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AP-Agenturmeldung, 10. Oktober 01 Atomtransport passiert französische GrenzeKeine Zwischenfälle auf letzter Teilstrecke - Vorher zahlreiche BlockadenWörth (AP) Erstmals seit den Terroranschlägen in den USA ist wieder ein Atomtransport durch Deutschland gerollt. Der Zug passierte am Mittwochabend vom pfälzischen Wörth aus die Grenze nach Frankreich. Die abgebrannten Brennelemente aus den Atomkraftwerken Brunsbüttel, Stade und Mülheim-Kärlich sind für die Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague bestimmt. Auf der kurzen letzten Strecke zur Grenze gab es keine Zwischenfälle, wie eine Sprecherin der Polizei Ludwigshafen mitteilte. In Norddeutschland war es zu zahlreichen Blockaden gekommen. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes war der Zug am Dienstagabend um 21.55 Uhr im schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk Brunsbüttel gestartet. In Maschen bei Hamburg wurden in der Nacht drei Waggons aus Stade, am Mittwochmittag in Koblenz zwei weitere Waggons aus dem stillgelegten Kraftwerk Mülheim-Kärlich angehängt. Umweltschützer protestierten gegen den Transport mit zahlreichen Aktionen. Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace hängten sich in der Nähe von Brunsbüttel mit Seilen unter eine Brücke, was den Zug für rund eineinhalb Stunden aufhielt. Weitere Gleisblockaden gab es bei Bremen, Hamburg, Maschen, Münster sowie Neuwied am Rhein. Greenpeace bezeichnete den Atomtransport angesichts der angespannten Sicherheitslage als «Beleg für die verantwortungslose Geschäftspolitik der deutschen Stromkonzerne». Die Atommüllbehälter seien völlig unzureichend gegen mögliche Unfälle und Anschläge gesichert, kritisierte der Atomexperte der Organisation, Veit Bürger. Auch in Lothringen und der Normandie planten Umweltschützer an fünf oder sechs Stellen Protestaktionen. Greenpeace Frankreich ubte ebenfalls scharfe Kritik an dem Atomtransport. «Die Behörden lassen ein perfektes Ziel fur einen Terroranschlag halb Europa durchqueren», sagte Atomexperte Frederic Miller. In den USA seien nach den Anschlagen vom 11. September alle Nukleartransporte ausgesetzt worden. Die SPD-Landtagsfraktionen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sprachen sich für einen befristeten Transportstopp aus. Angesichts der hohen Belastung der Sicherheitskräfte auf Grund der Terroranschläge und der Absicherung der Euro-Einführung seien die Länderpolizeibehörden am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, erklärten Sprecher beider Fraktionen in einem Brief an Bundesinnenminister Otto Schily.
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