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Münsterland Zeitung, 24. März 2004

Landtag debattiert heute über Castortransport

von Stefan Grothues

Ahaus. Ein erneuter Atommülltransport ist der Ahauser Bevölkerung nach Ansicht der CDU-Landtagsfraktion "solange nicht zumutbar, wie die Frage der Endlagerung in Deutschland ungeklärt ist". Die CDU-Fraktion bringt heute einen entsprechenden Entschließungsantrag in den Düsseldorfer Landtag ein, der die Errichtung eines Zwischenlagers in Rossendorf fordert. Ein Zwischenlager in Sachsen würde den geplanten Transport von Castorbehältern nach Ahaus überflüssig machen. Die Landesregierung, so heißt es in dem Antrag weiter, solle gemeinsam mit dem Bund und im Einvernehmen mit dem Freistaat Sachsen die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen.

Die Ahauser CDU hat nach Angaben ihres Bürgermeisterkandidaten Felix Büter den Antrag mitberaten und stehe inhaltlich voll dahinter. Nach dem Willen der CDU soll der Landtag die mangelhafte Information und Zusammenarbeit der Landesregierung mit der Stadt Ahaus rügen. Kritisiert wird auch, dass im Atomausstiegsgesetz keine Standortzwischenlager für Forschungsreaktoren festgelegt worden seien. Sie wurden, so die Düsseldorfer Fraktion, "schlicht weg vergessen". Die Landesregierung, so der Oppositionsführer im Landtag, Jürgen Rüttgers, habe bei der Beratung des Ausstiegsgesetzes "kläglich versagt und die Interessen der Menschen im Münsterland mit Füßen getreten".

Obwohl der Landesregierung die "mangelhafte Formulierung" des Ausstiegsgesetzes bekannt gewesen sei, habe sie jahrelang keinerlei Anstrengungen unternommen, um zu einer Korrektur zu kommen. Nun hätten weder die Genehmigungsbehörde noch der Rat der Stadt Ahaus Spielraum für eigene Entscheidungen.


SPD schreibt Steinbrück

Unterdessen hat sich auch die Ahauser SPD-Ratsfraktion in einem Brief an Ministerpräsident Steinbrück und Innenminister Fritz Behrens gegen die Castortransporte gewandt. In dem Schreiben heißt es: "Wir sind mit Euch der Überzeugung, dass diese Transporte überflüssig und eine unnötige Belastung und Gefährdung darstellen. Falls dieser Transport stattfinden sollte, bedeutet das einen ungeheuren Vertrauensverlust für unseren Ortsverein hier in Ahaus und für die Landesregierung."

Die Ahauser SPD fordert die Landesregierung "mit Nachdruck auf, diesen überflüssigen Transport zu verhindern, Ihr allein habt es im Augenblick noch in der Hand, ein politisch falsches Signal zu verhindern und so zu Eurem Wort zu stehen."

Die Tageszeitung, 26. März 2004

Landtag gegen Castor-Transporte nach Ahaus

SPD und Grüne fordern die Bundesregierung zur Nachbesserung des Atomkonsenses auf. Nordrhein-Westfalens CDU sorgt sich dagegen mehr um Sachsens Finanzen - und beschimpft Demonstranten als "verblendete Krawallbrüder"

von Andreas Wyputta

Düsseldorf. Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat sich Nordrhein-Westfalens Landtag gestern gegen die geplanten Atomtransporte nach Ahaus ausgesprochen. Um die Atommülllieferungen aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden doch noch zu verhindern, wird die sächsische Landesregierung aufgefordert, "sich freiwillig dem erreichten Konsens zur Vermeidung sinnloser Transporte anzuschließen und die Genehmigung eines Zwischenlagers für den hochradioaktiven Atommüll zu beantragen". In einem mit 109 Stimmen beschlossenen Änderungsantrag forderte die rot-grüne Koalition außerdem eine Änderung des Atomkonsenses auf Bundesebene: "Nicht nur für Atommüll aus Atomkraftwerken zur Stromerzeugung, sondern auch für Atommüll aus Forschungsreaktoren" müsse eine "Pflicht zu Zwischenlagerung eingeführt" werden. 85 Abgeordnete von CDU und FDP stimmten dagegen.

