24.10.2020

14.9.2020: Ahaus, Tradition und Fortschritt - Das Wahlprogramm der UWG zur Kommunalwahl 2020

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unser Wahlprogramm

2.1 Ahaus: Lebendige Stadt

2.1.1 Wohnen in Ahaus 2030: Attraktiv, bedarfsgerecht, preiswert

2.1.2 Einkaufen in Ahaus 2030: Regionales stärken

2.1.3 Wirtschaft unterstützen: Arbeitsplätze sichern

2.1.4 Ahaus, die Schulstadt: Für die Zukunft unserer Kinder

2.1.5 Sozialpolitik in Ahaus: Eine zu bewältigende Herausforderung

2.1.6 Verkehr: Sicherheit und Klimaschutz haben Vorrang

2.1.7 Vereine & Verbände: Engagement unterstützen

2.1.8 Kultur für alle: Vielfalt und Niveau

2.1.9 Familien: Bunt und vielfältig

2.1.10 Atommülllager: Wir wehren uns weiter

2.2 Klimaschutz: Global denken, lokal handeln

2.3 Finanzen: Herausforderung in der Zukunft

2.4 Starke Ortsteile

2.4.1 Alstätte: Dorfplatzcharakter erhalten

2.4.2 Graes: Kindergarten und Schule sichern

2.4.3 Ottenstein: Das Zentrum entwickeln

2.4.4 Wessum: Erschließung beschleunigen

2.4.5 Wüllen: Investitionsstau abbauen

 

 

1 Einleitung

„Ahaus: Tradition und Fortschritt“

Tradition bedeutet für uns

  • Wohlfühlen,
  • Zusammenhalt,
  • lebendiges Vereinsleben,
  • Respekt gegenüber allen Mitmenschen,
  • Sicherheit,
  • Bewahren der Umwelt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird uns noch einmal sehr deutlich, wie wichtig Hilfsbereitschaft und soziales Miteinander sind. Als solidarische Gemeinschaft werden wir auch zukünftig alle Herausforderungen bestehen.

 

Fortschritt  bedeutet für uns

  • Leben in einer grünen Stadt
  • schönes Wohnen und ein ausreichendes Wohnungsangebot auch für finanziell weniger gut gestellte Bürger*innen
  • sichere und gute Arbeitsplätze
  • den zügigen Ausbau der Digitalisierung
  • den sinnvollen Einsatz künstlicher Intelligenz
  • den Aufbau eines 5G-Netzes
  • ein reichhaltiges Kulturangebot
  • nachhaltiges Agieren mit Rücksicht auf zukünftige Generationen.

 

Die Aspekte Tradition und Fortschritt schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich gut. Auf der einen Seite leben wir gerne in unserer Stadt und fühlen uns hier wohl. Auf der anderen Seite sehen wir die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft sowie den technischen und ökologischen Wandel. Wir nehmen die Veränderungen an, suchen das Gespräch mit den Bürger*innen, erarbeiten zusammen mit der Verwaltung konstruktive, nachhaltige Lösungskonzepte und stellen so sicher, dass wir uns und kommende Generationen sich in Ahaus wohlfühlen.

Die UWG ist ein Zusammenschluss unabhängiger Bürger*innen, ein Querschnitt der Ahauser Bevölkerung. Wir betreiben eine Politik mit klaren Inhalten und wir verstehen uns als ein Sprachrohr aller Einwohner*innen der Stadt.

Wir haben in der vergangenen Wahlperiode unsere Aufgabe, die Verwaltung zu kontrollieren, ernst genommen. Wo immer es erforderlich war, haben wir die Vorschläge der Verwaltung konstruktiv kritisch begleitet. Kritik nur der Kritik wegen haben wir unterlassen. Wir möchten die gute Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin Frau Karola Voss auch zukünftig fortsetzen. Mit ihr sind Offenheit und Transparenz verbunden.

2 Unser Wahlprogramm

2.1 Ahaus: Lebendige Stadt

Ahaus hat mit seinen Ortsteilen eine atemberaubende Entwicklung hinter sich; seit 1975 ist die Bevölkerung um über 40 % auf knapp 40.000 Einwohner angestiegen. Damit verbunden ist ein enormer Anstieg der angebotenen Arbeitsplätze. Dieses bringt einige Herausforderungen mit sich!

Es muss ein ausreichendes Angebot an Wohnraum geben, insbesondere Grundschulen und Kindergärten sollen fußläufig erreichbar sein; die ärztliche Versorgung – gerade in den Ortsteilen – muss gewährleistet bleiben. Darüber hinaus muss es vielfältige kulturelle und soziale Angebote geben.

Wir wollen verantwortlich und behutsam mit der Fläche umgehen, der weiter steigende Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen muss im Einklang mit Umwelt und Natur stehen, Verdichtung bestehender Räume soll dabei stets Vorrang vor Erweiterung haben.

Die zahlreichen Vereine in unserer Stadt sorgen für ein gutes Miteinander, insbesondere Kinder und Jugendliche erfahren dort, was Gemeinschaft und Zusammenhalt bedeutet. Daher ist die Förderung von Vereinen für uns selbstverständlich.

In Zeiten von Ebay und Amazon müssen wir durch attraktive Stadt- und Ortszentren den Rahmen für den Erhalt von Einzelhandelsgeschäften schaffen. Hierzu gehören die Förderung von öffentlichem Nahverkehr und ein ausreichendes Angebot von Parkflächen.

Die Sicherheit im Straßenverkehr liegt uns besonders am Herzen.

Es ist ein sehr ambitioniertes Ziel, die Interessen aller Bevölkerungsgruppen unter einen Hut zu bekommen. Wir wollen einen guten Mix an Wohn- und Lebensformen in unserer Stadt bieten und betrachten unser Programm als Angebot, mit dem wir auf die vielfältigen Forderungen und Wünsche eingehen.

Noch ist die Corona-Krise nicht bewältigt. In der Bevölkerung besteht aber die große Sehnsucht nach Normalität. Nur sehr langsam stellt sich diese wieder ein. Noch unterliegen wir  Einschränkungen. Viele von uns leben in großer Sorge.  

