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Guten Tag,
aber auch "Auf Wiedersehen" sagen wir, Otger Busche und Béla Lainck-Kuse als
Ratsmitglieder der UWG. Der Grund: Béla (21), vor drei Jahren jüngstes Ratsmitglied in
NRW aus den Reihen der UWGjugend, muß sein Mandat jetzt aufgrund seines Studiums in
Oldenburg aufgeben, Otger Busche rückt dafür in den Rat nach.
Béla Lainck-Kuse
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![]() Otger Busche UWG-Schriftführer, Vorstands- und Ratsmitglied ab 1997 Südstr. 37, Ahaus 44 Jahre verheiratet, 2 Kinder selbst. Tankstellen-Kaufmann seit 1989 Mitglied im Umweltausschuß
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Viel Spaß beim Lesen
Béla Lainck-Kuse Otger Busche
4 Fragen an... Béla Lainck-Kuse, jüngstes Ratsmitglied in NRW
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Gorleben war in den vergangenen Tagen Ziel eines Transportes von Castorbehältern mit hochradioaktivem Inhalt. Zeitgleich hätte der Zug auch in das baugleiche Zwillings"zwischen"lager Ahaus gehen können. Atomkraftgegner aus dem ganzen Münsterland protestierten deshalb in der Ahauser Innenstadt mit einem symbolischen Castortransport. Ein weiteres Symbol des Widerstandes ist seit 20 Jahren das Maifest der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" am 1. Mai. Zuvor wird am 30. April mit einem "Rock gegen Atommüll"-Konzert die Mahnwache der UWGjugend (bis Sonntag, 04. Mai) auf der Wiese vor dem BZA eröffnet.
Tag X4 im nächsten blickpunkt.
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Multimedia-Einstieg oder bloß
"lange Leitung"?
Kommunen, Unternehmen und Stromgigant VEW
planen eigenes Telekommunikationsnetz für den Kreis Borken
Ahaus/Borken. Als Wachstumsmarkt der Zukunft boomt zur Zeit die Telekommuniksationsbranche, nicht erst nach dem Börsengang der Deutschen Telekom AG im November. In den Ballungszentren hat das Multimediazeitalter längst begonnen, womit Internet, digitales Telefonieren sowie andere neue Informations- und Datenaustauschtechniken in aller Munde (und Ohren) sind.
Währenddessen nutzen im Westmünsterland, das zugegebenermaßen noch nie das "Silicon Valley" Westfalens war, erst zehn Prozent aller Unternehmen intensiv die Möglichkeiten moderner Telekom-munikation. Dies besagt eine aktuelle Umfrage der Kreisverwaltung Borken. Gerade aber in einer strukturschwachen ländlichen Grenzregion mit veralteten und leistungsschwachen Telekommunikationsnetzen wie im Kreis Borken sollte der Anschluß an die "Datenautobahn" nicht verpaßt werden. Befürchtet man doch in Wirtschaft und Behörden nach dem endgültigen Fall des Monopols der Deutschen Telekom AG am 1. Januar 1998 eine Konzentration des Wettbewerbes der verschiedenen neuen Anbieter auf die Großstädte, wo damit gleichzeitig auch die Preise sinken und die Leistungen vervielfältigt und verbessert würden. Unternehmen im Westmünsterland könnten dagegen ins Abseits geraten und auf die hohen oder dann sogar noch gestiegenen Tarife der Deutschen Telekom AG als einzigem verfügbaren Anbieter angewiesen sein - ein eindeutiger Standortnachteil.
Koordinierung vereinbart
Um dieser möglichen Entwicklung rechtzeitig entgegenzutreten, gründeten im Dezember letzten Jahres die Kommunen des Kreises Borken, die Sparkassen, sowie drei private Unternehmen zusammen mit der Tochter des Energiemultis VEW, der Dortmunder Firma "TelNet", eine "Koordinierungsstelle Telekommunikation". Deren Aufgabe soll es 1997 zunächst sein, die Möglichkeiten und Aussichten eines dann für 1998 geplanten Einstiegs in das Telekommunikationsgeschäft mit einem eigenen Netz zu prüfen, wofür die beteiligten Kommunen, Sparkassen, Stadtwerke und die VEW-Tochter "TelNet" insgesamt 600.000 DM zur Verfügung stellen. Beim Knüpfen des geplanten neuen Netzes zur Text-, Sprach- und Bildübermittlung sollen dann u.a. das sich bereits im Ausbau befindliche eigene VEW-Netz mit bestehenden Datenübertragungsleitungen wie es sie schon vereinzelt bei der Kreissparkasse und den Stadtwerken gibt, verknüpft werden. VEW-"TelNet"-Sprecher Hans Winkelmann erwartet aber, daß auch in Zukunft noch 70% bis 80% der Telekommunikationsdienste von der Deutschen Telekom AG geleistet werden.
