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Die Tageszeitung, 09. November 2004
Der Tod ist kein HindernisDie sächsische Staatsregierung hält trotz des tödlichen Unfalls eines Atomkraftgegners an den umstrittenen Castor-Transporten nach Ahaus fest. Anti-Atom-Aktivisten im Münsterland sind bestürztvon Klaus JansenDie sächsische Staatsregierung will trotz des Todes eines französischen Anti-Castor-Demonstranten an den geplanten Atommülltransporten vom Forschungsreaktor Rossendorf ins münsterländische Ahaus festhalten. "Soll man deswegen jetzt Staatstrauer ausrufen?", kommentiert Andreas Schumann, Sprecher des sächsischen Innenministers Horst Rasch (CDU), den Unfall in Lothringen, bei dem ein 21-Jähriger von dem von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben fahrenden Castor-Zug überrollt worden war. Weitaus bestürzter als die sächsische Staatsregierung reagieren die Atomkraftgegner in NRW auf den Unfall. Noch am Sonntagabend kamen in Münster, Bielefeld und Waltrop Menschen zu spontanen Trauerkundgebungen zusammen, für Montagabend war eine große Veranstaltung vor dem Münsteraner Hauptbahnhof geplant.
"Da sind 15.000 Polizisten im Einsatz, und keiner sieht etwas. Der Zug hätte entgleisen können, wenn da ein Betonklotz gelegen hätte", sagt Matthias Eickhoff von der BI "Stoppt Atomtransporte" aus Münster. Auch Atomkraftgegner Willi Hesters vom "Aktionsbündnis Münsterland" ist betroffen: "Wenn man ganz ehrlich ist, hat man nie damit gerechnet, dass es irgendwann so weit kommt", sagt er. Einig sind sich die drei Aktivisten darin, dass im Zuge des Unfalls auch die geplanten Transporte von Rossendorf nach Ahaus neu diskutiert werden sollen. "Die müssen jetzt endgültig abgesagt werden", so Hesters. Die nordrhein-westfälische Landesregierung versucht seit über einem Jahr vergeblich, die von Sachsen gewünschten Transporte zu verhindern. Für morgen sind Vertreter Sachsens zu einem "Koordinierungsgespräch" nach Düsseldorf eingeladen. Anlässlich des Zwischenfalls in Frankreich fordert nun Rüdiger Sagel, atompolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, eine Absage des Treffens. "Der Unfall hat gezeigt, wie gefährlich die Transporte sind", so Sagel zur taz. "Da muss man die Risiken erst noch einmal grundlegend überdenken." Zudem würden nach dem Unfall stärkere Sicherheitsvorkehrungen nötig - schon jetzt werden die Kosten für einen Einsatz der NRW-Polizei zur Transportsicherung auf 50 Millionen Euro geschätzt. NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) will das Koordinierungsgespräch mit den Sachsen jedoch nicht absagen. "Es ist bekannt, dass wir gegen die Transporte sind. Den Unfall als Argumentationshilfe zu nehmen, wäre jedoch zynisch", so Ministeriumssprecher Ulrich Rungwerth. Ohnehin sind der Landesregierung weitgehend die Hände gebunden: Das Bundesamt für Strahlenschutz hat den Transport bereits in letzter Instanz genehmigt, auch der juristische Spielraum ist erschöpft (siehe Kasten). "Wir halten an dem Transport fest", gibt sich deshalb die sächsische Landesregierung entschlossen. Zudem könne bei der geplanten Fahrt mit LKW kein Unfall wie in Frankreich passieren. Auch das Bundesumweltministerium ist nicht bereit, den Transport zu verbieten: "Die Genehmigung ist erteilt. Man sollte den Unfall jetzt nicht instrumentalisieren", sagt Sprecherin Frauke Stamer. Ob sich die Aktivisten im Münsterland im Falle eines Transports wie in Frankreich ebenfalls an Gleise ketten werden, ist umstritten. "Wir werden uns nicht verstecken, aber sicherlich unsere Protestformen überdenken", kündigt "Aktion Münsterland"-Sprecher Willi Hesters an. "Wir sind keine Harakiri-Demonstranten, wir wollen keine Eskalation", sagt er. Für Felix Ruwe von der BI Ahaus bleibt jedoch auch Anketten ein legitimes Mittel des Protests: "Wir werden die Autobahn blockieren. Als Demonstranten hat uns die Polizei zu schützen."
