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Pressemitteilung Robin Wood, 07. Juli 2003

Atomfabrik Gronau schließen


Robin Wood-Aktion auf der Landesgartenschau in Gronau

"Strahlend fährt der Tod durchs Land. Stoppt die Uranfabrik Gronau!" steht auf dem Transparent, das ROBIN WOOD-AktivistInnen heute Mittag auf dem Gelände der nordrhein-westfälischen Landesgartenschau über Bahngleisen gespannt haben, über die üblicherweise die Waggons mit strahlendem, hoch giftigem Uran auf dem Weg in die Uranfabrik Gronau rollen. Mit der Aktion protestieren die UmweltschützerInnen gegen die geplante Erweiterung der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage. Morgen wird in dem Örtchen Legden die öffentliche Erörterung des UAA-Ausbaus beginnen.

260 Bahnwaggons oder 750 LKW, beladen mit Uranhexafluorid, rollen jährlich durch das Gronauer Stadtgebiet. Ziel ist die Urananreicherungsanlage der Firma Urenco. Schon jetzt reicht die Kapazität der Atomfabrik aus, um 14 Atomkraftwerke mit Brennstoff zu versorgen. Doch die Urenco plant eine Vergrößerung der Atomfabrik um das Anderthalbfache. Diese Erweiterung hätte zur Folge, dass jährlich bis zu 840 Bahnwaggons oder 2.770 LKW beladen mit strahlendem Uran durch die Gronauer Innenstadt rollen würden.

"Uranhexafluorid ist in höchstem Maße giftig", erklärt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Doch trotz der bekannten Gefahren wird das Uran in einfachen Behältern ohne Schutzhülle durch dicht besiedelte Gebiete transportiert. Das verstößt gegen die Empfehlungen der Internationalen Atomenergie Behörde. Bei einem schweren Transportunfall wären die Folgen katastrophal. Die Art und Weise, in der die Urenco diese Gefahren herunter spielt, ist Ausdruck der nachlässigen Gefahrenvorsorge und Unzuverlässigkeit des Betreibers." Die gesundheitlichen Gefahren, die sich für die Bevölkerung durch den Betrieb der Atomanlage ergeben, nimmt die Urenco offenbar nicht ernst. So werden in der Umgebung des UAA-Geländes die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung nicht eingehalten. Das gibt die Urenco in ihrem Sicherheitsbericht selbst zu. Zusätzlich zur erhöhten Strahlenbelastung im Normalbetrieb kommen immense gesundheitliche Risiken, etwa durch Transportunfälle, Blitzschlag und Brände in der Anlage sowie Unfall bedingte oder gezielte Flugzeugabstürze.

Am morgigen Dienstag, den 8. Juli, beginnt in Legden der atomrechtliche Erörterungstermin zur Erweiterung der Gronauer Atomfabrik. Dem nordrhein-westfälischen Energieministerium liegen knapp 7.000 Einwendungen vor, die in der kommenden Woche vorgetragen und erörtert werden. "Auch wenn die Genehmigungsbehörde bisher kaum Interesse für die Sorgen der Bevölkerung gezeigt hat, werden wir unsere Argumente vortragen und auf eine Schließung der Anlage drängen", so Dannheim.

ROBIN WOOD fordert das nordrhein-westfälische Energieministerium auf, den Antrag der Urenco abzulehnen. Ein Ausbau der Atomfabrik ist mit dem von der rot-grünen Bundesregierung gesetzlich geregelten Atomausstieg nicht vereinbar. Die Erweiterung der Anlage würde dazu führen, dass von Gronau aus 34 Atomkraftwerke auf der ganzen Welt mit Brennstoff versorgt werden könnten. Wer in Deutschland aus der Atomenergie aussteigen will, darf den Ausbau und Weiterbetrieb von Atomkraftwerken in anderen Ländern nicht sichern.

Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gern an uns wenden:
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de


weitere Infos zur Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
Unterschriftenaktion "Stilllegen statt erweitern!"

AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
IAEA-Chef schlägt weltweites Moratorium für Uran-Anreicherung vor

Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
Protestkundgebung vor der niederländischen Uranfabrik in Almelo

anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
"Herr Steinbrück: Erst Urenco stoppen - dann mit Udo rocken!"

DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten auf

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Protest gegen Jahrestagung Kerntechnik in Düsseldorf

Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Ratsmehrheit hat keine Bedenken gegen Ausbau

Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Internationaler Protest gegen Almelo

Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-Schwarzmarkt

DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangen

Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
Urencos russische Uran-Deals

AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
Areva/Urenco: 3 Mrd. Euro in eine neue Urananreicherungsfabrik

AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
Tausende Einwände gegen Ausbau der Urananreicherung

AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Urananreicherungsanlage: BBU wirft Landesregierung NRW Irreführung der Bevölkerung vor

Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Atomausstieg? Nicht in Gronau

Junge Welt, 07. Juli 2003
Urananlage soll wachsen

Robin Wood, 07. Juli 2003
Atomfabrik Gronau schließen - Aktion auf der Landesgartenschau

AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
Umweltorganisationen protestieren gegen den beantragten massiven Ausbau der Uranfabrik in Gronau

AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Mehr als 6.000 Einsprüche gegen den Ausbau der Gronauer Atomfabrik

Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Urananreicherung soll erweitert werden

Junge Welt, 28. Januar 2003
Uran bis zum Abwinken

Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Uran aus Deutschland

Robin Wood, 27. Januar 2003
Ausstieg statt Ausbau - Aktion auf dem Gronauer Rathaus

redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
Gronau stillegen statt erweitern


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