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Pressemitteilung, AKU Gronau, t.a.pollux.münster, 09. Oktober 2004

Demonstration gegen Urananreicherungsanlage

Grösste Protestaktion in Gronau seit 5 Jahren - AktivistInnen besetzten Baugelände

Im westfälischen Gronau demonstrierten am Samstag zwischen 250 und 300 Menschen gegen die von der Urenco betriebene Uran-Anreicherungsanlage (UAA). Zu der Veranstaltung hatten Gruppen und Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet und den Niederlanden aufgerufen.


Luftballon-Aktion auf dem in der Gronauer
Innenstadt
In der UAA Gronau, die in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden soll, wird das Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken vorbereitet. Das hier produzierte radioaktive Material landet später für alle Ewigkeit in Castor-Behältern, z.B. in Ahaus oder Gorleben.

Proteste in der Innenstadt und an der UAA

Mit bunten Protestaktionen und Musik begann die Veranstaltung bereits gegen vormittag. RednerInnen aus Gorleben und Hamburg forderten eine sofortige Stilllegung der Anlage. Marion Küpkers von der "Gewaltfreien Aktion Atomwaffen abschaffen" verwies auf die militärische Bedeutung der Gronauer Anlage.

Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau hob in seiner Rede die Gefahren der radioaktiven Urantransporte hervor, die wöchentlich durch das Münsterland fahren. Erst wenige Tage zuvor war ein solcher Transport in Frankreich verunglückt, im letzten Jahr wurde ein mit Uran beladener LKW in der Nähe von Almelo (NL) in einen Unfall verwickelt.

Am frühen Nachmittag führte eine Demonstration durch die Gronauer Innenstadt zum Ausbaugelände der UAA. Dort ging die Veranstaltung mit Musik, Kaffee und Kuchen bei guter Stimmung zuende.

AktivistInnen besetzten symbolisch das Baugelände

Am späten Nachmittag öffneten etwa 20 DemonstrantInnen den Bauzaun und besetzten das kurzzeitig das Ausbaugelände der UAA. Mit dieser Aktion machten die Aktivistinnen deutlich, dass der geplante Ausbau der Anlage nicht hinnehmbar ist.

Der Ausbau der Anlage zeigt, wie ökonomische Interessen sich über das Recht der Menschen auf Leben hinwegsetzen, sei es in den Uran-Abbaugebieten oder im Umfeld von Atomanlagen. "Dagegen müssen Zeichen des Widerstandes gesetzt werden", so eine Aktivistin.


Demo am UAA-Erweiterungsgelände

Initiativen zufrieden

Die VeranstalterInnen zeigten sich über den Zuspruch und den Verlauf der Veranstaltung zufrieden. Die grösste Protestaktion gegen die UAA seit über 5 Jahren ist ein Zeichen für den wachsenden Widerstand gegen die Atomfabrik in Gronau. "Auch wenn die Proteste im Vergleich zu Gorleben noch klein erscheinen, Gronau und die Atomgeschäfte der Urenco geraten immer stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit", so ein Veranstalter der münsteraner Initiative "Pollux". Die grenzüberschreitenden Proteste gegen die Atomfabriken im westfälichen Gronau und im niederländischen Almelo werden deshalb weitergehen. Das Ziel des Widerstandes bleibt weiterhin eine sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit.


Demonstrationsaufruf, AKU Gronau, t.a.pollux.münster

"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

09. Oktober 2004, 12.30 Uhr, Theodor-Heuss-Platz, Gronau

Trotz der Tschernobyl-Katastrophe, die vielen Menschen das Leben gekostet hat, wurde in der Bundesrepublik die Atomenergienutzung und die damit verbundene Atommüllproduktion bis heute nicht gestoppt - obwohl die Mehrheit der Bevölkerung die Atomenergie ablehnt. Technisch und wirtschaftlich ist es kein Problem, von heute auf morgen mit der Atomstromproduktion Schluss zu machen - lediglich der politische Wille fehlt. Daran hat auch der sogenannte Atomkonsens der Bundesregierung nichts geändert.

