbereich 9 den Lehrstuhl für Technik des Haushalts innehat. Der Castor-Kritiker hatte 1998 die damalige Bundesumweltministerin und heutige CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel (CDU) in Verlegenheit gebracht, als er darauf hinwies, das Problem der zu diesem Zeitpunkt öffentlich bekannt gewordenen Strahlung, die von den Transportbehältern ausgeht, sei seit Anfang der achtziger Jahre bekannt gewesen. Die Castor-Transporte wurden nach dem Bekanntwerden des Strahlungsproblems gestoppt. Schlich besteht darauf, dass sich seither wenig geändert habe. Es gebe mit der jetzt für die März-Transporte in Aussicht genommen ,neuen" Transportbehälter-Technik aus dem Jahr 1993 ,keine Prüfungen und keine Erprobungen". Schlich: ,Man hat auf Rechnungen zurückgegriffen. Die Unterlagen werden uns vorenthalten." In Rheinsberg und Greifswald gebe es aus stark bauähnlicher Technik die Erfahrung aus dem Jahr 1998, ,dass auch die nicht trocken zu kriegen ist." Die Behälterdichtigkeit sei ein zentrales Problem geblieben. Schlich: ,Die jüngste Nachricht ist jetzt, dass Silber statt Aluminium für die Dichtungen beantragt worden ist. Das spricht einfach für sich." Die Probleme mit der Dichtigkeit und die Bekanntheit des Problems unter Experten hat er inzwischen auf die Jahre ,1961 bis 1964" zurückverfolgt."
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