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Festival mit
Kabarett und Konzert am 28. Februar in der Stadthalle
Cultur contra Castor - Er kommt nicht
durch!

...zumindest nicht an den Kleinen Mäxen.
Ahaus. Der genaue Termin für den Castortransport nach Ahaus steht noch nicht fest, doch mit aller Kraft wird nun für den Widerstand am Tag X mobilisiert: Mit Unterstützung zahlreicher Gruppen startet am 28. Februar 1998 in der Ahauser Stadthalle das zweite "Cultur contra Castor"-Festival. Der Nachmittag wird kabarettistisch gestaltet von "Die kleinen Mäxe", Thomas Philipzen und "Die flinken Pfoten"; zum Konzert am Abend haben sich Aufbruch, Cosmic Degree, Basta, Fladi und Klaus der Geiger angekündigt. Karten für dieses Festival sind ab sofort an der Westfalen-Tankstelle Busche in Ahaus im Vorverkauf für jeweils 15 DM für den Nachmittag (Kabarett) bzw. Abend (Konzert) oder 25 DM als Tageskarte für Kabarett und Konzert erhältlich. An der Tageskasse kosten diese jeweils 20 DM für das Kabarett bzw. das Konzert oder 30 DM als Tageskarte. Auch sind schriftliche Kartenbestellungen möglich: Bitte einen V-Scheck an die UWG Ahaus, Schmalenstrothstr. 23, 48683 Ahaus (Tel. 02561 971899) senden. Einlaß ist um 14.30 Uhr für das Kabarett, um 19 Uhr für das Konzert. Veranstalter sind wieder die Unabhängige Wählergruppe UWG Ahaus, die UWGjugend und die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus". Der Reinerlös der Veranstaltung ist für die Unterstützung des Widerstands gegen den für Ende März geplanten Castortransport vorgesehen. Mehr über Cultur contra Castor lesen Sie auf den Innenseiten.
Cultur contra Castor im vorherigen blickpunkt.
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Diskriminierung von AsylbewerberInnen in Ahaus wird jetzt noch
teurer...
Flüchtlinge brauchen Solidarität,
keinen "Shop"
Ahaus. Seit dem 1. Juni 1997 ist die Änderung des Asylbewerber-Leistungsgesetzes gültig. Diese Änderung besagt, daß es den Kommunen möglich ist, Leistungen an Flüchtlinge in Form von Bargeld, Gutscheinen oder aber in Sachleistungen auszuzahlen. Dieses Gesetz steht offen für willkürliche Entmündigungen der in diesem Lande lebenden Flüchtlinge. Es bietet die Möglichkeit für gezielte Angriffe auf die Menschenwürde von AsylbewerberInnen. Die in Ahaus lebenden Flüchtlinge kommen überwiegend aus Krieg, Hunger und politischer Verfogung. Sie haben ein Recht auf einen gesicherten Aufenthalt und eine umfassende, soziale Absicherung. Aber selbst nach bundespolitischen Bestimmungen leben die Flüchtlinge unter dem in Deutschland definierten Existenzminimum und sind der Gefahr einer Abschiebung in eine ungewisse Zukunft ausgesetzt.
Der nun eingeschlagene Weg der CDU Ahaus in der Flüchtlingspolitik hat die Lebenssituation der AsylbewerberInnen drastisch verschlechtert. So müssen nach einer Entscheidung der CDU-Mehrheit im Stadtrat die Flüchtlinge künftig in einem Shop einkaufen, der von der Caritas-Tochter Grenzland Reha eingerichtet wird. Dieser Laden ist teurer als eine Gutschein- oder Bargeldlösung und außerdem nicht sehr praktikabel. Durch ihre Entscheidung hat die CDU die Flüchtlinge diskriminiert und aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt. Diese Politik ist menschenunwürdig. Daß die Caritas, die ihren Auftrag als ein Werk christlicher Nächstenliebe versteht, sich an einem solchen Modell maßgeblich beteiligt, mag in diesem Zusammenhang nur wie Hohn klingen. Ihren Grundsatz, den Menschen im Mittelpunkt zu sehen, hat sie hierbei endgültig verlassen. Die Ahauser UWG hofft, daß Caritas und CDU ihre Entscheidung überdenken und sich auf die Menschenwürde besinnen werden.
Flüchtlingspolitik im nächsten blickpunkt.