Rechtlich problematisch
Fraglich ist jedoch, ob hier nicht die Städte und Gemeinden von der VEW zwecks Stärkung ihres eigenen neuen Telekommunikationsunternehmens mehr oder weniger über den Tisch gezogen werden könnten, da es den Kommunen laut Erlaß des NRW-Innenministers nicht erlaubt ist, Dienstleistungen anzubieten und in Konkurrenz zu privaten Anbietern zu treten. Bei der Abstimmung im Stadtrat über die Zahlung des Ahauser Anteils von über 15.000 DM beantragte UWG-Fraktionsvorsitzender Manfred Lück deshalb, zunächst diese juristischen Unklarheiten zu lösen. Oberkreisdirektor Pingel dagegen ist sich sicher, dieses Problem durch die Gründung einer Telekommunikationsgesellschaft für den Kreis Borken umgehen zu können.
VEW selbst noch Monopolist
Nach der Aufhebung des Telekommunikationsmonopols fördert der großangelegte Einstieg des Energiegiganten VEW, der selbst noch vom Strommonopol profitiert, zweifellos aber wohl kaum dezentralisierte Strukturen in dieser Wachstumsbranche. Vielmehr deutet sich an, daß die Großkonzerne nun auch den Telekommunikationsmarkt unter sich aufteilen, was auch nicht gerade zu einer Ansiedlung zukunftsorientierter mittelständischer Kommunikationsunternehmen in ländlichen Regionen wie dem Kreis Borken beitragen dürfte. Zieht man bei der Aufhebung des Telekom-Netzmonopols Parallelen zum Energiesektor, erscheint es interessant, auch hier über ein Ende des Stromnetzmonopols nachzudenken, das noch auf einem NS-Gesetz aus den 30er Jahren basiert, von den sich dann eröffnenden Möglichkeiten für alternative Energien ganz zu schweigen. Ob es im Westmünsterland weiterhin bei der "langen Leitung" mit teuren Tarifen bleibt oder wirklich ein unabhängiges und effizientes lokales Alternativ-Netz unter Mitwirkung des Strommonopolisten VEW geben kann, wird man dann möglicherweise 1998 feststellen - auf der Telefonrechnung... Ruf doch mal an!
...zur VEW (mit wunderschönen Luftaufnahmen von Atomkraftwerken...)
Mit der Maus ins Meldeamt? - Das virtuelle Rathaus...
"Die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert sind, wächst."
Rudolf Augstein (*1923), Journalist, Herausgeber des "Spiegel"
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randnotizen.
Kreuzworträtsel, Jugendhilfeausschuß,
Delegiertentreffen,
Gewalt gegen
Frauen
Einen verdienten 3:0-Sieg des FC Schalke 04 im ersten UEFA-Cup-Spiel gegen Roda Kerkrade sah A. Dannenbaum aus Wüllen. Sie hatte den ersten Preis im letzten Preisrätsel des blickpunkt. gewonnen. Über handsignierte Plakate, Telefonkarten bzw. ein Buch von Otmar Alt konnten sich A. Eberl aus Essen, B. Tenbeitel aus Ahaus und G. Buning aus Wüllen freuen. Der Eisgutschein ging zu M. Isfording nach Ottenstein. Die blickpunkt.-Redaktion gratuliert allen Gewinnern und wünscht allen Rätselfreunden bei der neuen Herausforderung auf Seite 4 viel Erfolg!
Aktiv Jugendpolitik mitgestaltet haben seit den letzten Kommunalwahlen Peter Voss und Béla Lainck-Kuse als Vertreter der UWG im städtischen Jugendhilfeausschuß. Die beiden hatten sich als bereits zuvor in der offenen und kirchlichen Jugendarbeit engagierte Schüler aus den Reihen der UWGjugend vor drei Jahren zur Mitarbeit in diesem Gremium bereiterklärt. Ihr vor kurzem dort gestellter Antrag zur Einrichtung eines Jugendparlamentes als Ergänzung der sporadischen Jugendkonferenzen wurden jedoch von der absoluten CDU-Mehrheit abgelehnt. Peter Voss und Béla Lainck-Kuse scheiden jetzt wegen der Aufnahme eines Studiums und dem damit verbundenen Wechsel des Wohnortes aus dem Jugendhilfeausschuß aus. Nachrücken werden nun Frank Kirchhoff und Jörg Mühlenhoff.