In Zeiten des Kontaktverbots hat sich in Ahaus eine solidarische Kultur des Helfens herauskristallisiert, in der Menschen füreinander da sind. Insbesondere alte und schwache Erwachsene haben viel stärker als früher auf die Generation der Jugendlichen geschaut, diese haben geholfen und unterstützt, ob beim Einkauf, Gassi gehen, Besorgen von notwendigen Medikamenten oder auch beim Plausch vom Balkon zur Straße. Herzlichen Dank dafür!

Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses neue WIR-Gefühl in Ahaus die Zeit der Krise überlebt, wir über alle Generationen hinweg uns solidarisch verhalten und miteinander füreinander da sind.

 

2.1.1 Wohnen in Ahaus 2030: Attraktiv, bedarfsgerecht, preiswert

Nach wie vor ist die Nachfrage nach Bauplätzen gewaltig. Wir unterstützen die Verwaltung dabei, weitere Baugebiete auszuweisen, wissen aber auch um die damit verbundene Problematik des „Flächenfraßes“.

Wir wollen weiterhin Alternativen aufzeigen, beispielsweise durch Förderung von Projekten wie „Jung kauft von Alt“, was bereits erfolgreich in unserer Nachbargemeinde Heek durchgeführt wird. Dort werden Familien gefördert, die eine Altimmobilie als Wohnhaus erwerben.

Die Bedürfnisse der Bauwilligen haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert; waren früher Einfamilienhäuser mit Grundstücken von 700-800 qm üblich, so werden heute regelmäßig Grundstücke mit einer erheblich geringeren Größe gewünscht. Das ist für uns ein Grund, mit den Anwohnern über eine behutsame Anpassung bestehender Wohngebiete, etwa aus den 50er Jahren, nachzudenken. Der derzeitige Charakter der Wohngebiete bleibt dabei erhalten, große „Investorenprojekte“ mit maximaler Belegung haben in Wohngebieten nichts verloren.

In Ahaus sinkt in den nächsten Jahren die Zahl der Sozialwohnungen, da diese aus der Bindung herausfallen und normal am Markt vermietet werden können. Ein großes Problem für Menschen mit geringem Einkommen. Wir setzen uns dafür ein, dass in Neubaugebieten Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau reserviert und verbindlich für diesen vermarktet werden.

Wir sehen in Ahaus Platz für alternative Wohnformen, kleinere Wohnungen bis hin zu „Tiny-Häusern“. Zukünftige Bebauungspläne haben hierfür Bereiche auszuweisen.

 

2.1.2 Einkaufen in Ahaus 2030: Regionales stärken

So könnte Ahaus im Jahr 2030 aussehen:
Ahaus ist die führende Einkaufsstadt in der Region. Die lebendige und pulsierende Innenstadt macht den Bummel zu einem Erlebnis. Das Angebot des Einzelhandels ist hochwertig und vielfältig. Die große Zahl inhabergeführter Fachgeschäfte spricht für Qualität. Moderne Filialisten runden das Angebot ab. Der Parkraum und die großzügigen Abstellmöglichkeiten für die Radfahrer in der Nähe der Innenstadt, die neugestaltete grüne Wallstraße, das reichliche Angebot der gemütlichen Cafes und Gaststätten sowie die kurzen Wege innerhalb der Stadt lassen den Einkauf zu einem Ereignis werden. Das zentral gelegene Schloss mit seinem Ambiente und der Schlossgarten laden zu einem erholsamen Spaziergang ein.

Die Realität sieht zum Teil anders aus. Die starke Konkurrenz des Internets mit seinen einfachen Online-Einkaufsklicks und häufig kostenlosen Retouren bereiten dem Einzelhandel der Innenstadt erhebliche Schwierigkeiten.

Mit der Umsetzung verschiedener Vorhaben und guter Ideen beleben wir die Innenstadt. Beispielsweise möchten wir durch Musikdarbietungen, Vereinsvorstellungen, Mitfinanzierung von attraktiven Veranstaltungen die Innenstadt stärken. Wir werden die Rahmenbedingungen für unsere Geschäftswelt so gestalten, dass die Geschäftsinhaber mit der Online-Konkurrenz mithalten können. Wir unterstützen den ortsansässigen stationären Handel bei seinem Weg in digitale Strategien. Die Innenstadt soll sich zu einer Erlebniswelt entwickeln, in der sich die Besucher zu jeder Jahreszeit gerne lange aufhalten.

 

2.1.3 Wirtschaft unterstützen: Arbeitsplätze sichern

Wir sehen in guten und sicheren Arbeitsplätzen die Grundlage für eine positive Entwicklung unserer Stadt.

Bei der weiteren Ausweisung von Gewerbeflächen muss verantwortlich mit den Ressourcen umgegangen werden. Die Ansiedlung neuer Unternehmen sollte primär auf bestehenden Gewerbeflächen erfolgen.

Wir unterstützen die Verwaltung in ihrem Bemühen, in Ahaus eine aktive und zielgerichtete Wirtschaftsförderung und ein Flächenmanagement zu betreiben.

Ein guter Branchenmix macht unsere Stadt aus. Auch zukünftig soll daher ein besonderes Augenmerk auf Branchenvielfalt gelegt werden.

Der Einsatz modernster Infrastruktur ist von großer Bedeutung. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Industriegebiete möglichst schnell an das 5G-Netz angebunden werden. Smart-City-Projekte wie z.B. Smart Parking werden von uns unterstützt.

Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Einzelkämpfer sollten durch Coworking Spaces Hilfe und Förderung erhalten. Sie arbeiten in größeren, offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Einfache Einrichtung,  maßgeschneiderter Service, globales Büronetz und einfache Preisregeln für die Miete zeichnen dieses Modell aus.

 

2.1.4 Ahaus, die Schulstadt: Für die Zukunft unserer Kinder

Beste Schulen benötigen beste Bedingungen, das bedeutet: innovative pädagogische Konzepte, moderne und gut ausgestattete Schulgebäude, digitale Infrastruktur.

Immer noch bestehen für Schüler*innen unterschiedliche Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten. Ein gesundes Ernährungsangebot, eine fachlich adäquate Übermittagsbetreuung und die Teilhabevoraussetzungen für digitalgestützte Lernangebote können nicht in jedem Haushalt gewährleistet werden. Die UWG setzt sich für eine Chancengleichheit aller Schüler*innen ein.

