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Deutsches Atomforum, Pressemitteilung, 15. Juni '00

Deutsches Atomforum sieht Weiterbetrieb der Kernkraftwerke auf Jahre hinaus gesichert

Mahnt Gesamt-Energiepolitik an

Berlin. Den ungestörten Betrieb der Kernkraftwerke auf Jahre hinaus gesichert sieht der Präsident des Deutschen Atomforums Otto Majewski durch die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Kernkraftwerksbetreibern. "Unser erklärtes Ziel, die deutschen Kernkraftwerke zu wirtschaftlich akzeptablen Bedingungen weiterhin nutzen zu können, haben wir erreicht." Insofern habe es keine Alternative zum jetzt erreichten Verhandlungsergebnis gegeben. Majewski betonte, dass man das angestrebte Ziel eines Kernenergie-Ausstiegs aus ökologischen wie aus ökonomischen Gründen unverändert für falsch halte . Man habe aber zur Kenntnis zu nehmen, dass die Bundesregierung diese Technologie beenden möchte. Die rot-grüne Bundesregierung wäre durchaus in der Lage gewesen, den Bestand und den Betrieb der deutschen Kernkraftwerke nachhaltig zu beeinträchtigen. Der "ausstiegsorientierte Gesetzesvollzug", wie er in einigen Bundesländern jahrelang praktiziert worden sei, mache dies deutlich. Vor dem Hintergrund politisch motivierter möglicher Beeinträchtigungen sei es im Interesse der Aktionäre, der Mitarbeiter und des Wirtschaftsstandortes Deutschland richtig gewesen, eine derartige Einigung als zweitbeste Lösung zu akzeptieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei ein Mehr an Erfolg für die Energieversorgungsunternehmen nicht erzielbar gewesen. Entscheidend sei aber, so Majewski, dass jetzt auf viele Jahre hinaus der Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke sichergestellt sei. Nichts anderes sei das Ziel des nunmehr erreichten Kompromisses aus der Sicht der Energieversorger angesichts der Position der Bundesregierung gewesen.

Ergebnis des jetzt Erreichten dürfe es nicht sein, dass bereits mittelfristig deutscher durch europäischen Kernkraftstrom ersetzt werde. Majewski: "Das wäre wieder einmal ein klassisches deutsches Eigentor." Auch der sogenannte Fadenriss bei der Weiterentwicklung der Kernenergie müsse verhindert werden. Kernenergie sei keine Auslaufveranstaltung. Kindern und Enkelkindern müsse die Kernenergieoption, die sie künftig sicherlich bräuchten, erhalten bleiben. Daher sei das EPR-Projekt eines modernsten Reaktortyps mit höchstem Sicherheitsstandard auch in Deutschland weiter zu verfolgen.

Majewski warnte abschließend davor, das jetzt Erreichte als echten Energiekonsens zu interpretieren. Majewski: "Zu viele Fragen einer künftigen fortschrittlichen und ganzheitlichen Energiepolitik sind ungelöst geblieben. " Nachdem nunmehr die große Aufgeregtheit vorbei sei, dürfe die Bundesregierung jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. Es gehe vielmehr darum, eine zielführende Gesamt-Energiepolitik in Ruhe und mit Augenmaß zu entwickeln. Die Energiewirtschaft brauche endlich einen konsistenten und verlässlichen energiepolitischen Rahmen, der der europäischen Markt- und Technologieentwicklung gerecht werde. Majewski warnte auch davor, im Ausland das Ergebnis als einen unumkehrbaren Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland zu interpretieren.

http://www.atomforum.de


Mi, 14.06.00 Dokumentation des Originaltextes
Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorungsunternehmen

06.00 Titanic
Energiekonsensvertrag

Do, 15.06.00 AP-Agenturmeldung
Umweltschützer empört über Atomkonsens

Do, 15.06.00 AP-Agenturmeldung
Statt Ausstieg ein sanftes Ausgleiten

Do, 15.06.00 dpa-Agenturmeldung
Atomkompromiss: Kein Grund zum Jubeln für Rot-Grün

Do, 15.06.00 dpa-AFX-Agenturmeldung
Nach Atomkonsens mit der Wirtschaft Proteste von allen Seiten

Do, 15.06.00 Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", Pressemitteilung
Atomkonsens ist Mogelpackung

Do, 15.06.00 Kampagne x1000mal quer, Pressemitteilung
Atomkonsens ist Etikettenschwindel

Do, 15.06.00 Greenpeace, Pressemitteilung
Energiekonsens erhöht Atomrisiko

Do, 15.06.00 Deutsches Atomforum, Pressemitteilung
Deutsches Atomforum sieht Weiterbetrieb der Kernkraftwerke auf Jahre hinaus gesichert

Sa, 17.06.00 AP-Agenturmeldung
Grüne gehen beim Atomausstieg wieder in die Offensive

So, 18.06.00 dpa-Agenturmeldung
DGB fordert europaweiten Atomausstieg

Mo, 19.06.00 Traute Kirsch, BUND NRW
Atomausstiegsgesetz - der nächste Betrug

Mo, 19.06.00 AP-Agenturmeldung
SPD will Umsetzung des Atomausstiegs «sorgsam prüfen»

Do, 22.06.00 Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
Stellungnahme zur Vereinbarung zwischen der deutschen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen

Do, 22.06.00 AP-Agenturmeldung
Betreiber sehen kein Ende der Atomkraft

Do, 22.06.00 Westfälische Rundschau
Stromkonzerne drängen auf neue Castor-Transporte

Fr, 23.06.00 n-tv online
Grünen-Delegierte für Atomkompromiss


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