Besonders deutlich wird der Betrug des "Atomkonsens" im westfälischen Gronau, ca. 20 Km nördlich vom Ahauser Atommüll"zwischen"lager. Hier betreibt die international tätige Urenco die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage (UAA), in der Uran für den späteren Einsatz in AKW vorbereitet wird. Fast alle AKWs im In- und Ausland benötigen angereichertes Uran als Kernbrenn-Stoff. In Gronau wird nicht nur für deutsche AKWs angereichert, sondern für den weltweiten Markt. Schwesteranlagen der UAA Gronau stehen in Almelo/NL und Capenhurst/GB und gehören ebenfalls der Urenco-Gruppe.

Die Erteilung der atomrechtlichen Genehmigung durch die NRW-Landesregierung (verantwortlich ist Energieminister Horstmann) kann möglicherweise noch in diesem Jahr erfolgen, daher ist jetzt (!!!) massiver Widerstand notwendig.

Mit dem Betrieb der UAA Gronau sind u. a. verbunden:

Der menschenverachtende Uranabbau z. B. in Australien, Namibia oder Kanada. Um die Anlage mit Ausgangs-Uran beliefern zu können, müssen pro Jahr erhebliche Uranerzmengen aus der Erde gefördert werden. Davon bleiben in den Abbaugebieten etliche Millionen Tonnen als giftiger und strahlender Müll unter freiem Himmel liegen. Für die Menschen, die dort im Umkreis leben, ist der "Normalbetrieb" bereits die Katastrophe für ihr Leben.

 

Die Bevölkerung, die im Umkreis der UAA Gronau lebt, ist schon im sogenannten Normalbetrieb einer Beeinträchtigung ihrer Gesundheit durch ständige Niedrigstrahlung ausgesetzt. Zudem ist sie durch die Atomfabrik dem ständigen Risiko eines Unfalls mit massiven Freisetzungen ausgesetzt.

 

Ständige Urantransporte (Bahn / LKW) von und nach Gronau gefährden die Bevölkerung im Münsterland und anderswo. Selbst bis Russland führen die Transporte. Wenn zunehmend aufmerksame Menschen das Umfeld der UAA im Auge behalten, wachsen die Möglichkeiten für erfolgreiche Aktionen gegen diese gefährlichen Frachten.

 

Der denkbare Missbrauch der Anreicherungstechnik zur Produktion von Atomwaffen. Von der Anreicherung des Urans für Atomkraftwerke bis zum Bau von Atombomben ist es technisch nur ein relativ kleiner Schritt. Daher unterliegen auch alle spezifischen Anlagenteile der militärischen Geheimhaltung. Die pakistanische Atombombe basiert auf der Technik der niederländischen UAA in Almelo. Hätten die Inspekteure nur Teile einer UAA im Irak entdeckt, dann wäre das für die Bushs und Blairs zigfach ein hinreichender Grund für Bombenabwürfe gewesen. Brisant ist auch das abgereicherte Uran, das in Gronau anfällt. Von anderen Staaten wird abgereichertes Uran für Kriegszwecke eingesetzt.

 

Die Urenco gehört zu den weltweit Handelnden (global player). Mit der Erweiterung der UAA Gronau betreibt sie gemeinsam mit Energieversorgungsunternehmen und anderen eine weltweite Expansion der Atomenergie und eine zentralistische Energiepolitik. Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass die Versorgung der Menschen mit Energie, Nahrung, Wissen und Ideen zum Nutzen weniger und zum Erhalt von Machtansprüchen geschieht.

 

Wie die in vielen Teilen der Welt geführten Kriege um politischen Einfluss und Rohstoffe, und die Reduzierung der Menschen auf ihre Arbeitsleistung, ist auch die Nutzung der Atomtechologie ein weiteres Beispiel, dass das Leben der Menschen überall der Maximierung von Gewinn und Machterhalt untergeordnet wird.

Das ist nicht die Welt in der wir leben wollen!


Hintergründe über Zentrifugen und Atommüll

Um eine atomare Kettenreaktion in den meisten Reaktoren in Gang zu bringen, muss zuvor die Zusammensetzung des Urans z. B. mittels des von Urenco genutzten Zentrifugenverfahrens verändert werden. Die UAA Gronau hat derzeit eine Betriebsgenehmigung für 1800t Urantrennleistung pro Jahr (UTA/a). Damit kann Uran für den Betrieb von ca. 16 AKWs vom Typ Biblis oder Lingen 2 angereichert werden. Beantragt sind u. a. die Erweiterung auf 4500t UTA/a (Kapazität für ca. 35 Reaktoren), die Vergrößerung des Container-Freilagers für anfallendes, hochgiftiges und radioaktives abgereichertes Uran in Form von Uranhexafluorid (UF-6) und der Neubau einer "Zwischen"lagerhalle für ca. 60.000 Tonnen Uranoxid.


