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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 12. Juli 2000

Leserbrief

Abschaffung des Shops muss gefordert werden

von Stefan Bienas

Die Zeiten haben sich geändert. Nur eine Minderheit schient es noch abzulehnen, wie in Ahaus mit einem Teil der ausländischen Bevölkerung umgegangen wird. Im Gegenteil: Neben einfachem Desinteresse zu diesem Thema scheint die Zustimmung zu ausgrenzenden Maßnahmen im Umgang mit den Ahauser Asylbewerbern groß zu sein. Egal, ob es die gedankliche Vorstellung vom faulen, arbeitsscheuen Abzockerasylanten ist, der "uns Deutschen" parasitär auf der Tasche liegt, oder bei der Ansicht hier und nicht bei der deutschen Bevölkerung sei zuallererst Kriminalität zu suchen: Der Asylbewerbershop als gesonderte Versorgungsstation für die Ahauser Migranten schient all diesen Ressentiments Recht zu geben. Noch schlimmer: Von oben, von den Ahauser Stadtvätern, scheint all diesem nun Recht gegeben zu werden. Der Sündenbock ist geboren.

Wenn die Verwaltung sonst auch versuchte, dort zu helfen, wo in der Ahauser Bevölkerung Probleme zu erkennen waren, und sich zumindest immer mit einigermaßen gutem Willen in der Position als Servicedienstleister betätigte. Im Umgang mit den vollkommen von der Stadt abhängigen Asylbewerbern ist dies nun ganz anders. Kein Bitten und Problembekunden hilft um etwas auf den Prüfstand zu stellen, geschweige dann um etwas zu ändern. Belege müssen her, so der Ahauser Bürgermeister. Indizien allein reichen nicht. Da könnte ja jeder kommen und erklären, er werde würdelos behandelt. Beweisen können oder entschuldigen.

Die Diskussion geht am Punkt vorbei. Diskutiert werden sollte zuallererst über die Frage, ob die von der CDU-Fraktion getroffene Entscheidung zur Einrichtung des Ladens überhaupt der Würde des Rates, und zwar des kompletten Rates als demokratisch gewählte Institution, angemessen war. Ich habe da meine Zweifel.

Mir bleibt die Hoffnung auf en Einsehen der Ahauser CDU und auf die von der Bundesregierung getätigte Äußerung, sie werde das Arbeitsverbot für Asylbewerber per Gesetz lockern oder aufheben. Spätestens wenn neben noch höheren Ausreisezahlen der Asylbewerber bei einigen noch ein Erwerbsleben hinzu käme, würde der Shop nämlich wieder auf den Prüfstand müssen. Seine Abschaffung muss aber schon jetzt gefordert werden, weil er eine diskriminierende Maßnahme ist. Nach wie vor gilt: Gleiches Recht für alle!


Di, 04.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Protest gegen das Shopsystem

Mi, 05.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Leserbrief: Verdorbene Lebensmittel statt Sonderangebote

Di, 11.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Leserbrief: Ehrliches Bemühen um Integration ist notwendig

Mi, 12.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Leserbrief: Abschaffung des Shops muss gefordert werden

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Leserbrief: Schecksystem statt Shop wäre besser und billiger

Fr, 14.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Leserbrief: Provinzielles Verhalten in Zeiten der Globalisierung

Sa, 15.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
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Mo, 31.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Kinder knüpfen im Spiel Kontakte

Do, 17.08.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
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Do, 17.08.00 WDR 5, Kritisches Tagebuch, Sendebeitrag
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Fr, 01.09.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Asylbewerber fordern Shop-Ende

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Mi, 13.09.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
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100 Teilnehmer bei Demo gegen Rechts

Mo, 30.10.00 Westfälische Nachrichten - Gronauer Nachrichten
Leserbrief: Gespaltene Zunge

Mi, 11.09.01 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
"Unsere Heimat ist jetzt hier" - Familie Zekavica von Abschiebung bedroht

Fr, 21.09.01 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Verwaltung prüft Chipkartensystem


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