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UWG-Pressemitteilung, 22. November '00

Perspektiven der Stromversorgung in Ahaus

Künftige Strompreise und Blockheizkraftwerk zentrale Themen der UWG-Versammlung



alte und neue Mühle in Quantwick
Zur jüngsten Mitgliederversammlung der Unabhängigen Wählergruppe Ahaus konnte Hubert Kersting als Vorsitzender des Umweltausschusses neben Stefan Chemelli, Vertriebsleiter der Ahauser Stadtwerke, auch zahlreiche interessierte Bürger begrüßen. In seiner Einführung teilte Chemelli bereits mit, daß dem Aufsichtsrat der Stadtwerke in seiner Sitzung Anfang Dezember eine neue Gestaltung der Tarifstrukturen vorgeschlagen werden soll.

Danach werde es zukünftig neben dem allgemeinen Tarif nicht mehr sieben, sondern lediglich drei Sondertarife für Haushaltskunden geben, die dann jedoch die automatische Bestabrechnung ebenso beinhalten sollen wie die Haftung bei Störungen in der Stromversorgung. Während die Stadtwerke dann zwar mit einem System der Bestabrechung einem Wunsch der UWG folgten, wurde in der Versammlung deutliche Kritik an der Versicherung laut, da hiermit dem Kunden ein Produkt verkauft werde, welches bereits auf andere Weise abgesichert sei. Chemelli: "Zwar ist mit Ausfällen bei der Stromversorgung nicht zu rechnen, doch spiele der Beitrag für die Versicherung bei der Tarifgestaltung auch keine Rolle."

Bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter, so wurde in der Versammlung kritisch angemerkt, erweisen sich die Ahauser Stadtwerke eher in einer "Blockadehaltung", was sowohl die zu regelnden Vereinbarungen beträfe als auch die Durchleitungsgebühren, die doppelt so hoch seien als bei anderen Stadtwerken. Dies sei bei der Liberalisierung des Strommarktes kaum im Sinne des Gesetzgebers gewesen, dass über diese Kosten der Monopolist sich die Gewinne einstreiche, die er über den Stromkunden nicht erreichen könne. Chemelli führte an, dass Preisunterschiede in diesem Bereich auch über einen unterschiedlichen Netz-Standard erklärlich seien. Aus den Reihen der Besucher wurde für diesen Bereich eine Regulierungsstelle gefordert, um bei einer zukünftigen Bewertung unabhängige Kriterien zugrunde legen zu können.

Kontrovers diskutiert wurde in der Versammlung der UWG auch der Anschluß- und Benutzungszwang des Blockheizkraftwerkes im Baugebiet Kalkbruch: Zu der von Herrn Bruns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken, vorgetragenen mangelnden Bereitschaft der politischen Vertreter der Stadt Ahaus, sich diesbezüglich einer Diskussion zu stellen, machte UWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Homann deutlich, dass die UWG sehr wohl Gesprächsbereitschaft signalisiert habe, jedoch der Termin und die Art und Weise der Einladung auf Unverständnis innerhalb der UWG gestoßen sei. Die UWG habe die Entscheidung für das Blockheizkraftwerk mit initiiert und stehe nach wie vor zu dieser Entscheidung. Es werden in diesem Bereich etwa 30 – 40 % weniger Treibhausgas ausgestoßen und das sei von großer ökologischer Bedeutung. Um einen wirtschaftlichen Betrieb des Blockheizkraftwerkes zu gewährleisten, sei der Anschluß- und Benutzungszwang die richtige Entscheidung gewesen. In diesem Zusammenhang verwies Kersting auch darauf, dass Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung in diesem Wohngebiet errichtet werden können und auch die beschlossene Satzung für zukünftige technische Weiterentwicklungen offen gestaltet sei. Während der Versammlung erklärte Herr Bruns, dass das Gesprächsangebot der UWG begrüßt werde.


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