Der Widerstand gegen Castortransporte ins Ahauser Atommüllager wird nun lokal und landesweit enger verknüpft. Bereits seit einiger Zeit tagt ein Delegiertentreffen zur zentralen Koordinierung der bevorstehenden Castorblockade. Dieses schafft notwendige Strukturen vor Ort. Auch das Bündnis "Widerstand im Münsterland", von Jugendlichen aus NRW gegründet, arbeitet konstruktiv gegen das Atommüllager. Die UWGjugend engagiert sich tatkräftig in beiden Projekten.
Seit Jahren forderte die Unabhängige Wählergruppe Ahaus eine finanzielle Unterstützung der Frauenschutzwohnung, doch seit Jahren stieß die UWG mit diesem Anliegen bei der CDU auf taube Ohren (siehe auch letzter blickpunkt.). Um nun aber die Zustimmung der SPD zum Haushaltsplan zu erheischen, machte die CDU plötzlich eine erstaunliche Kehrtwendung: Ab 1997 soll es der Initiative "Gewalt gegen Frauen" sowie dem Sozialdienst kath. Frauen (SKF) möglich werden, bei der Stadt Ahaus Mittel für ihre Arbeit zu beantragen. Wieder einmal hat die UWG damit eines ihrer Ziele erreicht, wenn auch auf dem Umweg einer "großen Koalition" von SPD und CDU. Das dürfte den betroffenen Frauen jedoch ziemlich egal sein.
Frauenberatungsstelle im vorherigen blickpunkt.
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Frisch und lecker
am Sonntag
Umfrage zum neuen Ladenschlußgesetz
Karikatur
Ahaus. Dank des neuen, nicht ganz unumstrittenen Ladenschlußgesetzes ist es auch in Ahaus und Ortsteilen möglich, am Sonntagmorgen mit frischen Brötchen in den Tag zu starten. Das Sonntagsbackverbot ist aufgehoben und nach Anfrage der Redaktion sind die meisten Bäckereien in Ahaus und Ortsteilen weitgehend zufrieden mit dem Kundenaufkommen, wenn auch einige Betriebe noch den Sommer abwarten wollen, um dann endgültig über die Beibehaltung zu entscheiden.
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führten Befragung von 1300 Bäckern über ihre Öffnungsabsichten mit einer vom Emnid-Institut durchgeführten Befragung von rund 1000 Verbrauchern nach ihren voraussichtlichen Einkaufsgwohnheiten zeigt deutlich: Zwischen Bäckern und Verbrauchern besteht noch erheblicher Abstimmungsbedarf.
Demnach sind 68 Prozent der Bäcker bereit, werktags ihre Geschäfte morgens zwischen 5.30 und 6.30 Uhr zu öffnen. Abends zwischen 18.30 und 20 Uhr sinkt die Bereitschaft auf 52 Prozent. Rund die Hälfte der Befragten ist samstags bis 16 Uhr und 54 Prozent sonntags zwischen 8 und 11 Uhr bereit, Brötchen zu verkaufen.
Die Verbraucher setzen da andere zeitliche Prioritäten: Nicht in den frühen Morgenstunden, sondern am Sonntagvormittag müssen die Bäcker mit dem größten Ansturm rechnen. Immerhin würden rund 24 Prozent der befragten Verbraucher regelmäßig und 20,5 Prozent "hin und wieder" in dieser Zeit beim Bäcker frische Brötchen fürs Frühstück kaufen. Danach folgen in der Beliebtheits-Skala die Samstagnachmittage sowie die Werktag-Abende. Die zusätzlichen Einkaufszeiten werktags in der Frühe, die von den Bäckern favorisiert werden, bilden in der Verbrauchergunst jedoch eindeutig das Schlußlicht.
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umweltpunkt.
Verbrauer sind gefragt
Als ein unverzichtbares Instrument, um Müllberge einzudämmen und als einen Schritt aus der Einweg- und Wegwerfgesellschaft wertet der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland die seit 1994 gegebene Möglichkeit, Verpackungssteuern in Kommunen zu erheben. Zahlreiche Städte, u.a. Coesfeld und Münster, nahmen Anträge an, um über die Steuer für ökologische Erneuerung einzutreten. Gemäß der Steuer sollen auf Einwegbestecke, -verpackungen und -getränke Abgaben erhoben werden, wenn diese zum Verzehr von Speisen und Getränken an Ort und Stelle verkauft werden.
