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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 26. März 2002

Shop vor dem Aus

von Stefan Grothues

Ahaus - Die Tage des umstrittenen Asylbewerbershops in Ahaus scheinen gezählt: Die Verwaltung schlägt dem Sozialausschuss vor, den Shop durch ein Wertscheinsystem zu ersetzen. Als Grund für die Abkehr vom Asylbewerbershop nennt Sozialdezernent Hermann Kühlkamp die rückläufige Zahl der Asylbewerber, die Sachleistungen beziehen. Kühlkamp: "Der Shop rechnet sich einfach nicht mehr." Sofern der Ausschuss für Familien, Soziales und Senioren in seiner Sitzung am 9. April diese Auffassung teilt, könnte der Shop im Laufe des Monats Juni geschlossen werden.

Seit Eröffnung des Shops vor vier Jahren war sein Umsatz von anfangs rund 41 000 Euro kontinuierlich um fast zwei Drittel zurückgegangen. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Zum Einen sind die Flüchtlingszahlen seit 1998 von 548 auf 388 gesunken. Zum Anderen sind immer weniger Asylbewerber auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen, da die Arbeitsaufnahme für Asylbewerber zwischenzeitlich erheblich erleichtert wurde und ihnen auch Kindergeld gewährt wird. Dadurch ging die Zahl der Leistungsempfänger von 474 im Jahr 1998 auf 185 im Jahr 2002 drastisch zurück. Da sich diese Entwicklung bereits seit längerer Zeit abzeichnet, hat die Verwaltung auf Beschluss der politischen Gremien bereits seit fast zwei Jahren die Einführung von Chipkarten erwogen, mit denen den Asylbewerbern die Möglichkeit gegeben werden sollte, in den regulären Supermärkten einzukaufen. Das Chipkartensystem hätte einen hohen technischen Aufwand erfordert und stieß bei örtlichen Lebensmittelmärkten auf Widerstände. Die Sachleistungsgewährung für Asylbewerber soll nach den Vorstellungen des Sozialamtes künftig mittels eines Wertscheinsystems verwirklicht werden. Beim Bekleidungsbedarf ist dies schon der Fall. Die Wertgutscheine können nur bei zugelassenen Händlern in Ahaus und den Ortsteilen eingelöst werden. Zum voraussichtlichen Ende des Asylbewerbershops zog Kühlkamp jetzt dennoch eine positive Bilanz: Es habe bei einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro keine begründeten Beanstandungen zur Qualität der dort ausgegebenen Lebensmittel gegeben. Zudem hätten im Laufe der vier Jahre 21 Sozialhilfeempfänger im Shop vorübergehende Arbeit gefunden.


Umstrittener Shop

1998 war der Asylbewerbershop mit CDU-Mehrheit gegen den erheblichen Widerstand von SPD und UWG und unter Protest der Asylbewerber eingeführt worden. Der Shop sollte das vom Gesetz geforderter Sachleistungsprinzip sicherstellen. Er löste die Bargeldzuwendungen ab und war als Alternative zu den ebenfalls erwogenen und noch heftiger abgelehnten Lebensmittelpaketen gedacht. SPD und UWG hatten damals schon ein Wertgutschein oder Chipkartensystem gefordert und den Shop als diskriminierend bezeichnet.

[Anmerkung: Die diskriminierende Sonderbehandlung durch den "Shop" verursachte bereits seit der Einführung deutliche Mehrkosten im Vergleich zur Ausgabe von Gutscheinen oder Bargeld. redaktion@uwg-ahaus.de]


Di, 04.07.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Protest gegen das Shopsystem

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Do, 17.08.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
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Mi, 04.10.00 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
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Mi, 11.09.01 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
"Unsere Heimat ist jetzt hier" - Familie Zekavica von Abschiebung bedroht

Fr, 21.09.01 Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung
Verwaltung prüft Chipkartensystem


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