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Die Tageszeitung, 28. Januar 2003

Uran aus Deutschland

Der Atomkonzern Urenco will Anreicherungsfabrik stark ausbauen - Jetzt Einwendungen in Gronau möglich

von Phillip Horstmann


Berlin. Der geplante Ausbau der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau (UAG) ist am Montag in eine neue Phase getreten. Die Antragsunterlagen liegen seitdem aus. Bis zum 26. März können Anwohner nun die Unterlagen einsehen und eventuelle Einwendungen vorbringen. Im Anschluss beginnt die öffentliche Anhörung.

In Gronau treffen im Jahr etwa 200 Atomtransporte ein und es sollen noch mehr werden. Empfänger ist die UAG. Deren Betreiber, die Urenco Deutschland, will die Kapazitäten der einzigen deutschen Uranfabrik ausweiten. Statt 1.800 sollen künftig 4.500 Tonnen reaktorfähiges Uran produziert werden. Das entspricht dem Bedarf von 45 mittelgroßen Reaktoren. In Deutschland gibt es 19 kommerzielle Atommeiler. Das Uran wird also großteils exportiert.

Der Antrag der Urenco stammt noch aus dem Jahr 1998. Trotz Atomkonsens und 11. September wurde er aufrechterhalten und erweitert. Und die ersten Schritte sind getan. Behördeninterne Prüfungen und die Anhörungskonferenz, in der Kommunen, Anlieger und Naturschutzverbände ihre Statements abgeben, fanden inzwischen statt. Urenco-Sprecher Manfred Krey rechnet damit, dass Ende nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden kann.

Uranhexafluorid (UF6) heißt der Rohstoff, der in Gronau angereichert wird. Er stammt aus Russland, Kanada und Namibia. Die Radioaktivität des angelieferten Urans ist gering, wenn UF6 jedoch mit Wasser in Verbindung kommt, entsteht Flusssäure. Sie ist eine der aggressivsten Säuren, löst Metalle und Glas und verbreitet leicht entzündlichen Rauch. Nach Beobachtungen des Gronauer Arbeitskreises Umwelt (AKU) erreichen wöchentlich mehrere Transporte die Uranfabrik. Eine Genehmigung ist dafür nicht erforderlich. Fahrtzeit und Route bestimmen die Spediteure. Mehrfach wurde beobachtet, wie ganze Konvois durch Wohngebiete fuhren.

Nach der Anreicherung auf maximal fünf Prozent wird das Uran zu Brennelementen verarbeitet, die in Atomkraftwerken eingesetzt werden. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz ist die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen ein häufiger Abnehmer, Deutschlands einzige Brennelementfabrik.


weitere Infos zur Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
Unterschriftenaktion "Stilllegen statt erweitern!"

AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
IAEA-Chef schlägt weltweites Moratorium für Uran-Anreicherung vor

Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
Protestkundgebung vor der niederländischen Uranfabrik in Almelo

anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
"Herr Steinbrück: Erst Urenco stoppen - dann mit Udo rocken!"

DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten auf

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Protest gegen Jahrestagung Kerntechnik in Düsseldorf

Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Ratsmehrheit hat keine Bedenken gegen Ausbau

Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Internationaler Protest gegen Almelo

Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-Schwarzmarkt

DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangen

Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
Urencos russische Uran-Deals

AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
Areva/Urenco: 3 Mrd. Euro in eine neue Urananreicherungsfabrik

AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
Tausende Einwände gegen Ausbau der Urananreicherung

AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Urananreicherungsanlage: BBU wirft Landesregierung NRW Irreführung der Bevölkerung vor

Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Atomausstieg? Nicht in Gronau

Junge Welt, 07. Juli 2003
Urananlage soll wachsen

Robin Wood, 07. Juli 2003
Atomfabrik Gronau schließen - Aktion auf der Landesgartenschau

AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
Umweltorganisationen protestieren gegen den beantragten massiven Ausbau der Uranfabrik in Gronau

AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Mehr als 6.000 Einsprüche gegen den Ausbau der Gronauer Atomfabrik

Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Urananreicherung soll erweitert werden

Junge Welt, 28. Januar 2003
Uran bis zum Abwinken

Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Uran aus Deutschland

Robin Wood, 27. Januar 2003
Ausstieg statt Ausbau - Aktion auf dem Gronauer Rathaus

redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
Gronau stillegen statt erweitern


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