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Bereits in den Tagen vor dem ersten Tag X gab es vielfältige Aktionen entlang der gesamten Transportstrecke. Hier folgen einige Pressestimmen und Bilder von den Transportvorbereitungen.


Westfälische Rundschau, 30. Mai 2005

Greenpeace protestiert gegen Castortransport

Aktivisten der Greenpeace-Gruppen Dortmund und Münster demonstrierten am Samstag auf den Autobahnbrücken im Ortsteil Lanstrop gegen die in dieser Woche geplanten Castortransporte von Rossendorf bei Dresden ins westfälische Ahaus.

Mit den Bannern "Die Gefahr rollte hier!", "Kein Atommüll von Dresden nach Ahaus" und "Stopp Castor"" wollten die Greenpeacer die Autofahrer auf den Transport, der möglicherweise auch über die A 2 führt, hinweisen. Bei diesem Transport sollen 18 Castorbehälter in drei Fahrten mit Tiefladern aus dem bei Dresden gelegenen Rossendorf über 600 km nach Ahaus gebracht werden. Es wäre nach 1998 der erste Atomtransport ins dortige Atomzwischenlager. "Eine solch brisante Fahrt über Straßen und Autobahnen gab es in Deutschland bislang noch nie", erklärten die Greenpeace-Aktivisten.

"Dieser Atomtransport ist absolut überflüssig", sagt Johanna Lubisch, Energieexpertin von Greenpeace Münster. "Der Atommüll lagert in Rossendorf genauso sicher bzw. unsicher wie in Ahaus. So lange kein sicheres Endlager existiert macht es keinen Sinn, strahlenden Atommüll kreuz und quer durch Deutschland zu transportieren." Der erste Transport wird vermutlich am heutigen Montag um 10 Uhr in Rossendorf starten, die Ankunft in Ahaus ist ab 1 Uhr nachts zu erwarten.


Münsterland-Zeitung, 30. Mai 2005

Bands rocken gegen Castoren

Ahaus - Die Sonne brennt heiß, als sich am Samstagnachmittag die ersten Castorgegner auf der BI-Wiese in Ammeln versammeln. Zelte werden aufgebaut, und bald wehen die ersten Protestfahnen im Wind. Nach und nach kommen immer mehr Autos beispielsweise aus Recklinghausen, Warendorf oder Dortmund.

"Es wundert mich, dass noch nicht mehr los ist", blickt sich Hans-Jürgen Reitmeyer, der mit seiner Familie für das abendliche Rockkonzert "Cultur contra Castor" aus Dorsten angereist ist, erstaunt um, "aber vielleicht hat es damit zu tun, dass Schalke im Pokalfinale spielt".

Einer der wenigen Ahauser unter den Atomkraftgegnern nennt einen weiteren möglichen Grund dafür, dass sich insgesamt nur rund 100 Atomkraftgegner versammeln: "Ich wollte heute eigentlich zum Schützenfest, doch dann habe ich mir gesagt: Wenn am BZA etwas passiert, bin ich hier in Ahaus der erste, der stirbt, und bin deshalb lieber hierher gekommen". Um kurz nach 22 Uhr " alle technischen Probleme sind inzwischen behoben und die Band, die ihren Zug verpasst hatte, ist eingetroffen " kann das Konzert beginnen. "Wenn der Castor auch so lange braucht, nehmen wir das gerne in Kauf", scherzt Lisa-Marie Ramette aus Wuppertal. "Drop Pants for Food" aus Siegen, "Plastic Gangsters" aus Rheine und "Fargow" aus Münster lassen es dann rund vier Stunden so richtig krachen.


Das Camp auf der BI-Wiese am Atommüll-Lager verfügt über eine komfortable Dusche.

