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"War da nicht was...?" Ja, es war. Hier ein paar Schlaglichter aus fünfundzwanzig Jahren UWG in Ahaus.

1979
Februar: Gründungsaufruf für eine Unabhängige Wählergruppe in Ahaus. Die UWG erreicht bundesweites Aufsehen für ihren Einzug in den Stadtrat mit 25% der Stimmen und zehn Sitzen, die CDU behält knapp ihre absolute Mehrheit und sorgt so für freie Bahn für das geplante Atommüllager BEZ.
1980
Bürgerbefragungen der UWG zur Gestaltung der Ahauser Wohngebiete, die neugegründete UWGjugend macht Vorschläge zur Reform des HoT, es herrscht außerdem Raummangel für die Jugendarbeit in Ahaus, zahlreiche Aktionen, Demos und Veranstaltungen gegen das geplante Atommüllager
1981
Raummangel in der Jugendarbeit und Verkehrsberuhigung sind UWG-Themen
1982
kritische Begleitung der Innenstadtsanierung und des Bau des "Treffpunkt Ahaus"
1983
Die UWG fordert einen Erörterungstermin statt einer bloßen Anhörung zur baurechtlichen Genehmigung des BEZ mit gleichberechtigter Teilnahme atomkritischer Experten und VertreterInnen aus den Niederlanden. Wie erwartet wird die Baugenehmigung im Herbst erteilt, gegen die UWG, BI und Ammelner Landwirte unmittelbar Einspruch erheben und in den folgenden Jahren permanent durch alle Instanzen klagen.
1984
Vorschlag eines UWG-Arbeitskreises: Adenauerring soll Allee werden, heute ist er’s tatsächlich..., Baubeginn des Atommüllagers
1985

BEZ-Baustopp nach erfolgreicher Klage von Bauer Lenting bis 1988

Lange vor gelbem Sack und grünem Punkt sorgt das ökologische Abfallkonzept der UWG für überregionales Aufsehen. Mülltrennung in Ahaus erfolgreich eingeführt...

1986
Spontan-Demonstration auf der Zuschauertribüne des Ratsaales, der Fotograf der Lokalzeitung wird daraufhin vom Bürgermeister des Saales verwiesen, um nicht über das Vorkommnis berichten zu können. Kommentar von Walter Pfeifer, Chefredakteur der Ahauser Lokalredaktion: "Der Erste Bürger der Stadt Ahaus hat ein Stückchen Atomstaat praktiziert, auf den seine Mitbürger gerne verzichten."

UWG für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen statt Diätenerhöhungen für die Ahauser KommunalpolitikerInnen

Mit dem Antrag, die städtische Realschule "Anne-Frank-Realschule" zu taufen, kommt UWG-Ratsmitglied Marita Brinkmann-Theile nicht zu Wort, mit "Was soll das?" und "Wir brauchen keine Belehrungen" wird sie von CDU- und SPD-Ratsherren niedergeschrien.

1987
UWG, BI und Ammelner Landwirte klagen gegen die atomrechtliche Genehmigung des BEZ

Umwelttage der UWG, Unterstützung der Selbsthilfegruppe "Gewalt gegen Frauen" und einer Initiative für eine brasilianische Partnergemeinde für Ahaus, Aktionen gegen Tiefflüge

1988
Die UWG setzt sich für ein Frauenhaus und bei Aktionen gegen Tiefflüge ein. Die geplante Sondermülldeponie stößt auf Ablehnung in Alstätte und erregt selbst die CDU, die eine Alstätter Bürgerinitiative gründet. Ein UWG-Antrag gegen die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung für’s Atommüllager lehnt die CDU ab, um gleich darauf den Widerstand gegen die Sondermülldeponie damit zu begründen, daß man mit der gezwungenen gesamtstaatlicher Verantwortung für die Belastung durch das Atommüllager schon genug belastet sein...

Uneingeschränkte Mitbestimmung und echte kommunale Selbstverwaltung stehen im Mittelpunkt eines neuen UWG-Programmes.

UWG-Studienfahrt nach Amsterdam

1989
Bundesverteidigungsminister Scholz (CDU) zu Anfragen der UWG in Sachen Tiefflüge: Tieffluglärm ist für die Gesundheit ungefährlich und die Debatte wird zu emotional geführt.
1990
3000 Einsprüche gegen die Einlagerung von Kugelbrennelementen aus dem THTR Hamm-Uentrop in Ahaus, Erörterungstermin, die UWG boykottiert eine erneut von der BZA gesponsorte nukleare Kaffefahrt zur Besichtigung des Gorlebener Zwillingslagers
1991
400 Menschen bei einer internationalen Menschenkette um das Atommüllager als Protest gegen die geplante Inbetriebnahme
1992
Beginn der Einlagerung von Atommüll aus dem Reaktor Hamm-Uentrop, die beginnende Transportserie wird vereinzelt, aber immer wieder blockiert und behindert
1993
Fast 1000 Menschen beim Rock gegen Atommüll von UWG und Bürgerinitiative


Die BZA-Betreiber wollen eine zweite Lagerhalle bauen und ihre Kapazitäten ca. verdreifachen. Der Antrag soll in einer Ratssitzung im März umgehend verabschiedet werden. Nach einer Demonstration vor der entscheidenden Ratssitzung stürmen 300 AhauserInnen unter dem Ruf "Wir sind sind das Volk - Wir wollen rein!" ihr Rathaus. Der vollständige Ausverkauf der Stadt an die Atomindustrie wird auf eine Ratssitzung im Juni vertagt, inzwischen handeln Stadt und BZA den "Judaslohn" von  160 Mio. DM "Strukturhilfezahlungen" für die Erweiterung aus.