Tag des Flüchtlings im nächsten blickpunkt.
"Im Märzen der Bauer dem Castor liegt auf der Lauer."
Der blickpunkt. sammelt neue Bauernregeln aus dem Münsterland.
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Frühlingserwachen am Ahauser Atommüllager:
Bundesregierung und Stromkonzerne wollen den Castor ins Rollen bringen, gleichzeitig
fordern immer mehr Menschen den Stop des unnötigen und unverantwortbaren Transportes, der
gegen die rechtlich gültige Bund-Länder-Vereinbarung verstößt. Zu offensichtlich sind
die Pläne der Verantwortlichen in Politik und Atomindustrie, mittels Ahaus den Ausbau der
Atomenergie zu betreiben - auf zum Sonntagsspaziergang am 15. März, für den sofortigen
Atomausstieg und eine echte Energiewende - jetzt!
"... als aufstrebende Musikband brauchen wir Kassetten, Video-Clips, Fotos, um im hart umkämpften Musikmarkt aufstreben zu können!"
Klaus der Geiger, Straßenmusiker, fordert in einem Brief an den grünen Polizeipräsidenten von Münster die Herausgabe des Polizei-Videos seines Auftrittes bei den Schienenaktionstagen als Ersatz für den Film eines währenddessen zusammengeschlagenen Fotografen
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randnotizen.
Kreuzworträtsel, eXtra-Punkte, kommunale Doppelspitze
Die richtige Lösung aus unserem letzten blickpunkt.-Preisrätsel war die richtige Lösung für den geplanten Castortransport: "Wir stellen uns quer!". Die Kreuzworträtsel-Champions kamen aus Alstätte, wohin gleich die ersten drei Preise fielen: Birgit Greve gewann die zwei Konzertkarten freier Wahl, Mechtild Karas die zwei Karten für ein Bundesligaspiel freier Wahl und schließlich Tina Schönberg die zwei Kinokarten für einen Film freier Wahl. Eine Rock gegen Atommüll-CD von "Da United Blood" gewannen S. Bienas und I. Renkhoff aus Ahaus. Je ein Holz-X als Zeichen des Widerstandes gegen den Castor ziert nun die Gärten von F. Nonnast, F. Ostermann, M. Nienhaus und G. Yeliz aus Ahaus sowie Jurek Vengels aus Raesfeld. Die blickpunkt.-Redaktion gratuliert! Jurek Vengels wurde das Holz-X bei einem Sonntagsspaziergang am BZA überreicht. Weitere dekorative Xe für Ihren Garten gibt's bei der UWGjugend unter Tel. 02561 963074.
Daß die Unabhängige Wählergruppe eine "Ein-Punkte-Partei" sei, meint die Junge Union Ahaus in einer Pressemitteilung in den Westfälischen Nachrichten Gronau. Das ist falsch. Hier ein paar übriggebliebene eXtra-Punkte zum Ausschneiden für die Junge-Union-Presseabteilung: ..........
Stadtdirektor Dr. Jünemann (62) geht nach 25 Jahren Dienstzeit am 31. Juli in Ruhestand. Gemäß der neuen Gemeindeordnung kommt dann auch das Ende der kommunalen Doppelspitze, Bürgermeister Bußmann tritt ebenfalls zurück. Die erforderliche Urwahl des hauptamtlichen Bürgermeisters findet nach dem Willen der CDU aber erst zusammen mit den Kommunalwahlen im Herbst '99 statt.
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verkehrspunkt.
Nordtangente weiter umstritten
Karikatur
Freie Fahrt für freie Bürger? Der Nutzen der geplanten Nordtangente bleibt umstritten.
Lange Staus und ständiger Stopverkehr an den meisten Ahauser Verkehrsknotenpunkten und auf den Ein- und Ausfallsstraßen zehren zu den Stoßzeiten sowohl an den Nerven der Autofahrer als auch der Abgas- und lärmgeplagten Anwohner. Mit dem geplanten Bau der Nordtangente sollen die Bundesstraßen vom Schwerlastverkehr befreit werden. Durch zwei weitere Kreisverkehre ist eine Anbindung an die Graeser und die Heeker Straße vorgesehen. Die Nordtangente müßte sich jedoch direkt an den Neubaugebieten im Norden von Ahaus vorbeischlängeln und das anschließende Landschaftsschutzgebiet beschneiden. Die UWG hat vor übereiltem Abschluß der Planungen um eine Umweltverträglichkeitsprüfung gebeten, um eine nachhaltige und ökologisch verantwortbare Lösung zu finden. Die Diskussion ist eröffnet, hier einige Meinungen zur Nordtangente:
"Die Nordumgehung führt zu Entlastungswirkungen
in den betroffenen Straßen wie Graeser Straße, Fuistingstraße und Wohngebieten.
