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Berliner Zeitung, 06.Oktober '99 Kein Transport von Atommüll vor NRW-WahlBiblis B droht dadurch die vorzeitige Stilllegungvon Thomas SeimDüsseldorf. Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai 2000 wird es keine Atommüll-Transporte ins westfälische Zwischenlager Ahaus mehr geben. Unabhängig vom Ergebnis der Konsensgespräche zwischen Regierung und Energiewirtschaft über den Atomausstieg halten nach Informationen der "Berliner Zeitung" sowohl die rotgrüne Landesregierung als auch die Sicherheitsbehörden und die Kraftwerksbetreiber Transporte vor der Wahl für nicht mehr organisierbar. Bislang gibt es im zuständigen Polizeipräsidium Münster außerdem noch "keinen Auftrag, einen solchen Transport vorzubereiten". Dort geht man nach Angaben eines Sprechers davon aus, dass die Vorbereitung des Einsatzes, der bis zu 30 000 Polizeibeamte erforderlich macht, ein drei viertel Jahr in Anspruch nehmen könnte. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte, dass "in NRW nichts in Vorbereitung" sei. Zunächst müsse das Bundesumweltministerium die Transporte genehmigen. Dort werden die Genehmigungen für Anfang 2000 in Aussicht gestellt. Damit allerdings droht dem ersten Atomkraftwerk die ungeplante Stilllegung: Die Anlage Biblis B muss sich im Mai ihrer Regel- Überprüfung unterziehen. Dort liegen derzeit 66 Brennelemente für sechs Castor-Transport-Behälter, die dringend abtransportiert werden müssen. Nach Darstellung von RWE hat das Unternehmen bereits Anfang Juni einen Antrag gestellt, den Müll in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague transportieren zu dürfen. Weil die Bundesregierung den Ausstieg aus der Wiederaufbereitung wolle, habe man nach einem "untätigen Sommer" im September auch einen Antrag auf Transporte nach Ahaus gestellt.
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