Schüler*innen und Lehrer*innen verbringen auch bedingt durch den Ganztag immer mehr Zeit in den Schulen. Deshalb fordert die UWG, dass alle Schulen in Ahaus so ausgestattet sein müssen, dass alle Beteiligten sich gerne dort aufhalten.

Die UWG möchte erreichen, dass Ahauser Schüler*innen in Ahaus beschult werden. Jedes Ahauser Kind muss auch in Ahaus zur Schule gehen können.

Die UWG steht für die Vielfalt der Ahauser Schullandschaft.

Die Berufsschulen, die Berufskollegs und die Förderschule gehören nur mittelbar zum Bezugsbereich der Stadt Ahaus. Wir werden aber umgehend auf Veränderungen in diesen Bereichen reagieren. Uns ist sehr an der Pflege und dem Ausbau dieser Schulbereiche gelegen.

 

Grundschulen: Jedem Dorf eine Grundschule

Jedes Dorf benötigt seine Grundschule. Ebenso müssen die bestehenden Schulen in der Kernstadt erhalten bleiben. Dafür setzt sich die UWG weiterhin ein.

Die Anforderungen an Schulleiter, Lehrer und Betreuungspersonal der Grundschulen werden immer größer. Die Heterogenität der Schülerschaft ist gestiegen. Immer mehr Eltern melden ihre Kinder in der Betreuung von 8-13 Uhr oder in der OGS an.

Die UWG unterstützt deshalb die Forderungen der Schulen, durch Umbau, Anbau oder Neubau die Voraussetzungen für eine gute pädagogische Arbeit zu schaffen.

 

Realschule: Ein Erfolgsmodell entwickelt sich weiter

Die Realschule genießt bei vielen Eltern eine besondere Wertschätzung, das zeigen die zahlreichen Anmeldezahlen. Diese Schulform wird auch gewählt, weil viele Eltern keinen Ganztag für ihre Kinder wünschen.

 

Gesamtschule: Ein Erfolgsmodell lebt

Die Anmeldezahlen führen die Gesamtschule an ihre Grenzen. Die UWG befürwortet die Forderung der Verwaltung an die Landesregierung, die Gesamtschule und die Sekundarschule zu einer Schulform zusammenzuführen. Dadurch können Schülerströme besser gelenkt werden.

 

Gymnasien: Für ein breites, qualifiziertes Schulangebot

Ahaus hat den Vorteil, zwei Gymnasien vorzuhalten, die immer mehr zusammenarbeiten. Dadurch ergeben sich z.B. mehr Wahlmöglichkeiten von Leistungs- und Grundkursen in der Oberstufe.

Die UWG bedauert, dass die Anmeldezahlen für das AHG in den letzten Jahren rückläufig sind. Der Neubau der Mensa ist ein wichtiger Schritt, um die Attraktivität der Schule zu erhöhen. Weitere Maßnahmen, wie der längst überfällige Ausbau der naturwissenschaftlichen Räume, müssen folgen, damit das AHG sein Profil schärfen kann.

 

Schule und Digitalisierung: Auf die Zukunft vorbereiten

Die Schulen befinden sich im digitalen Wandel. Ahaus ist im Vergleich zu anderen Kommunen auf einem guten Weg.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist allen Beteiligten noch bewusster geworden, wie wichtig es ist, dass unsere Schulen beim Thema Digitalisierung bestmöglich aufgestellt sein sollten.

Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen; wir fordern einen gleichberechtigten Zugang zu digitaler Bildung! Kein Schüler*in darf abgehängt werden!

Die UWG unterstützt das Ziel der Stadt Ahaus, dass schnellstmöglich eine zeitgemäße und pädagogisch angemessene Technik bereitgestellt wird.

 

Schulsozialarbeit: Unterstützen und betreuen

In den vergangenen Jahren hat die Schulsozialarbeit an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile gibt es sie flächendeckend nahezu an jeder Schule in Ahaus.

Dieses ist auch ein Ergebnis des engagierten Einsatzes der UWG: Wir konnten durchsetzen, dass es dieses Angebot jetzt auch an den Grundschulen gibt.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Schulsozialarbeit weiter ausgebaut wird.

 

2.1.5 Sozialpolitik in Ahaus: Eine zu bewältigende Herausforderung

Kommunale Sozialpolitik ist nicht nur Hilfe für Menschen in besonderer Not, sondern aktives politisches Handeln zur Gestaltung einer Stadt. Hierzu gehören Familienpolitik, Entwicklung sozial geprägter Wohnkonzepte sowie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Unter dem Motto „Ahaus bleibt bunt“ haben viele Ahauser Bürger*innen und Verbände für die Vielfalt in der Ahauser Bevölkerung demonstriert. Diese Vielfalt, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, ist uns ein großes Anliegen. Es ist ein Mehrwert für das gemeinschaftliche und gesellschaftliche Zusammenleben.

 

2.1.6 Verkehr: Sicherheit und Klimaschutz haben Vorrang

In unserer ländlich geprägten Region ist das Auto derzeit nicht wegzudenken. Gleichwohl setzt sich die UWG dafür ein, dass Anreize geschaffen werden, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

Ausbau des Fahrradwegenetzes: Sicher und schnell

Ahaus ist eine fahrradfreundliche Stadt. Zahlreiche Radwege sind angelegt. Die Wirtschaftswege sind insgesamt gut ausgebaut.

Damit das Fahrrad aber eine echte Alternative zum Auto wird, muss das Fahrradfahren sicher, möglichst schnell und kreuzungsfrei sein. Die Ampelschaltungen sind fahrradfreundlich zu programmieren.
Darüber hinaus setzen wir uns für eine bessere Vernetzung mit unseren Nachbargemeinden ein. Das Knotenpunktsystem der Niederlande garantiert eine sichere Orientierung. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses System bei uns schnell ausgebaut wird.

