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DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangenWashington (dpa) - Kurz vor Libyens Verzichtserklärung zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen haben die USA einen deutschen Frachter abgefangen, der Bauteile für die Urananreicherung für Libyen geladen hatte. Das bestätigte das US-Außenamt in Washington. Die Urananreicherung ist Voraussetzung für den Bau von Atombomben. Nach monatelangen Geheimverhandlungen mit Tripolis hatten die USA und Großbritannien die Entscheidung des libyschen Revolutionsführers Muammar el Gaddafi im Dezember bekannt gegeben.
Einfuhr von Zentrifugen-Bauteilen nach Libyen im Herbst blockiertCrawford/USA (AP) Auf einem deutschen Frachter sind nach Angaben eines US-Regierungsbeamten im Herbst mehrere tausend Bauteile für Zentrifugen beschlagnahmt worden, die nach Libyen ausgeführt werden sollten. Zentrifugen können zur Urananreicherung verwendet werden und haben daher eine wichtige Rolle beim Bau von Atomwaffen. Regierungskreise halten es nicht für ausgeschlossen, dass das Scheitern der Lieferung zur Entscheidung der libyschen Regierung beigetragen habe, auf die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu verzichten.Über die Beschlagnahmeaktion Anfang Oktober berichtete am Mittwoch zunächst das «Wall Street Journal». Die Regierung von US-Präsident George W. Bush bestätigte die Angaben später, nannte aber keine Einzelheiten. Unter Berufung auf andauernde Ermittlungen wurde auch nicht mitgeteilt, aus welchem Staat die Bauteile kamen. Den Informationen des Regierungsbeamten zufolge erfuhren britische und amerikanische Geheimdienste im September, dass ein deutscher Frachter einen Hafen am Persischen Golf mit Zentrifugen-Ausrüstung für Libyen verlassen sollte. Die Geheimdienste informierten die deutschen Behörden, die mit dem Eigner des Frachters Kontakt aufnahmen. Dabei soll es sich dem US-Regierungsbeamten zufolge um die BBC Chartering and Logistic GmbH handeln. Die Firma wies das Schiff nach Darstellung des Informanten daraufhin an, einen italienischen Hafen anzusteuern. Dort entdeckten britische und amerikanische Ermittler die Zentrifugen-Teile und beschlagnahmten sie. Die US-Regierung würdigte die Arbeit der deutschen und der italienischen Behörden bei der Aktion.
BBU fordert lückenlose Herkunft der für Libyen bestimmten ZentrifugentechnikEinspruch gegen den Ausbau der niederländischen Atomfabrik in Almelo - Erörterungstermin in Gronau?Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert eine lückenlose Aufklärung der Herkunft der Zentrifugenbauteile zur Urananreicherung, die auf dem Seeweg nach Libyen beschlagnahmt worden sind. Erst zum Jahreswechsel wurde bekannt, daß die Beschlagnahmung bereits vor einigen Wochen erfolgte. Insbesonders fordert der BBU darüber Aufklärung, ob und welche deutschen Unternehmen die Lieferung nach Libyen veranlasst haben. BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz wies in einer Presseerklärung darauf hin, daß der international tätige Urenco-Konzern im westfälischen Gronau die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage (UAA) betreibt. In dieser Anlage wird Uran mittels der Zentrifugentechnik für den Einsatz in Atomkraftwerken vorbereitet. Grundsätzlich kann mit der Zentrifugentechnik auch Uran für den Einsatz in Uranbomben vorbereitet werden. Buchholz betont, daß aus den Reihen der Anti-Atomkraft-Bewegung immer wieder darauf verwiesen wurde, daß gerade bei der Urananreicherung eine Trennung zwischen militärischer und sogenannter ziviler Nutzung eigentlich nur theoretisch möglich ist. Aus Sicherheitsgründen, aber auch um einem denkbaren militärischen Mißbrauch vorzubeugen, fordert daher auch der BBU seit Jahren die Stillegung der Gronauer Atomfabrik.Der BBU kritisiert in diesem Zusammenhang massiv die rot-grünen Regierungen in Düsseldorf und Berlin, die dem beantragten Ausbau der Gronauer Anlage offensichtlich keine Steine in den Weg legen. Die Kapazität der Gronauer Fabrik soll von genehmigten 1800t Urantrennarbeit pro Jahr (UTA/a) auf 4500t UTA/a erhöht werden. Damit könnte jährlich Uran für den Betrieb von ca. 35 Atomreaktoren pro Jahr angereichert werden; dies übesteigt den bundesdeutschen Bedarf erheblich. Der BBU kritisiert weiterhin, daß der Betrieb der UAA Gronau bei den Verhandlungen zum Atomausstieg völlig ausgeklammert worden war. Verbunden mit den Ausbauplänen wäre zwangsweise auch eine erhöhte Produktion neuer Zentrifugen zur Urananreicherung. Gegen den Ausbau der UAA Gronau wurden im Jahr 2003 rund 7000 Einsprüche erhoben, im Sommer fand ein mehrtägiger Erörterungstermin statt. Der BBU befürchtet, daß in den nächsten Monat das NRW-Energieministerium die Genehmigung zum Ausbau erteilen wird. Gleichzeitig soll dann voraussichtlich auch ein sogenanntes Zwischenlager für rund 60.000 Tonnen Uranoxid für den Standort Gronau genehmigt werden. Der BBU wird weiterhin den örtlichen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau im Widerstand gegen Betrieb und Ausbau der UAA Gronau unterstützen. Doch nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in den Niederlanden sind der BBU und seine westfälische Mitgliedsorganisation Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau in Sachen Urananreicherung aktiv. Gemeinsam haben beide Ende Dezember beim niederländischen Umweltministerium Einspruch gegen den beantragten Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) in Almelo erhoben. Gleichzeitig wurde beantragt, daß ein Erörterungstermin über Einsprüche aus der Bundesrepublik im Gronauer Rathaus durchgeführt werden soll. Auch die niederländische Anlage gehört zum Urenco-Konzern. Die niederländische Anlage geriet bereits in der Vergangenheit in die Schlagzeilen, nachdem ein pakistanischer Wissenschaftler dort Atomspionage betrieben hatte. In Almelo soll zukünftig, ebenso wie im nahegelegenen Gronau, noch mehr Uran als bisher für den Einsatz in Atomkraftwerken vorbereitet werden. BBU und AKU befürchten eine Zunahme der Urantransporte, ein höheres Risiko für Störfälle und ein Anwachsen der Atommüllberge. Außerdem wird befürchtet, daß die UAA Flugzeugabstürze nicht aushalten wird. Noch bis zum 8. Januar können beim Umweltministerium in Den Haag Einsprüche gegen den Ausbau der UAA Almelo eingereicht werden. Ein Sammeleinspruch von BBU e. V. und AKU kann im Internet beim BBU kopiert werden. Nähere Informationen sind beim AKU Gronau unter Tel. 02562/23125 erhältlich. Der BBU verweist darauf, daß auch beim monatlichen Protest-Sonntagsspaziergang an der UAA Gronau (4.1., 14.00 Uhr) Einsprüche gegen den Ausbau der UAA Almelo unterschrieben werden können.
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Junge Welt, 07. Juli 2003
Robin Wood, 07. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Junge Welt, 28. Januar 2003
Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Robin Wood, 27. Januar 2003
redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
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