Dass keine Band aus Ahaus dabei ist, liegt zum einen daran, dass Konzert-Organisator Daniel Friedrich aus Münster kommt. "Es hat sich aber auch keine Ahauser Band bei uns gemeldet, die bereit war, umsonst hier zu spielen", sagt Matthias Eickhoff vom Bündnis "Widerstand gegen Atomanlagen Münster". Im Anschluss an das Konzert sitzen die Atomkraftgegner noch bis in die frühen Morgenstunden am Lagerfeuer zusammen. - dam


Münsterland-Zeitung, 30. Mai 2005

Bärbel Höhn: Gegen "Unsinnigen Transport" auf die Straße

Ahaus - Gegen den "absolut unsinnigen Transport" der Castor-Behälter wolle auch sie am Montagabend in Ahaus auf die Straße gehen, kündigte Umweltministerin Bärbel Höhn am Samstag am Widerstandscamp vor dem Zwischenlager in Ahaus an. Wenn die Grünen Anti-Atomkraft-Partei geblieben wären, bräuchte es gar nicht zu dem Transport kommen, entgegneten verärgerte Vertreter der Bürgerinitiative.


Landtagsabgeordneter Rüdiger Sagel, Umweltministerin Bärbel Höhn, BI-Vorsitzender Burkhard Helling, Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und UWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Homann im Gespräch.

Dass die einstige Interessens-Koalition zwischen dem Bündnis der Atomkraftgegner und den Bundnis-Grünen dicke Risse hat, war am Samstagnachmittag nicht zu überhören. Die Vertreter des Bündnisses münsterländischer Anti-Atom-Initiativen bescherten der Noch-Ministerin einen kühlen Empfang: Die Grünen hätten in ihrer Verantwortung als Koalitionspartner in Düsseldorf und auf Bundesebene die Möglichkeit gehabt, die Transporte zu verhindern. Das sei jedoch aus "machttaktischen Überlegungen" nicht geschehen. Auch der auf Jahrzehnte angelegte Atomausstieg ist ihnen zu wenig. Den Vorwurf der BI, nicht ausreichend aktiv geworden zu sein, um den 600 Kilometer langen Straßen-Transport aus dem sächsischen Forschungsreaktor Rossendorf ins westfälische Zwischenlager zu verhindern, wollte Höhn nicht auf sich sitzen lassen: Die Landesregierung habe alles ihr Mögliche getan, um ihn zu verhindern. "Die Umweltministerin hat keine Zuständigkeit in der Energiepolitik."


Am Sonntag, 29. Mai, startete bereits eine Probeblockade auf der Ahauser Bahnhofstraße

Höhn wandte sich gegen eine "Renaissance der Atomenergie", wie sie die CDU-Vorsitzende Angela Merkel angekündigt habe. BI-Sprecher Burkhard Helling mahnte indes eine Renaissance der Grünen an, die sich ihrer Wurzeln als Umweltschutz- und damit auch Antiatomkraftpartei wieder stärker besinnen sollten. Dann sei auch Bärbel Höhn als Demonstrantin in Ahaus willkommen, antwortete er auf eine zuvor von ihr gestellte Frage. Rederecht allerdings solle die Politikerin nicht erhalten: "Wir möchten hier in Ahaus gegen die Castoren kämpfen und keinen Wahlkampf führen."


Nächste Abfahrt: Castor stoppen, Urenco no! Herzlich willkommen im Westmünsterland...


Frankfurter Rundschau, 28. Mai 2005

Neuer Castor-Alarm im Münsterland


Kernkraftgegner rechnen für Wochenbeginn mit Atommüll-Transporten aus Sachsen ins Zwischenlager Ahaus


von Kristian Frigelj

Kernkraftgegner aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben am Freitag beim Kirchentag in Hannover gegen neue Atomtransporte protestiert. Vom kommenden Montag an wird mit Castorlieferungen ins Zwischenlager Ahaus gerechnet.