In der Vergangenheit wurde immer wieder deutlich, dass an vielen Stellen Möglichkeiten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer bestehen. Verschiedene Beispiele -gerade in den Niederlanden- zeigen, dass in Ahaus noch viel Nachholbedarf besteht. So fordern wir die Einrichtung einer Fahrradstraße am Freizeitgelände „An der Ork“. Aber auch innerstädtisch machten wir bereits auf einige Verbesserungen der allgemeinen Sicherheitslage für Fahrradfahrer aufmerksam. Derzeit besonders gefährliche Radwege, etwa auf der Königstraße und Wessumer Straße in Ahaus, sind zu „entschärfen“, auch zu Lasten des Pkw-Verkehrs. Das Fahrradwegenetz der Stadt ist kritisch zu analysieren und großzügig auszubauen.

Pedelecs und E-Bikes haben Einzug in unseren städtischen Straßenverkehr erhalten. Wir setzen uns für ausreichende stadtnahe Fahrradabstellplätze ein. Die zunehmende Zahl von Lastenrädern ist zu berücksichtigen. Wir setzen uns für ein Förderprogramm für Lastenräder ein.

 

Sichere Schulwege: Unfallfrei in die Schule

Der Anteil des Schulradverkehrs am Individualverkehr nimmt kontinuierlich zu. Jeden Morgen fahren viele  Schüler*innen mit dem Fahrrad zu ihren Schulen. Die UWG fordert, bei Erstellung des in Auftrag gegebenen Radverkehrskonzeptes insbesondere die Sicherheit auf den Schulwegen zu analysieren. In dem Konzept sind deutlich die Stärken, aber auch die gefährlichen Schwachstellen der Schulwege aufzuzeigen.

Neben Radfahrer*innen sind Fußgänger*innen zu schützen. Die UWG erwartet, dass sämtliche Fußgängerüberwege in Bezug auf Wahrnehmbarkeit überprüft werden; unzureichende Ausleuchtung von Fußgängerüberwegen gefährdet die Verkehrsteilnehmer.

 

Nahverkehr ausbauen

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs hat hohe Priorität. Es muss möglich sein, im Halbstunden- oder Stundenrhythmus von einem Ortsteil in den anderen oder in die Innenstadt zu gelangen. Wir fordern ein günstiges Ahaus-Ticket bis hin zur kostenlosen Nutzung der Bürgerbusse innerhalb des Stadtgebiets. Durch gezielte Subventionen zu Gunsten der Verkehrswende wollen wir eine Entlastung des Verkehrsaufkommens herbeiführen. Wir fordern in jedem Ortsteil eine Mitfahrerbank.

Der Ausbau der Fahrradwege und die Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs fördern die Belebung der Innenstadt.

 

Nordtangente verlängern: Nordtangente und Grüngürtel ergänzen sich

Die Nordtangente ist vom Kreisverkehr an der Graeser Straße in Richtung Ikemannstraße zu verlängern. Gleichzeitig mit dieser Maßnahme sind in diesem Bereich die Belange des Hochwasserschutzes und der Ausbau des Grüngürtels zu realisieren. Durch die Verlängerung der Nordtangente wird eine Entlastung des Kreisverkehrs an der Polizeistation und verschiedener anderer Straßen in Wessum und Ahaus erreicht. Gleichzeitig nimmt aber der Verkehr auf der Hamalandstraße von der Ikemannstraße bis zur Eichenallee zu. Bei Abwägung aller Argumente entscheiden wir uns für die Nordtangentenverlängerung.

 

Parkleitsysteme lenken und leiten

Für die Innenstadt ist ein modernes digitales Parkleitsystem einzurichten.

 

E-Ladestationenstruktur ausbauen

Die Elektro-Ladestationenstruktur ist ein wesentliches Element für die Funktionsfähigkeit der Elektromobilität. Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Struktur weiter ausgebaut wird.

 

2.1.7 Vereine & Verbände: Engagement unterstützen

Die Arbeit der Vereine und Verbände ist eine sehr wichtige und unersetzliche Stütze für das gesellschaftliche Leben. Die Vereine und Verbände nehmen in Ahaus, ob im Bereich des Sports, der Musik, der Jugendarbeit oder der Brauchtumspflege zentrale Aufgaben überwiegend ehrenamtlich wahr. Das kann für die Stadt Ahaus nur bedeuten, das Engagement der Vereine  durch Zuschüsse und Investitionen zu unterstützen. Ohne ehrenamtliches Engagement läuft nichts.

 

Ausreichende Sportanlagen, Räumlichkeiten effektiv nutzen

Sportanlagen oder Räumlichkeiten für andere Vereinsaktivitäten müssen bereitgestellt bleiben. Vorbild ist hierbei die Überlassung der Sportanlagen an die Vereine in deren Eigenregie. Vorhandene Räume können über intelligente Nutzungskonzepte besser ausgelastet werden. Städtische Unterstützung bei Neu- oder Umbauaktivitäten wird bei ausreichenden Eigenanteilen gewährt.

 

Förderung der Jugend- und Seniorenarbeit in Vereinen: Ein positiver Beitrag für die Gesellschaft

Betreiberpauschalen und Zuschüsse an Vereine orientieren sich an der  Jugend- und Seniorenarbeit. Die Arbeit der Vereine wirkt sich in hohem Maße positiv auf die Gesellschaft aus.

 

2.1.8 Kultur für alle: Vielfalt und Niveau

Kommunale Kulturpolitik muss sich den Herausforderungen stellen, die eine zunehmende Internationalisierung der Gesellschaft, eine größere Vielfalt der Lebensstile, neue Technologien und der demographische Wandel mit sich bringen. Kultur kann und muss auf Veränderungen reagieren, auch unbequeme Fragen stellen und so zu einer Diskussion darüber beitragen, wie wir miteinander leben wollen. Kultur in Ahaus wird getragen von verschiedenen Kulturträgern und gelebt in einer Vielzahl vorhandener kultureller Einrichtungen wie zum Beispiel der Villa van Delden, der Stadthalle, der Musikschule, der Stadtbibliothek, des Schlosses und der Volkshochschule. Zusammen machen sie das lebendige, vielseitige Kulturleben in Ahaus möglich und sichtbar.

Die UWG macht sich dafür stark, dass das in Ahaus auf hohem Niveau bestehende Kulturleben erhalten bleibt. Von Kultur darf niemand aufgrund seiner sozialen Situation ausgeschlossen werden. Kultur ist nicht exklusiv, Kultur ist für alle da. Die UWG setzt sich dafür ein, dass die Beiträge für den Besuch städtischer Kulturveranstaltungen und Kultureinrichtungen stabil bleiben.