Ein Antrag der UWGjugend, eine solche Verpackungssteuer in Ahaus einzuführen, wurde im Umweltausschuß von der CDU-Mehrheit abgelehnt. Angeblich würden die Ausgaben für die Einrichtung der Steuer die Einnahmen übertreffen. Ahaus wäre damit für ein Verpackunsgssteuermodell zu klein, denn rechtlich gilt, daß ohne möglichen Profit eine solche Initiative abgelehnt werden muß. Aus umweltpolitischer Sicht ist diese Regelung enttäuschend, da durch die Steuer als ordnungspolitisches Element z.B. Imbißbesitzer langfristig dazu gebracht worden wären, umweltfreundliche Mehrwegverpackungen zu verwenden. Zu einer möglichen Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit über die Stadtgrenzen hinaus ist man im Rathaus offensichtlich nicht bereit. Bürger und Bürgerinnen könnten jetzt als Verbrauer zumindest individuell durch ihr Konsumverhalten jene Anbieter beeinflußen, die noch immer zu den Vertretern der Ex- und Hopp-Gesellschaft zählen.
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5 Fragen an...
Landesbauminister Dr. Michael Vesper, Bündnis
'90/Die Grünen

Dr. Michael Vesper
seit 1995 stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Bauen und Wohnen des
Landes Nordrhein-Westfalen, Vorstandsmitglied Bündnis '90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen
Während die Grünen in der rot-grünen Koalitionsvereinbarung 1995 noch versicherten, "nur" Atommüll aus NRW im BZA einlagern lassen zu wollen, sind sie mittlerweile wegen der trotzdem erfolgten Kapazitätserhöhung in die Kritik geraten.
blickpunkt.: Was bringt die rot-grüne Koalition in Sachen Atompolitik für Ahaus?
Wir Bündnisgrünen bemühen uns mit Nachdruck darum, öffentlich und nichtöffentlich, den Koalitionsvertrag umzusetzen. Die Fraktion hat durch ihre auswärtige Sitzung in Ahaus ihre Solidarität offenkundig gemacht. Dies ist von den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiativen auch so verstanden worden.
Die Landesregierung, also Sie, sagen, daß "nur" NRW-Atommüll in Ahaus eingelagert werden soll. Hinsichtlich der letzten Äußerungen des Bundes (Angela Merkel) scheint dahinter aber wohl nicht mehr als eine "ausgeschmückte" Willensäußerung zu stecken?
Die Landesregierung wird alles tun, damit sich Frau Merkel nicht durchsetzt. Atommüll aus anderen Bundesländern darf nicht nach Ahaus kommen. Sie wissen aber wie ich, daß die bestehenden Gesetze uns auf Landesebene enge Fesseln anlegen. Unserem politischen Willen sind leider immer wieder auch durch Gesetze und die Bundesregierung Grenzen gesetzt. Vieles wäre einfacher, wenn es auch auf der Bundesebene Rot-Grün gäbe.
Die Grünen kommen aus der Anti-Atomkraft-Bewegung. Jetzt sind sie in der NRW-Landesregierung und von den Zielen bleiben nur noch halbstarke Kompromisse übrig. Die Bürgerinitiativen sind sauer.
Wir können als Mitglieder einer Landesregierung doch nicht für die Handlungen des Bundes verantwortlich gemacht werden. Unsere Haltung ist klar: Wir lehnen Atomtransporte durch Nordrhein-Westfalen grundsätzlich ab. Und die Landtagsfraktion hat beschlossen: Sollten Bundesregierung und Atomindustrie die Transporte trotzdem durchsetzen wollen, werden sie den friedlichen Protest und die gewaltfreien Blockadeaktionen unterstützen.
Wollen Sie die Koalition mit der SPD auf Landesebene um jeden Preis?
Nein. Mit polemischen Fragen ist niemandem gedient, schon gar nicht der Anti-Atomkraft-Bewegung.
Wird Ahaus denn ein Opfer des Modells "rot-grüne Koalition startklar für Bonn"?
