![]()
![]()
Guten Tag,
![]() |
![]() |
| Anna Naber | Alexander Witt |
wir, die Redaktion, wünschen Ihnen einen schönen Frühling. Etwas frischer kommt diesmal auch der Titel des blickpunkt. daher, der 1999 in sein nun fünftes Jahr des Bestehens geht. Ein kleines Layout-Lifting hat man da als Zeitung in diesem Alter duchaus schon nötig.
Verjüngt werden auch die Kommunalwahlen in NRW. Am 12. September wird nicht nur erstmals der hauptamtliche Bürgermeister direkt gewählt, auch Jugendliche ab 16 Jahren haben erstmals das aktive Wahlrecht. Zwei 16jährige, die Sie dann vielleicht an der Urne treffen, sind Anna Naber und Alexander Witt:
Hallo, als Mitglieder der UWGjugend stellen wir uns in dieser blickpunkt.-Ausgabe vor.
Schon lange wollten wir uns in Ahaus politisch engagieren. Wir sehen unsere Interessen am besten bei der Unabhängigen Wählergruppe vertreten und sind seit September 98 bei der UWGjugend zu unterschiedlichen Themen aktiv.
Wir halfen bei Aktionen wie"Die Welt kocht!" anläßlich des Weltflüchtlingstages am 2.Oktober mit und organisierten mit anderen Mitgliedern die Informationsabende über die Reichspogromnacht am 9.November sowie einen Abend über die aktuelle Ausländer- und Asylpolitik der Bundesregierung im März. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Umwelt- und Atompolitik, in der wir uns schon am Anfang dieses Jahres mit der Aktion "Die Eiligen Drei Könige" bei der VEW für den sofortigen Atomausstieg eingemischt haben.
Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Themen und Tätigkeiten der UWGjugend. Wenn Ihr Euch darüber informieren wollt, was wir in Zukunft noch so planen, schaut doch an einem Montag mal um 19 Uhr im UWGjugend-Büro (Bahnhofstr. 51 in Ahaus, neben der BI) vorbei.
Viel Spaß beim Lesen wünschen aber ersteinmal
Alexander Witt Anna Naber
UWGjugend im vorherigen blickpunkt. gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()
![]()
Bürgernah
und kompetent:
Hubert Kersting kommt.
![]() |
Ahaus. Für die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister für die Stadt Ahaus am 12. September 1999 hat die Unabhängige Wählergruppe Ahaus (UWG) den 41jährigen Diplom-Volkswirt Hubert Kersting aus Wüllen nominiert. Der Vorsitzende der UWG, Dieter Homann, bezeichnete die Nominierung von Hubert Kersting als einen "Glücksfall für Ahaus", da Hubert Kersting fachliche Kompetenz und Führungsstärke ausstrahle, dabei aber menschliche Qualitäten und die Nähe zum Bürger nicht vermissen lasse. Damit bringe Hubert Kersting ideale Voraussetzungen mit, um ein guter Bürgermeister für alle Ahauser Bürgerinnen und Bürger zu sein. |
Hubert Kersting ist gebürtiger Ahauser, Ehemann der Ratsfrau Margret Kersting und Vater von drei Kindern. Seit 14 Jahren ist Hubert Kersting als Unternehmensberater in einem Büro in Oberhausen beschäftigt und sieht daher auch einen seiner Arbeitsschwerpunkte in der kommunalen Wirtschaftspolitik. Die Wirtschaft bedürfe einer intensiveren Betreuung, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, so Hubert Kersting in einer ersten Stellungnahme nach seiner Wahl.
Als Moderator der Programmkommission der UWG hat sich Hubert Kersting darüberhinaus aber auch mit den weiteren Notwendigkeiten der Kommunalpolitik vertraut gemacht und stellt trotz aller politischen Unterschiede in Ahaus den Ausgleich und breiten Konsens in den Vordergrund seines Wirkens. Er wolle ein Bürgermeister für alle Ahauser sein, das machte Hubert Kersting nach seiner Wahl unmißverständlich deutlich. Langanhaltenden Beifall gab es für Hubert Kersting, nachdem Vorsitzender Dieter Homann das Ergebnis der Wahl bekanntgegeben hatte: Hubert Kersting erhielt keine Gegenstimme und in der Mitgliederversammlung wurde die Zuversicht geäußert, mit Hubert Kersting die absolute Mehrheit der CDU im Ahauser Rat im Herbst brechen zu können. Dafür werde er sich gemeinsam mit den noch zu nominierenden Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Stadtrat mit aller Kraft einsetzen.