Berufsschulen und BBS bekommen teilweise wohngebietsunabhängige Zufahrten mit der damit
verbundenen höheren Verkehrssicherheit der Wohngebiete und der Fuistingstraße. Höhere
Lebensqualität innerhalb der Wohngebiete wird aber in Frage gestellt durch weiteren
Landschaftsverbrauch und ein stärkeres Lärmaufkommen in den Randbereichen zur
Nordtangente."
Hubert Kersting (UWG), Mitglied im städt.
Ausschuß für Planen und Bauen
"Als 1989 mein Haus am Dahlienweg gebaut wurde,
lag das Baugrundstück auf der grünen Wiese mit einer großen Linde darauf. Daß in so
kurzer Zeit in unmittelbarer Nähe eine große Umgehungsstraße gebaut werden würde -
damit hatten weder ich noch viele andere Nachbarn gerechnet. Und wenn, dann doch
sicherlich weiträumig am neuen Wohngbiet vorbei! Ich werde die Worte des
Sachverständigen bei einer Informationsveranstaltung nicht vergessen: 'Durch die
Verwirbelung der Abgase werden Sie kaum etwas von der Luftverunreinigung bemerken - und
gegen die Lärmbelästigung wird dann eben ein Wall aufgeschüttet.' - So einfach ist das
in Ahaus..."
Hermann Telgmann, Anlieger Dahlienweg
"Das nach dem Ausbau des Gebietes Rosenthal und
seiner Erschließungsstraßen langsam wieder zur Ruhe kommende Wohngebiet soll nun von
neuem Verkehrslärm erschlossen werden. Zusätzlicher Schock: Eine Anbindung des
Rosenthals an die Nordtangente. Alle Schnellverbindungen durch die Siedlung und neue
Abkürzungen eröffnen sich dem fließenden Verkehr. Der Ausbau des Rosenthals ist eben
nicht nur für die Anlieger besonders großzügig angelegt. Lehrer und Schüler können
dann neue Wettrennen um die begehrtesten Parkplätze fahren. Werden die Pläne der Stadt
Ahaus, die Parallelstraße bis zum südlichen Kreisverkehr zu verlängern dann
verwirklicht, verläuft die kürzeste Nord-Süd-Verbindung an der Josefskirche vorbei
über die Stichstraße oder durchs Rosenthal. Die Mehrheit der Nachbarschaft Rosenthal
zieht den Gesamtnutzen der Nordtangente in Zweifel. Wieder einmal zeigt sich in Ahaus,
daß die 'große Koalition' bei uns nicht immer zum Wohl der Bürger verwirklicht
ist."
Herbert Hiller, Nachbarschaft Rosenthal
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4 Fragen an...
Joachim Engelhardt, neuer Schulleiter des
Alexander-Hegius-Gymnasiums

Joachim Engelhardt
Jahrgang 1945
verheiratet, zwei Kinder (ein Sohn, eine Tochter)
Oberstudiendirektor, seit einem Jahr neuer Schulleiter am Alexander-Hegius-Gymnasium Ahaus
blickpunkt.: Wie ist ihr erster Eindruck nach einem Jahr am AHG?
Joachim Engelhardt: Grundsätzlich ist die Arbeit sehr ähnlich wie an anderen Schulen auch. Als Schulleiter habe ich jetzt allerdings eine neue Funktion. Besonderes Merkmal des AHG ist es, daß die Schule vielfach eingebunden ins Stadtleben ist. Außerdem ist der Kenntnisstand der Bevölkerung betreffend Projekten, Kulturveranstaltungen etc. sehr hoch. Das zeugt einerseits von hoher Anteilnahme, gleichzeitig aber auch von hohen Erwartungen.
Welche Gründe bewogen Sie dazu, Schulleiter am AHG zu werden?