Dazu habe ich nun wirklich alles gesagt. Aber ich wiederhole mich gern. Bei den Koalitionsparteien in Nordrhein-Westfalen besteht Einigkeit darüber, daß die Einlagerung des Atommülls abgelehnt wird. Atomrecht ist Bundesrecht - deshalb sollte auch allen daran gelegen sein, daß sich 1998 Rot-Grün auf Bundesebene durchsetzt. Die Atomkraftlobby sitzt in Bonn, nicht in Düsseldorf.
Vielen Dank für das Interview!
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UWGjugend will
sich querlegen
Ulf Kemper und Sebastian Helling als
Sprecher bestätigt
![]() Der neue Vorstand der UWGjugend Ahaus: Frank Kirchhoff (Kassenwart), Ulf Kemper (Vorsitzender), Andreas Bäumer (Pressewart) und querliegend Sebastian Helling (stellvertetender Vorsitzender). |
Ahaus. Auch
1997 wird die UWGjugend ein kommunalpolitischer Querschläger in Ahaus sein. Dessen waren
sich die TeilnehmerInnen der letzten Jahreshauptversammlung sicher, die Ulf Kemper und
Sebastian Helling als Vereinsvorsitzende einstimmig bestätigten. Kassenwart bleibt Frank
Kirchhoff. Als Pressewart löst Andreas Bäumer jetzt Astrid Kirschner ab. Die über 40
Mitglieder der seit 1993 bestehenden Gruppe sorgten im vergangenen Jahr mit zahlreichen
Aktionen für Bewegung zwischen Ahauser Filz und Phantasielosigkeit. Mit ihrer Mahnwache
vor dem BZA im März bekräftigten die Jugendlichen ein weiteres Mal ihre Forderung nach
dem sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie als Hauptanliegen ihres
unabhängig-alternativen Engagements. Ewa 200 junge Leute protestierten während des
Fackelzuges der UWGjugend ums BZA gegen die verfehlte Energiepolitik von Bund und Land.
Desweiteren arbeitete die UWGjugend tatkräftig mit bei der Planung und Duchführung des
bundesweiten Aktionstages zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe mit über 3000
Teilnehmern. Unabhängig-alternativen Widerstand gegen die geplante Erweiterung des Ahauser Atommüllagers wird es auch in diesem Frühjahr wieder vom 30. April bis 4. Mai bei einer neuen Auflage der Mahnwache geben, zeitgleich mit dem 20. Maifest der BI "Kein Atommüll in Ahaus". Die Zelte können dann wieder zum Anti-Atomkraft-Camping auf der Wiese vor dem BZA aufgeschlagen werden. "Wir legen uns quer", so Ulf Kemper zu den Plänen der UWGjugend, sollten darüberhinaus weitere Castor-Transporte ins Westmünsterland rollen. Schülern und Jugendlichen wollte die UWGjugend im vergangenen Jahr in Ahaus durch ein Jugendparlament ein echtes Mitspracherecht bei kommunalpolitischen Entscheidungen geben. UWGjugend-Ratsmitglied Béla Lainck-Kuse hatte das Konzept als Ergänzung der sporadischen "Sach-Wat"-Konferenzen eingebracht. Der Antrag wurde jedoch von der absoluten CDU-Mehrheit im Jugendhilfeausschuß abgelehnt; ebenso wie ein Antrag zur Verpackungssteuer im Umweltausschuß. Mit einer großangelegten Umfrageaktion, die zur Zeit noch im Jugendkulturcafé Logo ausliegt, will die UWGjugend trotzdem weiter versuchen, die Anliegen Ahauser Jugendlicher auszuloten und in dieser Angelegenheit am Ball zu bleiben. Neugierig geworden? Einfach mal vorbeikommen bei der Mahnwache der UWGjugend vom 30. April bis zum 4. Mai auf der grünen Wiese direkt vorm BZA. Zum Auftakt gibt es eine weitere Ausgabe der Rock gegen Atommüll-Konzerte mit sechs Bands aus dem Münsterland. Oder reinschauen bei den nächsten Treffen im Ahauser Haus der Jugend (altes HOT) an der van-Delden-Straße am 17. oder 31. März, 14. oder 28. April, jeweils montags um 19.30 Uhr. Das UWG jugend-Infofon: 02561 963074. |
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Mit
der Maus ins Meldeamt - das virtuelle Rathaus
Die Investition Internetanschluß für
Stadtverwaltung, Firmen und Vereine
Karikatur
Ahaus. Per Mausklick können sich inzwischen Bürgerinnen und Bürger von über 100 Städten und Gemeinden in Deutschland an ihre Kommune wenden, Infos abfragen, diskutieren, oder einfach einen Blick auf die aktuellsten Veranstaltungen werfen. Neben der schnellen Bearbeitung von elektronischer Post (e-Mail) steht hier vor allem die größere Bürgernähe auf dem Programm. In diesen virtuellen Rathäusern kann man Anmeldungen beim Einwohnermeldeamt vornehmen, sich Gewerbegebiete schon einmal vor Augen führen oder, wie vor kurzem in Münster, schon vorab sich über Bürgerentscheide austauschen.
