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Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubauvon Klaus WiedauGemeinsam mit Pfarrer Kai-Uwe Schroeter nahm Pfarrer Günter Mleziva (St. Josef) die Einsegnung des Gebäudes vor und griff dabei eine Lesung aus dem Buch Genesis auf, in der es heißt: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und unterwerft sie euch. Gronau. Die Urenco-Deutschland GmbH hat seit gestern einen eigenen Schutzengel: Pfarrer Kai Uwe Schroeter von der Evangelischen Kirchengemeinde überreichte den Druck des Chagall-Bilder Der Engel als Geschenk zum Richtfest und zur Einweihung des neues Bürogebäudes. Der gute Engel von Urenco titelte Schroeter das Bild kurzerhand um. Bei aller Technik, die das Unternehmen sicherlich beherrsche, sei es dennoch gut, einen Schutzengel an der Seite zu wissen. Einen Schutzengel, der vor technische Pannen bewahrt, aber auch wichtig ist für das Betriebsklima und das menschliche Miteinander im Unternehmen. Der Chagall solle künftig, so Schroeter, immer in den Räumen hängen, wo es Probleme gebe und so als Wanderengel überall gegenwärtig sein. Urenco-Geschäftsführer Dr. Joachim Ohnemus und Dr. Guido Breidenich begrüßten zuvor Vertreter der mehr als 30 am Bau beteiligten Unternehmen. Ohnemus berichtete von ernsten und humorvollen Erlebnissen in der bisherigen Bauzeit des Gebäudes, in dem 40 Büros und ein neues Betriebsrestaurant entstehen. Sein Fazit: Sie sehen, dass auch ein junges Gebäude schon Geschichte hat. Bauen stamme aus dem indogermanischen Sprachraum und stehe für wachsen und gedeihen. Richten stehe für auf etwas hin lenken. Die Wurzeln beider Wörter passten ausgezeichnet zum Richtfest, zur Zukunft des Hauses und der Urenco Deutschland GmbH insgesamt, so der Geschäftsführer: Denn mit den Bauarbeiten - ich denke hier an die Errichtung der zweiten Übergabestation sowie an den Bau neuer Betriebsstraßen auf unserem Gelände - hat die Zukunft von Urenco bereits begonnen. Wenn wir - und davon gehen wir aus - in diesem Jahr die Genehmigung für den Endausbau unserer Anlage erhalt en, sind wir für die ersten wichtigen Schritte in diese Zukunft gut gerüstet, so Ohnemus weiter. Dass die anstehenden Genehmigungsverfahren für den Endausbau durch nicht allzu viel politische Begleitung verzögert werden, wünschte Bürgermeister Karl-Heinz Holtwisch. Die Stadt habe Urenco immer positiv unterstützt und freue sich, dass 2003 der Unternehmenssitz von Jülich nach Gronau verlegt worden sei. Es tue sicher auch der Stadtkasse gut, ein solches Unternehmen in der Stadt zu haben, so Holtwisch. Josef Niehoff, bauleitender Architekt, freute sich darüber, dass inzwischen zwei Drittel der Bauarbeiten termingerecht über die Bühne gegangen seien und zeigte sich überzeugt, den Bau (Niehoff: ein modernes, schnörkelloses, komfortables, arbeitsplatzgerechtes Gebäude) in zwei Monaten fertig zu stellen. Bauleiter Hans Richter (Ingenieurbüro Hoff & Partner) erinnerte auf einer Zeitreise an einzelne Meilensteine der Bau- und Technikgeschichte in den zurückliegenden 2000 Jahren. Gemeinsam mit Hermann Ehling (Fa. Bode) und Geschäftsführer Dr. Ohnemus leitete er zum eigentlichen Richtfestakt über: Die Richtkrone wehte wenig später nicht über, sondern im Neubau. Hand anlegen musste Dr. Ohnemus dann bei Einmauern einer Gedenkkapsel mit Zeitdokumenten - darunter auch die tagesaktuelle WN-Ausgabe. Gemeinsam mit Pfarrer Kai-Uwe Schroeter nahm Pfarrer Günter Mleziva (St. Josef) die Einsegnung des Gebäudes vor und griff dabei eine Lesung aus dem Buch Genesis auf, in der es heißt: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und unterwerft sie euch. Urenco nehme diesen Auftrag wahr, so Mleziva in einer kurzen Ansprache. Und: Wir wissen, dass Sie nicht unumstritten sind in Ihrem Dienst. Aber: Lassen Sie sich bitte nicht beirren, wir brauchen Sie, so der Pfarrer unter Hinweise auf Geld, Energie und Arbeitsplätze, für die das Unternehmen Verantwortung trage.
Leserbrief"Schlägt dem Fass den Boden aus"von Willi Heesters, Wettringer Bürgerinitiative gegen Atomenergie (WEGA)Eigentlich könnte ich mich gemütlich zurücklehnen und denken: Wie gut dass ich aus der Kirche ausgetreten bin, so muß ich mich nicht ärgern. Trotzdem frage ich, was wohl die vielen Kirchenmitglieder denken, wenn sie in der Heimatzeitung lesen, wie Ihr Pfarrer voll des Lobes für den Weltkonzern Urenco anlässlich eines Richtfestes für das neue Bürogebäude die Festansprache hält. Was er sagt "schlägt dem Faß den Boden aus." "Seid fruchtbar und vermehrt Euch, bevölkert die Erde und unterwerft sie Euch", und weiter "Lassen Sie sich bitte nicht beirren, wir brauchen Sie". Und er verweist auf die Verantwortung der Urenco für Geld, Energie und Arbeitsplätze. Die Urananreicherungsanlage der Urenco dient einzig und allein dem Zweck die Atomenergie in der Welt zu fördern. Die erste Station der Uranverarbeitung ist der Uranabbau. Auch in Deutschland wurde schon Uran abgebaut - mit verheerenden Folgen. Die Wismut ist nun stillgelegt, und die schleichende Verseuchung, die der Uranabbau mit sich bringt, spielt in der Diskussion um die Atomkraft hierzulande kaum eine Rolle. Denn Uran wird vor allem in Gebieten mit indigenen Gesellschaften abgebaut. Die größten Uranabbaugebiete befinden sich in Kanada, Australien, Afrika und den Staaten der GUS. Für alle Uranabbaugebiete gilt: Über 80% der Radioaktivität bleibt in den Abraumhalden. Der Wind verweht strahlende Partikel in alle Richtungen. Verseuchtes Wasser sickert ins Erdreich, der Regen spült radioaktiven Schlamm in die Flüsse, von deren Wasser Menschen, Tiere und Pflanzen trinken. Eines der gefährlichsten Zerfallsprodukte des Urans ist das Edelgas Radon, das sich unsichtbar und geruchlos von den Aufbereitungsanlagen und den Halden und Mülldeponien ausbreitet und ein deutlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko zur Folge hat. Die Verantwortung für all diese Umweltkatastrophen hat auch die Urenco! Und das wissen Pfarrer Schroeter und Pfarrer Mleziva doch auch. Schließlich informieren Gronauer AtomkraftgegernInnen schon seit über 20 Jahren über die Gefahren die von der UAA ausgehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die einseitige Sichtweise der Kirchenvertreter von den Mitgliedern akzeptiert wird.
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Junge Welt, 07. Juli 2003
Robin Wood, 07. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Junge Welt, 28. Januar 2003
Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Robin Wood, 27. Januar 2003
redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
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