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DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten aufGronau. Nach Angaben der Gruppe «Widerstand gegen Atomanlagen» (Wiga) soll am Dienstag gegen 17.00 Uhr ein Transport mit abgereichertem Uran von der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau nach Russland starten. Der Zug umfasse 16 Waggons und sei bereits seit zwei Wochen beladen, teilten die Atomkraftgegner am Montag mit. Der Transporttermin sei bislang geheim gehalten worden, hieß es. Ein Sprecher der Urenco Deutschland GmbH wollte den Termin auf Nachfrage nicht bestätigen.Wegen des angeblichen Transports riefen das Münsteraner Bündnis «Stoppt Atomtransporte!» und die Wiga zu Protesten im Münsterland, Niedersachsen und den Niederlanden auf. Nach Angaben der Initiativen soll der Uranzug aus Gronau über Steinfurt, Münster, Rheine, Bad Bentheim und Hengelo nach Rotterdam fahren. Von dort soll das Uran nach Russland verschifft, dort wieder angereichert und später nach Westeuropa reimportiert werden. Die Atomkraftgegner wollten am Montagnachmittag mit einer Mahnwache vor dem Haupttor der UAA starten und am Abend ein Widerstandscamp aufschlagen. Für den Dienstagabend ist eine Kundgebung vor dem Hauptbahnhof Münster geplant, den der Uranzug zweimal passieren soll, weil er in Münster umgekoppelt werden muss, wie die Atomkraftgegner mitteilten. Die Anti-Atomkraft-Initiativen appellierten an die Landesregierung, den Urantransport sofort abzusagen. Ein solcher «Atommülltourismus» sei schlicht unverantwortlich. Der derzeitigen Klagen der Landesregierung gegen die Castor-Transporte in Ahaus zeigten, dass die Landesregierung juristischen Spielraum zur Verhinderung der Transporte habe.
Demonstranten blockieren Gleise
Die Demonstranten, mit Transparenten und gelbem X als Symbole des Widerstands bewaffnet, eilen auf die Gleise, gut ein Dutzend lässt sich wenige Meter vor dem verschlossenen Tor zum Urenco-Gelände nieder. Dahinter trommelt der Motor von Ludmilla, so als wolle sie mit der Uran-Ladung unmittelbar Richtung Russland aufbrechen. Doch nichts geschieht. Die Atomkraftgegner, insgesamt vielleicht zwei Dutzend, sind es gewohnt zu warten. Und sie wissen den Protest mediengerecht zu inszenieren, um ihr Anliegen (Stopp der Atomtransporte, sofortige Stillegung der Gronauer Urananreicherungsanlage) möglichst weit zu streuen. Das gelbe Kreuz noch ein bisschen höher, das Transparent etwas weiter nach links - den Wünschen der Fotografen folgt man willig. Im Hintergrund beobachten Beamte in Uniform und Zivil die Szene, zwei gesellen sich zu der Gruppe der Protestierenden. Der Aufforderung sich doch dazuzusetzen, wir rücken auch ein wenig zusammen kommen sie nicht nach, aber Ärger bereiten sie auch nicht. Man kennt sich. Es ist der zweite Urantransport nach Russland in diesem Jahr, von dem die Anti-Atombewegungen frühzeitig erfuhren. Schon seit Tagen beobachteten sie die Vorbereitungen, hielten Mahnwachen ab, übernachteten in einem Camp in der Nähe der UAA. Die aus ihrer Sicht vollkommen unnützen Transporte hochgefährlichen Materials durch halb Europa kritsieren sie scharf. Die Blockade der Gleise soll sichtbares Zeichen dieses Protestes sein. Allerdings währt sie nicht wirklich lange. Noch am frühen Abend rollt der Uran-Transport.
Urantransport in Gronau frontal blockiertvon WigA Münster
22.06.2004 18:03
22.06.2004 19:48
22.06.2004 21:40
23.06.2004 01:00
23.06.2004 01:48
Uran-Zug war nicht zu stoppenProtest: Mehrere Dutzend Atomgegner demonstrierten an der BahnstreckeGronau/Schüttorf/Bad Bentheim/dpa/GN. Mehrere dutzend Atomkraftgegner haben am Dienstagabend entlang der Bahnstrecke in Gronau, Schüttorf und Bad Bentheim sowie in Hengelo gegen einen Transport mit angereichertem Uran protestiert. Nach Angaben von Polizei und Bundesgrenzschutz verliefen die Protestaktionen friedlich. Der Zug passierte in der Nacht zum Mittwoch die Grenze zu den Niederlanden. Etwa 20 Demonstranten wollten zunächst vor der Urananreicherungsanlage Gronau die Abfahrt des Zuges verhindern. Mehrere Teilnehmer der Protestaktion setzten sich auf die Gleise vor der Anlage, berichtete gestern die Polizei. Vier Demonstranten mussten von den Gleisen getragen werden. Der für Russland bestimmte Transport habe die Urananreicherungsanlage in Richtung Rotterdam allerdings ohne Verspätung verlassen können, sagte ein Polizeisprecher. Entlang der Strecke versammelten sich an mehreren Orten Atomkraftgegner, unter anderem jeweils 10 bis 15 in Steinfurt und Münster. Am späten Abend protestierten nach Angaben des Bundesgrenzschutzes in Kleve jeweils rund zehn Menschen mit Transpartenten in Schüttorf und Bad Bentheim. Dem am Bahnsteig vorbeirauschenden Zug hielten sie Anti-Atom-Transparente entgegen. Auch in Hengelo hatten sich rund 20 Demonstranten versammelt, um gegen den Uran-Transport zu demonstrieren. Sie trommelten zu nächtlicher Stunde auf Ölfässern, um auf sich aufmerksam zu machen, berichtete gestern die Tageszeitung "De Twentsche Courant/Tubantia". Unterdessen nehmen in Sachsen die Vorbereitungen für den umstrittenen Castor-Transport ins Zwischenlager Ahaus konkretere Formen an. Gestern wurden weitere fünf Transportcontainer sowie nötige Stoßdämpfer bestellt, teilte der Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf mit. Damit würden die technischen Voraussetzungen für eine Bündelung der Transporte von Brennelementen auf drei Fuhren geschaffen. Sachsen und Nordrhein-Westfalen streiten sich seit Wochen um den Transport von 18 Behältern mit Atommüll, die in drei Fuhren aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden nach Ahaus gebracht werden sollen. Gegen die Transportgenehmigung für die Straße vom 30. März, die bis Ende des Jahres gültig ist, hat Nordrhein-Westfalen Widerspruch beim Bundesamt für Strahlenschutz eingelegt. Gegen den Sofortvollzug der Genehmigung läuft zudem eine Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Junge Welt, 07. Juli 2003
Robin Wood, 07. Juli 2003
AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Junge Welt, 28. Januar 2003
Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Robin Wood, 27. Januar 2003
redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
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