In der turbulenten Debatte warnten besonders der SPD-Abgeordnete Jürgen Jentsch und der energiepolitische Sprecher der Grünen, Rüdiger Sagel, vor den "unsinnigen und unnötigen" Transporten. Die wegen des Mangels an Castor-Behältern nötigen 18 Einzellieferungen per Autobahn seien "unverhältnissmäßig" und brächten "vermeidbare Risiken", sagte NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD).

Der Christdemokrat Christian Weisbrich leugnete dagegen jede Gefahr und beschimpfte besorgte Bürger, die gegen die Atommülllieferungen demonstrieren, als "ideologisch verblendete Eiferer" und "Krawallbrüder". Nur sie allein seien dafür verantwortlich, dass NRW im Fall eines Transport geschätzte 50 Millionen Euro für Polizeieinsätze zur Sicherung der Castoren aufbringen müsse. Im Plenum des nordrhein-westfälischen Landtags sorgte sich Weisbrich vor allem um die Interessen Sachsens: die dortige Landesregierung koste der Transport nur geschätzte sieben Millionen Euro, der Bau eines Zwischenlagers in Rossendorf schlage aber mit rund 70 Millionen Euro zu Buche. Völlig verständlich sei deshalb, dass Sachsens CDU-Umweltminister Steffen Flath auf den Atommülllieferungen bestehe. Schuld an dem derzeitigen "Schlamassel" seien die rot-grünen Regierungen in Bund und Land - die seien "zu blöd" gewesen, eine Regelung auch für Zwischenlager zu finden. Bei den Gesprächen zum Atomkonsens hatte sich die CDU auf Bundesebene dagegen für die Interessen der Atominduistrie stark gemacht: Noch heute unterstützt auch der Ahauser CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn den Atommülltourismus ins Münsterland.

Weisbrichs Forderung: NRW solle den Bau eines Zwischenlagers in Sachsen mitfinanzieren. Eine abstruse Forderung, findet nicht nur SPD-Energieminister Axel Horstmann: "Aus den anderen Forschungsreaktoren steht die vierfache Zahl von Transporten an."


Pressespiegel Castor Rossendorf-Ahaus

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x3.

Kath. Frauengemeinschaft Deutschland, Ahaus, 06. Juni 2005
Mahner in der Stadt

>aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x2.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf x1.

>aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf vorlauf x1.

Münsterland-Zeitung, 25. Mai 2005
"Ruhe in der Innenstadt"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 23. Mai 2005
NRW-Landesregierung hat kein politisches Mandat mehr für Castoren

Münsterland-Zeitung, 11. Mai 2005
Castor: Transporttermin noch im Nebel

Münsterland-Zeitung, 03. Mai 2005
600 Kilometer für Protest

Die Tageszeitung, 28. April 2005
Anti-Atom spaltet die Bewegung

Münsterland-Zeitung, 19. April 2005
Circus contra Castor am Zwischenlager

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung 05. April 2005
Atomkraftgegner demonstrieren direkt vor Zwischenlager Ahaus

Münsterland-Zeitung, 30. März 2005
BI meldet Proteste an

Münsterland-Zeitung, 15. März 2005
Stört Castor Kirchenchöre?

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. März 2005
Am 4. Juni soll zweiter Castor-Transport nach Ahaus rollen

Die Tageszeitung, 10. März 2005
Störfall in Ahauser Atomlager

Die Tageszeitung, 28. Februar 2005
Grüne im Schnellwaschgang

Münsterland-Zeitung, 24. Februar 2005
Rollen Castoren durch Heek?

WDR, 20. Februar 2005
Atomkraftgegner machen mobil

Münsterland-Zeitung, 10. Februar 2005
"Enttäuschte Freundschaft"

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. Januar 2005
Atomtransporte von Dresden nach Ahaus direkt nach Landtagswahl

Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2004
1000 Kerzen

Münsterland-Zeitung, 15. Dezember 2004
Konkrete Schritte mit keiner Silbe erwähnt

Freie Presse Sachsen, 11. November 2004
Castor-Stopp - Atommüll bleibt vorerst in Rossendorf

Die Tageszeitung, 09. November 2004
Der Tod ist kein Hindernis

Münsterland-Zeitung, 28. Oktober 2004
Castor: Appell an die Politik

WDR, 21. Oktober 2004
Castor-Transporte oder die Frage nach dem Schnee

Leipziger Volkszeitung, 13. Oktober 2004
Wortgefechte um Castoren

Münsterland-Zeitung Ahaus 12. Oktober 2004
Grünes Licht für den Castor

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 06. Oktober 2004
CASTOR-Proteste vor Ahauser Amtsgericht