Kersting, der gleichzeitig auch Mitglied des städtischen Bauausschusses sowie stellvertretender UWG-Vorsitzender ist, über seinen politischen Werdegang: "In Wüllen in einem politisch engagiertem Elternhaus aufgewachsen, politisch interessiert schon in der Schule, habe ich den Weg in eine der etablierten Parteien gefunden. Mit knapp 20 wurde ich konfrontiert mit dem auf völlig unrealistischen Wachstumserwartungen beruhenden, maßlosen Atomenergieausbau und der vorgesehenen Endstation, "Zwischenlager" genannt, in Ahaus. Die damals in Ahaus entstandene Bürgerbewegung beeindruckte mich. Beruflich bedingt kamen meine Familie und ich vor sieben Jahren wieder nach Ahaus zurück. Als Ehepaar mit drei Kindern wollten wir nicht nur zusehen, sondern uns politisch aktiv betätigen und traten deshalb in die UWG ein." Mehr über den Bürgermeisterkandidaten der UWG in diesem blickpunkt.
Hubert Kersting zur Wirtschaftsförderung
4 Fragen an... Hubert Kersting, Mitglied des Bauausschusses
![]()
![]()

Still und heimlich wurde am 17. März ein leerer Castorbehälter per Lkw in das
Ahauser Atommüllager gebracht. Erst nach Augenzeugenberichten und Recherchen der
Bürgerinitiative gaben die Betreiber an, ein leeres Transportgestell empfangen zu haben.
Die AKWs LIngen, Neckarwestheim und Gundremmingen wollen teilweise noch in diesem Jahr in
Ahaus einlagern, da sie wegen überlaufender Lagerbecken abgeschaltet werden müßten.
![]()

Welches Buch lesen Sie gerade?
Golo Mann: "Wallenstein"
Welche Persönlichkeit bewundern Sie?
Mahatma Gandhi
Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Gute Bücher, ausreichend guten Wein und ein Boot, um spätestens nach 14 Tagen
wieder nach Hause fahren zu können.
Welche Gründe sehen Sie, daß die Ahauser Sie am 12.9. wählen sollten?
Veränderung und Generationswechsel.
Wo liegt ihre größte Schwäche?
Es fällt mir häufig schwer, nein zu sagen.
Welche Fußballmannschaft genießt Ihre Bewunderung?
Die Tabellenletzten in den unteren Ligen! Wie die meisten von Ihnen aus Spaß an der
Sache und mit Teamgeist immer wieder den Mut aufbringen, sich den drohenden Niederlagen zu
stellen. Manchen selbstsicheren Favoriten stellen sie mit dieser Einstellung ein Bein.
Wo waren Sie zuletzt in Urlaub?
In Dänemark.
Was war Ihre erste Schallplatte?
Pink Floyd: "Dark side of the moon"
Welches Thema stünde für Sie bei einem gemeinsamen Abendessen mit dem
Bundeskanzler im Vordergrund?
Die Steuern. Wie könnte eine machbare Steuerreform mit einem vereinfachten,
überschaubaren Tarifsystem und niedrigen Steuersätzen als Grundlage für mehr
Steuerehrlichkeit und -gerechtigkeit und Voraussetzung für neue Arbeitsplätze aussehen.
Ist Politik ein schmutziges Geschäft?
Politik ist ein notwendiges Geschäft! Wenn Sie schmutzig wäre, ist im Kern der
Gesellschaft was im Argen. Politik bedeutet, die Meinungen der einzelnen zu bündeln. Wer
meint, Politik ist schmutzig, ist erst recht aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, es
besser zu machen.