Erstens wegen der schon angesprochenen, interessierten, nicht anonymen Atmosphäre in Ahaus und zweitens kann man als Schulleiter das Schulleben entscheidend mitgestalten. Ich denke da besonders an Schule als Institution für Ausbildung und Beruf, als Kulturträger im außerunterrichtlichen Bereich sowie als Instanz zur Werteorientierung und Selbstverwirklichung der SchülerInnen.
Welche Ziele haben sie sich als Schulleiter am AHG für die nächsten Jahre gesteckt?
Ich habe mir grob drei Themenkomplexe als vorrangige Ziele gesetzt. Erstens die Beratungs- und Betreuungsfunktionen für SchülerInnen und Eltern zu verstärken; zweitens die Förderung unserer SchülerInnen zu verstärken - einerseits in der Form von Lernhilfe für die schwächeren SchülerInnen und gleichzeitig aber auch die Förderung von begabten SchülerInnen. Ich denke da auch an die eventuelle Teilnahme an Bundeswettbewerben wie "Jugend forscht" etc. Außerdem möchte ich die Verbindungen zu unseren europäischen Partnerschulen, gerade im Zuge der europäischen Einigung, noch verstärken und schon angefangene Projekte weiter fördern.
Was sind ihre weiteren Vorstellungen und Wünsche für Ihren Beruf?
Da ich sowohl die Schule, den Unterricht, als auch die ganze Atmosphäre um die Schule herum brauche, möchte ich bis zu meiner Pensionierung am AHG bleiben. Wünschen würde ich es mir, nach meiner Tätigkeit am AHG sagen und sehen zu können, daß ich das Schulleben entscheidend mitgeprägt habe und Akzente von mir erkennbar sind.
Vielen Dank für das Interview!
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Die Weichen gestellt hat die UWGjugend, bei der zur Zeit
die Vorbereitungen laufen für die geplante Blockade des Castors auf dem Gleisanschluß
des "Zwischen"lagers. Mehrere hundert Jugendliche haben in den vergangenen
Monaten per Selbstverpflichtung öffentlich ihre Teilnahme an der Aktion "Wir stellen
uns quer" zugesagt. "Gegen das sinnlose Herumkarren von Atommüll werden wir uns
querlegen, um endlich den Ausstieg aus der Atomenergie durchzusetzen", so Frank
Kirchhoff, Sprecher der UWGjugend. Neu als Sprecher gewählt wurde für 1998 auch Robert
Pauls aus Ahaus. Um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich Maria Buß,
Kassenwärtin ist Astrid Hoffstädte. Landes- und bundesweite Unterstützung erfahren die
Jugendlichen mittlerweile von zahlreichen Jugendverbänden, Initiativen und Gruppen. Nach
dem großen Interesse an den "Energiewende"-Veranstaltungen hat die UWGjugend
auch für den Frühling wieder eine atomkritische Veranstaltungsreihe vorbereitet. Mehr
dazu in der Rubrik Termine. Vom 20.-24. Mai ist eine weitere Ausgabe der Mahnwache und der
"Rock gegen Atommüll"-Reihe geplant. Vorbereitet wird außerdem für den Herbst
eine Ausstellung zur Ahauser Geschichte im Nationalsozialismus. Politikinteressierte junge
Leute schauen montags um 19 Uhr im UWGjugend-Raum an der Bahnhofstr. 51 (neben dem
BI-Büro) vorbei.
UWGjugend im vorherigen blickpunkt.
UWGjugend im nächsten blickpunkt.
"Ein jeder Hahn kräht es vom Mist,
der Castor soll bleiben wo er ist."
neue münsterländische Bauernregel
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Mehrere Bundesligaspiele (u.a. Leverkusen-BVB,
Schalke-Köln) drohen im März auszufallen, da alle verfügbaren Polizeikräfte für die
Eskortierung des Castortransportes nach Ahaus abkommandiert werden: "Wenn wir Castor
haben, gibt's beim Fußball nicht einen Polizisten", erklärte kürzlich Frederick
Holtkamp vom Landeskriminalamt. Durch kurzfristige Neurekrutierungen soll der
Personalmangel aber ausgeglichen werden. In der Bauernschaft Ammeln konnten bereits
Anwerbe-Beamte bei der Observierung möglicher polizeilicher Ersatzkräfte fotografiert
werden.
mehr Castor im vorherigen blickpunkt.
mehr Castor im nächsten blickpunkt.