Die UWG fordert die Entwicklung eines kulturellen Leitsatzes für Ahaus. Dieser Satz muss bei Nicht-Ahausern Aufmerksamkeit für Ahaus erzeugen und werbewirksam wirken.

 

2.1.9 Familien: Bunt und vielfältig

Familien in all ihren Formen prägen eine lebendige Stadt. Familienpolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die bei allen Entscheidungen mitberücksichtigt werden muss, um die Zukunftsfähigkeit unserer modernen Gesellschaft und unserer Kommunen zu erhalten. Dies kann und muss in Ahaus durch die Bereitstellung von Kindergärten und Kindertagesstätten, von Ganztagsangeboten in Schulen, bei der Sicherung von Arbeitsplätzen sowie bei der Entwicklung der Wohnmöglichkeiten erfolgen. Darüber hinaus sind eine gesunde Umwelt, eine sichere Verkehrspolitik und nicht zuletzt eine Infrastruktur zu schaffen, die sich an den Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien orientiert.

Die Tagesbetreuungsangebote für Kinder sind in den Randzeiten weiter zu entwickeln.

 

Spielplätze: Leuchttürme für die Stadt

Im letzten Jahr wurden alle Spielplätze in Ahaus begutachtet. Dabei hat sich herausgestellt, dass aufgrund des Alters einiger Wohnsiedlungen  vorhandene Spielplätze nicht mehr genutzt und daher auch nicht benötigt werden. In Neubaugebieten sind grundsätzlich neue Spielplätze vorzusehen. Darüber hinaus sind in allen Ortsteilen attraktive Dorfspielplätze zu errichten.

 

Kinder und Jugendliche: Beteiligungselemente ausbauen

Wir müssen weiter an den Chancen unserer Kinder und Jugendlichen arbeiten. Von Kindertagesstätten, über die Grundschulen, bis hin zu den weiterführenden und weiterbildenden Schulen einschließlich des Studiums, nehmen wir die bildungspolitischen Herausforderungen an.

Jugendpolitik ist immer auch Zukunftspolitik. Die UWG Ahaus setzt sich daher für die Förderung von Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten junger Menschen ein. Ideen von Kindern und Jugendlichen nehmen wir ernst. Wir suchen den Dialog und Austausch mit den Jugendlichen und setzen uns für die Umsetzung ein.

Wir unterstützen die Partizipationsprojekte „Junge Ideen für Ahaus“. Die Jugendvertreter der UWG Ahaus sind die Ansprechpartner für alle Kinder und Jugendlichen, die eine Idee haben, um in Ahaus etwas zu bewegen. So können Anliegen direkt in die Ausschüsse und in den Rat gebracht werden.

Die UWG fordert, in allen Ortsteilen Treffpunkte mit attraktiven und altersgerechten Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu unterhalten.

 

Senioren: Aktivposten einer lebendigen Stadt

Senioren müssen mehr denn je in die Belange der Kommunalpolitik einbezogen werden. Für die UWG sind sie ein unverzichtbarer Aktivposten und gestalten maßgeblich unsere Gesellschaft mit.

Die Arbeit der Seniorenverbände in Ahaus leisten viele Ehrenamtliche. Die UWG begrüßt und unterstützt, dass Senioren aktiv ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben möchten und können.

Viele Kontakte und reger Austausch untereinander verbessern die Lebensqualität im Alter. Seniorentreffs bereichern das Stadtleben. Senioren sind eine wichtige Säule in der Ahauser Kultur- und Bildungslandschaft. Die städtische Kulturpolitik hat für attraktive ortsnahe Angebote zu sorgen.

Die UWG befürwortet neue Modelle von altersgerechten Wohnformen. Wir möchten es Senioren ermöglichen, solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Es ist erforderlich, die Rahmen- und Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu verbessern und deren Arbeit wertzuschätzen. Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben im Alter sowie ein generationsübergreifendes Zusammenleben in Ahaus ein. Dieses kann eine Win-Win-Situation für Alt und Jung bedeuten.

 

2.1.10 Atommülllager: Wir wehren uns weiter

Die Verhinderung der Pläne für ein Brennelemente-Zwischenlager war in den siebziger Jahren ein wesentliches Motiv zur Gründung der UWG Ahaus. Die UWG hat in über 40 Jahren, gemeinsam mit Umweltinitiativen und kirchlichen Verbänden, wesentlich den Widerstand gegen das Atommüll-Lager geprägt. Die Errichtung des Atommülllagers konnte nicht verhindert werden, jedoch ist es dem langjährigen Widerstand zu verdanken, dass die Lagerhalle in Ammeln bis heute nur zu etwa 1/10 mit hochradioaktivem Atommüll gefüllt ist. Auch wurde der ursprünglich geplante Bau einer zweiten Lagerhalle verhindert. Der UWG ist es inzwischen auch gelungen, den Rat der Stadt Ahaus zu einem gemeinsamen Handeln gegen weitere Atommülltransporte nach Ahaus zu bewegen!

Die aktuellen Pläne der Atomlobby

  • Nach wie vor versucht das Forschungszentrum Jülich, den hochradioaktiven Müll des stillgelegten Versuchsreaktors AVR nach Ahaus zu verschieben, weil es eine weitere Lagerung am Ort als „imageschädigend“ ansieht. Dieser Müll ist aber nicht endlagerfähig und müsste zur Konditionierung (endlagergerechten Verpackung) erneut transportiert werden.
  • Noch schlimmer sind die Pläne, den Müll aus dem Forschungsreaktor München II (FRM II) aus Garching nach Ahaus zu schaffen: Dieser Müll besteht aus hochangereichertem Uran und ist damit waffenfähig – ein ideales Ziel für Terroristen aller Art! Verschärfend kommt hinzu, dass der FRM II seit Jahren illegal betrieben wird, weil die in der Genehmigung festgeschriebene Umrüstung auf niedriger angereicherten Brennstoff unterblieben ist. Die bayrischen Aufsichtsbehörden haben sich über diese Bestimmung einfach hinweggesetzt.
  • Die Genehmigung zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll aus Atomkraftwerken in Ahaus war bisher bis 2020 genehmigt. Nun soll die Genehmigung bis 2057 verlängert werden Das ist weit über die 40 Jahre hinaus, für die die Atommülllagerung in Ahaus genehmigt ist, nämlich bis 2036. Ahaus würde damit endgültig zu einem Dauerlager.
  • Auch 150 Behälter mit Brennelementhülsen und Strukturteilen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich sollen ab 2024 nach Ahaus gebracht werden und hier 40 – 50 Jahre abklingen – ebenfalls weit über das Jahr 2036 hinaus!

