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Münchener Merkur, 11. Juni 2004

Reaktorgegner warnen vor Strahlengefahr

Bürger hätten sich klar gegen das Projekt ausgesprochen

Garching (an) - Anders noch als beim Startschuss zur Inbetriebnahme des FRM II am 4. Juni 2003 haben Reaktorgegner diesmal ihren Unmut unmittelbar vor Ort kundgetan.

Neben der von Gina Gillig geführten, lokalen Initiative "Bürger gegen Atomreaktor Garching" und den Grünen unter Leitung ihrer umweltpolitischen Sprecherin Ruth Paulig, organisierten auch die ödp und die Gewerkschaft Verdi eigene Protestveranstaltungen.

Schon am frühen Morgen sollte eine Nebelkanone das Festvolk aufrütteln. Wie die Verantwortlichen erklärten, symbolisierte der Akt die zahlreichen Täuschungsmanöver, mit deren Hilfe der Reaktor durchgesetzt worden sei. Unter der "Tarnkappe Forschung" solle der FRM II jetzt an Netzt gehen, kritisierte Paulig. Die Bürger Garchings hätten sich eindeutig gegen den FRM II ausgesprochen.

Panikmache warf dagegen Ministerpräsident Edmund Stoiber den Reaktorgegnern vor. "Der FRM II ist kein Atomreaktor", sagte Stoiber. Wer so etwas behaupte, führe die Öffentlichkeit bewusst in die Irre. In Punkto Sicherheitstechnologie habe Deutschland einen deutlichen Vorsprung vor allen anderen Ländern der Welt erreicht. Gemäß den Vorschriften dürfte vom FRM II nur ein Tausendstel der im Wasser vorkommenden, natürlichen Radioaktivität in die Isar eingeleitet werden. Große Krankenhäuser würden weitaus mehr Radioaktivität an die Umwelt abgeben.

TU-Präsident Wolfgang Herrmann wies Bedenken zurück, wonach Garching sich zu einem Zwischenlager für im FRM II abgebrannte Brennstäbe entwickeln könnte.

Die Entsorgungsfrage sei geklärt. Die Brennstäbe sollen solange im Zwischenlager Arhus [sic!] eingelagert werden, bis der Bund eine endgültige Lösung gefunden hat. "Schon seit Jahren drücken die sich vor einer Entscheidung".

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