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"Zähfließender Castor-Verkehr..."

Radioaktivität kennt keine Grenzen, Widerstand auch nicht. Eine Zusammenstellung von Artikeln über gute deutsch-französische Zusammenarbeit.


Reuters-Agenturmeldung, 15. Mai 2001 06:22

Atommülltransport von mehreren Blockaden unterbrochen

Hamburg/Berlin (Reuters) - Atomkraftgegner haben den Atommuelltransport aus den norddeutschen Kernkraftwerken Stade und Brunsbuettel nach Frankreich mit Blockaden mehrfach kurzzeitig gestoppt. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes (BGS) gelang es Gruppen von jeweils 40 Atomkraftgegnern am Dienstagmorgen bei Lueneburg und in Suderburg bei Uelzen voruebergehend die Gleise zu besetzen. Polizei und Bundesgrenzschutz haetten die Schienen aber nach kurzer Zeit wieder frei gemacht,, sagte ein BGS- Sprecher. Die Atomkraftgegner seien voruebergehend in Gewahrsam genommen worden.



Widerstand kennt keine Grenzen...

Gegen 08.00 Uhr war der Zug noch in Niedersachsen auf dem Weg nach Goettingen. Bereits bei Stade hatten in der Nacht zum Dienstag unmittelbar nach dem Start zwei Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood den Zug mit einem Behaelter fuer gut eine Stunde gestoppt, weil sie sich an Schienen gekettet hatten. Polizei und BGS durchtrennten die Schienen und hoben die jungen Maenner samt Rohr aus dem Gleisbett.

Der Zug aus Brunsbuettel mit zwei Atommuellbehaeltern war dagegen stoerungsfrei zum Rangierbahnhof Maschen suedlich von Hamburg gerollt. Dort waren die drei Waggons gegen 04.30 Uhr zusammengekoppelt worden. Der Transport mit den drei Behaeltern vom Typ TN 17/2 mit insgesamt 54 abgebrannten Brennelementen soll am Dienstagnachmittag die deutsch-franzoesische Grenze bei Woerth passieren und von dort zur Wiederaufarbeitungsanlage La Hague fahren. Vor einem Monat war erstmals nach mehrjaehriger Unterbrechung wieder ein Atommuelltransport nach Frankreich gerollt. Diese Transporte sind erst wieder moeglich, nachdem Deutschland Ende Maerz erstmals seit vier Jahren Atommuell aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich zurueckgeholt und ins Zwischenlager Gorleben gebracht hatte.


AP-Agenturmeldung, 15. Mai 2001 09:53

Atommülltransport nach Frankreich mehrfach aufgehalten

Aber keine gewaltsamen Aktionen - Robin-Wood-Aktivisten ketteten sich an Gleis

Hannover (AP) Unter teils heftigen Protesten von Atomkraftgegnern hat in der Nacht zum Dienstag der umstrittene Atommülltransport aus den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Stade nach Frankreich begonnen. Kurz vor 10.00 Uhr hatte der Zug bereits Göttingen passiert, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In der Nacht waren mehrfach Gleise besetzt worden, so dass sich der Transport kurzzeitig verzögerte. Laut Polizei waren die Störungen jedoch nicht gravierend, auch kam es zu keinen gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Die aus Stade kommenden Atommüllbehälter wurden nach Mitternacht für etwa 20 Minuten aufgehalten, weil sich zwei Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood zwischen dem Kernkraftwerk und der Hauptstrecke an das Gleis gekettet hatten. Die Ketten waren an einem Ofenrohr befestigt, das unter dem Gleisbett hindurch führte, wie ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes erklärte. Die Gleise wurden deshalb gehoben, um das Rohr zu entfernen. Insgesamt wurden sechs Aktivisten in Gewahrsam genommen, gegen drei wurde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet. Robin Wood nannte die Aktion ein «eindrucksvolles Zeichen gegen den Wahnsinn Wiederaufarbeitung».

Kurz vor Mitternacht hatten in Harburg bereits rund 600 Atomkraftgegner gegen den Transport aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel protestiert. Zuvor waren sechs Demonstranten an der Bahnstrecke zwischen Brunsbüttel und Wilster von der Polizei aufgegriffen worden, weil sie sich an den Gleisen zu schaffen machten. Gegen die Gruppe wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Zu Schäden an der Bahnlinie kam es nicht.