Protest gegen Castor-Transporte

(ddp) Düsseldorf. Seit mehr als einem Jahr herrscht Castor-Alarm im Münsterland. Immer wieder wurden Transporttermine angekündigt, die folgenlos verstrichen. Nun rufen die Bürgerinitiativen die Nacht vom 30. auf den 31. Mai als "Tag X 1" aus. Irgendwann nach Mitternacht sollen Lastwagen aus dem rund 600 Kilometer entfernten sächsischen Rossendorf in Ahaus eintreffen, die strahlende Fracht ins Zwischenlager verladen werden. Erste Blockaden am Abfahrtsort und auf Autobahnen sind geplant. Vor allem "dezentrale Aktionen" soll es geben.


Vorbereitungen an der Einfahrt zum Ahauser Atommüll-Lager

Die Atomgegner rechnen mit drei Lieferungen bis Mitte nächsten Monats - ein "Tag X" mit Fortsetzung. Hinter vorgehaltener Hand wird die Fahrt von den nordrhein-westfälischen und sächsischen Landesregierungen bestätigt, allerdings nennt man ein Zeitfenster von etwa zwei Wochen. Die Polizei meldet, die Vorbereitungen seien abgeschlossen, der genaue Termin werde am Montagmorgen feststehen. Um die Fracht tobte über Monate ein politischer und juristischer Streit, der wie eine Inszenierung anmutete, da die Transporterlaubnis längst vorlag.

Es geht um 951 alte Brennelemente aus einem abgeschalteten DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf, insgesamt etwa 350 Kilogramm Uran und zwei Kilo Plutonium. Der Atommüll lagert seit Mitte der 90er in 18 kleinen Castoren in einer Halle. Die sächsische Landesregierung hat längst einen Platz im Zwischenlager Ahaus reserviert. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, eine nachgeordnete Behörde von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), erteilte im vergangenen Jahr eine Transportgenehmigung für LKW und löste damit Proteste der jetzt abgewählten rot-grünen Landesregierung in NRW aus.

Innenminister Fritz Behrens (SPD) und Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) warnten vor immensen Kosten und Sicherheitsrisiken, forderten einen Schienentransport. Ein gerichtlicher Widerspruch gegen die Transportgenehmigung wurde abgeschmettert. Die Bundesländer einigten sich auf einen Termin nach der Landtagswahl in NRW.

Das Kuriose dabei ist: Die scheidende rot-grüne Landesregierung wickelt nun die Transporte ab, während CDU und FDP in aller Ruhe Koalitionsgespräche führen. Vom politischen Machtwechsel erhofft sich die Bürgerinitiative (BI) "Kein Atommüll in Ahaus" eine Belebung des alten Widerstandes. Zuletzt merkte man den Atomgegnern deutliche Ermüdungserscheinungen an. Das hing mit dem rot-grünen Atomkonsens auf Bundesebene zusammen, aber auch mit einer scheinbaren Ruhe, da es seit 1998 keine inländischen Transporte nach Ahaus mehr gegeben hatte. "Es gibt wieder eine stärkere Mobilisierung", sagt der Sprecher der BI Ahaus, Felix Ruwe, der FR und verweist vor allem auf den wahrscheinlichen Sieg von Schwarz-Gelb bei der vorgezogenen Bundestagswahl. Mit großer Unruhe registrieren die Initiativen politische Vorstöße, die Laufzeiten von Atommeilern zu verlängern.


Münstersche Zeitung, 28. Mai 2005

Warten auf den Castor

Ahaus/Dresden - "Hier zwitschern die Vögel. Nur der Pförtner und ich sind da." Vor dem in einem Waldgelände gelegenen Forschungszentrum im sächsischen Rossendorf bot sich gestern Nachmittag für Frank Tausch das gewohnte Bild der Ruhe.