An Ahaus fährt der Zug des Datenhighways bisher nahezu vorbei. Da ist nicht Zögern und Abwarten gefragt, denn die neuen Kommunikationstechnologien sind der Weg in die Zukunft. Vor allem die regionale Föderung gilt es auszuweiten. Kein Wunder, daß die Herren in den Fluren der hiesigen Rathäuser bei Begriffen wie "In-Box" oder "Browser" vielleicht zurückschrecken mögen. Da muß wohl eher die Tatsache überzeugen, daß das Internet auch eine ideale Möglichkeit bietet, die Stadt zu präsentieren, so daß man von einer Startseite aus, der "Home-page", auf Verzweigungen von Stadtverwaltung, Wirtschaft und Nachrichten bis zur Touristik gelangen kann. Begriffe wie "Fahrrad", "Schloß" und "Wochenend-Urlaub" könnten bei Internet-Suchmaschinen hinterlegt werden. Fragt jetzt jemand einen dieser Begriffe ab, wird er automatisch nach Ahaus geführt. Basiswissen aus Geschichte und Gegenwart von Ahaus könnte dann dort auch seinen Platz haben, gleich neben z.B. einer Schülerzeitung. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Unternehmen. So hat sich etwa unbeachtet von der lokalen Öffentlichkeit die Ahauser Softwarefirma "Tobit" national und international einen Namen mit ihrem Kommunikationsserver "David" gemacht. Seit Anfang des Monats gibt es in Ahaus einen Internet-Dienstleister ("Provider"), über den man sich überhaupt erst in das Internet einwählen kann, und das vor allem kostengünstig. Dieser Provider könnte dann auch dafür sorgen, daß jeder Verein, jede Partei und jede Firma ihre persönliche Seite im Internet bekommt. In anderen Städten schließen sich beispielsweise gemeinnützige Bürgernetzvereine, Stadtwerke und Firmen zusammen, um den Weg in die Welt des neuen Medius für alle zu ermöglichen. Potentiale vor Ort müssen gefördert und koordiniert werden, das ist nicht nur eine Frage des Stadtmarketings.
Als Schnuppermöglichkeit wäre ein Internet-Café denkbar, wie es bereits im vergangenen Jahr kurzzeitig eingerichtet war. Dabei sollen Interessenten die neuen Dienste ausprobieren und Informationen bekommen, wie sie ihren Rechner ans Internet anschließen können. Wann fällt also der Internet-Startschuß für Ahaus?
(Nun ja, sein wir heute, 1999, mal ehrlich, die Stadt Ahaus ist mittlerweile im Netz vertreten... - wie die Zeit vergeht...)
...Multimedia-Einstieg im Kreis Borken?
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musikpunkt.
"Cosmic Degree": die erste CD
Seattle, die Wiege des amerikanischen Grunge-Rock, liegt zwar noch einige Kilometer entfernt und auch Kultfigur Kurt Cobain ("Nirvana") weilt schon lange nicht mehr unter den Lebenden, trotzdem ist "Grunge", jener mal melancholisch, mal brachial-lärmende Musikstil ebensowenig totzukriegen wie "Cosmic Degree" aus Wüllen, die zum festen Kern der Ahauser Musikerinitiative MIA gehören. Ein lebendiges Zeugnis ihrer druckvollen und ehrlichen Musik ist somit auch die erste CD-Veröffentlichung mit dem Titel "First Degree". Sänger Frank Hilbert, die Gitarristen Marc und Mario Dönnebrink sowie Schlagzeuger Boris Korthoff begeisterten mit kosmischen Klängen zuletzt u.a. auf dem "Rock gegen Atommüll"-Konzert während der Tschernobyl-Woche '96. Am 19. April sind sie Top-Act beim "Rock für Rosario" im Ahauser Jugenheim St. Josef.