Gorleben & Gronau - Zwei Seiten einer Medaille

Gronauer Uran muss am Ende der atomaren Brennstoffspirale (UAA " Brennelementefabrik " AKW "Wiederaufarbeitungsanlage " "Zwischen"lager) "entsorgt" werden. An diesem Ende steht die Bevölkerung in und um Gorleben, bei der ein Endlager für den strahlenden Müll entstehen soll. Bereits in Betrieb ist in Gorleben " eben so wie z. B. in Ahaus - eine Castorhalle für Atommüll. Weitere derartige "Zwischenlager" entstehen bundesweit an Standorten von Atomkraftwerken. Sie sollen weismachen, dass die Atomwirtschaft das Atommüllproblem im Griff hat.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Dies verdeutlicht auch der drohende Atommülltransport von Rossendorf nach Ahaus. (vgl.: http://www.bi-ahaus.de). Und auch zwischen Gronau und Gorleben gibt es weitere "Entsorgungsschiebereien": Atommüll, der in der UAA Gronau anfällt, wird in einem "Fasslager" in Gorleben zwischengelagert - bis das Endlager, das Gorleben droht, fertig ist. Außerdem soll in der noch zu bauenden "Zwischenlagerhalle" neben der UAA Gronau Uranoxid bis ca. 2030 gelagert werden, um es dann ebenfalls im Gorlebener Salzstock zu "entsorgen".

Und im November droht Gorleben weiterer Atommüll aus der Wiederaufarbeitung (vgl.: http://www.bi-luechow-dannenberg.de). Gronau und Gorleben sind untrennbar verbunden, Gronau steht am Anfang der atomaren Uranspirale, deren Folgen in Gorleben, Ahaus, Lingen, Biblis usw. zu spüren sind.

Mit unserer Demonstration wenden wir uns gegen jegliche Nutzung der Atomenergie; gegen die sogenannte zivile und auch gegen die militärische Nutzung. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, die UAA Gronau als zentrale Anlage der atomaren Brennstoffspirale und als Symbol der internationalen Atomwirtschaft zu stoppen. Gronau ist im Mittelpunkt des deutsch-niederländischen "Atomzentrums Euregio" im Nahbereich umgeben von Atomanlagen in Ahaus, Lingen, Coevorden/NL und Almelo/NL, deren Betrieb wiederum mit zahlreichen Atomtransporten verbunden ist.

Im Zusammenspiel zwischen örtlichen und überörtlich aktiven AtomkraftgegnerInnen kann es gelingen, der gesamten Atomindustrie in Gronau eine wichtige Produktionsquelle zu verstopfen. Kommt am 9. Oktober nach Gronau und helft mit ein Zeichen zu setzen. Sorgen wir dafür, dass die Castoren nicht mehr gefüllt werden können, indem wir den Uran-Hahn in Gronau zudrehen.

Sofortige Stilllegung der UAA Gronau und sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie! Weltweit!


Kontakt


Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.
c/o Siedlerweg 7
48599 Gronau
Tel.: 02562/23125
Fax: 02565/97782
info@aku-gronau.de aku-gronau.de

t.a.pollux.münster
info@uaa-gronau.de uaa-gronau.de


Spenden Spenden werden auf folgendes Konto erbeten:
AKU Gronau, Volksbank Gronau, BLZ: 401 640 24
Konto: 110 551 700, Stichwort: Gronau-Demo


DPA-Agenturmeldung, 09. Oktober 2004

Proteste gegen Gronauer Uran-Anlage - 150 Atomgegner demonstrierten

Gronau (ddp-nrw). Rund 150 Mitglieder verschiedener Anti-Atomkraft-Initiativen haben am Samstag gegen den geplanten Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau demonstriert. Sie forderten von der Landesregierung eine Verweigerung der beantragten Ausbaugenehmigung sowie eine sofortige Stilllegung der bundesweit einzigen Anlage dieser Art. Die Veranstaltung verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

Auf der Protestaktion forderten die Demonstranten außerdem die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen und sprachen sich gegen jegliche Form der Nutzung der Atomenergie aus. Von der Anreicherung des Urans für Atomkraftwerke bis zum Bau von Atombomben sei es technisch «nur ein kleiner Schritt», hieß es.

