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Pressemitteilung Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), 11. Juli 2003

In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Bürgerinitiativen kündigen nach Erörterungsende weitere Proteste an

In Nordrhein-Westfalen soll das bundesweit einzige Lager für Uranoxid neben der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau gebaut werden. Dies wurde heute am vierten Tag des Erörterungstermins zum Ausbau der Gronauer Atomfabrik bekannt. Bisher war nur bekannt, dass zwar ein derartiges Lager für den Standort vorgesehen ist, nicht bekannt war jedoch, dass das Lager einzigartig in der Bundesrepublik sein soll.
Strahlendes Gronau

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V. hat in einer Pressemitteilung betont, dass die vorgesehene Uran"zwischen"lager in Gronau das völlig desolate Atommüll-Entsorgungskonzept der Bundesregierung widerspiegelt: Obwohl weit und breit kein Endlager in Sicht ist, läßt die Bundesrepublik weiterhin die Atommüllproduktion zu.


...wer schützt hier eigentlich wen vor was...?
Zwischenzeitlich wurde heute Mittag der Erörterungstermin zum UAA-Ausbau beendet. Am vierten und letzten Erörterungstag standen besonders Fragen des Strahlenschutzes und der Atommüll-Entsorgung auf der Tagesordnung. Dabei stellten besonders anwesende Ahauser Bürger Fragen, da sich in Ahaus ein Castor-Atommülllager befindet, dessen Entsorgung auch völlig ungelöst ist.

In einem abschließenden Fazit erklärte BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz im Namen mehrerer Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen, dass seitens der Einwenderinnen generell der Ausbau der Gronauer Atomfabrik grundsätzlich abgelehnt wird. Darüber hinaus wird sie Stillegung der bereits laufenden Anlage gefordert. Buchholz forderte am Ende der Erörterung, dass sich neben der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem NRW-Energieministerium, auch das NRW-Umweltministerium intensiv mit dem UAA-Genehmigungsverfahren befassen soll. So soll Bärbel Höhns Ministerium z.B. prüfen, ob der Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ausreichend abgesteckt wurde. Außerdem soll das Umweltministerium dafür Sorge tragen, dass auch die Urantransporte Gegenstand des Genehmigungsverfahren werden.

Buchholz forderte zudem, dass sich letztlich auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit diesen Fragestellungen befassen soll. Insgesamt bilanzierte Buchholz, dass der Erörterungstermin, der 30 km entfernt von Gronau durchgeführt wurde, eine Farce war und dass das Ergebnis, der Genehmigungsbescheid, vermutlich bereits in den Schubladen der Genehmigungsbehörde liegt. Als Indiz hierfür wertet der BBU auch die in der FR v. 10.07.03 nachzulesende skandalöse Bezeichnung der UAA als "Chemieanlage" durch die Landesregierung NRW. Dennoch ist Buchholz davon überzeugt, dass durch die Einbringung zahlreicher Argumente im Verlauf des Erörterungstermins gegen den UAA-Betrieb und UAA-Ausbau der möglichen Genehmigung vielfältige Steine in den Weg gelegt wurden.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V., seine Mitgliedsorganisation "Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau" und andere Bürgerinitiativen und Verbände werden sich in den nächsten Wochen und Monaten darum bemühen, den politischen Druck auf die rot-grünen Regierungen in Düsseldorf und Berlin zu verstärken, um die UAA-Ausbaupläne und das bundesweit einzige Uranoxidlager doch noch zu verhindern. Zu diesem Zweck werden weitere Protestaktionen geplant.


Kontakt

Nähere Informationen erteilen die Bürgerinitiativen unter Tel.: 02582 / 4171 (AKU Gronau) und unter Tel.: 02562 / 23125 (BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz).

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Siedlerweg 7
48599 Gronau
fon 02562/23125
info@aku-gronau.de
Arbeitskreis Umwelt Gronau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
Robin Wood


kurz und knapp

Triftige Gründe sprechen gegen den Ausbau des Gronauer Atomkomplexes:
Die Pläne gefährden die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Eigentum.
Mit dem Betrieb und dem Ausbau der Gronauer Atomfabrik wird der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken im In- und Ausland ermöglicht und die dringend notwendige Energiewende behindert.
Es gibt kein sicheres Endlager für den anfallenden Atommüll.
Störfälle, Flugzeugabstürze, Sabotage und Transportunfälle stellen ein enormes Risiko für Bevölkerung und Umwelt im deutsch-niederländischem Grenzgebiet dar.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass abgereichertes Uran, das in Gronau als Abfall anfällt, zu einem späteren Zeitpunkt zum Bau von Uranmunition verwandt wird.


Spendenkonto

Zur Unterstützung des Widerstandes gegen die UAA (z. B. für Sachbeistände) wird um Spenden auf das Konto des AKU Gronau bei der Volksbank Gronau gebeten: Bankleitzahl 401 640 24, Konto: 110 551 700. Stichwort: Erörterung.


Anreise

Informationen über die Tagesordnung der Erörterung, Busshuttle usw. findet man auf der Internetseite der Genehmigungsbehörde unter http://www.mvel.nrw.de.


weitere Infos zur Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
Unterschriftenaktion "Stilllegen statt erweitern!"

AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
IAEA-Chef schlägt weltweites Moratorium für Uran-Anreicherung vor

Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
Protestkundgebung vor der niederländischen Uranfabrik in Almelo

anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
"Herr Steinbrück: Erst Urenco stoppen - dann mit Udo rocken!"

DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten auf

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Protest gegen Jahrestagung Kerntechnik in Düsseldorf

Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Ratsmehrheit hat keine Bedenken gegen Ausbau

Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Internationaler Protest gegen Almelo

Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-Schwarzmarkt

DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangen

Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
Urencos russische Uran-Deals

AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
Areva/Urenco: 3 Mrd. Euro in eine neue Urananreicherungsfabrik

AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
Tausende Einwände gegen Ausbau der Urananreicherung

AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Urananreicherungsanlage: BBU wirft Landesregierung NRW Irreführung der Bevölkerung vor

Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Atomausstieg? Nicht in Gronau

Junge Welt, 07. Juli 2003
Urananlage soll wachsen

Robin Wood, 07. Juli 2003
Atomfabrik Gronau schließen - Aktion auf der Landesgartenschau

AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
Umweltorganisationen protestieren gegen den beantragten massiven Ausbau der Uranfabrik in Gronau

AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Mehr als 6.000 Einsprüche gegen den Ausbau der Gronauer Atomfabrik

Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Urananreicherung soll erweitert werden

Junge Welt, 28. Januar 2003
Uran bis zum Abwinken

Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Uran aus Deutschland

Robin Wood, 27. Januar 2003
Ausstieg statt Ausbau - Aktion auf dem Gronauer Rathaus

redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
Gronau stillegen statt erweitern


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