"Es ist aber eine gespannte Ruhe", so der Redakteur der "Sächsischen Volkszeitung" im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Denn drei Tage vor dem geplanten Transport befinden sich auf dem Gelände in Rossendorf bereits die Transportfahrzeuge und Polizeieinheiten samt Hubschrauber und Reiterstaffel. Für gestern Abend hatten Atomkraftgegner aus dem 15 Kilometer entfernten Dresden angekündigt, eine Mahnwache zu beziehen. Für die Rossendorfer selbst, so die Einschätzung von Tausch, sei die Castorfrage kein großes Thema mehr, seit der Forschungsreaktor 1991 abgeschaltet wurde. "In der Tendenz sind sie jetzt eher froh, dass der Müll verschwindet." Die Dresdener Atomkraftgegner sehen das anders: Seit einigen Monaten demonstrieren regelmäßig etwa 50 bis 100 Menschen vor dem Tor des Forschungszentrums. Die ersten sechs der insgesamt 18 Castoren sollen am Montag in Rossendorf starten. Sie sollen in der Nacht zu Dienstag Ahaus erreichen. Als Fahrtroute gilt die Strecke von Dresden über Erfurt, Eisenach, Kassel, Unna, Kamen und Bottrop als wahrscheinlich.

Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" und Pfarrer Siegfried Schmidt berichteten gestern von einem großen Andrang am Stand der Ahauser Castorgegner auf dem Kirchentag in Hannover. An einer Demonstration dort nahmen nach Ruwes Angaben 250 Menschen teil.


Die Tageszeitung, 28. Mai 2005

"Die Renaissance der Atomkraft verhindern"

Atomkraftgegner Matthias Eickhoff über Castortransporte per LKW, die Freude der Atomlobby über einen möglichen Regierungswechsel im Bund und den ersten Wortbruch des designierten CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers

taz: Sachsens CDU-Umweltminister Stanislaw Tillich erklärt die ab Montag rollenden Castor-Transporte für ungefährlich und warnt vor Hysterie. Sind Sie hysterisch?

Matthias Eickhoff: Von Hysterie kann keine Rede sein. Tillich selbst handelt unverantwortlich, spielt die tatsächlichen Gefahren herunter. Der Minister geht von LKW-Schönwettertransporten aus: Unfälle, Reifenpannen, Motorschäden oder Brände sind nicht vorgesehen.

Welche Gefahren drohen dann?

Die Castoren enthalten insgesamt 54 Kilogramm kernwaffenfähiges Uran 235, dazu kommen zwei Kilo hochgiftiges Plutonium. Ein Szenario aber, in dem ein Fahrer die Kontrolle über seinen LKW verliert, indem er etwa vor einen Betonpfeiler prallt, ist nie durchgespielt worden. Sogar die Brennelemente könnten dabei durcheinander gewirbelt werden - das zeigt doch, wie schlampig und verantwortungslos die Transporte vorbereitet wurden.

Dennoch klingt Ihre Forderung, die Castoren einfach in Rossendorf bei Dresden stehen zu lassen, lokalpatriotisch und provinziell.

Auch die sächsischen Anti-Atom-Initiativen halten die Transporte für unsinnig. 18 Castoren werden jetzt ins Münsterland gekarrt, obwohl klar ist, dass der Atommüll wieder weg muss. Dabei bestätigt selbst die Atomlobby, dass die Lagerhalle in Rossendorf genauso sicher oder unsicher ist wie das Ahauser Zwischenlager. Außerdem befürchten wir, dass Ahaus mangels Alternativen schleichend zum Endlager werden könnte - nach dem Motto: was hier ist, das bleibt auch hier. Klar ist aber: Wir demonstrieren gegen alle gefährlichen Atommülltransporte, etwa in die Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Jeder Transport ist einer zu viel.

Da könnten Sie künftig aber viel zu tun haben: CDU und FDP kündigen bereits den Ausbau der Atomenergie an.

Die Ankündigung von Neuwahlen im Bund hat auch unser politisches Koordinatensystem verschoben. Natürlich steht unser Protest gegen die Castoren unter dem Motto: Stoppt die Renaissance der Atomkraft! Natürlich wenden wir uns auch gegen den Ausbau oder gar Neubau von Atomanlagen. Dennoch haben wir auch den rot-grünen Atomkonsens nicht wirklich begrüßt: Die Atommülltransporte liefen trotzdem weiter, und die Urananreicherungsanlage Gronau wird ausgebaut.