![]()
Wochenendseminar "Ausstieg für Einsteiger" - Grundlagen,
Positionen und Argumente in der Atompolitik
Freitag, 23. bis Sonntag, 25. April
Borken-Gemen, Jugendburg
Info- und Filmabend "Urananreicherung in Gronau - der Boom der
Brennstoffindustrie", mit Udo Buchholz, AKU Gronau
Mittwoch, 28. April, 20 Uhr
VHS-Spieker, Ahaus
Infos bei der UWGjugend Ahaus
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()
Daß der blickpunkt. nicht nur in Ahaus eifrig gelesen wird, beweisen die Einsendungen zu unserem letzten Preisrätsel. Die richtige Lösung lautete "Cultur contra Castor", unter dem sich auch in diesem Jahr wieder bekannte Künstler für den Ahauser Widerstand gegen die Castor-Transporte engagieren. Die Hauptgewinne, signierte CDs, Bücher, Platten und ein T-Shirt gingen nach Rheine zu Beatrix Breulmann und zu Nicole Müther aus Münster. Signierte CDs von Herbert Grönemeyer, den Ärzten, den Kleinen Mäxen, Aufbruch, der Terrorgruppe und Fettes Brot gewannen Walter Vortkamp, Nicolas Dües, Manfred Ahlers, Martina Schönberg, Elisabeth Boonk, Theodor Thesing (alle Ahaus), Hans Kuhrmann, Reken, und Andreas Gül, Dülmen. Über eine LP von den Fantastischen Vier konnten sich Ute Thaleikis, Klaus Gröver, Johannes Harking, Martina Stenk und Doris Vortkamp freuen. Lektüre von Reiner Erler ging an Udo Buchholz, Familie Leers, Ute Hilzinger, Christiane Gerwers und Maria Wilkes.
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()

![]()
Bonn. Die aktuelle Entwicklung der rot-grünen Atompolitik scheint die bereits im Wahlkampf geäußerten Befürchtungen von Atomkraftgegnern zu bestätigen: Gesetzliche Initiativen selbst für einen nur allmählichen Atomausstieg sind bisher weder erfolgt, noch in weiter Ferne zu erwarten. Vielmehr deuten sich beste Voraussetzungen zum ungestörten Weiterbetrieb der deutschen Atomanlagen an. Da die Bundesregierung sich auf die sogenannten "Konsensgespräche" eingelassen hat, können sich die Stromkonzerne darauf verlassen, daß praktisch keine Beschlüsse ohne ihre Zustimmung gefaßt werden. Paradoxerweise versucht rot-grün den Ausstieg hier im gegenseitigen Einvernehmen mit den Energieriesen auszukungeln. Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, warum ausgerechnet die Betreiber freiwillig auf ihre Gewinne aus dem Weiterstrahlen der Reaktoren verzichten sollten.
Ein entscheidendes Instrument für einen Sofortausstieg hat Bonn dabei längst aus den Händen gegeben: Durch die Übernahme der Rechtsposition der Betreiber, wonach sich aus ihrem Recht auf Eigentum ein Bestandsschutz für ihre Atomkraftwerke ableite, wird den privaten Profitinteressen der Konzerne Vorrang gewährt vor dem Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (GG, Artikel 2). So akzeptiert auch Rot-grün die atomaren Risiken als "hinnehmbar" und nicht der Schutz der Bevölkerung, sondern die Höhe und Art von "Entschädigungen" für die Betreiber stehen in der Diskussion. Die Atomkraft wird letztendlich als angeblich unverzichtbares Allgemeingut hochstilisiert und jede Ausstiegsforderung als unrealistisch und unverantwortbar verurteilt. Ziel der Atomindustrie: Weiterbetrieb ihrer Anlagen bis zum technisch bedingten Ende, d.h. Zusammenbruch oder GAU. Zwischendurch wird mit der beschleunigten Errichtung von standorteigenen Lagerhallen die seit dem Transportstopp Merkels drohende "Verstopfung" der AKWs behoben und ausreichend Platz zum Weiterproduzieren von Atommüll geschaffen.