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kommentar.
Sind wir jetzt alle Chaoten?
von Franz-Thomas Sonka, BDKJ Münster
Kaum hat das Bundesamt für Strahlenschutz die Erweiterung des Brennelemente-Zwischenlagers in Ahaus genehmigt, da prangt uns schon die Headline des Kommentares auf Seite 2 der Westfälischen Nachrichten (11. November '97) zum Frühstück entgegen: "Das Chaos kommt." Ausgehend von der Tatsache, daß es im Münsterland im Vergleich zu Gorleben bislang relativ ruhig zugegangen ist, meint Kommentator Klostermann, würden nun chaotische Zustände einziehen: Wenn in Gorleben nichts los sei, dann werde das Chaos ins Münsterland getragen. Sogenannte Autonome würden ein neues Betätigungsfeld suchen und das habe mit ehrlichem Protest nichts mehr zu tun. - Taktisches Kalkül der Medien, die sich mit solcherlei Kommentaren als Befürworter des BEZ und der Atomenergie überhaupt "outen". Soll doch die Bevölkerung eingeschworen werden auf die Atompolitik der derzeitigen Regierung. Eine Diffamierung all derer, die aus Sorge um die Zukunft unseres Planeten in ehrlicher Überzeugung Widerstand leisten. Die Mehrheit geht dabei gewaltfrei vor, macht durch Demonstrationen und Protestaktionen auf den Dissens in der Atompolitik aufmerksam. "Da muß die Polizei gegensteuern", beendet Klostermann seinen Kommentar in den WN. Kriminalisierung breiter Bevölkerungsschichten als ein Mittel, sie ins politische Aus zu stellen.
Das hat es in der Geschichte immer wieder mal gegeben, langfristig gesehen jedoch ohne Erfolg. Im Fall Ahaus jedenfalls nimmt die Aktzeptanz des Widerstandes in der Bevölkerung zu. Jugendverbände und Kirchengemeinden, Landwirte und Angestellte, Frauen und Männer, Junge und Alte machen zunehmend deutlich, daß sie sich mit der Atompolitik unseres Landes nicht mehr einverstanden er-klären. Sie leisten gewaltfreien Widerstand, weil sie sich um das Überleben unseres Planeten sorgen. Sie alle sollen "Chaoten" sein? Wenn es darum geht, die Zukunft der Erde und damit das Leben von Kindern und Jugendlichen der nächsten Generation zu sichern, dann will ich mich gern dazu zählen lassen, zu den "Chaoten". Und damit befinden wir uns zudem in "guter Gesellschaft": Martin Luther King, Mahatma Ghandi, Jesus von Nazareth. Auch sie galten aufgrund ihres Einsatzes für das Leben in bestimmten Kreisen als "Chaoten".
aus: BDKJ-Zeitung 4/97, mit freundlicher Genehmigung des BDKJ MS
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Ahaus und Wüllen wachsen mit neuem Wohngebiet eng zusammen
Neue Planungen für alten Kalkbruch
Wüllen. Von Ahaus kommend liegen am Wüllener Ortseingang auf der rechten Seite noch einige Bauschuttreste. Mit dem Abbruch des Wüllener Kalkwerks geht ein Stück Industriegeschichte. Der sich an Wessum und Wüllen vorbeiziehende Kreiderücken wurde schon seit dem letzten Jahrhundert an mehreren Stellen in Wüllen und Wessum zur Kalkgewinnung genutzt. Zurückgebliebene Gruben wurden als Müllkippe verfüllt - wie der heutige Modellflugplatz - oder auch einfach - wie in Wessum - der Natur überlassen. Das Wüllener "Kalkloch" unmittelbar am Ortsrand war an die Grenzen der Abbaumöglichkeiten gestos-sen. Die abgepumpten Wassermengen drohten die Ahauser Wassergewinnung zu beeinträchtigen. Als es sich anbot, das gesamte Gelände nach der Einstellung des Abbaus und der Verarbeitung zu erwerben, war das seitens der Stadtwerke der richtige Schritt für eine sichere Wasserversorgung. Die Grube zu verfüllen, scheidet wegen der negativen Auswirkungen auf das Grundwasser aus. Das Gelände wurde auf Altlasten untersucht, um den Wasserspiegel auf Grundwasserniveau ansteigen lassen zu können. Die notwendigen enormen Pumpleistungen mit ihren wirtschaftlichen und ökologischen Folgen sprechen für diese Lösung. Der Anstieg des Wassers wird von wissenschaftlicher Seite nicht unbedingt begrüßt, hat sich der Kalkbruch doch in den letzten Jahren als Fundgrube für versteinerte Urtiere zum Geheimtip entwickelt. Durch das neu in die Planung aufgenomme Baugebiet "Am Kalkbruch" zwischen B 70 und Vredener Dyk schließt die Stadt Ahaus fast direkt an Wüllen auf.