Aber mit der CDU wird doch nichts besser?

Der künftige CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat im vergangenen Jahr gefordert, ohne Klärung der Endlagerfrage dürfte kein Castor mehr nach Ahaus gebracht werden. Wenn er gegenüber seinen sächsischen Parteifreunden jetzt nicht schnell ein Veto einlegt, ist das Rüttgers erster Wortbruch.

Interview: Andreas Wyputta


Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", Widerstand gegen Atomanlagen (WIGA) Münster, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Anti-Atom-Forum Ostwestfalen-Lippe u.a., Pressemitteilung, 26. Mai 2005

Bundesweite Proteste gegen Castor-Transporte und Atom-Renaissance


30. Mai: Demonstrationen von Dresden bis nach Ahaus

Wenige Tage vor dem für 30. Mai geplanten ersten Castor-Transport von Dresden nach Ahaus verstärken die Anti-Atom-Initiativen ihre Proteste. Unter dem Motto "Stoppt die Castoren - stoppt die Renaissance der Atomkraft" rufen mehr als 65 Initiativen zu bundesweiten Protesten auf.

Bereits heute demonstrieren in Dresden ab 16 Uhr Atomkraftgegner vom Landtag zum Umweltministerium. Die sächsischen Umweltinitiativen fordern, dass der Atommüll in Sachsen bleibt, weil er dort auch produziert wurde. Sie halten den Atommülltourismus für unverantwortlich.

In Hannover gehen heute ab 16 Uhr vom Kröpcke Atomkraftgegner am Rande des Evangelischen Kirchentages auf die Straße. Das Atomplenum Hannover, die BI Ahaus und die BI Lüchow-Dannenberg rufen gemeinsam zu der Demonstration auf, bei der es auch um Protest gegen die Renaissance der Atomkraft geht.

In Ahaus wird am morgigen Samstag um 18 Uhr auf der BI-Wiese am Zwischenlager ein Widerstandscamp eröffnet. Am Abend findet ein Open-Air-Konzert statt.

Am Montag werden Atomkraftgegner bereits in Dresden-Rossendorf direkt auf der Transportstrecke gegen die Abfahrt der Castoren protestieren. Die 20 km Landstraße bis zur Autobahn werden als besonders kritisch für die Castoren eingeschätzt. Der Castor-Konvoi soll unter anderem mitten durch Radeberg rollen.

Entgegen anderslautender Berichte halten wir die Frage, ob der Castor über die Nord- oder Südroute (s. Hintergrund-Anhang unten) rollt, für noch nicht entschieden. Wir wissen, dass die Polizei sowohl die Nordroute über Leipzig-Hannover wie auch die Südroute über Erfurt-Kassel vorbereitet. Die Strecke durch Thüringen und Hessen gilt als verkehrstechnisch sehr schwierig und dürfte zu großen Autobahn-Staus wegen der polizeilichen Sperrmaßnahmen führen.

Bundesamt für Strahlenschutz: Eventuell Evakuierung der Bevölkerung notwendig

Viele Initiativen bereiten Aktionen entlang der 600 km langen Autobahn-Strecke vor. Für die Castoren werden ganze Autobahn-Abschnitte gesperrt werden. Wir kritisieren insbesondere, dass die Polizei und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) keinerlei ernste Vorbereitungen für Unfallszenarien getroffen hat (Reifenpannen, Motorschaden, Verkehrsunfälle). In einem Schreiben des BfS heißt es lapidar, die Polizeileitung werde alle entsprechenden Maßnahmen treffen, im Bedarfsfall die Feuerwehr holen und die jeweilige Landesregierung würde evtl. die Evakuierung der Bevölkerung einleiten. Im Klartext heißt dies, auch das BfS hat keine Ahnung, was alles passieren kann, wenn es zu ernsten Problemen auf der Autobahn kommt. Bei der Beladung der Castor-Behälter war es bereits zu Problemen mit der Dichtung der Behälter gekommen.

