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Reuters-Agenturmeldung, 26. Januar '00 Wieder Atomtransporte genehmigtBerlin (Reuters) - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach einem mehr als eineinhalbjährigen Stopp erstmals wieder innerdeutsche Atom-Transporte genehmigt. BfS-Präsident Wolfgang König teilte am Mittwoch vor Journalisten in Berlin mit, sein Amt habe fünf Castor-Transporte mit bestrahlten Brennelementen aus den Atomkraftwerken Biblis, Neckarwestheim und Philippsburg in das westfälische Zwischenlager Ahaus genehmigt. Durch zusätzliche Auflagen gegenüber früheren Genehmigungen sei gewährleistet, dass Grenzwerte für radioaktive Verunreinigungen eingehalten würden. Voraussichtlich frühestens ab August könne der erste Transport verbrauchter Brennelemente in ein Zwischenlager rollen. Die Betreiber der Kraftwerke müssten entsprechend einer Forderung der Länderinnenminister den konkreten Transporttermin sechs Monate vorher bei den Polizeibehörden anmelden. Die frühere Umweltministerin Angela Merkel hatte im Mai 1998 wegen zu hoher Strahlenwerte an den Transportbehältern alle Transporte bis auf weiteres gestoppt.
Transporte wieder möglichAb August können wieder Atom-Transporte aus den Kraftwerken Biblis, Neckarwestheim und Philippsburg ins westfälische Zwischenlager Ahaus rollen. Wie ein Sprecher des zuständigen Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) am Mittwoch in Berlin mitteilte, genehmigte die Behörde fünf Anfragen der Kraftwerke unter Auflagen. So müssen die Arbeiter beim Beladen der Behälter in den Kraftwerken Schutzhemden tragen. Wann genau der erste Castor-Transport stattfinden wird, ist noch unklar, da dies von den Kraftwerksbetreibern abhängt. Umweltverbände werteten die Entscheidung des BfS als "skandalös". Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) drängte auf eine "akzeptable Lösung" beim Atomausstieg. Hingegen verteidigte der Bundesvorstand der Grünen die Entscheidung des Bundesamtes. Laut BfS wurden für künftige Castor-Transporte auch die Kontrollmaßnahmen verbessert: Die Betreiber der Kraftwerke sind nun allein verantwortlich für die Ausführung der Transporte. Es bestehe zudem eine Meldepflicht, wenn die Strahlenbelastung die Grenzwerte überschreitet; die international festgelegten Grenzwerte müssen eingehalten werden. Die Kraftwerke müssen ihren Transport sechs Monate vor dem geplanten Termin bei der Polizei anmelden. Die Genehmigungen sind auf zwei Jahre befristet. Der Naturschutzbund (Nabu) bezeichnete die Genehmigung als "skandalös". Es gebe weiterhin "erhebliche Zweifel an der Sicherheit" der Transporte. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betonte, er halte die Transportbehälter für den radioaktiven Müll weiterhin nicht für sicher. Greenpeace kritisierte, dass die Atomtransporte wieder aufgenommen würden, ohne dass der Grund für die überschrittenen Grenzwerte ermittelt wurde. Die Bürgerinitiativen in Lüchow-Dannenberg und Ahaus warfen dem Bundesamt für Strahlenschutz vor, sich dem Druck der Akw-Betreiber gebeugt zu haben. Im Mai 1998 hatte die damalige Umweltministerin Angela Merkel (CDU) alle Castor-Transporte ausgesetzt. Der Grund waren jahrelang verschwiegene radioaktive Verunreinigungen an den Außenflächen der Castor-Behälter. Höhn forderte in Düsseldorf, es müsse "klar sein", dass Castor-Transporte dem Ausstieg aus der Atomenergie dienten. Anderenfalls werde die Bevölkerung solche Transporte nicht akzeptieren. Hingegen erklärte der Bundesvorstand der Grünen, die Entscheidung dokumentiere, dass die Bundesregierung der Sicherheit der Bevölkerung höchste Priorität einräume. Die Genehmigung sei erst erteilt worden, nachdem die Kraftwerksbetreiber die Sicherheitsauflagen erfüllt hätten.
>Mo, 08.01. Berliner Zeitung >Di, 09.01. Berliner Zeitung >Mi, 26.01. Bundeamt für Strahlenschutz, Pressemitteilung >Mi, 26.01. dpa-Agenturmeldung >Mi, 26.01. AFP/dpa-Agenturmeldungen >Do, 27.01. Münsterland
Zeitung - Ahauser Zeitung
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