Der Kalkbruch, ursprünglich am Rande des Ortes gelegen, wird in Zukunft fast überall von Wohnbebauung umgeben sein. Erste "Visionen" sprechen von einer Besichtigungszone mit Aussichtsplattform am Kalkbruch. In einem Wohnumfeld mit gut erreichbaren Spielmöglichkeiten und beruhigten Verkehrsräumen können sich auch Kinder sehr frei und kindgerecht ohne ständige Aufsicht bewegen. Ein so tiefes Gewässer mit Steilböschung in unmittelbarer Reichweite sollte aus Sicherheitsgründen aber konsequent und durchgehend umzäunt werden. Die gewonnen Freiräume könnten mit heimischen Dorn- und Heckenpflanzungen begrünt werden, um zusätzliche natürliche Hindernisse zu schaffen. Der Wüllener Kalkbruch hätte die Möglichkeit, sich als ökologische Nische ungestört zu entwickeln.
mehr zur Stadtentwicklung im vorherigen blickpunkt.
"Sind die Bullen außer Rand und Band, rollt ein Castor durch das Land."
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Politisches Engagement von
Kirchengemeinden in der Diskussion
Castortransport gegen Pastors Wort?
Münster/Ahaus. Der jüngste Sonntagsspaziergang um das Atommüllager, organisiert u.a. vom BDKJ, der katholischen Frauengemeinschaft kfd, der KSG, der Friedensbewegung Pax Christi und anderen kirchlichen Gruppen zeigt erneut die enorme Bandbreite des Protestes gegen die Atomenergie und den bevorstehenden Castortransport nach Ahaus. In den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen wird um Ahaus und die Atomenergie gestritten, so auch in der Kirche. Zahlreiche Verbände und Gruppen des Bistums Münster haben sich im vergangenen Jahr bereits solidarisch mit dem Ahauser Widerstand erklärt.
Hat aber Kirche überhaupt die Aufgabe und das Recht, sich in politische Konflikte einzumischen? Vor dem Hintergrund der Erklärung der Ahauser Pfarrgemeinde St. Marien zum Ausstieg aus der Atomenergie gab es zuletzt ein eindeutiges Ja als Antwort. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Katholischen Studentengemeinde in Münster reflektierten der Theologe Prof. Dr. Hermann Steinkamp, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christine Büter und Pfarrer Jürgen Quante die aktuellen innerkirchlichen Auseinandersetzungen. Kirche und Gemeinde hätten den Auftrag, so Steinkamp in seinem Statement, zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu nehmen. Selbstverständlich seien sie kompetent, "die Bewahrung der Schöpfung als zentrales Anliegen der Kirche" nach außen zu vertreten. Nicht allein der Christ als Privatmensch könne sich politisch äußern, vielmehr ermutigte er Kirche und Gemeinden, als "Instrumente des Reiches Gottes" dazu, auch die "moralische Autorität des Evangeliums" in Anspruch zu nehmen. Beispielhaft verwies er auf durchweg positive Erfahrungen von Gemeinden, die z.B. Kirchenasyl gewähren. Hier habe sich vielfach ein ganz neues "Gemeindegefühl" ergeben.