Obwohl die "Wiederaufarbeitung" von Brennelementen im Ausland keine atomrechtlich geforderte "schadlose Verwertung" des Atommülls darstellt, wurde ihr Weiterbetrieb in der ersten Konsensrunde im Widerspruch zur Koalitionsvereinbarung gebilligt, nachdem bereits Trittins Atomgesetz-Novelle kassiert worden war. Thema der letzten Gesprächsrunde: die geplante Besteuerung der Rückstellungen der Betreiber (ca. 60 Mrd. DM), mit denen sich z.B. VEW und RWE mittlerweile gewinnbringend in die Telekommunikationsbranche eingekauft haben. Auch hier ist nach dem Lafontaine-Rücktritt mit einem klaren Rückzieher der Bundesregierung zu rechnen. Statt einer Umsetzung des Ausstiegs- und Wählerwillens also Hinhaltetaktik und Einschränkung der Handlungsfähigkeit zugunsten der Atomindustrie. Trotzdem bitte nicht vergessen: Erst abschalten, dann aussteigen.
mehr rot-grüne Atompolitik im vorherigen blickpunkt. mehr rot-grüne Atompolitik in NRW![]()
(Wahlkampftaktik für Anfänger, Lektion 1, oder: Wenn der Papst von seiner Hochzeit erzählt...)
"Einem geordneten Atomausstieg stimme ich, und ich denke stimmen die meisten hier vor Ort zu."
Dr. Korte nach seiner Wahl zum CDU-Bürgermeisterkandidaten am 25. März
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()
![]() |
Heinz
Vethacke 66 Jahre geb. in Dortmund verwitwet, 5 Kinder |
1967-1970 Rektor an der kath. Volksschule Ahaus
1970-1991 Rektor an der kath. Hauptschule Ahaus
1985-1998 ständiger Diakon im Nebenberuf in St. Marien Ahaus
Mai 1998 Priesterweihe
seit August 1998 Pfarrer in Nottuln-Schapdetten
blickpunkt.: Vielen Ahausern sind Sie als Rektor der Franziskus-Hauptschule bekannt. Während andere Menschen sich in Ihrem Alter mit dem Ruhestand auseinandersetzen, haben Sie sich entschlossen, sich als Pfarrer einer neuen Herausforderung zu stellen. Wo lagen Ihre Motive?
Heinz Vethacke: Schon als Jugendlicher - als Pfarrjugendführer in meiner Dortmunder Heimatgemeinde - hatte ich das Bedürfnis, anderen Menschen etwas von meinem Glauben mitzuteilen, um ihnen dadurch eine Lebenshilfe zu geben. Ich hatte selbst nach dem frühen Tod meiner Eltern und nach anderen schweren Schicksalsschlägen erfahren, wie sehr der Glaube helfen kann, aus Verzweiflung und Not herauszuführen und Schweres zu bewältigen. Diese Erfahrung wollte ich weitergeben. Priester zu werden, traute ich mir nicht zu, weil ich vorauszusehen glaubte, daß ich die Zölibatsverpflichtung nicht einhalten könne. So wurde ich Lehrer und unterrichtete in den Fächern Religion, Deutsch und Geschichte, wobei ich viele Gelegenheiten wahrnahm, um Hilfe aus der Sicht des Glaubens zu geben. Nach dem Tod meiner Frau vor vier Jahren wurde für mich der Ruf wieder hörbar, den ich in jungen Jahren zu hören glaubte.
Während das Zölibat den Pfarrern Ehelosigkeit vorschreibt, sind Sie einer der wenigen Pfarrer, der auch Vater und Großvater ist. Sehen Sie hier Schwierigkeiten und würden Sie das Zölibat als zeitgerecht beurteilen?
Ich bin sehr froh, daß ich 5 Kinder und 11 Enkelkinder habe. Ich danke Gott für dieses Geschenk. Als meine Frau noch lebte und alle Kinder noch im Haus waren, hätte ich wohl kaum die Aufgaben wahrnehmen können, die ich jetzt wahrnehme. Entweder wäre meine Familie vernachlässigt worden oder die Gemeinde. Im geistlichen Amt werde ich ganz und total gefordert. Da sind nicht nur die Dienste und Bereitschaftszeiten, sondern darüber hinaus innere Bereitschaftsmomente, die notwendig sind, um Dienste und Handlungen mit Glauben und Leben zu füllen. Ob die Beibehaltung der Zölibatsverpflichtung zeitgerecht ist, wage ich nicht zu beurteilen. Zukünftige Generationen können im Rückblick auf unsere Zeit besser darüber urteilen. Es kann sein, daß man dann sagt, das Zölibat sei für diese Zeit als Zeichen des Widerspruchs von großer Bedeutung gewesen. Für mich persönlich wäre es schwierig, eine gute Ehe zu führen und gleichzeitig Priester zu sein.
