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AP-Agenturmeldung, 29. November '99 Atomindustrie hat Auflagen für Castor-Transporte erfülltGutachter sehen keine Gefahr mehr durch Verstrahlung der BehälterBerlin (AP) Die Atomindustrie hat alle Auflagen für Castor- Transporte in Deutschland erfüllt, die eine Verstrahlung der Behälter ausschließen sollen. Dies bestätigten am Montag die Gutachter der Bundesregierung in einer Anhörung des Umweltausschusses des Bundestags. Dennoch wird die Aufhebung des seit Mai 1998 geltenden Transportstopps nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz weiter geprüft. Dabei gehe es nun vor allem um Sicherheitsfragen. Die Industrie erwartet aber die baldige Genehmigung neuer Transporte. Diese waren 1998 von der damaligen Umweltministerin Angela Merkel auf unbestimmte Zeit gestoppt worden, weil die Strahlen-Grenzwerte an der Außenhaut der Behälter teils um ein Vielfaches überschritten worden waren. Das Umweltministerium machte es der Industrie und den Transportunternehmen deshalb zur Auflage, künftige Überschreitungen sicher zu verhindern. Dies ist nun für zwei Arten von Transporten geschehen, wie die von der Bundesregierung beauftragten Gutachter Michael Sailer vom Öko-Institut in Darmstadt und Florentin Lange von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit erklärten. Das gelte für Transporte abgebrannter Brennelemente von deutschen Kraftwerken in deutsche Zwischenlager sowie solche von Restabfällen aus ausländischen Wiederaufbereitungsanlagen zurück nach Deutschland. Nur hinsichtlich Transporten von Deutschland in die Wiederaufbereitung nach England und Frankreich würden derzeit noch Auflagen abgearbeitet. Der Vertreter des Energieversorgers RWE, Hans-Jürgen Dibbert, sagte deshalb in der Anhörung: «Aus Sicht der Kontaminationsvermeidung spricht nichts mehr gegen die Wiederaufnahme der Transporte.» Die Industrie habe ein hohes Interesse an schneller Wiederaufnahme, zumal an vier Kraftwerken die kurzfristigen Lagerkapazitäten für Atommüll zu Ende gingen. Aus Zeitdruck seien aber wahrscheinlich nur noch Transporte ins Zwischenlager möglich. Für die Nuklear-Transportgesellschaft GNS sagte Wolfgang Hawickhorst, auch für den Rücktransport aus dem Ausland erwarte man neue Genehmigungen «in Kürze». Wilhelm Collin vom für die Genehmigung zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz sagte aber, dafür seien noch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Zwar seien die letzten technischen Probleme mit den Castor-Behältern am 19. November ausgeräumt worden. Das Land Niedersachsen habe auf seinen Standpunkt verwiesen, dass bereits sechs Monate vor jedem Transport künftig Streckenführung und Sicherungsmaßnahmen von den Transportunternehmen angemeldet werden sollen. Auf einen Zeitpunkt für neue Genehmigungen legte sich Collin nicht fest. Wegen fehlender Lagerkapazität an den Kraftwerken geraten in den nächsten Monaten nach Angaben des Umweltministeriums die Betreiber der Meiler Philippsburg, Neckarwestheim I und II, Biblis A und B sowie Stade unter Druck. Weiter produzieren können sie nur, falls Transporte schnell organisiert oder neue Lagerkapazitäten vor Ort genehmigt werden.
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