In den frühen Morgenstunden wurden die Wagen aus den beiden Atomkraftwerken dann in Maschen südlich von Hamburg zusammengekoppelt. Bei der Weiterfahrt Richtung Frankreich kam es nach Polizeiangaben dann noch zwei Mal zu Verzögerungen. Jeweils etwa 40 Personen blockierten gegen 05.00 Uhr bei Lüneburg sowie bei Uelzen/Luderburg die Gleise. Dadurch wurde der Zug jedes Mal für etwa 20 Minuten aufgehalten. Zahlreiche Personen wurden in Gewahrsam genommen. Nachdem der Zug Hannover passiert hatte, gab es laut Polizei zunächst keine weiteren Störungen.

Der Transport sollte über Hessen und Rheinland-Pfalz weitergehen und am Nachmittag die französische Grenze erreichen. Von dort sollte die Fahrt in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague fortgesetzt werden.


Dt.-frz.Castorblockade in Hoenheim/Bischheim

von Markus Pflüger (Initiative für den Atomausstieg Trier)

Um 19:30 sammelten sich langsam französische und deutsche Atomkraftgegner an einem Bahnübergang in Hoenheim bei Bischheim, Nähe Strasbourg. Transparente vom frz. Netzwerk Atomausstieg, den frz. Grünen und deutschen Atomkraftgegenern waren zu sehen: "Stop au retraitment, Nein zur Wiederaufarbeitung", "Kein Atommülltourismus", grüne Fahnen, Flugis für Autofahrer etc. Geschichten von Meldungen über die Blockaden um Hamburg und kleine Aktionen um Wörth wurden ausgetauscht.

Mehrere Fotografen, zwei frz. Fernsehteams und Mitarbeiter des Europaparlaments der Grünen und waren anwesend. Etwa 40 Polizisten bilden eine Kette vor dem Bahnübergang, im Hintergrund stehen noch weitere Einsatzkräfte bereit.

Ein Hubschrauber im Tiefflug kündigt die strahlende Fracht schließlich an. (Ich schätze so 20 h) Als der Castor langsam heranfuhr stand - trotz ca. 50 Polizisten die den Bahnübergang abriegeln - plötzlich 30 m links vom belagerten Bahnübergang ein Demonstrant auf den Schienen, der Zug bremste ab, gleichzeitig werden Leuchtfackeln angezündet, schließlich steht der Castorzug.

Inzwischen sind mindestens 60 Demonstranten, davon die Hälfte Franzosen, die Hälfte Deutsche zugegen. Ein Großteil der Demonstranten läuft am stehenden Castor vorbei vor die Lok (dahinter sind zwei Personenwaggons voller Polizei und dann drei Castorbehälter vom Typ TN 17/2). Der Castorzug wurde inzwischen schätzungsweise 10 Minuten aufgehalten und rollte dann nur im Schrittempo weiter.

"Rennblockade": immer wieder gelangten Atomkraftgegner trotz der hohen Polizeipräsenz auf die Schienen. Die Polizei kam kaum hinterher. Die französiche Spezialeinheit trieb die Leute mit Knüppeln von den Schienen, ein kurz über die Schienen gespanntes Transparent hat die Polizei den Atomkraftgegnern aus der Hand gerissen. Der Hubschrauber überwacht alles im Tiefflug, dreht schließlich aber ab bzw, fliegt wieder höher. Es gab aber meines Wissens keine ernsthaften Verletzungen außer ein paar blaue Flecken und ähnliches. (Es sei denn die Polizisten die immer wieder über ihre eigene Füße oder das Gleismobiliar stolperten hätten sich verletzt)

"Zähfließender Castorverkehr" so ein Kommentar. Schließlich holt der Castor die Demonstranten ein. Die Polizei hat inzwischen eine Kette gebildet, der Castor kann die Atomkraftgegenr passieren, hält dann aber ohne ersichtlichen Grund in ca. 500 m wieder an. Geschätze Verzögerung bis der Castor wirklich wieder weiterfuhr: 30 Minuten!

