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UWG-Position, 31. Januar 2001

Stellungnahme zum Brennelemente-Zwischenlager und Castor-Transporten
Blick über den Ahauser Kirchturm

von Dieter Homann, UWG-Fraktionsvorsitzender

Die Fraktion der Unabhängigen Wählergruppe Ahaus begrüßt ausdrücklich die Anweisung des Bundesumweltministers Trittin zum Verzicht auf den für März 2001 geplanten Castor-Transport aus Neckarwestheim in das BZA Ahaus. Damit ist ein vorläufiger Schlußstrich unter das vom Wahlkampf geprägte Gezerre und Machtdemonstration zwischen Bundesregierung sowie den betroffenen Landesregierungen gezogen.

Sowohl aufgrund erheblicher Bedenken zur Sicherheit dieser Transporte und aus Kostengesichtspunkten, aber auch weil die Transporte einem langfristigen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke dienen, hat die UWG nie einen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie diese Transporte für unverantwortlich für die Bevölkerung wie auch für überflüssig hält. Daher hat die Fraktion der UWG sowohl am "Runden Tisch" als auch im Rat der Stadt Ahaus entsprechende Resolutionen eingebracht, sich aber auch direkt an die zuständigen Minister in Bund und Ländern gewandt, um weitere Transporte zu verhindern.

Ein gemeinsames Vorgehen im Ahauser Rat in dieser Frage war in der Vergangenheit leider nicht zu erzielen. So hat die CDU-Fraktion noch im September 2000 eine gemeinsame Resolution, in der die Bundesregierung ebenso wie die Landesregierung NRW aufgefordert werden sollte, alles zu tun, um weitere Castor-Transporte nach Ahaus zu unterbinden, abgelehnt.

Die UWG wertet den Verzicht auf den Castor-Transport vor allem als einen Erfolg der Menschen auf der Straße, die durch ihr Engagement bei friedlichen Demonstrationen immer wieder deutlich gemacht haben, dass in der Atompolitik eine Umkehr notwendig sei; auch ist er ein Erfolg aller Gruppen und Initiativen, die sich gegen die Castor-Transporte zur Wehr gesetzt haben, allen voran die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", aber auch zahlreicher anderer Initiativen und kirchlicher Gruppen, nicht zuletzt auch der UWG Ahaus.

Der Verzicht auf den für März geplanten Castor-Transport bedeutet jedoch nur einen Etappensieg: Begehrlichkeiten für einen Transport aus Biblis nach Ahaus, Transportpläne von Frankreich nach Gorleben und vom Süden dieser Republik in die Wiederaufbereitungsanlage nach Frankreich, Ausbaupläne für die Urananreicherungsanlage in Gronau und Restlaufzeiten der Atomkraftwerke bis zum technischen K.O. machen auch weiterhin entschiedenen Widerstand nötig. Hier ist der Blick über den Ahauser Kirchturm und nicht das Prinzip von St. Florian gefragt.

Mit dem Antrag zur heutigen Ratssitzung auf die Bereitstellung von notwendiger Infrastruktur ging es der UWG nicht darum, Ergebnisse des von der UWG beantragten "Runden Tisches" in Anspruch zu nehmen, sondern unsere Verantwortung für die Ahauser Bevölkerung wahrzunehmen. Die diesbezüglich und hinsichtlich des Scheiterns des "Runden Tisches" von Bürgermeister Dr. Korte in der Verwaltungsvorlage an die Adresse der UWG gezielten Vorwürfe weisen wir zurück, da sie eher als polemische Bewertung anzusehen als der Sache dienlich sind. Daher möchten wir hierauf nicht näher eingehen.

Die beantragte Infrastruktur für den Castor-Transport ist nun zwar nicht mehr für den März erforderlich, doch kann derzeit leider noch nicht ausgeschlossen werden, dass zukünftig noch Transporte nach Ahaus geplant werden. Daher sollte die Stadt Ahaus diesbezüglich wie die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" bzw. das Polizeipräsidium verfahren und den derzeitigen Planungsstand nicht dem Reißwolf zuführen, sondern falls erforderlich, aus der Schublade ziehen können.

Als nicht nachvollziehbar, aber auch nicht verantwortbar sieht die Fraktion der UWG die Errichtung einer zweiten Lagerhalle. Sollte die Gesellschaft für Nuklearservice nach wie vor an diesen Plänen festhalten wollen, so sollten wir uns im Sinne der Ahauser Bevölkerung hiergegen zur Wehr setzen.

Während alle im Rat vertretenen Fraktionen in zahlreichen Punkten an einem Strang ziehen, so hofft die UWG-Fraktion darauf, dass dies zukünftig auch in einer gemeinsamen ablehnenden Haltung zu weiteren Castor-Transporten wie auch zum Ausbau des Atom-Standorts Ahaus deutlich werden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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08.11.2009

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