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Die nächsten, inzwischen traditionellen Sonntagsspaziergänge
um das BZA finden am Sonntag, 16. März und am 20. April statt. Treffpunkt ist jeweils um
14 Uhr an der Gaststätte "Jägerhaus" in Ammeln. Einen Infostand anläßlich
des 11. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe bietet die UWGjugend am Samstag, 26. April
ab 10 Uhr in der Ahauser Fußgängerzone. Sechs Bands aus der gesamten Region treten am
Mittwoch, 30. April ab 20 Uhr beim "Rock gegen Atommüll" auf zur Eröffnung der
UWGjugend-Mahnwache (bis Sonntag, 4. Mai) auf der Wiese vor dem BZA. Jedermann und -frau
ist dann zum Zelten eingeladen. Die Fackelzugdemo ums BZA startet am Freitag, 2. Mai um 20
Uhr. Ein vielfältiges Programm vom Kinderfest über eine Fotoausstellung bis zur großen
Tombola bietet das 20. Maifest der BI "Kein Atommüll in Ahaus" am Donnerstag,
1. Mai ab 10 Uhr am Atommüllager. Also: Auf nach Ammeln!
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Angela Merkel auch für Plutonium-Einlagerung im BZA
Kalkar-Brennstäbe sollen nach Ahaus
![]() Strahlt schon genauso wie die Castorbehälter, die sie am liebsten nach Ahaus schicken will: Bundesumwelt- ministerin Angela Merkel (CDU). |
Ahaus. In
einer Resolution hat sich der Vorstand der UWG sowohl bei Ministerpräsident Johannes Rau
(SPD) als auch bei Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) vehement gegen die Lagerung
plutoniumhaltiger Brennstäbe aus Kalkar im BZA ausgesprochen. Dabei berief sich die UWG
u.a. auf Aussagen des Nuclear Control Institute (NCI), Washington D.C., wonach diese
Pläne unakzeptabel sind, da die Vorkehrungen zum physischen Schutz für
atomwaffenfähiges Material wie den Kalkar MOX-Brennstoff in Ahaus nicht ausreichend
seien. In seinem Antwortschreiben an die UWG hat Ministerpräsident Rau betont, daß es
"keinen vernünftigen Grund gibt, warum die Brüter-Brennelemente, die zur Zeit
sicher in Hanau untergebracht sind, nach Ahaus gebracht werden sollen." Nicht so Angela Merkel: Läßt sie auch sonst keine Gelegenheit aus, zu betonen, daß sie die Lagerung dieser plutoniumhaltigen Brennstäbe in Ahaus befürwortet, ließ sie diese Absicht auch im Antwortschreiben an die UWG durchblicken: So teilt sie mit, daß sie es nicht "für ein Drama halte, wenn man diese in Ahaus lagere", auch merkt sie an, daß es "erheblich kostengünstiger wäre" und schließlich spreche das "Verursacherprinzip (Kalkar-NRW-Ahaus) für Ahaus". Im Klartext: In Zeiten knapper Finanzen kann Frau Merkel auf die Sicherheit der Ahauser Bevölkerung keine Rücksicht nehmen! Unterdessen forderte der Greenpeace-Atomenergie-Experte Helmut Hirsch die Bundesumweltministerin auf, die Genehmigung für Castor-Transporte zu widerrufen. Nach Untersuchungen eines unabhängigen Hannoveraner Gutachterbüros sind Tests nur mit verkleinerten Modellen vorgenommen worden. "Kein Castor vom Typ V/19 hat jemals ein Testgelände gesehen", kritisierte Hirsch. Auch Gutachter Wolfgang Neumann betonte, daß durch bloße Simulationen und Berechnungen die Anforderungen der Internationalen Atomenergie-Behörde nicht erfüllt würden. Am 4. Februar war an der deutsch-französischen Grenze ein Zug mit 180 Tonnen abgebrannten Brennelementen aus Lingen entgleist. |
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Betrachtungen
von Franz Fietse
Die Radfahrsaison beginnt!