Kommentar Castor-Tod und NRW - Keine Stunde für Zynikervon Klaus JansenStaatstrauer wird es nicht geben. Trotzdem: Zynischer als Sachsens Innenministerium kann man den tragischen Unfalltod im Wald von Lothringen nicht kommentieren. Auch wenn jeder, der sich an Gleise kettet, selbst für das verantwortlich ist, was er tut. Sachsens Regierung greift nicht nur moralisch daneben, wenn sie den Tod eines jungen Menschen leichtfertig abtut - sie begeht auch taktisch einen schweren Fehler. Wenn sie tatsächlich ihren Atommüll von Rossendorf nach Ahaus schaffen will, kann sie eine Benno-Ohnesorgisierung des Protests nicht gebrauchen. Zwar sind die Genehmigungen längst erteilt und die juristischen Scharmützel ausgetragen, doch eine Eskalation des Widerstands könnte zu einer Verkettung führen, an deren Ende die Transporte doch noch verboten werden könnten: Mehr Krawall gleich mehr Polizei gleich höhere Kosten gleich neue Argumente für die nordrhein-westfälische Landesregierung, die den Transport verhindern will. Auch Bundesumweltminister Trittin steht als Grüner nicht derart felsenfest hinter den Transporten, wie es sich Sachsens CDU-Regierung wünscht. Dennoch ist es gut, dass die Atomkraftgegner in Ahaus und anderswo nicht der verlockenden Logik der Eskalation folgen. Sie würden damit nicht nur Gefahr laufen, die Unterstützung des großen Teils der Bevölkerung zu verlieren, der bislang völlig gerechtfertigten Protest unterstützt. Es wäre ebenfalls zynisch gegenüber dem Toten. Die Demonstranten wissen selbst: Kein Castor ist ein Menschenleben wert.
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Kath. Frauengemeinschaft Deutschland, Ahaus, 06. Juni 2005 >aktuell. >juni05. >rückblick castor aus rossendorf x2. >aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf x1. >aktuell. >mai05. >rückblick castor aus rossendorf vorlauf x1.
Münsterland-Zeitung, 25. Mai 2005
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 23. Mai 2005
Münsterland-Zeitung, 11. Mai 2005
Münsterland-Zeitung, 03. Mai 2005
Die Tageszeitung, 28. April 2005
Münsterland-Zeitung, 19. April 2005
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung 05. April 2005
Münsterland-Zeitung, 30. März 2005
Münsterland-Zeitung, 15. März 2005
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. März 2005
Die Tageszeitung, 10. März 2005
Die Tageszeitung, 28. Februar 2005
Münsterland-Zeitung, 24. Februar 2005
WDR, 20. Februar 2005
Münsterland-Zeitung, 10. Februar 2005
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 14. Januar 2005
Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2004
Münsterland-Zeitung, 15. Dezember 2004
Freie Presse Sachsen, 11. November 2004
Die Tageszeitung, 09. November 2004
Münsterland-Zeitung, 28. Oktober 2004
WDR, 21. Oktober 2004
Leipziger Volkszeitung, 13. Oktober 2004
Münsterland-Zeitung Ahaus 12. Oktober 2004
Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., Pressemitteilung, 06. Oktober 2004
Sächsische Zeitung, 28. September 2004
Münsterland-Zeitung, 28. September 2004
ahaus-online.de, 11. September 2004
WDR, 01. September 2004
Westfälische Nachrichten, 20. August 2004
BI "Kein Atommüll in Ahaus", WigA Münster, Pressemitteilung, 06. August 2004
WDR, 06. August 2004
Münsterland-Zeitung, 17. Juli 2004
Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004
DDP-Agenturmeldung, 02. Juli 2004
Münsterland-Zeitung, 24. Juni 2004
WDR, 08. Juni 2004
Sächsische Zeitung, 13. Mai 2004
Münsterland-Zeitung, 19. April 2004
Münsterland-Zeitung, 02. April 2004
Münsterland-Zeitung, 31. März 2004
Münsterland-Zeitung, 24. März 2004
Die Tageszeitung, 18. März 2004
Münsterland-Zeitung, 13. März 2004
Westline, 10. März 2004
Münsterland-Zeitung, 10. März 2004
Neue Ruhr-Zeitung, 06. März 2004
Münsterland Zeitung, 04. März 2004
Münsterland Zeitung, 03. März 2004
Sächsische Zeitung, 01. März 2004
Die Tageszeitung u.a., 20. Februar 2004
Sächsische Zeitung, 20. Februar 2004
Münsterland-Zeitung, 17. Februar 2004
Leipziger Volkszeitung, 07. Februar 2004
BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 02. Februar 2004
BI "Kein Atommüll in Ahaus" u.a., 01. Februar 2004
BI "Kein Atommüll in Ahaus", 20. Januar 2004
Münsterland Zeitung, 15. Januar 2004
Die Tageszeitung, 11. Januar 2004
Münsterland Zeitung, 19. Dezember 2003
Die Tageszeitung, 19. Dezember 2003
Westfälische Nachrichten, 19. Dezember 2003
Münsterland Zeitung, 18. Dezember 2003
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen u.a., 17. Dezember 2003
Münsterland Zeitung, 02. Dezember 2003
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/Grüne Liga Sachsen
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