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AG "Keine Castorhalle in Lingen" des Vernetzungstreffens Lingen, Pressemitteilung


"In Lingen wird mit geringstmöglicher Bürgerbeteiligung der langfristige
Weiterbetrieb des AKWs geplant!"
Klemens Grolle

Castorhalle soll mit geringster gesetzlich möglicher Bürgerbeteiligung genehmigt werden

40 % des Aktivitätsinventars des Zwischenlager Gorleben  - Lagerung von Atommüll doppelt so lange wie im Zwischenlager Gorleben

Lingen. Das Bundesamt fuer Strahlenschutz reduziert die Buergerbeteiligung im atomrechtlichen Genehmigungsverfahren auf das gesetzlich notwendige Mindestmass. Die Auslegungsfrist wird zum spaetesten nach der atomrechtlichen Verfahrensverordnung zulaessigen Zeitpunkt angekuendigt. Die Auslegunug erfolgt, mit dem beginnt am 2. August zusammen mit Sommerloch. Ausgelegt wird nur zu den Aemteroeffnungszeiten. Die Auslegungsfrist wird mit der Beendigung am 2. Oktober exakt auf die vorgeschriebenen zwei Monate begrenzt. Und der Eroerterungstermin soll kurz nach dem gesetzlich fruehest moeglichen Termin, dem 2. November, erfolgen.

"Ziel des ganzen ist es offensichtlich die BuergerInnen so weit wie moeglich aus dem Genehmigungsverfahren fuer die Castorhalle auszuschliessen.", sagte Michael Friedrich. Er forderte Erweiterung der Auslegungszeiten auf die Abendstunden, sowie eine Verlaengerung der Auslegungsfrist. "Um Menschen, die tagsueber arbeiten muessen, die Einsichtnahme zu ermoeglichen. Und damit diejenigen, die jetzt in Urlaub fahren anschliessend genuegend Zeit haben Einwendungen einzureichen."

"Die geplante Kapazitaet der Halle spricht dem von der Bundesregierung oeffentlich verkuendeten Einstieg in den Ausstieg Hohn.", so Grolle. Da die 130 Castorstellplaetze des Lagers fuer den groesstmoeglichen Behaeltertyp, den Castor V/19 genehmigt werden, koennen Brennelemente aus etwa 50 Jahren Reaktorbetrieb aufgenommen werden. "Oder soll hier etwa auch Atommuell aus anderen AKWs gelagert werden?" Dafuer wuerde auch sprechen, dass das genehmigte radioaktive Inventar mit 1.500 Tonnen immerhin 40% so gross wie im Zwischenlager Gorleben ist. Und der geplante Lagerzeitraum ist weitaus groesser als in Gorleben. Das dortige Zwischenlager ist zwar auch fuer 40 Jahre genehmigt, die werden aber ab Inbetriebnahme der Halle gerechnet, und nicht wie in Gorleben einzeln fuer jeden Behaelter ab Einlagerung. Das kann fuer Lingen leicht eine Verdoppelung des Betriebszeitraums des Lagers auf 80 Jahre bedeuten.

Michael Friedrich & Klemens Grolle

Pressekontakt:
Klemens Grolle, Tel.: 05977/8757
Michael Friedrich, Tel.: 0441/7775455


Keine Castorhalle - Keine Castortransporte

Aktionstag in Lingen am 25.9.99

Seit Dezember letzen Jahres laufen die Genehmeigungsverfahren fuer das standorteigene Zwischenlager amAKW-Lingen. Die atomrechtlich notwendige Auslegungs- und Einwendungsfrist laeuft vom 2. August bis zum1. Oktober. Mit der Erteilung der Baugenehmigung fuer die Halle selbst ist in diesem Jahr zu rechnen. DerBaubeginn ist also schon vor Ende des atomrechtlichen Verfahrens moeglich. Dieses Vorgehen wurde auch inAhaus angewandt. Damit wäre das erste der dezentralen Zwischenlager im Bau, die die rot-grueneBundesregierung fuer jedes AKW plant.

Die in der Halle geplanten 130 Castorstellplaetze reichen fuer die Brennelemente aus etwa 50 JahrenReaktorbetrieb. Das zeigt, dass dieses Lager nicht, wie Oeffentlich verkuendet, dem Ausstieg aus derAtomkraft, sondern dem langfristigen Weiterbetrieb der AKWs dient.

Ausserdem hat die VEW als Betreiberin des AKWs weitere Castortransporte nach Ahaus und zurWiederaufarbeitung nach Sellafield angekuendigt. An der Wiederaufnahme der Castortransporte, die letztesJahr wegen des Castorskandals gestopt wurden, wird von der Atomlobby und der Bundesregierung intensiv gearbeitet.

Die Castortransporte sind aufgrund des massiven Widerstandes zur Achillesferse der Atomindustrie geworden.Zweck der dezentralen Zwischenlager ist es mit den Castortransporten den Hauptansatzpunkt der Anti-Atom- Bewegung zu beseitigen. Mit dem Aktionstag wollen wir Druck auf AKW-BetreiberInnen und politischVerantwortliche ausueben, um die Festschreibung des Weiterbetriebs der Atomkraftwerke durch den Bau der standorteigenen Zwischenlager zu verhindern.


Programm: Samstag 25.9.99

Vormittags: Öffentlichkeitsaktionen in der Lingener Innenstadt und auf dem Wochenmarkt
13.00 Uhr: Auftaktkundgebung vorm Tor des AKW-Lingen
Anschliessend: Aktionen rund um die Anlagen
18.30 Uhr: Abschlusskundgebung in Ellbergen mit Besichtigung des Transportgleises
Abends: Live-Musik und Open-Air-Kino im Camp

Widerstand ist nie umsonst...
Spenden: Konto 108 335 000, BLZ 280 694 94 (Volksbank Spelle)

Für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen!

Vernetzungstreffen Lingen, Jaegerstrasse 4, 49808 Lingen, Tel: 0177/6290079


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