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Antifaschistisches Archiv Münsterland, Pressemitteilung, 18. März 2002

Neonazistische Szene im Kreis Borken im Aufwind

Die neonazistische Szene im Kreis Borken ist im Aufwind, zu diesem Fazit kommt das Antifaschistische Archiv Münsterland (AAMl).


Im Kreis Borken gibt es einen aktiven Kreisverband der NPD. Bis zum September 2001 war der Ahauser Ralf Fortwengel als Beisitzer im Landesvorstand der extrem rechten Partei aktiv. Die „NPD-Ahaus“ tritt auf Demonstrationen der NPD in Erscheinung.

Mit der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2001 des Landes NRW wird die regionale Skinhead- und Neo-Nazi-Szene erstmals explizit erwähnt. Zwar wird von einer noch losen Organisierung gesprochen, doch weist der selbe Verfassungsschutzbericht zwei neonazistische Konzerte in Borken auf.

Am 15. September und am 28. Dezember fanden in Borken Konzerte mit der einschlägig bekannten Neo-Nazi-Band „Boots of Hate“ statt. Zumindest an dem Konzert am 28. Dezember nahmen auch führende Aktivisten der neonazistischen Szene in NRW und Hamburg teil, darauf weist auch der Verfassungsschutz hin. Die Hamburger Neo-Nazi-Szene hat eine bundesweit führende Rolle in der Organisierung der neonazistischen Bewegung inne.

Markus Gelder vom Antifaschistischen Archiv weist in diesem Zusammenhang darauf hin, „dass Konzerte ein wesentlicher strategischer Bestandteil der extremen Rechten sind, um jugendliche Skinheads an die neonazistische Szene zu binden. Über Konzerte werden Ideologien transportiert und zu Gewalt aufgerufen. Konzerte dienen der Organisierung einer meist jugendlichen rechten Subkultur.“

Die Entwicklungen der letzten Zeit zeigen eine zunehmende Organisierung der neonazistischen Szene im südlichen Kreis Borken auf. Skinheads und Neonazis treten immer wieder öffentlich in Borken und Bocholt in Erscheinung. So sorgten etwa 40 Neonazis auf der Bocholter Kirmes im Oktober vergangenen Jahres für ein Großeinsatz der Polizei, die weitere Aktionen der Neonazis verhindern konnte. Die Neonazis wurden nach einer Personalienfeststellung durch die Polizei aus der Stadt begleitet.

Die extrem rechte Szene in der Region zeigt durch die Organisation der Konzerte, die überwiegend konspirativ organisiert werden, ihre zunehmenden Organisierungsgrad und ihre Verankerung in der überregionalen neonazistischen Szene. Auch die Kontakte, die bis zur bundesweiten Führungsebene der extremen Rechten reichen, weisen auf die Gefahr einer zunehmenden Aktivität der rechten Szene hin. Darüber hinaus ist von einer weiteren Organisierung der rechten Szene im Kreis Borken auszugehen.

Markus Gelder führte abschließend aus: „Der neonazistischen Organisierung im Kreis Borken muss gesellschaftlicher Widerstand entgegengesetzt werden, damit in Zukunft weitere Aktivitäten der extremen rechten nicht mehr möglich sind. Daher gilt es den Widerstand gegen Nazis zu organisieren.“

Antifaschistisches Archiv Münsterland


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