Sowohl Steinkamp als auch Pfarrer Quante wiesen den Vorwurf zurück, die Stellungnahme des Pfarrgemeinderates von St. Marien spalte die Gemeinde. Steinkamp bezeichnete dies als unhaltbaren und demagogischen Versuch, Atomkraftgegnern die Schuld für vorhandene Konflikte in der Gemeinde zuzuweisen. Pfarrer Quante erinnerte an den einstimmigen Beschluß des Pfarrgemeinderates und den gleichzeitig geäußerten "selbstverständlichen Respekt" vor Befürwortern des Atommüllagers. Auch nach Ansicht von Christine Büter ist die Gemeinde nicht gespalten. Sie habe eher den Eindruck, die Gemeinde beglückwünsche den Pfarrgemeinderat zu der nach langjährigen Diskussionen getroffenen Äußerung. Statt "falscher Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung" ohne Auseinandersetzung - so Stimmen aus dem Publikum - steht Pfarrer Quante nach eigener Einschätzuung jetzt vor einer "hochmotivierten Gemeinde", was auch die letzten Pfarrgemeinderatswahlen zeigten. Prof. Dr. Steinkamp äußerte Lob und Anerkennung für die Pionierarbeit in Sachen Konfliktkultur: "Daß die St. Marien-Gemeinde selbstbewußt-unbestechlich ihren Weg geht, das begeistert mich für sie und darin bin ich mit ihr solidarisch."
Unterstützung signalisierte auch das Diözesankomitee katholischer Verbände im Rahmen einer Diskussion mit den energiepolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen von CDU und SPD. Grünen-Sprecherin Michaele Hustedt kündigte ihre Teilnahme an der friedlichen Blockade-Aktion am Tag X an.
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Obwohl der Erhalt dieser Eiche am Kämpken in Ahaus im
Kaufvertrag vereinbart war und der Verstoß hiergegen mit einer empfindlichen Geldbuße
geahndet werden sollte, wurde von einem Ahauser Hauseigentümer das Fällen des
Naturdenkmals geplant. Einem Eilantrag der Unabhängigen Wählergruppe Ahaus, die Eiche zu
erhalten, schloß sich der gesamte Rat an. Trotzdem rückte wenige Wochen später ein
Unternehmen mit dem Auftrag an, den Baum zu fällen. Die UWG setzte sich daraufhin
kurzfristig mit der Stadtverwaltung in Verbindung, so daß das Unternehmen wieder
abrücken mußte und die Eiche erhalten bleibt.
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weltpunkt.
Recife-AG will weiter helfen
![]() ...in den Slums von Recife Spendenkonto: Recife-AG, Stichwort "Nova Vida", Konto-Nr. 35 35 200, Dt. Bank Gronau, BLZ 403 700 79. |
In
der Recife-AG finden sich seit sechs Jahren Schüler, Eltern und Lehrer zu-sammen, um den
Wüllener Christoph Ostendorf bei seiner Arbeit im nordostbrasilianischen Recife zu
unterstützen. Der ehemalige AHG-Abiturient arbeitet dort für den Servicio communitário
de iustica e paz, den Gemeinschaftsdienst für Gerechtigkeit und Frieden von Recife. Diese
von christlichen RechtsanwältInnen, GewerkschafterInnen und Stadtteilgruppen gegründete
Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, EinwohnerInnen von Favelas zu helfen und ihren
Interessen gegenüber Behörden und Großgrundbesitzern Gehör zu verschaffen. In den illegal besiedelten Landstücken am Rande der brasilianischen Großstädte fehlt es an vielem. Die katastrophalen Lebensverhältnisse sind geprägt von Hunger, Krankheit und Gewalt. Nur die wenigsten Kinder wachsen in intakten Familien auf, viele kommen aufgrund von Mißhandlungen, Alkohol- und Drogenkonsum während der Schwangerschaft der Mutter bereits krank zur Welt. Die Recife-AG versucht deshalb auch in Ahaus auf das Elend der Favelas aufmerksam zu machen und Spenden für den Gemeinschaftsdienst zu sammeln. Die laufenden Kosten der brasilianischen Gruppe konnten bisher durch Gelder aus zahlreichen Veranstaltungen wie z.B. der 10-Pfennig-Aktion "Taschengeld in Gefahr", einem Solidaritätsmarsch oder dem "Eine-Welt-Aktionstag" der Ahauser Schulen mitgedeckt werden. Für viel Aufsehen sorgten auch die "Recife-Olympics", bei dem sich SchülerInnen für eintägiges Laufen, Radfahren oder Skaten kilometerweise von Eltern, Freunden, Verwandten oder Geschäftsleuten "sponsorn" lassen konnten. Auf recht sportliche Weise kamen so rund 40.000 DM zusammen. Jüngstes Projekt der Recife-AG ist die von Pater Beda und seinem Arbeitskreis des Klosters Bardel mitbetreute Initiative Nova Vida (Neues Leben) im Armenviertel Gesso. Unter dem Motto "Lernen, um arbeiten zu können" soll Jugendlichen eine Zukunftschance gegeben werden. Nova Vida will die Kinder von der Straße holen, ohne sie aus ihrem familiären Umfeld zu lösen. Rund 100 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren wird so neben einer sinnvollen Beschäftigung auch ein Freizeitprogramm geboten. |
gleiche Rubrik im nächsten blickpunkt.
