| Ahaus | Alstätte | Graes | Ottenstein | Wessum | Wüllen | ||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|
||||||||||||||||
![]()
|
>januar
02. |
|||||||||||||||||
Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 30. Januar 2001 Endgültiges Aus für zweite Hallevon Stefan GrothuesAhaus - Die große Überraschung war es nicht mehr: Nachdem sich der Baubeginn für die zweite Zwischenlagerhalle in Ahaus seit 1995 immer wieder verzögert hatte, zog die GNS jetzt einen Schlussstrich. Die neue Halle für schwach- und mittelradiaktive Abfälle, die auch für weitere Castorbehälter Platz bieten sollte, wird nicht mehr gebaut. Ihre Entscheidung teilte die Gesellschaft für Nuklearservice der Stadt in der vergangenen Woche in einem Brief mit, über dessen Inhalt Bürgermeister Dr. Dirk Korte am Dienstagabend den Rat informierte (Münsterland Zeitung berichtete). Der Verzicht auf den Bau der Halle könnte für die Stadt auch finanzielle Folgen haben. 1993 hatten sich die Stadt Ahaus und die GNS auf Strukturhilfezahlungen in Höhe von zehn Millionen Mark geeinigt, die bei Baubeginn an die Stadt fließen sollten. Fünf Millionen wurden bereits 1995 angezahlt. Nachdem der Baubeginn auch 1996 und 1997 auf sich warten ließ, leistete die GNS eine weitere Anzahlung in Höhe von drei Millionen Mark. Über diese acht Millionen Mark will die GNS "in den nächsten Wochen gerne ein Gespräch" mit dem Bürgermeister führen, "um eine sachgerechte und für beiden Seiten faire Lösung zu vereinbaren". Mit anderen Worten: Die GNS möchte wenigstens einen Teil des letztlich ohne Grund gezahlten Geldes zurückhaben. Bürgermeister Korte wollte sich gestern in dieser Frage noch nicht festlegen: "Wir werden dieses Problem rechtlich prüfen lassen. Ich sehe momentan noch keine Rückzahlverpflichtung." Wenn die Stadt zu einer Rückerstattung verpflichtet sei, dann könne dies nach seiner Einschätzung nur einen Teil der Summe betreffen, der auch nur in Raten gezahlt werden könne. Die GNS hatte die in Ahaus umstrittene Genehmigung zum Bau der zweiten Halle 1993 beantragt. 1995 sollte ihr Bau begonnen und 1999 die Halle in Betrieb genommen werden. Die neue Lagerhalle sollte neben schwach- und mittelradiaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Großbritannien auch abgebrannte Brennelemente in Castorbehältern aufnehmen. Die im Rahmen des Atomausstiegs beschlossene Errrichtung dezentraler Zwischenlager an den Kraftwerksstandorten und die erhebliche Verringerung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle durch neue Konditionierungsmethoden machten die Kapazitäten der zweiten Halle jedoch überflüssig, so die GNS. Die GNS beabsichtigt nun, ab 2008 schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in der bestehenden Zwischenlagerhalle in Ahaus einzulagern. Dazu ist eine Änderung der Genehmigung erforderlich.
BI sieht wichtiges Ziel erreichtAhaus - Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" begrüßt die Absicht der Gesellschaft für Nuklearservice, (GNS) keine zweite Lagerhalle in Ahaus zu errichten. In jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen hat die BI gegen die Errichtung und Nutzung der zweiten Halle gekämpft. Mit dem jetzt erklärten Verzicht der GNS, habe die BI eines ihrer wichtigsten Ziele der letzten Jahre erreicht, heißt es in einer Presseerklärung. Allerdings sei die Absicht der GNS, den Atommüll, der für die zweite Halle vorgesehen war, wegen freier Kapazitäten in der bestehenden ersten Halle zu lagern, bedenklich. Die zweite Halle sollte einen weit höheren Sicherheitsstandard erfüllen. Daher sei fraglich, ob die ab 2008 angelieferten Behälter überhaupt in der ersten Halle gelagert werden dürfen. Die BI wolle sich weiter dafür einsetzen, dass "kein weiterer Atommüll nach Ahaus" komme. Anfang der Woche haben sich BI-Vertreter in Ahaus mit Vertretern des Arbeitskreises Umwelt Gronau getroffen. Dabei wurde deutlich, dass im Wahljahr 2002 der gemeinsameWiderstand für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie verstärkt werden soll. Im Zentrum der Kritik stehen dabei die Ausbau an der Urananreicherungsanlage in Gronau, sowie die Castortransporte in die Wiederaufarbeitung nach La Hague und Sellafield. Die Atomkraftgegner wollen sich auch mit zahlreichen Protestaktionen und Informationsveranstaltungen in den Wahlkampf der Parteien einmischen.
|
||||||||||||||||||
| update |
|
|||||||||||||||||