Demonstrationen am Tag X in Ahaus auf Transportstrecke

In Nordrhein-Westfalen wird ein Schwerpunkt der Proteste liegen: In Bad Oeynhausen an der Nordstrecke wird am 30. Mai um 16 Uhr ab Bahnhof eine Demonstration zur Castor-Strecke auf der B 61 starten. In Kamen an der Südstrecke wird ab 18 Uhr ein Info-Punkt an der Autobahn 2 eingerichtet. Die Südroute führt mitten durch das bevölkerungsreiche Ruhrgebiet.

In Ahaus beginnt am Montag um 18 Uhr am Bahnhof eine zentrale Demonstration zur Transportstrecke. Direkt am Zwischenlager findet die ganze Nacht hindurch eine Mahnwache statt. Viele Ahauser und Münsterländer befürchten, dass Ahaus eines Tages mangels sicherer Alternativen zu einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll werden könnte.

Demonstrationen auf Autobahn-Kreuzen abgesagt

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW haben ihre angemeldeten Demonstrationen auf den Autobahnkreuzen Kamen, Recklinghausen, Lotte/Osnabrück und Schüttorf abgesagt. Nach unserem Eindruck war die Polizei nicht willens und in der Lage die Sicherheit der Demonstranten und der Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn ordnungsgemäß zu schützen. Wir wollen aber durch unsere Proteste niemand gefährden. Die Gefahr geht allein von dem Atommüll aus. Wir rufen deshalb zu starken Protesten auf den Bundes- und Landstraßen sowie auf Autobahnbrücken und -zufahrten auf.


Westfälische Nachrichten, 26. Mai 2005

Der Mensch ist zu keiner Zeit frei davon, Fehler zu machen

Gronau/Ahaus. Aus Anlass der bevorstehenden Atommülltransporte aus dem Zwischenlager Rossendorf ins Zwischenlager Ahaus lädt die kfd des Diözesanverbandes Münster, des Kreisdekanates Borken und des Dekanates Ahaus zu Mahnwachen am Mahner an der Marienkirche in Ahaus ein. Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands tritt in ihren Positionspapieren nachdrücklich ein für die Bewahrung der von Gott anvertrauten Schöpfung und gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und die Bedrohung durch unkalkulierbare Risiken, wie sie auch die Kernenergie darstellt. Beim Umgang mit Atomenergie und Atommüll bleibt ein so genanntes ,geringes Restrisiko.

Der Mensch ist zu keiner Zeit und keinem Ort frei davon, Fehler zu machen oder angreifbar zu sein. Unglücke und Terroranschläge zeugen davon. Auch in der Atomenergie kann niemand Garantien abgeben. Auf unvorstellbare Zeitspannen hin bleibt der Atommüll ein Mensch und Natur gefährdendes Material, das im Schadensfall irreparable Schäden anrichtet! Kinder aus Tschernobyl und Mogilev, die in ihren Erholungsferien in Deutschland auch von Familien hier im Kreis Borken betreut werden, sprechen da eine ganz eigene, keine wissenschaftliche, aber deutliche Sprache.

Als Frauen und Mütter treten wir mit aller Entschiedenheit gegen die Atommülltransporte aus Rossendorf ein. Dies geschieht jedoch mit Respekt vor anderen Standpunkten innerhalb unserer Gemeinschaft. Wir wollen mit den Mahnwachen der Sorge um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder sichtbar Ausdruck verleihen, so die kfd in ihrer Stellungnahme.

Am Samstag (28. Mai) von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr und am Sonntag (29. Mai) von 17 bis 18 Uhr soll mit Schweigeminuten, brennenden Kerzen und Gebet ein deutliches Zeichen gesetzt werden, zu dem die kfd alle Gleichgesinnten einlädt.