Die Herausgabe des Transparentes wurde gefordert (la banderole! la banderole!), viele blieben noch einige Zeit auf den Gleisen, schließlich gingen alle zum Ausgangspunkt zurück. Das Transparent wurde dort zurückgegeben. Ein gemeinsamer Abschluß in einer Kneipe, Kontakte wurden geknüpft und es war schon spät genug (22:30) und es hieß dann: A la prochaine, bis zum nächsten mal! Ich denke für alle eine gute internationale Aktion, die zeigte daß in Frankreich erfolgreich blockiert wird und die Transporte auch hier zunehmend eine sehr gute Möglichkeit sind Öffentlichkeit zu schaffen, gegen den Weiterbetrieb internationaler Atomanlagen zu demonstrieren und wirklich Sand im Atomgetriebe zu sein.


dpa-Agenturmeldung vom 16. Mai 2001 09:16

Blockaden und Proteste gegen Atomtransport in Frankreich

Paris (dpa) - Der Atomtransport aus Deutschland ist auf dem Weg zur Wiederaufarbeitungsanlage La Hague auch in Frankreich von Gleisblockaden und Protesten begleitet worden. Am frühen Morgen wurden die Waggons bei Amiens für anderthalb Stunden von Kernkraftgegnern gestoppt. Nachdem Ordnungskräfte die Gleise geräumt hatten, konnte der Zug weiterfahren. Die Waggons mit den abgebrannten Brennelementen sollen gegen Mittag am Verladebahnhof Valognes nahe der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague am rmelkanal ankommen.


dpa-Agenturmeldung vom 16. Mai 2001 11:55

Atomtransport aus Deutschland in La Hague angekommen

Paris (dpa) - Trotz mehrerer Gleisblockaden ist der Atomtransport aus Deutschland an der Verladestation der Wiederaufbereitungsanlage La Hague angekommen. Das berichtete ein französischer Fernsehsender. Zuvor hatten noch Greenpeace-Aktivisten den Zug für zwanzig Minuten auf der Höhe von Caen aufgehalten. Auf seinem Weg durch Frankreich war der Transport in der Nacht von Gleisblockaden und Protesten begleitet worden. Bei dem Zug mit abgebrannten Brennelementen aus den Atomkraftwerken Stade und Brunsbüttel handelt sich um den zweiten Transport aus Deutschland nach La Hague innerhalb weniger Wochen.


Mi, 05.09.01 Frankfurter Rundschau
Bundesregierung verabschiedet Atomnovelle

Mo, 06.08.01 Reuters-Agenturmeldung
Umweltverbände und Industrie lehnen Atomnovelle ab

Mi, 02.08.01 Pressemitteilung Aktionsbündnis Castor-Widerstand
Vielfältiger Widerstand begleitet den Atommülltransport in Frankreich

Mi, 02.08.01 Süddeutsche Zeitung
Atommüll Castor-Zug erreicht erstes Ziel

Di, 05.06.01 Verlagsprojekt Tolstefanz
Fragen und Antworten zum AtomNonsens

Mi, 16.05.01 Potsdamer Neuste Nachrichten
Abschied von der Kernkraft ist nicht endgültig

Mo, 14.05.01 Kommentar, Hartwig Berger, MdA Berlin, Bündnis '90/Die Grünen
Wie "demokratisch" ist der Atomkonsens?

Mo, 14.05.01 Reuters-Agenturmeldung und andere
Atommülltransport von mehreren Blockaden unterbrochen

Do, 26.04.01 Die Tageszeitung
"Jedes zweite Atomkraftwerk macht Verlust"

Do, 26.04.01 Frankfurter Rundschau
Der GAU lässt grüßen

Mi, 25.04.01 Badische Zeitung
Sellafield setzt auf die Deutschen

Mi, 25.04.01 Berliner Zeitung
Transporte widersprechen dem Atomkonsens

Mi, 11.04.01 Frankfurter Rundschau
Kommentar: Kreislaufmüll

So, 08.04.01 Aktionsbündnis Castor-Widerstand
Aufruf: Nach dem Castor ist vor dem Castor

Mo, 02.04.01 Frankfurter Allgemeine Zeitung
Operativer Erfolg, strategische Niederlage

Fr, 30.03.01 Der Spiegel online
Antritt gegen das Stromkartell

Do, 29.03.01 Le Monde
Un guepier pour les relations franco-allemandes - Ein Wespennest für die dt.-frz. Beziehungen

Do, 29.03.01 redaktion@uwg-ahaus.de
Rückblick Tag X im Wendland '01


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