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Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-SchwarzmarktDas Beispiel des deutschen Frachters "BBC China" zeigt: Skrupellose Händler verkaufen weltweit Material zum Bombenbauvon Hans LeyendeckerDer Fund von Material zur Urananreicherung auf dem deutschen Frachter "BBC China" hat die Welt auf ein neues Problem aufmerksam gemacht: Es gibt einen Schwarzmarkt, auf dem Teile zur Herstellung einer Gasultrazentrifuge (GUZ) gehandelt werden.Die Gefahr, erklärte ein britischer Geheimdienstler der Süddeutschen Zeitung, gehe nicht von Staaten, sondern von "raffgierigen Geschäftsleuten" aus, die sich Teile der GUZ besorgt und diese über Mittelsmänner Staaten wie Libyen angeboten hätten. Vor etlichen Jahren sollen Teile der GUZ, die das europäische Konsortium Urenco (vormals Uranit) herstellte, gestohlen und nach Pakistan geschafft worden sein. Von dort sollen sie, auch als Nachfertigungen, an Firmen in Asien gelangt sein, die sie zum Kauf anbieten. Das Gaszentrifugenverfahren zur Uran-Anreicherung wurde etwa Mitte der sechziger Jahre mit staatlicher Unterstützung entwickelt, um die Brennstoffversorgung der damals im Aufbau befindlichen Kernkraftwerke sicherzustellen. Das Anreicherungsverfahren, das für zivile, aber auch militärische Zwecke verwendet werden kann, wird seit 1970 auf Grund eines Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik, Großbritannien und den Niederlanden weiter entwickelt.
» Geheimdienste gehen davon aus, dass mit Hilfe von Fachleuten in Pakistan Länder wie Iran und Nordkorea in den GUZ-Bau eingewiesen wurden «Mit Hilfe der GUZ und des in Holland ausgebildeten Atomwissenschaftlers Abdul Qadeer Khan ist Pakistan zur Atommacht geworden. Khan, der Vater der pakistanischen Atombombe, hatte im holländischen Almelo Mitte der siebziger Jahre Einblick in hochgeheime Urenco-Unterlagen bekommen und war dann nach Pakistan zurückgekehrt. Geheimdienste gehen davon aus, dass mit Hilfe von Fachleuten in Pakistan Länder wie Iran und Nordkorea in den GUZ-Bau eingewiesen wurden. Auch der Irak hatte in den achtziger Jahren auf drei Wegen versucht, eine Atombombe zu bauen - der aussichtsreichste war der mit der GUZ gewesen. Mittlerweile gibt es, so ein hoher deutscher Sicherheitsbeamter, "weltweit einen Markt von GUZ-Händlern". Jüngst nahmen pakistanische Sicherheitsbehörden drei Wissenschaftler fest, die im Verdacht stehen, dass sie Geheimnisse der GUZ an andere Länder wie Nordkorea oder Iran weitergereicht haben. Einer der drei ist inzwischen aus der Haft entlassen worden. Hinweise von Inspektoren der IAEA in Wien hatten die Pakistaner auf die Spur der Wissenschaftler gebracht. Khan war nicht darunter. Als der Generaldirektor der IAEA, Mohammed el-Baradei, jüngst zu Inspektionen nach Libyen reiste, war er sichtlich verblüfft. Die Libyer präsentierten ihm Teile der GUZ, die sie in der Vergangenheit eingekauft hatten: Rotoren, Magneten, Zentrifugen, die auf Fließdrück- und Bandlegemaschinen hergestellt worden waren. Feinste Waren. Die Libyer hatten die GUZ-Teile über Jahre Stück für Stück gekauft. "Immer, wenn sich ein Anbieter zeigte, schlugen sie zu", sagt der britische Geheimdienstler. In den achtziger Jahren sei das Einkaufsprogramm offenkundig zum Erliegen gekommen. Dann sei es in den neunziger Jahren wieder aufgenommen worden. Das libysche Atomprogramm war zwar noch in einem sehr frühen Stadium, aber das nordafrikanische Land war auf dem Weg, irgendwann Atommacht zu werden.
Erstaunen über FundeBaradei zeigte sich erstaunt über die Funde. "Wir haben das gesamte Material gesehen, das Libyen importiert hat", erklärte er vor ein paar Tagen. Es gebe offenkundig seit Ende des Kalten Krieges einen schwarzen Markt für solche hochsensitiven Atomfabriken. Die Käufer müssten nicht mehr bei einem Land eine Atomanlage erwerben, sondern könnten sich bei vielen Lieferanten bedienen, um für viel Geld eine solche Anlage zu erstellen. Der Fortschritt ist gefährlich: Irakische Techniker hatten in den achtziger Jahren Schwierigkeiten, das Zentrifugenverfahren, das ein Produkt deutscher Ingenieurkunst ist, zu beherrschen. Bagdad brauchte, um es in Gang zu halten, einen deutschen Spezialisten, der deshalb Ende der neunziger Jahre vom Bayerischen Obersten Landesgericht wegen Landesverrats zu fünf Jahren Haft verurteilt worden ist. Die Entwicklung ist vorangeschritten. "Heute ist es kein großes Problem", sagt ein hochrangiger deutscher Sicherheitsexperte, "die GUZ zu bauen". Exporteure des Todes böten nun fachmännischen Rat.
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Junge Welt, 07. Juli 2003
Robin Wood, 07. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Junge Welt, 28. Januar 2003
Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Robin Wood, 27. Januar 2003
redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
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