Begleitet von einer Demonstration von 1000 Menschen wird mit der Mehrheit von CDU und SPD die BZA-Erweiterung und der 160 Mio. DM-Vertrag angenommen.

Auf Anregung der UWG führt das Jugendamt eine Situationsanalyse "Jugend und Jugendarbeit in Ahaus" durch, die in den kommenden Jahren Grundlage der Ahauser Jugendpolitik wird und zur Realisierung des geforderten Jugend- und Kulturcafés "Logo" im Ahauser Bahnhof führt.
1994
Rock gegen Atommüll u.a. mit den Kleinen Mäxen

zwei Störfälle im Atommüllager

Das Jugend- und Kulturcafé "Logo" wird eingeweiht

Bei den Kommunalwahlen kann die CDU nur knapp ihre absolute Mehrheit verteidigen. Die UWG legt als einzige Liste über 4% zu.

Beginn der monatlichen Sonntagsspaziergänge am Atommüllager, mit den ersten willkürlichen Festnahmen beginnt auch die Kriminalisierung der TeilnehmerInnen
1995
Im Schatten des ersten Tag X im Wendland kommt in Ahaus unbehelligt der letzte Castor aus dem THTR Hamm-Uentrop an

Die UWGjugend läßt die Tradition der Mahnwachen am BZA wieder aufleben. Im April gibt es eine Aktionswoche.

Nach dem Motto "Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing" gibt die BZA-Betreibergesellschaft den Mitgliedern des Stadtrats eine weitere Kaffefahrt in die Schweiz aus. SPD und UWG bleiben lieber zuhause.


Stadtdirektor Jünemann (CDU) und Kämmerer und späterer Bürgermeister Korte (CDU) haben vieles erfolgreich nach Ahaus geholt
Ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erteilt die Stadt Ahaus die Baugenehmigung für die zweite Lagerhalle.

Nach den Erfolgen der Grünen bei den NRW-Landtagswahlen wird der Koalitionsvertrag von Ahauser AtomkraftgegnerInnen kritisiert, da er sich nicht gegen den Weiterbetrieb des Ahauser Atommüllagers und der Gronauer Urananreicherungsanlage richtet.
1996
Endlich: Die von der UWG lange geforderte kostendeckende Einspeisevergütung für Solarstrom kommt

Die absolute CDU-Mehrheit lehnt das von UWG und UWGjugend angeregte Jugendparlament ab.

Bundesweite Großdemo zum 10. Tschernobyl-Jahrestag in Ahaus mit ca. 4000 TeilnehmerInnen. Aktionswoche mit Konzerten, Straßenmalerei und mehreren Camps. Ein Großaufgebot von Polizei und BGS besetzt erstmals die Stadt. Landesumweltministerin Höhn wird auf der Abschlußkundgebung ausgepfiffen.
1997
Große Solikundgebung in Ahaus zum Tag X3 im Wendland als Auftakt für einen immer stärker werdenden Widerstand im Münsterland. Start der Aktion "Wir stellen uns quer" für eine Blockade des nächsten Castor-Transportes nach Ahaus, der unmittelbar nach den Protesten im Wendland angekündigt wird.

Bundesweite Mahnwache und Widerstandscamp der UWGjugend in Ammeln. 1500 Menschen blockieren am 01. Mai das Atommüllager. Ahauser VolXküche gründet sich.

Das gelbe X als Zeichen des Widerstands am Tag X hält Einzug in Ahauser Vorgärten und Fenster.

Der Pfarrgemeinderat von St. Marien Ahaus stimmt gegen die Nutzung der Atomenergie. Erstmals bildet sich breiter, kirchlich getragener Widerstand in Ahaus. Es folgen zahlreiche Unterstützungsaufrufe von kirchlichen Gruppen und Umweltverbänden.

"Gradwanderung" und Sommercamp in Ahaus auf der BI-Wiese, die "Cultur contra Castor"-Veranstaltungsreiche von UWG, UWGjugend und BI startet mit mehreren Kabarettabenden.

Erneuter Störfall im BZA.

Schwere Übergriffe der Polizei bei den Schienenaktionstagen im Herbst. Eine Castor Parade tourt mit Sambagruppen durch die Stadt und läßt die Schienen beben.
1998
Über 7000 Menschen beteiligen sich an den Sonntagsspaziergängen vor dem Tag X. Über 300 Trecker begleiten die Demos.

Castor-Transport erreicht unter Umgehung des Demonstrationsrechtes und massiver Polizeigewalt Ahaus. Aus Angst vor einem noch umfassenderen Widerstand lassen Innenministerium und Betreiber den Transporttermin trotz anderslautender Ankündigungen auf den 20. März vorverlegen.

Zwei Monate nach dem Transport besucht Angela Merkel Ahaus und wird mit Protesten und faulem Obst empfangen. Sie weiß zu diesem Zeitpunkt bereits von den massiven Überschreitungen der Grenzwerte bei Castortransporten, stellt trotzdem aber alles als sicher und rechtens hin.

Erst mehrere Monate nach der Einlagerung bemerken Mitarbeiter des BZA die Kontaminationen an einem Behälter. Monate später stellt sich heraus, daß alle im März einglagerten Behälter um 75% über den erlaubten Grenzwerten strahlten.

Die Kriminalisierungswelle gegen TeilnehmerInnen der Demonstrationen rund um den Tag X läuft weiter, während kein Verantwortlicher für die überschrittenen Grenzwerte herangezogen wird.
1999

 

 

 

 

 

 

 

update
08.11.2009

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