Die UWG hat erhebliche Zweifel an der Langzeitsicherheit der Castor-Behälter und des „Zwischenlager“-Konzeptes. Die Inbetriebnahme eines Endlagers für hochradioaktiven Müll, wenn denn eines gefunden wird, wird sich mit Sicherheit über viele Jahrzehnte, vermutlich bis ins nächste Jahrhundert hinziehen. Auch die geplante Inbetriebnahme des Schachts Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll ist zumindest äußerst fraglich.

Die UWG fordert deshalb:

  • Verbleib der AVR-Brennelemente in Jülich; die Betreiber dort müssen die Verantwortung für Lagerung und endlagerfähige Konditionierung ihres Mülls übernehmen!
  • Stilllegung des seit Jahren illegal betriebenen FRM II, Verbleib des Atommülls in Garching! Keine Verbringung waffenfähigen Atommülls nach Ahaus!
  • Keine weiteren Atommüll-Transporte nach Ahaus! Verbleib des Mülls an den jeweiligen Standorten, bis ein Endlager definitiv zur Verfügung steht!
  • Kein Betrieb des Ahauser Atommüll-Lagers über das Jahr 2036 hinaus!

Unser Protest gegen das Atommülllager zeigt unsere Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, genauso wie beim Klimaschutz. Die UWG wird daher weiterhin die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, kirchliche Verbände und Umweltinitiativen in ihrem gewaltfreien Widerstand gegen das Ahauser Atommüll-Lager unterstützen. Sie wird sich im Rat der Stadt Ahaus weiterhin für juristische Schritte gegen weitere Atomtransporte nach Ahaus einsetzen und dabei die Anwälte  der Stadt Ahaus fachkundig unterstützen.

 

2.2 Klimaschutz: Global denken, lokal handeln

Ein besonderes Anliegen ist der UWG der Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt. Nur wenn wir bei diesen Themen konsequent handeln, werden wir unseren Kindern eine lebenswerte Stadt übergeben und eine Perspektive bieten können.

Wir setzen nicht auf Verbote und weitere Anordnungen. Vielmehr geht es darum, zunächst alternative Angebote zu entwickeln, um sich dann von lieben Gewohnheiten zu verabschieden. Wir unterstützen die Forderungen der Bewegung „Fridays for Future“ sowie das zivilgesellschaftliche Engagement in dem Arbeitskreis „Transition Town“. Das Bemühen der Gruppe für einen „Runden Tisch“ zum Thema Klimaschutz in Ahaus wird von uns befürwortet.

 

Hochwasserschutz: Eile ist geboten

Seit 10 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema Hochwasserschutz und sind bisher in den Verhandlungen nicht weiter gekommen. Wir fordern daher die Verwaltung auf, die Verhandlungen zum Hochwasserschutz endlich zum Abschluss zu bringen.

 

Grüne Lunge: Mehr Wald in die Stadt

Die der Stadt gehörenden Flächen sind konsequent aufzuforsten. Bäume sorgen für einen Klima- und Temperaturausgleich und sind in der Lage CO2 aufzunehmen.

Einer von vielen Anträgen zum Thema Bäume von uns lautete, umfangreiche Baumanpflanzungen als Ersatzmaßnahmen und jährliche Wiederaufforstungen vorzunehmen.

Aufgrund der Dürre in den letzten Sommern sind Bäume zu pflanzen, die sich den veränderten Bedingungen anpassen können.

In privaten Wohnanlagen sind Umweltschutzinitiativen, wie bienenfreundliche Balkone und Gärten, zu fördern. Die Stadt soll hierzu eine Vorreiterrolle einnehmen und im Sinne eines Biodiversitätskonzeptes städtische Flächen z. B. als Wildblumenwiesen nutzen.

 

Rund um Ahaus: Grüngürtel ausbauen

Der bereits konzipierte Grüngürtel um unsere Stadt  ist konsequent weiter auszubauen. Lediglich Verbindungsstücke fehlen zu einer vollständigen Erschließung. Unser Ziel: Bis 2025 ist der Grünstreifen durchgängig zu begehen und zu befahren.

 

Neue Erschließungsflächen: Naturnaher Ausgleich innerhalb des Stadtgebietes

Wir stellen der Industrie und den Bauwilligen auch weiterhin Flächen zur Verfügung. Wir streben gleichzeitig an, in gleichem Umfang Grünflächen für den naturnahen Ausgleich bereitzustellen.

Fehlende Ökopunkte dürfen nicht weit außerhalb der Stadtgrenzen realisiert werden, max. in angrenzenden Städten und Dörfern.

 

Schritt zur Energieautarkie: Umweltgerechter und nachhaltiger Ausgleich

Alle möglichen städtischen Dachflächen sind mit Photovoltaikanlagen zu versehen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Stadthalle und die Stadtbibliothek.

Groß wird die Herausforderung zur klimaneutralen Stadt beim Heizenergiebedarf der städtischen Gebäude. Eine massive Zunahme des Stromverbrauches ist nicht weiter hinzunehmen. Hier werden in den nächsten Jahren die Herausforderungen zur CO2-Reduzierung liegen. Die fortschreitende Sanierung der bestehenden Bausubstanz muss maßgeblich davon geleitet werden. So sind, wenn möglich, Wärmepumpen bei Ersatzinvestitionen in der Heiztechnik einzusetzen.

 

Nicht genutzte Spielplätze wandeln: Grüne Oasen

In der Stadt wurden einige Spielplätze mangels fehlender Nutzung durch Kinder aufgegeben. Stattdessen wurden noch genutzte Spielplätze besser ausgestattet. Die nicht mehr genutzten Spielplätze sind nach Rücksprache mit den Nachbarn in grüne Oasen umzufunktionieren. Durch die Anpflanzung von Bäumen und das Anlegen von Blumenbeeten sowie das Aufstellen von Ruhebänken können so kleine, aber feine Kommunikationsbereiche für die Nachbarschaften entstehen.

