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Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, 24. November 2002
Kein "Zwischen"lager in Lingen!Neues Atomlager macht Lingen zu neuem GorlebenDas Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen wird am Samstag, 30. November, ab 12 Uhr auf dem Marktplatz in Lingen gegen die Inbetriebnahme des Zwischenlagers am Atomkraftwerk Lingen II protestieren. Dass Bündnis wird dabei die Überführung eines CASTORS aus dem Abklingbecken in das 100 m entfernte neue "Zwischen"lager simulieren.
Das Bündnis befürchtet konkret, dass durch das neue Lager, der Atomstandort Lingen für viele Jahrzehnte zementiert werden soll. Nach den bisherigen Plänen der rot-grünen Bundesregierung soll das AKW Lingen ca. 2020 abgeschaltet werden. Doch der Atommüll aus Lingen reicht bei weitem nicht aus, um die stark überdimensionierte Lagerhalle zu füllen. Wir befürchten deshalb, dass das AKW noch viel länger laufen soll. Wie leer die Versprechungen von Rot-Grün sind, haben wir am Beispiel des AKW Obrigheim gesehen, das trotz Ausstiegsbeschluss auch nach 2003 noch munter weiterläuft. Auch die aktuellen Pläne für eine Erweiterung der Urananreicherungsanlage in Gronau zeigen, dass an einem wirklichen Atomausstieg in Deutschland nicht gedacht ist. Wo der Atommüll nach Abschaltung des AKW hin soll, ist völlig ungeklärt. Ein Endlager ist überhaupt nicht in Sicht und eine wirklich sichere Endlagerung des hochradioaktiven Atommülls ist weltweit illusorisch. Wird das Zwischenlager Lingen damit zu einem Endlager? Dann hätte Niedersachsen ein zweites Gorleben. Dagegen protestieren wir. Wir protestieren gegen das Zwischenlager auch, weil wir in Ahaus erfolgreich die Einlagerung weiteren Atommülls für mehrere Jahre verhindern konnten. Wir möchten nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger von Lingen nun die ?Nebenwirkungen? des Protestes auslöffeln müssen. Stolz präsentiert jetzt der AKW Betreiber RWE das angeblich so sichere Atommülllager mit seinen 1,20 Meter dicken Stahlbetonwänden. Mal abgesehen davon, dass ein gezielter Absturz mit einem Passagierflugzeug auf die Atomanlagen in Lingen katastrophale Folgen für ganz Norddeutschland hätte, müssten nach der Sicherheitslogik der RWE dann nicht die Zwischenlager in Ahaus und Gorleben mit seinen dünnen Wellblechhütten sofort stillgelegt werden? Eine wirkliche Lösung für den Atomstandort Lingen kann nur in der sofortigen Schließung des AKW Lingen II und der Brennelementefertigung liegen. Nur wenn die Produktion von Atommüll sofort gestoppt wird, kann die Atomspirale durchbrochen werden. Dann ist auch das jetzige Zwischenlager überflüssig. Die Atomindustrie und die Regierungen wollen der Bevölkerung nur Sand in die Augen streuen, um den ungestörten Weiterbetrieb der Atomanlagen zu sichern.
Wir fordern deshalb: Mit dem Atomausstieg Ernst machen:Kein "Zwischen"lager in Lingen - Atomanlagen sofort stilllegen!
Fantasievolle Protestaktion in Lingen gegen ZwischenlagerUndichter CASTOR in der Innenstadt eingelagertMehrere Dutzend AtomkraftgegnerInnen aus Lingen und dem Münsterland haben am heutigen Samstag, 30. November, in der Innenstadt von Lingen gegen die unmittelbar bevorstehende Inbetriebnahme des atomaren Zwischenlagers am Atomkraftwerk (AKW) Lingen II protestiert. Dabei rollten die UmweltschützerInnen einen "CASTOR"-Behälter durch die Fußgängerzone, um auf die Gefahren der Atommülllagerung aufmerksam zu machen. Etwaige Sicherheitsprobleme beim "CASTOR" wurden unter einen grünen Teppich gekehrt.Die realen CASTOR-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll aus dem AKW sollen 40 Jahre in der Halle gelagert werden. Doch die Brennelemente werden noch viele Tausend Jahre weiterstrahlen. Da niemand weiß, wo der Atommüll endgelagert werden soll, wird er wahrscheinlich ganz in Lingen bleiben. Damit wird der Atomstandort zu einem Endlager. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen befürchtet, dass Lingen stillschweigend zu einem zweiten Gorleben wird. Das Aktionsbündnis hatte die Aktion in Lingen organisiert.
Das Zwischenlager in Lingen darf nicht in Betrieb gehen. Wir fordern die Landesregierung in Hannover und die Bundesregierung in Berlin auf, die Inbetriebnahme in letzter Minute zu stoppen. Das Zwischenlager ist eine rein politische Anlage, weil die Einlagerung in Gorleben und Ahaus zu umstritten ist. Einen Sachzwang für eine neue Atomanlage in Lingen gibt es nicht. Die Halle dient einzig dazu, den Weiterbetrieb des AKWs in Lingen für mehrere Jahrzehnte zu sichern. Sieht so der von Rot-Grün versprochene Atomausstieg aus? Auch die Brennelementefertigung in Lingen läuft unvermindert weiter und die Urananreicherungsanlage in Gronau soll erweitert werden. Alte AKWs laufen länger als im "Atomkonsens" vereinbart. Die Atomindustrie baut ihre Standorte mit Billigung von Rot-Grün also aus - von Ausstieg keine Spur. Wir fordern die sofortige Schließung der Atomanlagen in Lingen. Nur so kann die weitere Produktion von Atommüll verhindert werden. Dann wird mit einem Schlag auch das Zwischenlager überflüssig. Die Radioaktivität, die von AKWs schon im Normalbetrieb freigesetzt wird, bedroht nicht nur die Menschen in Lingen. Es handelt sich nicht um ein lokales Problem. Die Folgen von Tschernobyl haben auf sehr traurige Weise gezeigt, dass sich die Folgen eines Atomunfalls weder lokal, noch regional oder national begrenzen lassen. Deswegen wird das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen auch in Zukunft Proteste in Lingen unterstützen oder organisieren.
Wir fordern deshalb: Mit dem Atomausstieg Ernst machen:Kein "Zwischen"lager in Lingen - Atomanlagen sofort stilllegen!Mehr Infos:Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
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