Als Sie noch Diakon in der Ahauser St.-Mariengemeinde waren, ist hier eine Resolution zur Atomenergie verabschiedet worden. Wie beurteilen Sie diese "Einmischung" der Kirche?
Ich halte es für dringend notwendig, daß Christen sich äußern, wenn sie eine politische Entwicklung sehen, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Wenn kirchliche Gremien nach einem gründlichen und sachlich geführten Meinungsbildungsprozeß zu Mehrheitsentscheidungen kommen, sind diese Stellungnahmen selbstverständlich zu veröffentlichen. Das stärkt - nebenbei bemerkt - das Bewußtsein, daß "Kirche" nicht zu verstehen ist als Kirchenhierarchie, sondern als "Volk Gottes" unter den Menschen. Konkret in Ahaus fragten spätestens vor den Castortransporten viele Menschen: "Was sagen denn Christen zum Atomproblem?" Die Resolution des Pfarrgemeinderats der Mariengemeinde war ein Signal für Menschen, die genauso dachten, aber - aus welchen Gründen auch immer - zögerten, ihre Meinung offen zum Ausdruck zu bringen.
Schließlich würde uns interessieren, was Sie an Ihrer derzeitigen Wirkungsstätte besonders reizt und ob und was Sie an Ihrer alten Heimat Ahaus vermissen.
Der Bischof hat mich nach der Weihe zur Gemeinde Schapdetten geschickt. Ich habe Gehorsam versprochen und folge diesem Ruf. Die Gemeinde hat ein wunderschönes altes Kirchengebäude, im ersten Bauabschnitt eine der ältesten Kirchen des Bistums und sie besitzt ein gut ausgebautes Pfarrheim und einen Kindergarten. Es reizt mich, in diesen Räumen immer wieder Menschen zusammenzuführen zur Besinnung, zum Gebet und zum Feiern. Ein neues Siedlungsgebiet entsteht und eine meiner Aufgaben wird es sein, Integrationshilfen zu leisten. Das alles setzt mein seelsorgerisches Tun voraus. Und meine politischen Aktionen sind im Moment hintangestellt. Die Vielfalt der Aktionen in Ahaus (außer der Atomproblematik gab es ja noch die vielfältigen anderen Aktualitäten wie Ausländerintegration, Kirchenasyl, Arbeit im Omegakreis) vermisse ich ein wenig.
Herr Vethacke, wir danken für das Interview und wünschen alles Gute!
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()
"Je länger noch der Brennstab schwingt, so stärker wohl das Becken klingt."
Die Redaktion sammelt weiterhin neue Bauernregeln. Sammeln Sie mit!
zur bauernregel.2 gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.![]()
Die Lindenstraße ist schon ein Phänomen: Jeder kennt sie, keiner sieht sie und dennoch erreicht sie Sonntag für Sonntag enorme Einschaltquoten. Auch an Ahaus geht dieses Phänomen nicht spurlos vorüber: Ob jedoch die erd-rutschartigen Verluste der CDU bei der Bundestagswahl auch in Ahaus damit zusammenhängen, daß mit Gung alias Amorn Surangkanjanajai eine neue "Weltklasse für Deutschland" aus dem Hut der "Lindenstraße" gezaubert wurde, wissen wir nicht. Doch schon im letzten Jahr spielte Ahaus in dem ARD-Dauerbrenner eine Rolle: Momo Sperling alias Moritz Zielke ließ sich durch den vorverlegten Termin für den Castor-Transport nicht davon abhalten, an den Ahauser Demonstrationen teilzunehmen.
Auch das 1999er Drehbuch der Lindenstraße dürfte für Ahaus noch für eine Überraschung gut sein: So ist derzeit geplant, daß..., sorry, das werden wir natürlich nicht verraten! Den wahren Fans von Mutter Beimer & Else Kling empfehlen wir unser Preisrätsel auf Seite 4, denn dort gibt es signierte Lindenstraßen-Fanpakete zu gewinnen.