 

Landwirtschaft: Familienbetriebe stärken, Ausbau industrieller Landwirtschaft stoppen.

Viele Jahrhunderte haben die Landwirte die Kulturlandschaft unserer Region geprägt. Daher muss es unser Bestreben sein, den Landwirten in den für sie immer schwieriger werdenden Zeiten ihre Existenzgrundlage zu sichern. Mit umfangreichen Investitionen in die regenerative Energieversorgung mit Sonne, Wind und Biomasse erschließt sich unsere Landwirtschaft ein wirtschaftliches Standbein, von dem Stadt und Umland profitieren. Dabei muss die Planungs- und Zulassungspraxis darauf gerichtet sein, auftretende Konflikte zu vermeiden. Insbesondere der Abstand von Windenergieanlagen zu Wohngebieten ist kritisch zu betrachten und in die Konfliktvermeidungsstrategie einzubeziehen.

Durch die Energiegenossenschaft AHLEG wurden bereits vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten an der Schaffung  regenerativer Energien ermöglicht. Die Akzeptanz bei den Bürger*innen für die Errichtung der verschiedenen Energieanlagen erfordert eine breite Beteiligung aller Bewohner*innen unserer Stadt.

 

2.3 Finanzen: Herausforderung in der Zukunft

Der Städtische Haushalt steht mit der Bewältigung der Corona-Krise vor einer großen Aufgabe. Die Finanzkraft der Stadt ist über längere Zeit geschwächt. Gewerbe- und Einkommenssteuern in der gewohnten Höhe wie in der Vergangenheit wird es vorerst nicht geben. Aber notwendige Investitionen gerade im Bereich der Schulen stehen an. Dazu müssen Kredite aufgenommen werden, die UWG befürwortet das. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen bindet weitere Mittel. Für einige Jahre wird die UWG unausgeglichene Haushalte akzeptieren und auf die in den guten Jahren aufgebaute Rücklage zurückgreifen.

Der Rückgang der Vergnügungssteuer in den letzten Jahren wird durch die strengere Spielhallengesetzgebung verursacht. Wir würden weitere Schließungen begrüßen. Die Wettbüros sollten auch weiterhin im Rahmen des rechtlich Möglichen besteuert werden.

Die in 2017 eingeführte zusätzliche Entschädigung für Ausschussvorsitzende ist kritisch, differenziert und den landesgesetzlichen Vorgaben gemäß zu betrachten. Nicht jeder Ausschussvorsitzende sollte eine zusätzliche Entschädigung erhalten. Wir werden das Thema in der neuen Legislaturperiode umgehend in den Rat einbringen.

 

2.4 Starke Ortsteile

2.4.1 Alstätte: Dorfplatzcharakter erhalten

Der Entwurf der Stadtplanung sieht für den Alstätter Dorfplatz kompakte Bebauung entlang der Haaksbergener Straße und der Kirchstraße vor. Das will die Alstätter Bevölkerung nicht.

Die UWG setzt sich für eine Lösung mit Erweiterung der Märkte sowie dem Erhalt einer Freifläche ein, die weiter den „Blick ins Dorf“ ermöglicht. Diese Fläche kann dann bei Bedarf für Veranstaltungen der Bevölkerung und des Gewerbevereins genutzt werden.

Wohnen und Gewerbe: Zukunftsweisend vorantreiben

Die aktuellen Vorhaben für Wohnbebauung im Alstätter Süden und bei den ehemaligen Zollhäusern müssen zügig umgesetzt werden.

Für Gewerbe sieht die städtische Planung auch Flächen an der Genossenschaft vor. Die UWG sieht dort hingegen eine Möglichkeit für  Wohnbebauung. Gewerbeansiedlung in diesem Bereich würde eine zukünftige Schaffung von Wohnraum in Nähe des Dorfkerns verhindern.

Die UWG fordert: Neue Flächen für Gewerbe gehören in Alstätte an die B 70!

 

Ortsausschuss in Alstätte: Sachverstand, Kommunikation und Transparenz

Die Entfernung von Alstätte zur Stadt Ahaus erfordert Bürgernähe vor Ort. Themen und Entscheidungen, die Alstätte betreffen, müssen in Alstätte und von Alstätter Bürgern beraten werden. Probleme im Dorf wie die räumliche Vermischung von Wohnen, Gewerbe und Landwirtschaft beruhen auf Fehlentscheidungen. Damit lokale Orts- und Sachkenntnisse stärker in politische Entscheidungsprozesse einfließen, steht die UWG für die Einrichtung eines Ortsausschusses in Alstätte!

Ehemalige Hauptschule - Annette-von-Droste-Hülshoff-Haus: Fördern

Ein neuer zentraler Punkt im Dorf ist das ehemalige Hauptschulgebäude. Mit der Nutzung  durch Arztpraxis, Pfarrgemeinde, Jugendwerk, Kreuz und Quer, Taekwondo etc. sowie der Schulaula als Mehrzweckraum für Vereine ist das Konzept für das „Annette-von-Droste-Hülfhoff-Haus“ ein voller Erfolg. Die UWG will hier weiter unterstützen und die Interessen von Vereinen und Verbänden stärken!

Freibad: Stärken und erhalten

Das Freibad ist ein Alstätter Markenzeichen. Es bietet Sport- und Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt. Schwimmen lernen und schwimmen gehen, sich treffen und erholen, dafür steht das Alstätter Freibad. Auch für die niederländischen Nachbarn, die wichtige Kunden für Handel, Gewerbe und Gastronomie sind, ist das Freibad ein attraktiver Anziehungspunkt. Die UWG setzt sich für das Freibad als wichtigen Standortfaktor ein!

Mobilität: Flexibler gestalten!

Mobilität ist für Alstätte als ländliche Gemeinde ein zukunftweisendes Thema. Dazu gehören die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs und des Fahrradverkehrs sowie die Entwicklung von Carsharing im ländlichen Raum. Der Bürgerbus hat bereits ein Plus an Möglichkeiten geschaffen. Es muss jedoch bekannter und selbstverständlicher werden, dass man von Alstätte zum Krankenhaus in Ahaus, nach Haaksbergen oder Enschede kommen kann. Die UWG will Mobilität unabhängig vom eigenen Auto voranbringen!