Münsterland-Zeitung 25. Mai 2005

Thesenanschlag gegen Castor und Klonen

von Stefan Grothues

Ahaus - Mit einem "Thesenanschlag zu Ahaus" hat gestern Abend die Sprechergruppe von Pax Christi im Bistum Münster sich für eine "neue politsche Ethik" und gegen Castortransporte nach Ahaus gewandt. Um der Aktion Bedeutung zu verleihen wollte Pax-Christi-Mitarbeiter Ernst Dertmann mit dem Titel bewusst an Martin Luther anknüpfen. In ihren Thesen wendet sich die Pax-Christi-Gruppe nicht nur gegen die Nutzung der Atomkraft "wegen der Belastung der Menschheit für Jahrhunderte", sondern unter anderem auch gegen das Klonen von Menschen, gegen Euthanasie, Genveränderungen in Grundnahrungsmitteln und eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung. Ihre Thesen heftete die Gruppe " allerdings mit Klebestreifen und ohne Einsatz von Hammer und Nägeln " ans Rathaus, an die Marienkirche, an das alte Kreishaus und an das Tor des BZA.


Pressespiegel Castor Rossendorf-Ahaus

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x3.

Kath. Frauengemeinschaft Deutschland, Ahaus, 06. Juni 2005
Mahner in der Stadt

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x2.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf x1.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf vorlauf x1.

Münsterland-Zeitung, 25. Mai 2005
"Ruhe in der Innenstadt"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 23. Mai 2005
NRW-Landesregierung hat kein politisches Mandat mehr für Castoren

Münsterland-Zeitung, 11. Mai 2005
Castor: Transporttermin noch im Nebel

Münsterland-Zeitung, 03. Mai 2005
600 Kilometer für Protest

Die Tageszeitung, 28. April 2005
Anti-Atom spaltet die Bewegung

Münsterland-Zeitung, 19. April 2005
Circus contra Castor am Zwischenlager

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung 05. April 2005
Atomkraftgegner demonstrieren direkt vor Zwischenlager Ahaus

Münsterland-Zeitung, 30. März 2005
BI meldet Proteste an

Münsterland-Zeitung, 15. März 2005
Stört Castor Kirchenchöre?

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. März 2005
Am 4. Juni soll zweiter Castor-Transport nach Ahaus rollen

Die Tageszeitung, 10. März 2005
Störfall in Ahauser Atomlager

Die Tageszeitung, 28. Februar 2005
Grüne im Schnellwaschgang

Münsterland-Zeitung, 24. Februar 2005
Rollen Castoren durch Heek?

WDR, 20. Februar 2005
Atomkraftgegner machen mobil

Münsterland-Zeitung, 10. Februar 2005
"Enttäuschte Freundschaft"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. Januar 2005
Atomtransporte von Dresden nach Ahaus direkt nach Landtagswahl

Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2004
1000 Kerzen

Münsterland-Zeitung, 15. Dezember 2004
Konkrete Schritte mit keiner Silbe erwähnt

Freie Presse Sachsen, 11. November 2004
Castor-Stopp - Atommüll bleibt vorerst in Rossendorf

Die Tageszeitung, 09. November 2004
Der Tod ist kein Hindernis

Münsterland-Zeitung, 28. Oktober 2004
Castor: Appell an die Politik

WDR, 21. Oktober 2004
Castor-Transporte oder die Frage nach dem Schnee

Leipziger Volkszeitung, 13. Oktober 2004
Wortgefechte um Castoren

Münsterland-Zeitung Ahaus 12. Oktober 2004
Grünes Licht für den Castor

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 06. Oktober 2004
CASTOR-Proteste vor Ahauser Amtsgericht

Sächsische Zeitung, 28. September 2004
Sachsen hält an Castor-Transporten in diesem Jahr fest