Gungs Listra 3 aus der Lindenstraße warb auch auf der Wüllner Straße.
![]()
Ahaus. Die europäische Agrarpolitik steht vor enormen Umbrüchen. Mit der Agenda 2000 versucht die Europaische Union der Herausforderung ihrer Osterweiterung entgegenzukommen. Das Agenda 2000-Paket ist ein Ergebnis des Amsterdamer Gipfels von 1997 und soll die EU fit machen für die etwa 2003 erwartete Aufnahme der Beitrittsländer Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Estland, deren Bruttoinlandsprodukt nur höchstens 60% des EU-Durchschnitts erreicht. Neben institutionellen Fragen macht die Agrarpolitik einen der Knackpunkte aus. Bereits jetzt verbrauchen die Agrarsubventionen rund die Hälfte des jährlichen EU-Etats von ca. 80 Mrd. Euro. Würde das bisherige System auf die Beitrittsländer ausgedehnt, müßten die Ausgaben um weitere 12 Mrd. Euro steigen. Die EU-Mitgliedstaaten wollen die Erweiterung jedoch im Zeitraum von 2000-2006 aufkommensneutral finanzieren und ihre Beitragszahlungen natürlich nicht erhöhen.
Das bedeutet, daß in der Agrar- und Strukturpolitik kräftig der Rotstift angesetzt wird. Die Preisstützung durch staatlich garantierte Aufkäufe, die bei Unterschreiten eines bestimmten Mindesterlöses greift, soll zum Beispiel bei Milch, Getreide und Rindfleisch um bis zu 30% gekürzt werden. Mit den dann erzielten Preisen könnten teilweise selbst die Produktionskosten der Landwirte nicht mehr gedeckt werden. Der Deutsche Bauernverband befürchtet einen weiteren Arbeitsplatzabbau im Agrarsektor sowie Einkommensverluste von 15 bis 20%. Unmißverständlich forderten rund 40.000 Bäurinnen und Bauern aus ganz Europa im Februar in Brüssel und beim EU-Gipfel in Berlin eine grundsätzliche Überarbeitung der Agenda 2000.
Auch Hermann Deuker, Ratsmitglied der UWG und Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses, sieht das "Aus" für viele bäuerliche Familienbetriebe kommen. Deshalb hatte er sich mit zahlreichen Ahauser Berufskollegen auf den Weg gemacht, um in Brüssel zu demonstrieren. "Die Regelungen der Agenda 2000 führen zu einer Bürokratisierung der Landwirtschaft", so Hermann Deuker, "und tragen nicht dem Anliegen der Bauern Rechnung, für den Markt, für den Verbraucher und für die Umwelt zu produzieren". Die hohe Bedeutung der Landwirtschaft im hiesigen Raum dürfe nicht weiter gefährdet werden. Die Agrarvorschläge der Agenda 2000 sind demnach untauglich für eine leistungsfähige und wettbewerbsorientierte Landwirtschaft. Auch in Zukunft wollen sich Ahauser Landwirte in aller Entschiedenheit an den Protesten beteiligen. Ungeachtet der massiven Kritik der Landwirte wurde die Agenda 2000 Ende März auf dem EU-Gipfel in Berlin im Schatten des Streits um die Beitragszahlungen der Mitgliedstaaten "durchgepaukt". Angesichts des vorherigen Rück-tritts der EU-Kommission aufgrund von Korruptionsvorwürfen und der sich verschärfenden Kosovo-Krise wollten die EU-Außenminister hier offenbar wieder Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit beweisen - zum offenkundigen Nachteil der Landwirtschaft.
mehr Landwirtschaft...![]()
Keinen Platz für Atommülltransporte, wohl aber für ein breites Kultur- und Veranstaltungsprogramm gibt es auf der Wiese der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" im Mai. Auftakt macht am 1. Mai ab 10 Uhr das traditionelle Maifest mit einem bunten Programm für Kind und Kegel. Vom 13. Mai bis zum darauffolgenden Sonntag lädt dann die UWGjugend zum JuPoKu ein, dem JugendPolitikKulturCamp. Ob Bauchtanz, Trommeln oder thematische Arbeitskreise, auf der Wiese dürfte es alles andere als langweilig werden. Als Höhepunkt ist am Samstag, dem 15. Mai wieder ein OpenAir-Konzert geplant. Nicht verpassen sollte man auch den Sonntagsspaziergang am 16. Mai um 14 Uhr am BZA.