 

2.4.2 Graes: Kindergarten und Schule sichern

In jedem Ortsteil werden Schulen und Kindergärten benötigt, daher wird die UWG sich auch weiterhin für den Erhalt der Grundschule und des Kindergartens in Graes einsetzen. Jedes Dorf benötigt diese grundsätzlichen Einrichtungen.

Öffentlichen Nahverkehr verbessern

Graes ist an das öffentliche Nahverkehrsnetz sehr schlecht angebunden. Insbesondere Ältere sind aber darauf angewiesen. Wir fordern daher die Aufnahme von Graes ins Bürgerbusnetz.

Wohnentwicklung: Im Blick behalten

Die Bauplätze im Neubaugebiet in Graes sind vergeben und bebaut. Wir fordern, in naher Zukunft ein weiteres Baugebiet für die jungen Graser*innen zu erschließen.

 

2.4.3 Ottenstein: Das Zentrum entwickeln

Die Brachfläche im Zentrum von Ottenstein bietet seit Jahren kein schönes Bild im Dorfkern. Die UWG fordert die Stadt auf, endlich das Gespräch mit den Eigentümern zu suchen, um eine attraktive und dorftypische Wohnbebauung im Dorfzentrum umzusetzen.

Hochwasserschutz: Schnell umsetzen

Der Hochwasserschutz für Ottenstein ist ein drängendes Problem, das seit Jahren nicht angegangen wird. Es darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.

Gewerbeflächen schaffen: Endlich Erweiterungsflächen

Wir begrüßen die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes zur Erweiterung der Gewerbefläche in Ottenstein. Nach jahrelangen Diskussionen wird endlich in Ottenstein ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Prozess zur Ausweisung schnell abgeschlossen wird. Ottensteiner Firmen müssen die Möglichkeit erhalten, sich hier neu anzusiedeln oder zu expandieren.

 

2.4.4 Wessum: Erschließung beschleunigen

Die Nachfrage nach einem eigenen Grundstück ist bei jungen Familien groß. Das neue Plangebiet in Wessum liegt am westlichen Ortsrand des Ortsteils. Leider ist der Erwerb der Grundstücke für die Stadt schwierig. Die UWG setzt sich dafür ein, dass das neue Baugebiet schnell für eine Bebauung bereit steht. Junge Familien warten darauf, ein Grundstück zu erwerben und ein Eigenheim zu bauen. Neben jungen Familien sollten für die ältere Generation kleine Häuser mit kleineren Grundstücken angeboten werden. Wir setzen uns dafür ein, dass ältere Bürger*innen kleinere Grundstücke für kleinere Häuser kaufen können. Darüber hinaus sind Grundstücke für Mehrgenerationenhäuser auszuweisen.

Verkehr: Durchgangsverkehr umleiten

Der Durchgangsverkehr in Wessum ist für die Anlieger der Hamalandstraße (K17) eine Belastung. Mit der Fortführung der Nordtangente bis hin zur Ikemannstraße wird ein Teil der innerörtlichen Straßen in Wessum -auch der Hamalandstraße- entlastet.

Leider entsteht für die Anwohner des Abschnitts der K17, von der Eichenallee bis zur Ikemannstraße, durch die Verlängerung der Nordtangente eine zusätzliche Verkehrsbelastung. Wir fordern daher den (Aus-)Bau einer Umgehungsstraße nördlich um Wessum herum. Der bereits intensiv genutzte Landwirtschaftsweg zwischen der K20 (Eichenallee) und der K17 durch Averesch ist auszubauen, Radwege und Autostraße sind sicher zu trennen.

 

2.4.5 Wüllen: Investitionsstau abbauen

Wüllen-Nord: Um die Kirche herum

Mit den Baugebieten Wüllen Nord I – III wird das Dorf baulich abgerundet und die Kirche stärker in die Mitte gerückt. Der erste Teil ist fast vollständig bezogen, die Nachfrage nach eigenen Grundstücken ist gerade bei jungen Familien weiterhin groß.

Wir setzen uns dafür ein, das laufende Bebauungsplanverfahren für den Teil II schnell umzusetzen und für den verbleibenden Teil in die Grundstücksverhandlungen zu treten. Die Möglichkeit, dort auch kleine Häuser zu bauen , ist weiter zu verfolgen. Mit dem III. Abschnitt von Wüllen-Nord ist zeitnah zu beginnen, damit nicht wieder 10 Jahre vergehen müssen, bis Baumöglichkeiten für junge Familien zur Verfügung stehen.

Grundstücksvergabe: Schärfung der Vergabekriterien

Das bestehende Vergabeverfahren für städtische Neubaugrundstücke bevorzugt junge Familien aus dem Ortsteil, bietet aber auch anderen Familien mit Kindern gute Chancen, familienfreundliche Grundstücke zu erwerben. Die jetzigen Vergabekriterien für die städtischen Grundstücke und der Punktekatalog müssen aber in einzelnen Aspekten geschärft werden. 

Wüllen 2025: Abbau des Investitionsstaus

Über die Jahre hat sich gerade in Wüllen ein Investitionsstau aufgebaut, der Schritt für Schritt abgebaut werden muss. 2021 kann das neue Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt  werden. Der Bau der neuen Turnhalle verzögert sich, soll aber noch in diesem Jahr begonnen werden. Wir setzen uns für eine kurze Bauzeit ein, damit Schul- und Vereinssport schnell wieder in Wüllen stattfinden können. Die Grundschule braucht mit dem wachsenden Ganztagsbedarf mehr Räume. Die Erweiterung muss umgehend nach der Fertigstellung der Turnhalle umgesetzt werden.

Der Musikverein platzt aus allen Nähten. Der vorhandene Probenraum ist für das große Orchester zu klein. Das Haus Kemper ist sanierungsbedürftig. Das alte Feuerwehrgerätehaus bietet bald Erweiterungsmöglichkeiten auch für ein Dorfgemeinschaftshaus. Das Land fördert dörfliche Gemeinschaftsinitiativen. Die UWG setzt sich dafür ein, dass Wüllener Vereine die neuen Gemeinschafträume nutzen können.

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