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Münsterland Zeitung - Ahauser Zeitung, 13. September '99

Korte ist strahlender Sieger

CDU baut absolute Mehrheit aus, großer Vorsprung bei Bürgermeisterwahl

von Stefan Grothues

Ahaus. Dr. Dirk Korte ist der strahlende Gewinner der Bürgermeisterwahl in Ahaus. Die CDU stärkte ihre Position im Stadtrat. SPD und UWG erlitten schwere Verluste. Die Wählergemeinschaft Wüllen wurde auf Anhieb zweitstärkste Partei im Ortsteil Wüllen. Sie ist mit zwei Sitzen im Rat vertreten. Die Grünen erragen ein Mandat. Die FDP schaffte den Einzug in den Stadtrat nicht.


Wahl des Stadtrates:
CDU    
SPD    
UWG   
Wüllen unser Dorf  
Bündnis '90/Die Grünen
FDP     

58,5%
18,9%
15,5%
3,9%
2,0%
1,2%

Wahl des Bürgermeisters:
Korte (CDU)
Dönnebrink (SPD)
Kersting (UWG)

Eisele (B'90/Die Grünen)

67,5%
20,0%
11,2%

1,3%


>ergebnisse.

Von den insgesamt 42 Ratsmandaten errang die CDU 25 und damit deutlich die absolute Mehrheit. Die SPD ist im neuen Rat nur noch mit acht Sitzen, die UWG mit sechs Sitzen vertreten. Dr. Dirk Korte zeigte sich gestern abend von der Deutlichkeit seines Wahlsieges überrascht. Er wertete das Votum der Wähler als "Bestätigung für die außerordentlich erfolgreiche Ratsarbeit der letzten Jahre". Der Wähler, so Korte, honoriere es nicht, daß SPD und UWG im Wesentlichen nur auf das Thema Castor und Atomkraft gesetzt hätten.

Der enttäuschte SPD-Kandidat Andreas Dönnebrink sah im bundespolitischen Negativtrend eine entscheidende Ursache für das schlechte Abschneiden der Ahauser SPD. Außerdem, so Dönnebrink, sei es seiner Partei nicht gelungen, ihre Wähler zu mobilisieren. Das zeige die geringe Wahlbeteiligung. Über 27 000 Ahauser waren gestern dazu aufgerufen, erstmals ihren Bürgermeister direkt zu wählen. Die Wahlbeteiligung lag mit gut 60 Prozent deutlich niedriger als 1994.

Der Kandidat der Grünen, Dietmar Eisele, nannte auch den bundespolitischen Trend als Grund für das Wahlergebnis seiner Partei. "Wir wollten eigentlich Fraktion werden, das haben wir leider nicht geschafft".

Als Vorsitzender der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" zeigte sich gestern abend Burkhard Helling enttäuscht vom Abschneiden der UWG, für die er kandidierte. Der CDU, so Helling, sei es gelungen, Korte "als erfolgreichen Wendehals zu verkaufen". Für die Atomkraftgegner in Ahaus sei dies ein Rückschlag. Helling: "Es wird schwierig für uns, aber wir werden uns schnell darauf einstellen."

1994 hatte die Wahlbeteiligung bei 83,5 Prozent gelegen. Die Ahauser CDU errang vor fünf Jahren mit 51,1 Prozent die absolute Mehrheit vor der SPD mit 26,3 und der UWG mit 20,7 Prozent der Stimmen. Die FDP erzielte 1994 1,9 Prozent der Stimmen. Die Grünen und die Wählergemeinschaft Wüllen traten vor fünf Jahren noch nicht zur Wahl an.

Wenn auch nicht in dem Ausmaß, so doch im Trend hatte eine Schülerumfrage den deutlichen Wahlsieg der CDU prognostiziert. Die repräsentativ angelegte Umfrage, die Schülerinnen und Schüler des Canisiusstiftes im Rahmen des Sozialwissenschaftsunterrichts zwei Wochen vor der Wahl durchgeführt hatten, sah die CDU mit 56,6 Prozent als deutlichen Sieger. In dieser Umfrage lag die SPD bei 21,6, die UWG bei 13,0 die Grünen bei 3,0 und die FDP bei 2,2 Prozent. Basis dieser Prognose waren 463 Befragte, die nach Alter und Geschlecht der Bevölkerungsstruktur in Ahaus entsprachen.

Das Wahlalter war bei der gestrigen Wahl erstmals von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt worden. Unter den insgesamt 27 035 Wahlberechtigten in Ahaus befanden sich allein 887 16- und 17-jährige Erstwähler. Bei den Erstwählern und bei den älteren Wählern ab 60 Jahre konnte die CDU nach der Umfrage der Canisiusschüler besondere Erfolge erzielen. Fast 60 Prozent der Erstwähler und über 75 Prozent der älteren Wähler wählten der Umfrage zu Folge die CDU.


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