![]()
The truth according to the Innenministerium
Nur die Einheimischen
Noch dürfen sich einmischen
Aber die Auswärtigen
Kann man abfertigen
Als bösartige Chaoten
Gehörn die eh verboten
Diese Rhetorik ist höchst offiziell
Widerstand dagegen deswegen kriminell
Jörg Siegert
Dieser im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die Castor-Transporte und der Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichtes entstandene "Spottvers" des Publizisten Jörg Siegert stammt aus seinem Gedichtband "Notstillstandsgesetze und andere Leidprinzipien. Politische Lyrik". In dem in der Edition Sisyphus erschienenen Werk nimmt der Autor unter anderem die offiziellen Lesarten der Atomenergie und ihrer Segnungen aufs Korn. Der Anti-Atom-Aktivist Siegert hat kürzlich mit "Naturgedichte" einen weiteren lesenswerten Band herausgebracht. Bezug über Sisyphus, Scheibenstr. 84, 48153 Münster.
weiterer lesepunkt.![]()

...von der Hängematte bis zur Schokoladentafel...
Ahaus. Fairen Handel verspricht der "Eine-Welt-Verein Ahaus", der mit der Eröffnung des "Eine-Welt-Ladens" im Dezember 1998 einen Beitrag zur Änderung der Welthandelsstruktur leisten will. Die heutige Unterentwicklung der Staaten der "Dritten Welt" ist das Ergebnis jahrhundertelanger Einmischung fremder Mächte in den Entwicklungsländern, der alleinigen Bestimmung des Welthandels durch die Industrienationen sowie der Unterstützung von Regierungen durch ausländische Kapitalgeber, die nicht im Interesse der Bevölkerung arbeiten.
Um die dort vorherrschenden Verhältnisse zu ändern, sollen durch den Verkauf von Waren, beispielsweise die der GEPA, der "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt", die Handelspartner in den Entwicklungsländern unterstützt werden. Diese Selbsthilfegruppen und unabhängigen Genossenschaften von Kleinbauern und Handwerkern können so einen Beitrag zur selbstbestimmten Arbeit leisten. Sie sind nicht länger von lokalen Zwischenhändlern abhängig, die kaum die Hälfte des an der Rohstoffbörse notierten Preises zahlen und erhalten von den Importeuren gerechte Mindestpreise für ihre Produkte sowie feste Entwick-lungszuschläge. Zudem werden diejenigen Produzenten unterstützt, die ökologische Anbau- und Produktionsweisen entwickeln und um eine Verbesserung ihrer Arbeitssituation bemüht sind.
Das Angebot des "Eine-Welt-Ladens" reicht von Nahrungs- und Genußmitteln wie Kaffee, Tee, Schokolade und Honig bis hin zu Handwerksprodukten wie Baumwolltextilien, Juteartikel, Korbwaren und Musikinstrumenten. Der "Eine-Welt-Laden" befindet sich in der Pfarrbücherei St. Marien an der Ecke König-/Marienstraße in Ahaus und ist von montags bis freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, samstags nur vormittags.
weiterer weltpunkt. im vorherigen blickpunkt.![]()

![]()

![]()
Enschede. Klarer Sieger der jüngsten Wahlen in Overijssel und Gelderland sind die Grünen und der CDA. Die Ergebnisse der beiden Nachbarprovinzen liegen somit ganz im Landestrend, wonach die Christdemokraten wieder erste Kraft in den "Provinciale Staten", den Regionalparlamenten, werden und die Grünen ihren Stimmenanteil auf über 10% verdoppeln können.
