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Weser
Kurier, 11. Januar 2001Atomkraftgegner wollen Kosten in die Höhe treibenMassive Proteste gegen Castor-Transport nach Gorleben angekündigtvon Carsten LödingHannover. Atomkraftgegner wollen mit massiven Protesten den "politischen Preis" für den im Frühjahr geplanten Castor-Transport nach Gorleben in die Höhe treiben. Die 70 Kilometer lange Schienen- und Straßenverbindung von Lüneburg bis Gorleben soll Hauptaktionsfeld der Castor-Gegner werden, kündigte gestern Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, an. "Wir wollen eine Kosten-Eskalation erreichen", sagte er und verwies auf zwölf Bahnhöfe und 59 Bahnübergänge, die besetzt werden könnten. Bei dem bislang letzten Atommülltransport ins Wendland vor vier Jahren hatte sich der Protest noch auf die Umladestation in Dannenberg und die letzten 20 Kilometer bis zum Zwischenlager konzentriert. Hoffnungen von Bundes- und Landesregierung, der Widerstand könne nach dem Energiekonsens abflauen, erteilte Ehmke eine Absage: "Diese Proteste werden mit Sicherheit an die Aktionen von 1997 anknüpfen." Vor vier Jahren waren rund 30000 Polizisten im Einsatz, der insgesamt 114 Millionen Mark kostete. Weil Gorleben auch unter Rot-Grün in Berlin das "Atomklo der Republik" geblieben sei, seien die Menschen in der Region tief verbittert über den Atomkonsens, begründete Ehmke. "Selbst wenn sich der Widerstand anderswo beruhigt, bleibt der Protest im Wendland massiv", so der BI-Sprecher. Der Transport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague hat für die Atomkraftgegner hohen Symbolwert: Deutsche Kernkraftwerke können nur neue Brennelemente nach Frankreich schicken, wenn Deutschland zuvor sechs Castor-Behälter zurücknimmt. Nach Informationen der Bürgerinitiative soll der Transport mit insgesamt sechs CaBehältern in der Nacht vom 26. auf den 27. März den deutsch-französischen Grenzbahnhof Kehl erreichen und dort auf Strahlenbelastungen untersucht werden. In der darauffolgenden Nacht werde er dann im Wendland erwartet. Das Innenministerium in Hannover lehnte eine Stellungnahme dazu ab und verwies auf den vom Bundesamt für Strahlenschutz (Salzgitter) genehmigten zweiwöchigen Zeitraum Ende März bis Anfang April. Die Polizei will den Transport mit mindestens 30000 Beamten begleiten, davon sollen allein 15000 im Wendland eingesetzt werden. Der Protest gegen den Transport soll bereits am 24. März soll mit einer Großdemonstration in Dannenberg beginnen. Nach Ehmkes Angaben planen die Atomkraftgegner auch in Frankreich erste Widerstandsaktionen.
Do, 11.01.01 Weser Kurier Mi, 24.01.01 Berliner Zeitung Di, 30.01.01 Die Welt Mi, 31.01.01 Gemeinsame Erklärung der Umweltverbände Fr, 02.02.01 Frankfurter Rundschau Di, 06.02.01 Spiegel online Sa, 24.02.01 BI "Kein Atommüll in Ahaus" Sa, 24.03.01 BI Lüchow-Dannenberg
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