Münsterland-Zeitung, 28. September 2004
Proteste gegen Castortransporte

ahaus-online.de, 11. September 2004
Homann und BI-Mitglieder trafen Bärbel Höhn

WDR, 01. September 2004
Kein Atommüll nach Ahaus? Kläger bezweifeln Sicherheit des Zwischenlagers

Westfälische Nachrichten, 20. August 2004
Castoren kommen nicht vor dem Herbst

BI "Kein Atommüll in Ahaus", WigA Münster, Pressemitteilung, 06. August 2004
Atommüll - Entscheidungen in Kürze vor Gerichten

WDR, 06. August 2004
Castor-Schlappe für NRW-Regierung

Münsterland-Zeitung, 17. Juli 2004
Trotz Klage: NRW-Castor rollte per LKW

Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004
Höhn: Ich bin zuversichtlich

DDP-Agenturmeldung, 02. Juli 2004
Streit um Castoren - Bundesverwaltungsgericht weist NRW-Klage nach Braunschweig zurück

Münsterland-Zeitung, 24. Juni 2004
Neue Halterungen für Castoren

WDR, 08. Juni 2004
Neue Runde im Castor-Streit

Sächsische Zeitung, 13. Mai 2004
Castoren rollen erst später

Münsterland-Zeitung, 19. April 2004
NRW will Klage gegen Castor

Münsterland-Zeitung, 02. April 2004
Castor spaltet Rat

Münsterland-Zeitung, 31. März 2004
Atomtransport genehmigt

Münsterland-Zeitung, 24. März 2004
Landtag debattiert heute über Castortransport

Die Tageszeitung, 18. März 2004
Ahaus und Gronau müssen endlich stillgelegt werden

Münsterland-Zeitung, 13. März 2004
Protest schlägt Zelte auf

Westline, 10. März 2004
Betreibergesellschaft übt Kritik

Münsterland-Zeitung, 10. März 2004
Kabinett will Castortransport verhindern

Neue Ruhr-Zeitung, 06. März 2004
Atom spaltet Höhn und Trittin

Münsterland Zeitung, 04. März 2004
kfd gegen Castortransporte

Münsterland Zeitung, 03. März 2004
Pax Christi gegen Castortransporte

Sächsische Zeitung, 01. März 2004
Castor-Proteste an den Autobahnen

Die Tageszeitung u.a., 20. Februar 2004
Sachsen soll Castoren behalten

Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004
Castor rollt noch nicht, aber die Protest-Welle

Münsterland-Zeitung, 17. Februar 2004
Minister: Transport unnötig

Leipziger Volkszeitung, 07. Februar 2004
Minister: Castor-Transport im Frühjahr möglich

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 02. Februar 2004
CASTOR-Transport nach Ahaus aus Angst vor Protesten vorverlegt

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 01. Februar 2004
Offener Brief an die NRW-Landesregierung

BI "Kein Atommüll in Ahaus", 20. Januar 2004
Bald Genehmigung für CASTOREN? - Wir stellen uns quer!

Münsterland Zeitung, 15. Januar 2004
Spontane Demo am Zwischenlager

Die Tageszeitung, 11. Januar 2004
Ahaus wird grüner Super-GAU

Münsterland Zeitung, 19. Dezember 2003
Breiten Protest gegen Castor angekündigt

Die Tageszeitung, 19. Dezember 2003
Im Münsterland wächst der Widerstand

Westfälische Nachrichten, 19. Dezember 2003
Können und wollen nicht tatenlos zusehen

Münsterland Zeitung, 18. Dezember 2003
Protest am frühen Morgen

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen u.a., 17. Dezember 2003
Atommüllager Ahaus blockiert

Münsterland Zeitung, 02. Dezember 2003
Castortransport nach Ahaus im Jahr 2004?

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/Grüne Liga Sachsen
Rossendorf: 34 Jahre Reaktorbetrieb ohne Entsorgungskonzept


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