Mit mindestens 22.000 Einsatzkräften hat sich die Polizei im März nach Ahaus eingeladen, hinzu kommen bundesweit noch BGS-Beamte. Macht fast einen Polizisten pro Ahauser Nase. Und den möglicherweise größten und teuersten Polizeieinsatz der Bundesgeschichte. Das wird nich billich, Frau Merkel!
"Haut es dich vom Traktor,
war das, sowieso,
nur das Restrisiko
vom Atomreaktor."
Der blickpunkt sammelt neue Bauernregeln aus dem Münsterland.
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schlußpunkt.
Das strahlende Kino - Alternative Energien aus dem Stadtzentrum
Pech für Frischverliebte: Seit dem Jahreswechsel ist es vorbei mit dem romantischen Sternegucken in Ahaus. Wild zucken Scheinwerfer über den Ahauser Abendhimmel. Ursprung der wandernden Lichtsäulen ist offensichtlich ein Großkinobetrieb im Ahauser Stadtzentrum. Genauso rätselhaft wie die mysteriösen Muster und kilometerweiten Strahler scheinen Sinn und Zweck der gigantischen Illumination zu sein. Was hat es auf sich mit dem Leuchten? Eigentlich strahlt Ahaus doch schon durch den vor den Stadttoren lagernden Atommüll genügend aus ins ganze Münsterland?
Nach halbstündiger Himmelsbeobachtung und entsprechend steifem Nacken sind der blickpunkt.-Redaktion doch noch einige Lichter aufgegangen. Nachdem Vreden nämlich unlängst seines Lichtspielhauses verlustigt gegangen ist, wird den Bürgern unserer Nachbarstadt nun freundlicherweise der 15km lange Weg zum nächsten Kino unfehlbar hin- und heimgeleuchtet. Als äußerst praktisch erweisen sich die Scheinwerfer auch für alle Bewohner der Innenstadt. Wird man als solcher nämlich von dem durch das Schlafzimmer wandernden Lichtkegel sanft aus dem Schlafe geworfen, ist spätestens dann klar, daß es Zeit für den Besuch der Spätvorstellung ist. Danach dürften auch möglicherweise alkoholisierte Kinobesucher dank erstklassiger Ausleuchtung keinerlei Orientierungsprobleme bezüglich des Nachhauseweges mehr haben. Ebenso entfallen jetzt für uns Einheimische komplizierte Wegbeschreibungen gegenüber ortsfremden Cineasten: "Wo geht's denn hier zum Kino?" - "Immer den Strahlern nach!". Selbst per Privathubschrauber aus der Region anreisende Kinobesucher finden nun ohne Umwege zum Ziel. Leider ist als Nebeneffekt des vorbildhaften Ahauser Kino-Verkehrsleitsystems die Stromrechnung des Betreibers stark angestiegen. Als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Ausgleichsmaßnahme würde sich hier die flächendeckende Installation von Solaranlagen im Einfallsbereich der Scheinwerfer anbieten. Alternative und regenerative Energien hätten sich somit zumindest über Nacht im Münsterland fest etabliert.
gleiche Rubrik im vorherigen blickpunkt.
gleiche Rubrik im nächsten blickpunkt.
Herausgeber: Unabhängige Wählergruppe Ahaus
e.V., Schmalenstrothstr. 23, 48683 Ahaus
Verantwortlich: Dieter Homann
Redaktion: Andreas Bäumer, Ulf Kemper, Frank Kirchhoff, Jens Liebermann, Jörg
Mühlenhoff
Karikaturen: Hilmar Lange
Layout: Jörg Mühlenhoff
Fotos: Siggi Stange, Dieter Homann
Gedruckt auf 100% umweltfreundlichem Recyclingpapier
Spendenkonto: Volksbank Ahaus - KontoNr. 608 205 100
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