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Pressemitteilung Robin Wood, 27. Januar 2003

Ausstieg statt Ausbau

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren gegen Gronauer Uranfabrik


Robin Wood auf dem Gronauer Rathaus

Ab heute können im Rathaus von Gronau Einwendungen gegen die geplante Erweiterung der dortigen Urananreicherungsanlage (UAA) erhoben werden. Wer dies heute tat, wurde von Transparenten der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD begrüßt. "Uranfabrik Gronau - Ausstieg statt Ausbau!" stand darauf und "Ultragiftig, rAdioaktiv, Absolut überflüssig - Stoppt die Uranfabrik Gronau!". ROBIN WOOD wird selbst als Einwenderin gegen den Ausbau der UAA auftreten und zur Unterstützung des örtlichen Arbeitskreises Umwelt AKU Einwendungen sammeln. Außerdem kündigte eine Sprecherin der Organisation an, dass ROBIN WOOD eine Uran-Kampagne startet, um den Druck für einen Ausstieg aus der Uranindustrie zu erhöhen.

Die Firma Urenco hat beantragt, die UAA Gronau erheblich zu erweitern. Die Urantrennbarkeit pro Jahr (UTA/a) soll von derzeit 1.800 UTA/a auf 4.500 UTA/a erhöht werden. Diese Menge würde ausreichen, um Brennstoff für mindestens 34 Atommeiler zu liefern. "Ein Ausbau der UAA führt dazu, dass von Deutschland künftig Atomkraftwerke auf der ganzen Welt mit Brennstoff versorgt werden", analysiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Wer hier abschalten will, weil die Risiken der Atomenergie zu hoch sind, darf den Weiterbetrieb anderswo nicht sichern. Tschernobyl hat uns deutlich gezeigt: Radioaktivität kennt keine Grenzen."

Die Betreiber der UAA muten der Bevölkerung zu, die unfallbedingten Gefahren als "Restrisiko" zu akzeptieren. Sie räumen ein, beim Absturz eines Flugzeugs auf die Anlage könne es, "am Stadtrand durch die Einwirkung von HF (Fluorwasserstoff) und Uran zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zu Todesfällen" kommen. "ROBIN WOOD bittet die Gronauer Bürger deutlich zu zeigen, dass sie diese Risikotechnologie ablehnen und Einwendungen gegen die geplante Anlage vorzubringen", sagte Dannheim.

Um den Ausstieg aus der Uran-Industrie zu beschleunigen, richtet ROBIN WOOD seine Proteste nicht nur gegen die UAA, sondern gegen die gesamte Uran-Industrie. Mit der jetzt startenden Uran-Kampagne wollen die UmweltschützerInnen umfassend darüber informieren, dass Uran - vom Abbau über Transporte bis zur Beseitigung - mit der radioaktiven Verstrahlung von Menschen und mit der Verseuchung von Wasser, Luft und Boden verbunden ist.

So treten bei Menschen in der Umgebung von Uranminen Krankheiten, die durch radioaktive Strahlung ausgelöst werden können, ungewöhnlich häufig auf. Dazu zählen Krebs des Lymphsystems, Knochen- und Lungenkrebs, Leukämie und Missbildungen unter Neugeborenen. Zu der täglichen, schleichenden Verseuchung kommen Unfälle, wie z.B. am 16. Juli 1979 im US-amerikanischen Churchrock/New Mexico. Damals ergossen sich aus einer Uranmine der United Nuclear Corp. 400 Millionen Liter radioaktives Wasser und 1000 Tonnen giftiger Geröllschlamm über das angrenzende Land, versickerten im Boden oder flossen in den Rio Puerco.

Außerdem fallen bei jedem Verarbeitungsschritt große Mengen Atommüll an. Ein Beispiel: aus 220 Tonnen Uranhexafluorid (UF6) werden in der UAA 33 Tonnen angereichertes UF6. Als Abfall verbleiben 187 Tonnen abgereichertes, gefährlich strahlendes UF6. Ein Endlager dafür gibt es nicht.

Bettina Dannheim, Energiereferentin, 0171 - 83 59 515 (vor Ort) und Ute Bertrand, Pressesprecherin, 040 - 380 892 22. Kompakte Hintergrundinformationen auch unter: www.robinwood.de/uran


weitere Infos zur Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
Unterschriftenaktion "Stilllegen statt erweitern!"

AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
IAEA-Chef schlägt weltweites Moratorium für Uran-Anreicherung vor

Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
Protestkundgebung vor der niederländischen Uranfabrik in Almelo

anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
"Herr Steinbrück: Erst Urenco stoppen - dann mit Udo rocken!"

DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten auf

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Protest gegen Jahrestagung Kerntechnik in Düsseldorf

Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Ratsmehrheit hat keine Bedenken gegen Ausbau

Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Internationaler Protest gegen Almelo

Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-Schwarzmarkt

DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangen

Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
Urencos russische Uran-Deals

AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
Areva/Urenco: 3 Mrd. Euro in eine neue Urananreicherungsfabrik

AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
Tausende Einwände gegen Ausbau der Urananreicherung

AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Urananreicherungsanlage: BBU wirft Landesregierung NRW Irreführung der Bevölkerung vor

Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Atomausstieg? Nicht in Gronau

Junge Welt, 07. Juli 2003
Urananlage soll wachsen

Robin Wood, 07. Juli 2003
Atomfabrik Gronau schließen - Aktion auf der Landesgartenschau

AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
Umweltorganisationen protestieren gegen den beantragten massiven Ausbau der Uranfabrik in Gronau

AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Mehr als 6.000 Einsprüche gegen den Ausbau der Gronauer Atomfabrik

Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Urananreicherung soll erweitert werden

Junge Welt, 28. Januar 2003
Uran bis zum Abwinken

Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Uran aus Deutschland

Robin Wood, 27. Januar 2003
Ausstieg statt Ausbau - Aktion auf dem Gronauer Rathaus

redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
Gronau stillegen statt erweitern


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