Die Wahlen in den Provinzen gelten als wichtiges Stimmungsbarometer zwischen den Parlamentswahlen. Das Zwischenzeugnis fiel somit eher schlecht bis mäßig aus für die seit 1994 in Amsterdam amtierende "paarse koalitie", die lila Koalition von Ministerpräsident Wim Kok. Das nach den Parteifarben der beteiligten sozialdemokratischen PvdA, der konservativen VVD und der linksliberalen D'66 benannte Bündnis verlor im Provinzlandtag von Overijssel fünf und in Gelderland vier Sitze. Die Rolle der Provinzen im zentralistischen Einheitsstaat Niederlande ist jedoch kaum mit derjenigen der deutschen Bundesländer zu vergleichen. Ihre Vollmachten beschänken sich hauptsächlich auf die Raumordnungs-, Infrastruktur- und Umweltpolitik, vobei sie fast vollständig von den finanziellen Zuweisungen der Zentralregierung abhängig sind. Entsprechend der geringen Mitwirkungsmöglichkeiten der Provinzen fiel auch die Wahlbeteiligung wieder sehr gering aus. Nur jeder zweite Wahlberechtigte ließ sich an der Urne sehen. Anders in Hengelo, wo anläßlich eines gleichzeitig abgehaltenen Referendums über 90% der WählerInnen gegen die Vereinigung ihrer Stadt mit Enschede zur "Twentestad" stimmten.
Die Ahauser Partnerstadt Haaksbergen ist und bleibt eine Hochburg des CDA, der sich im Vergleich zur Parlamentswahl vor einem Jahr von 34,6% auf 46% steigern konnte. Zweitstärkste Partei wird die VVD mit 21,6%.
![]()

![]()
Frühlingszeit ist Ausflugszeit! Also schnell den Drahtesel gesattelt und auf zur Radtour. Immer mehr Menschen, auch von außerhalb, schätzen das Münsterland und verbringen ihren Urlaub bei uns. Stadt Ahaus und Verkehrsverein tragen jetzt rechtzeitig zu Saisonbeginn den steigenden Touristenzahlen Rechnung und haben eine ganz neue Attraktion eröffnet: das Besucher-Zentrum Ammeln (BZA), ein kombinierter Erholungs- und Entsorgungspark. Als Pendant zum Oberortwicker Freizeitgelände bietet sich dem Radwanderer und Spaziergänger hier unweit des östlichen Stadtrandes ein naturnahes Tourismusgebiet mit zahlreichen Attraktionen.
Herzstück der Anlage ist der besichtigenswerte historische Nuklear-Spieker, ein Lagergebäude für gebrauchte Kernbrennstoffe im traditionellen münsterländer Backsteinstil. Dieses architektonische Juwel wird von einem weitläufigen Wildgehege umsäumt, das den Jagdfreund erfreuen dürfte, soll er doch hier noch echte Wisente vor die Flinte bekommen. Ebenso familienfreundlich zeigt sich das BZA: Die Jüngsten können sich beim Buddeln und Graben an der Abenteuer-Bahn so richtig austoben, während die Eltern unter der gewöhnlich sehr intensiven Polizeipräsenz sicher die Parklandschaft genießen. Die Erweiterung um zusätzliche Hotelkapazitäten ist bereits geplant und genehmigt. In Erinnerung an Dr. Heinz-Robert Jünemann, den Vater des Besucher-Zentrums Ammeln und kürzlich pensionierten Ahauser Stadtdirektor, wurde die Zufahrt zum BZA jetzt feierlich "Dr.-Jünemann-Sackgasse" getauft.

Nähere Informationen über das BZA erhalten Sie beim Besucher-Empfangszentrum (BEZ),
Dr.-Jünemann-Sackgasse 1, 48683 Ahaus-Ammeln.
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.
"So stark wie frischer Mist und Gülle bleibt der Ausstieg unser Wille."
Herausgeber: Unabhängige Wählergruppe Ahaus e.V., Redaktion blickpunkt.,
Schmalenstrothstr. 23, 48683 Ahaus
Verantwortlich: Dieter Homann
Redaktion: Annette Bruns-Schmeinck, Corinne Heaven, Sebastian Helling, Ulf
Kemper, Frank Kirchhoff, Jens Liebermann, Ehrenmitglied: Angela M.
Karikaturen: Hilmar Lange
Layout: Jörg Mühlenhoff
Gedruckt auf 100% umweltfreundlichem Recyclingpapier
Spendenkonto: Volksbank Ahaus, KontoNr. 608 205 100
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.
![]()
![]()