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Westfälische Nachrichten, 13. Juli 2004

Emotionalität früherer Jahre fehlte

Politischer Abend in Alstätte

Alstätte. -rs- Ob's daran lag, dass es in den vergangenen Jahren in Alstätte stehts Wahlergebnisse gab, die die CDU mit teils weit über 60 Prozent vorne sahen? Oder es immerhin noch 75 Tage sind, bis die Bürgermeisterwahl ansteht? Jedenfalls war der Politische Abend, zu dem der Alstätter Heimat- und Gewerbeverein die vier Ahauser Bürgermeisterkandidaten eingeladen hatten, entgegen früherer Veranstaltungen, bei denen es zum Teil hoch herging, eher von nüchterner Selbstdarstellung und wenig Emotion bestimmt.

Einstimmige Beschlüsse

Beispiel Andreas Dönnebrink: Der nach 1999 zum zweiten Mal für das Amt des Rathauschefs antretende SPD-Mann ("Ich möchte im Fall meiner Wahl ein parteiunabhängiger Bürgermeister sein") erwiderte auf die Frage von Moderator Klaus Wiedau, wie er die Politik der CDU in den vergangen Jahren beurteile, dass es im Rat zu 98 Prozent einstimmige Beschlüsse gegeben habe. Dönnebrink: "Da fällt auch ein wenig Glanz auf uns."

Etwas forscher ging da schon Dieter Homann, Bürgermeisterkandidat der UWG, zu Werke: Er prangerte die Haltung der CDU zum Brennelementzwischenlager (BZA) an, bezeichnete die Entscheidung für das BZA als "folgenschwerer Fehler". Und: Auch Alstätte sei betroffen, wenn es in Ammeln zum Störfall komme.

Bewegung in die "festgefahrenen Strukturen" der Ahauser Kommunalpolitik bringen möchte Klaus Löhring (Bündnisgrüne). Seine Aussage, dass er auch schon "recht zufrieden" wäre, wenn er als weiteres Ratsmitglied der Grünen in den Rat einziehen würde, offenbarte jedoch, dass er sich wohl keine großen Chancen ausrechnet, Dr. Dirk Korte zu beerben.

Genau das Gegenteil trifft auf Felix Büter (CDU) zu, der das Kandidatenquartett in Ahaus komplettiert. Der 45-Jährige ("Die CDU hat über 50 Jahre hinweg gute Kommunalpolitik in Ahaus betrieben") kann als Gebietsleiter der AOK auf die meiste Verwaltungserfahrung zurückblicken - und warf dieses Pfund am Montagabend natürlich in die Waagschale.

Sich für eine familienfreundlichere Politik einsetzen, für mehr Bürgernähe der Verwaltung sorgen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort zu verbessern - in diesen Zielen unterscheiden sich die vier Kandidaten, das offenbarte die Diskussion, nur wenig. Allenfalls in Detailfragen gab es divergierende Positionen.

Dorfparlamente?

Beispiel Dorfparlamente: Während sich Homann ausdrücklich dafür ("Mehr Entscheidungsbefugnis auf Ortsteilebene") aussprach, winkte Felix Büter ab ("Haben Ratsmitglieder aus den Ortsteilen, die kompetent genug sind, die Interessen der Menschen im Rat zu vertreten").

Fazit: Die Alstätter, wenn auch nicht so zahlreich erscheinen, nutzten den Abend, um ihre Meinung kundzutun, auf Missstände in Alstätte aufmerksam zu machen und den Politikern auf den Zahn zu fühlen.


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