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Münsterland-Zeitung, 12. Mai 2004
Ökumenischer Protest gegen CastorAhaus. "Den Finger in die Wunde legen" will das achte Politische Nachtgebet und dazu alle Castor-Transportgegner und -kritiker einladen, "berührbar zu bleiben angesichts der Bedrohung" (so der Titel des Nachtgebetes). Es findet statt am Freitag, 14. Mai, in der evangelischen Christuskirche an der Wüllener Straße in Ahaus (Beginn: 19 Uhr). Im Anschluss an diesen Gottesdienst gegen 20 Uhr ist Gelegenheit zu einer Aussprache im benachbarten Gemeindehaus gegeben, zu dem die Veranstalter " die Internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Münster und die Evangelische Frauenhilfe Westfalen " alle Interessierten einladen.Die Predigt in diesem Politischen Nachtgebet wird der bekannte Pastoraltheologe Prof. Dr. Hermann Steinkamp aus Münster halten, der nicht nur mit der Ahauser Castorproblematik sehr vertraut ist, sondern darüber hinaus mit seinem sozialpastoralen Ansatz von "Parteilichkeit und Solidarität" immer wieder eine "politische Alphabetisierung" in der traditionellen kirchlichen Gemeinde und in sozialpolitischen Initiativen zu Wort kommen lassen will. Prof. Steinkamp wird im Politischen Nachgebet auch die politischen Konsequenzen und Konflikte thematisieren, sozialpastorale und theologische Folgerungen aus dem Spannungsfeld von Kirchengemeinde und Politik kommen ebenso zur Sprache. "Damit wird auch dieser ökumenische Protest für die Schöpfung eine beachtenswerte Tradition der Widerauflebung Politischer Nachtgebete in Ahaus als Standort des Atommülllagers fortsetzen", so Ernst Dertmann, Friedensarbeiter der Bistumsstelle. Umrahmt wird die Predigt von meditativer Musik der Gruppe Frank Schiweck aus Senden, den "Trobadours von Pax Christi" und von Liedern, die der Ahauser Fritz Gregory an der Orgel begleitet.
"Finger auch weiter in die Wunde legen"Ahaus - Mut machen "den Finger auch weiter in die Wunde zu legen" wollte der Pastoraltheologe Prof. Dr. Hermann Steinkamp aus Münster den Castor-Transport-Gegnern in seiner Predigt beim achten "Politischen Nachtgebet" am Freitag in Ahaus.Unter dem Motto "Berührbar bleiben angesichts der Bedrohung" waren rund 50 Interessierte der Einladung der Internationalen katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" im Bistum Münster und der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen in die evangelische Christuskirche gefolgt. "Wir dürfen unsere Berührbarkeit auch trotz der täglichen Überschwemmung mit Fernsehbildern von Krieg, Hunger, Vergewaltigungen und ähnlichem nicht verlieren", forderte Hermann Steinkamp - (Bild). Am Beispiel einer ungewöhnlichen Auslegung der Samariter-Geschichte aus Brasilien machte der Theologe deutlich, dass "etwas, das uns schüttelt, anrührt, ein Geschenk, eine Begegnung mit Gott ist". Im Anschluss an die Predigt zeigte ein Wechselgespräch zwischen Andreas Wintels, dem ehemaligen Bistumssprecher von Pax Christi, und Frank Schiweck von der gleichnamigen Musikgruppe aus Senden, welche positiven Folgen es haben kann, sich "berühren zu lassen". Dort hieß es unter anderem: "Wenn wir einander berühren, werden wir uns vielfach rühren." Die traditionelle Aussprache nach dem Nachtgebet im Gemeindehaus machte allerdings deutlich, dass es gar nicht so leicht ist, "berührbar" zu bleiben: Etliche der Anwesenden äußerten ihre Enttäuschung und Resignation über die relativ geringe Teilnehmerzahl am Nachtgebet, die "Wirkungslosigkeit und Geringschätzung" des friedlichen Protestes gegen die Castor-Transporte sowie die Uneinigkeit unter den verschiedenen Protestbewegungen. dam
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