Nach Angaben der Initiativen plant der Betreiber der UAA, die Urenco GmbH, den Ausbau der Anlage von 1800 auf 4500 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr. Damit könne die Anlage 35 Atomkraftwerke weltweit mit radioaktivem Brennstoff versorgen. Zudem sei der Bau eines Zwischenlagers für rund 60 000 Tonnen radioaktiven Abfall geplant.

15 Festnahmen bei Anti-Atomkraftdemonstration in Gronau

Gronau (dpa/lnw) - 15 Atomkraftgegner sind am Samstag bei einer Demonstration gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau vorläufig festgenommen worden. Die Aktivisten hätten einen Zaun durchtrennt und seien widerrechtlich auf das Gelände der Anlage vorgedrungen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Borken. An der Demonstration gegen den geplanten Ausbau der einzigen deutschen Uranfabrik hatten sich nach Angaben der Polizei insgesamt 150 Atomkraftgegner beteiligt. Nach einer Mitteilung der Veranstalter waren es 300 Demonstranten.


weitere Infos zur Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), 02. Januar 2005
Unterschriftenaktion "Stilllegen statt erweitern!"

AFP-Agenturmeldung, 07. Januar 2005
IAEA-Chef schlägt weltweites Moratorium für Uran-Anreicherung vor

Arbeitskreis Umwelt Gronau u.a., Demonstrationsaufruf, 09. Oktober 2004
"Den Hahn zudrehen - Die Atomfabrik Gronau stilllegen, sofort!"

Arbeitskreis Umwelt Gronau, Pressemitteilung, 06. September 2004
Protestkundgebung vor der niederländischen Uranfabrik in Almelo

anti-atom-aktuell.de, 20. Juli 2004
"Herr Steinbrück: Erst Urenco stoppen - dann mit Udo rocken!"

DDP-Agenturmeldung, 21. Juni 2004
Uran-Transport nach Russland - Atomkraftgegner rufen zu Protesten auf

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Pressemitteilung, 24. Mai 2004
Protest gegen Jahrestagung Kerntechnik in Düsseldorf

Westfälische Nachrichten, 14. Januar 2004
Ratsmehrheit hat keine Bedenken gegen Ausbau

Westfälische Nachrichten, 30. Januar 2004
Richtkrone thronte im statt über dem Neubau

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, 08. Januar 2004
Internationaler Protest gegen Almelo

Süddeutsche Zeitung, 02. Januar 2004
Der Atom-Schwarzmarkt

DPA-Agenturmeldung, 01. Januar 2004
Deutsche Atomtechnik-Teile für Libyen abgefangen

Die Tageszeitung, 18. Dezember 2003
Urencos russische Uran-Deals

AFP-Agenturmeldung, 26. November 2003 u.a.
Areva/Urenco: 3 Mrd. Euro in eine neue Urananreicherungsfabrik

AKU Gronau, BBU, 11. Juli 2003
In NRW soll das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2003
Tausende Einwände gegen Ausbau der Urananreicherung

AKU Gronau, BBU, 10. Juli 2003
Urananreicherungsanlage: BBU wirft Landesregierung NRW Irreführung der Bevölkerung vor

Die Tageszeitung, 07. Juli 2003
Atomausstieg? Nicht in Gronau

Junge Welt, 07. Juli 2003
Urananlage soll wachsen

Robin Wood, 07. Juli 2003
Atomfabrik Gronau schließen - Aktion auf der Landesgartenschau

AKU Gronau, BBU, DNR und Robin Wood, 04. Juli 2003
Umweltorganisationen protestieren gegen den beantragten massiven Ausbau der Uranfabrik in Gronau

AKU Gronau, Robin Wood, BBU, 26. März 2003
Mehr als 6.000 Einsprüche gegen den Ausbau der Gronauer Atomfabrik

Münsterland Zeitung, 28. Januar 2003
Urananreicherung soll erweitert werden

Junge Welt, 28. Januar 2003
Uran bis zum Abwinken

Die Tageszeitung, 28. Januar 2003
Uran aus Deutschland

Robin Wood, 27. Januar 2003
Ausstieg statt Ausbau - Aktion auf dem Gronauer Rathaus

redaktion@uwg-ahaus.de, Januar 2003
Gronau stillegen statt erweitern


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