Nun ist es bald wieder soweit. Mit dem beginnenden Frühling erwacht auch wieder die Lust auf "Pättkestouren" durch unsere schöne, flache Heimat. So mancheR nimmt dann seinen/ihren Weg zur Arbeit, zur Schule oder nur zum Einkauf in die Stadt wieder mit dem Rad. Doch halt, mußte ich mein Rad im letzten Jahr nicht mehrmals wegen eines "Platten" schieben? Ja, und da hört es dann auf mit der Lust am Radfahren. Die Radwege in und um unsere Stadt gleichen oftmals wilden Müllkippen. Überall Blechdosen und zersplitterte Glasflaschen, aus Autofenstern geworfen oder von angetrunkenen Mitradfahrern achtlos oder absichtlich in schöner Regelmäßigkeit auf den Radwegen verstreut. Die Strecke Wüllen-Ahaus oder Ahaus-Alstätte ist dann wochenlang, bis zur nächsten städtischen Reinigung nur im Slalom zu bewältigen. Besonders die Wege im Bereich der Aa-Umfllut sind ständig verdreckt.
Die Forderung, die Stadt solle öfter reinigen, klingt einfach, verursacht allerdings immense Kosten, die von jedermann und -frau durch Steuern beglichen werden müssen. Appelle an die Verursacher dürften wohl wenig fruchten, finden die meisten sich in der Rolle von Flaschenwerfern doch offensichtlich wohl. Hohe Strafgelder für die Täter, nein, sie werden ja doch nicht erwischt. Flaschenpfand von 2.- DM und mehr auf jede Flasche oder Dose wäre vielleicht die Lösung, da es dann die Verursacher direkt am Geldbeutel trifft. Diese grundlegende Entscheidung dürfte sich auf kommunaler Ebene jedoch zunächst recht schwierig gestalten. Wir wünschen also weiter fröhliche Slalomfahrt auf den Radwegen unserer Region. Denn eins dürfte klar sein: Scherben bringen auf der Fietse nun wirklich kein Glück!
weitere Betrachtungen von Franz Fietse
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kulturpunkt.
Neues Prunkstück für die Euregio-Kunstroute enthüllt
Foto
Die Stadt Ahaus ist um eine weitere Sehenswürdigkeit reicher. Im Rahmen der Erweiterung der grenzüberschreitenden Euregio-Kunstroute gelang es den Ahauser Stadtvätern erneut, ein bedeutendes Zeugnis zeitgenössischer Kunst zu erstehen. Die Skulptur "Castor" eines unbekannten Künstlers hat seit kurzem ihren würdigen Platz zwischen der Ev. Christuskirche und der Stadthalle gefunden, wo sie von Stadtdirektor Dr. Jünemann und Kämmerer Dr. Korte in feierlichem Rahmen enthüllt wurde (siehe Foto). Die etwa sechs Meter lange und zwei Meter hohe gelbe Plastik stammt aus den Beständen der Firma "Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA)" und wurde freundlicherweise von deren Geschäftsführung kostenlos zur Verfügung gestellt. Als ideale Ergänzung des nahegelegenen Kinderspielplatzes fügt sich die Skulptur "Castor" harmonisch in ihre Umgebung ein und vermittelt durch die von ihr ausgehende Strahlung gemütliche Wärme und Geborgenheit.
Leider beschädigten offensichtlich noch in der Nacht vor der Enthüllung einige unbelehrbare Atomkraftgegner und Kulturbanausen mit ihren Schmierereien ("Stoppt Castor") das Kunstwerk. Der Stifter dieses neuen Prunkstücks der Euregio-Kunstroute, die Firma BZA, versicherte, auch in Zukunft auf jeden Fall noch weitere Exemplare der Skulptur "Castor" nach Ahaus bringen zu wollen, um so einen ganzen Skulpturenpark (Arbeitstitel "Endlager") zu errichten.
mehr Castor im vorherigen blickpunkt.
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schlusspunkt.
(Christdemokraten und die Mündigkeit des Bürgers...)
"Ich bin mir sicher, daß von den 50 Bürgern 30 nicht wußten, was sie da unterschrieben haben!"
Johannes Wiefhoff, CDU-Ratsmitglied, in öffentlicher Ratssitzung zu einem Bürgerantrag von Anliegern der Straßen Möwenweg und Zeisigweg
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Herausgeber: Unabhängige Wählergruppe Ahaus
e.V., Schmalenstrothstr. 23, 48683 Ahaus
Verantwortlich: Dieter Homann
Redaktion: Annette Bruns-Schmeing, Sebastian Helling, Ulf Kemper, Frank
Kirchhoff, Arthur Laumann, Jens Liebermann, Jörg Mühlenhoff
Karikaturen: Hilmar Lange Layout: Jörg Mühlenhoff
Gedruckt auf 100% umweltfreundlichem Recyclingpapier
Spendenkonto: Volksbank Ahaus - Kto.-Nr. 608 205 100
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