Sächsische Zeitung, 28. September 2004
Sachsen hält an Castor-Transporten in diesem Jahr fest

Münsterland-Zeitung, 28. September 2004
Proteste gegen Castortransporte

ahaus-online.de, 11. September 2004
Homann und BI-Mitglieder trafen Bärbel Höhn

WDR, 01. September 2004
Kein Atommüll nach Ahaus? Kläger bezweifeln Sicherheit des Zwischenlagers

Westfälische Nachrichten, 20. August 2004
Castoren kommen nicht vor dem Herbst

BI "Kein Atommüll in Ahaus", WigA Münster, Pressemitteilung, 06. August 2004
Atommüll - Entscheidungen in Kürze vor Gerichten

WDR, 06. August 2004
Castor-Schlappe für NRW-Regierung

Münsterland-Zeitung, 17. Juli 2004
Trotz Klage: NRW-Castor rollte per LKW

Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004
Höhn: Ich bin zuversichtlich

DDP-Agenturmeldung, 02. Juli 2004
Streit um Castoren - Bundesverwaltungsgericht weist NRW-Klage nach Braunschweig zurück

Münsterland-Zeitung, 24. Juni 2004
Neue Halterungen für Castoren

WDR, 08. Juni 2004
Neue Runde im Castor-Streit

Sächsische Zeitung, 13. Mai 2004
Castoren rollen erst später

Münsterland-Zeitung, 19. April 2004
NRW will Klage gegen Castor

Münsterland-Zeitung, 02. April 2004
Castor spaltet Rat

Münsterland-Zeitung, 31. März 2004
Atomtransport genehmigt

Münsterland-Zeitung, 24. März 2004
Landtag debattiert heute über Castortransport

Die Tageszeitung, 18. März 2004
Ahaus und Gronau müssen endlich stillgelegt werden

Münsterland-Zeitung, 13. März 2004
Protest schlägt Zelte auf

Westline, 10. März 2004
Betreibergesellschaft übt Kritik

Münsterland-Zeitung, 10. März 2004
Kabinett will Castortransport verhindern

Neue Ruhr-Zeitung, 06. März 2004
Atom spaltet Höhn und Trittin

Münsterland Zeitung, 04. März 2004
kfd gegen Castortransporte

Münsterland Zeitung, 03. März 2004
Pax Christi gegen Castortransporte

Sächsische Zeitung, 01. März 2004
Castor-Proteste an den Autobahnen

Die Tageszeitung u.a., 20. Februar 2004
Sachsen soll Castoren behalten

Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004
Castor rollt noch nicht, aber die Protest-Welle

Münsterland-Zeitung, 17. Februar 2004
Minister: Transport unnötig

Leipziger Volkszeitung, 07. Februar 2004
Minister: Castor-Transport im Frühjahr möglich

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 02. Februar 2004
CASTOR-Transport nach Ahaus aus Angst vor Protesten vorverlegt

BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 01. Februar 2004
Offener Brief an die NRW-Landesregierung

BI "Kein Atommüll in Ahaus", 20. Januar 2004
Bald Genehmigung für CASTOREN? - Wir stellen uns quer!

Münsterland Zeitung, 15. Januar 2004
Spontane Demo am Zwischenlager

Die Tageszeitung, 11. Januar 2004
Ahaus wird grüner Super-GAU

Münsterland Zeitung, 19. Dezember 2003
Breiten Protest gegen Castor angekündigt

Die Tageszeitung, 19. Dezember 2003
Im Münsterland wächst der Widerstand

Westfälische Nachrichten, 19. Dezember 2003
Können und wollen nicht tatenlos zusehen

Münsterland Zeitung, 18. Dezember 2003
Protest am frühen Morgen

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen u.a., 17. Dezember 2003
Atommüllager Ahaus blockiert

Münsterland Zeitung, 02. Dezember 2003
Castortransport nach Ahaus im Jahr 2004?

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/Grüne Liga Sachsen
Rossendorf: 34 Jahre Reaktorbetrieb ohne Entsorgungskonzept


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